Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 6 (7.2.1935)
- Date
- 1935-02-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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G-V.-Ztg, Nr. 6 3. Beiblatt cJicLj* c»*-S T MH J 7. Februar 1935 00! KMs SlS LEA« Sie Grllallung des AußrnSanLelö Wrr kjaben unS tm vergangenen Jahrgang der „E.-V.-Zeitung mehrmals eingehend an dieser Stelle mit den-Fragen des Außenhandels beschäl, trgt. (Vgl. Nr. 18 vom 3. Mai „Wirtschaft^ Zusammenhänge"; 9lt. 20 vom 17. Mai „Probleme bsä Außenhandels" und Nr. 31 "vom 2. August „Vom Wesen des deutschen Außenhandels".^ Dabei gingen wir von der Tatsache aus. daß weite Kreise der wirtschaftenden deutschen Juden an der Gestaltung des Außenhandels — und vor allem an einer günstigen Entwicklung des Er- Horts — ein ebenso großes Interesse haben, wie alle anderen .üaitjlcute, die in aussuhrorientierten Wirtschaftszweigen arbeiten. Die für die Wirtschaftspolitik verantwortlichen Stellen des Reiches — in erster Linie der geschäftssührende Reichswirtschaftsministcr Dr. Schacht — haben in den beiden letzten Jahren immer wieder auf die Bedeutung der Ausfuhr für die gesamte Wirtfchaftsentwicklung Deutschlands hingewiesen. Die mit der deutschen Wirtschaft unlösbar verbundenen deutschen Juden sind sich der Bedeutung dieser Fragen voll bewußt, und wir wissen, daß auch die jüdischen Exporteure im abgelaufenen Jahr ihre ganze Kraft der Entwicklung des Ausfuhrgeschäfts gewidmet haben. Daß aber auch die Juden draußen im allgemeinen weit davon entfernt sind, der deutschen Ausfuhr Schwierigkeiten zu machen, das zeigt mit aller Deutlichkeit die Entwicklung der deutschen Ausfuhr nach Palästina. Die Ziffern für 1934 liegen hier noch nicht vor. Aber schon 1933 stand Deutschland in der Einfuhr Palästinas an dritter Stelle, sie war von 0.775 Millionen Pfund im Jahre 1932 auf 1.19 Millionen Pfund gestiegen, während sich die Ausfuhr Palästinas nach Deutschland in diesem Zeitraum nur von 0.332 auf 0.373 Millionen Pfund erhöhte. — Bor wenigen Tagen (30. Januar) hat auch der „Westdeutsche Beobachter" u. a. festacstellt: „Palästina zeigt sich trotz der verständlichen Abneigung gegen das nationalsozialistische Deutschland aus guten Gründen immer noch als nicht unbedeutender Abnehmer, deutscher Maschinen.* Wenn daran anschließend allerdings auf die Gefahr einer Verdrängung der deutschen Produktion aus den Ländern des nahen und mittleren Ostens hingewiesen wird, „wenn. Las inzwischen jüdisch gewordene Palästina sich mit Hilfe deutscher Maschinen seine eigene Produktionswrrtschaft aufgebaut hat", so darf vielleicht erwähnt werden,. daß diese Frage weder ein spezifisch deutsches noch ein spezifisch palästiiiensischcs Problem ist. Sie ist immer dann aufgetailcht und wird immer dann austauchen, tveiin irgendwelche Länder sich mit Hilfe eingesührtcr Maschinen eine eigene Produktion aufbauen wollen. Trotzdem hat es wohl nie , ein Land aus diesen Gründen abgelehnt, Maschinenliescrungen vorzunehmen, denn einnml waren immer Konkurrenten da, die es doch getan - hätten inid Zinn anderen stellen gerade Maschinen ein hochivcrtigeS AuSfuhrprvdu'kt dar, auf das man im Interesse der heimischen Wirtschaft nirgends gerne Verzicht leistet. Schließlich ist noch daran zu denken, das; dem Lieferland durch Ersatz. und Nachbestellungen immer neue Werte zu- , geführt werden, denn wenn einmal eine Wirtschaft auf einen bestimmten Maschinentyp eingestellt ist, dann wird sie auch bei zukünftigen Aufträgen nur unter sehr zwingenden Umständen wieder davon abgehen. Daß sich den Bemühungen der deutschen Ex^ Portwirtschaft auf eine Steigerung der Ausfuhr; noch immer starke Hindernisse in den Weg gestellt haben, ist bekannt. Sie sind in erster Linie wirtschaftlich begründet. Immerhin lag, wie einer Auslassung des NeichSwrrtschaftsminsteriums zu entnehmen war, der Umfang der'Ausfuhr im. Dezember 1934 mit 354 Millionen RM über den Durchschnitt des vergangenen Jahres (347 Millionen NM), so daß sich die Bemühungen, ein weiteres Absinken der Ausfuhr zu vermeiden und . sie darüber hinaus zu steigern, im ganzen günstig ausgelvirkt haben. Für das -ganze Jahr 1934 ergab sich bei der Ausfuhr, die insgesamt 4167 ' Millionen betrug.-wertmäßig gegenüber dem Vorjahr noch ein -Rückgang um 14.5 Prozent. In - „Wirtschaft mid Statistrk" wird auf die Gründe dieser Entwicklung, die im Gegensatz zu der Ent- Wicklung-'"' deS Welthandels ständen, näher eingegangen. Es wird darauf hingewiesen, daß die - Erklärung zu einem Teil wohl darin zu suchen sei. daß — wie vorübergehend im Jahre 1927 — die Belebung des Binnenmarktes den Ausfuhrdruck vermindert habe. Außerdem ist, so wird weiter dargelegt. die deutsche Ausfuhr auch im vergangenen Jahr zweifellos durch die bisher wirksamen Faktoren, wie Währungsentwertungen, handelspolitische und andere Hemmnisse beeinträchtigt worden. Insbesondere seien die Folgen der Dollarentwertung für den deutschen Export erst im Jahre 1934 voll wirksam geworden, wie der scharfe Rückgang der Ausfuhr nach einer Reihe amerikanischer Länder erlennen lasse. In der besonders scharfen Schrumpfung de8 Exports nach den Vereinigten Staaten kämen daneben aber wohl auch die Wirkungen des Boykotts gegen deutsche Waren zum Ausdruck. ES . ist beachtlich, daß der Gesichtspunkt der Boykott--. einwirkungcn von „Wirtschaft und Statistik" überhaupt n u r bei der Entwicklung der deutschen Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten und auch da nur in zweiter und letzter Linie erwähnt wird. Daß aber gerade in den Vereinigten Staaten die Voykottparole von ganz anderer Seite, als gerade von den Juden, weitergcführt wird, das zeigte erst kürzlich ein auch von uns zitierter Artikel in einem Fachblatt der Metall- und Mafchinenindustric („Klepzigs Anzeiger" vom 26. Oktober 1934). Darin hieß cs u. a.: „Es ist vielfach behauptet worden, daß dieser Boykott der deutschen Erzeugnisse nur durch jüdische Elemente gestützt. . . werde Das mag hier und da zutreffcn, erklärt aber keineswegs die lange Dauer und die Schärfe des Boykotts. , Gefördert und am Leben erhalten wird dieser * Verruf deutscher Waren vor allem von feiten. der amerikanischen Industrie, die sich durch eine vielfach populäre Parole die billigere deutsche Konkurrenz vom Leibe halten will. Wäre der Boykott deutscher Waren in Nordamerika lediglich ein jüdisches Manöver, so wäre doch zu erwarten, daß er mit allergrößtem Nachdruck da gehandhabt würde, wo das Judentum völlig die Geschäfte beherrscht, nämlich in Palästina. Das ist aber keineswegs der Fall, denn dort treibt - man Deutschland gegenüber eine sehr vernünftige und planmäßige Handelspolitik." Die Entwicklung des europäischen Absatzes stand, wie in der genannten Zeitschrift weiter auSgeführt wird, zum Teil noch unter dem Einfluß der Schrumpfung des Nußlandgeschäftes. Aber auch der Absatz nach den westeuropäischen Ländern wurde von einem starken Rückschlag betroffen. Abgesehen von der deflationistischen Politik dieser Länder, haben auch die mit ihren abgeschlossenen Verrcchnungsvertn?n die deutsche Ausfuhr in den letzten Monaten erheblich beeinträchtigt. Bemerkenswert ist noch die Feststellung, daß sich die Ausfuhr nach Großbritannien — das, wie wir hinzufügen, für westeuropäische Verhältnisse eine relativ hohe Quote jüdischer Bevölkerung hat — und einzelnen Ländern Nord- und Südcuropas etwas günstiger gestaltet. „Wirtschaft und Statistik" stellt in seinem schon erwähnten Ueberblick abschließend fest, daß die Hemmungen im Auslandsabsatz eher nachgelassen haben. Einmal habe sich durch den Rückgang der Aktivität im Außenhandel mit den meisten europäischen Ländern der Druck auf die deutsche Ausfuhr, der sich hier besondernachteilig bemerkbar machte, zweifellos vermindert. Das Interesse an erhöhten Bezügen aus Deutschland sei teilweise — schon um der Wiederherstellung eines geordneten Zahlungsverkehrs , willen — gewachsen. In den überseeischen!Wh- * stoffländcrn habe der Ausfall der deutschen Käufe vielfach zu der Erkenntnis geführt, daß der deutsche Markt nur dann wiederzugcwinnen ist, wenn auch die Bezüge aus Deutschland entsprechend erhöht werden. Diese Erkenntnis habe inzwischen auch schon in den Abkommen mit Argentinien und der Südafrikanischen Union Ergebnisse gezeitigt. So ist die Prognose für das neue Jahr keineswegs ungünstig. H. W—1. ■ * Der „Angriff" vom 4. Februar übcrschreibt eine gewisse amerikanische Vorgänge bctreffeirde Meldung mit „Hinter den Kulissen des Boykottschwindels". Diese gleiche Charakterisierung haben wir, seitdem nähere Einsicht in diese groß auf^ gemachten Proklamationen möglich war, auch unserseits vorgenomnien. EÄldrr an drn EMösteo Das „Frankfurter Bolksbkatt" hat in letztet Zeit häufig auf Schilder mit der Aufschrift „Deutsches Geschäft" die in arischen Einzelhandels. Geschäften gezeigt werden, hingewiesen. Die Schilder werden von der verteilenden Stelle «rn jüdische Geschäfte nicht abgegeben. Am 1. und 2. Februar 1935 veröffentlichte das „Frankfurter Volksblatt" in ausfälliger Form eine Anzeige mit dem nachfolgenden Text: Geschäftsleute, die sich nicht als Deutsche bekennen wollen! Wir beginnen in den nächsten Tagen unter unter dieser Ueberschrift mit der Veröffentlichnng der Namen solcher Geschäfte, die es bis jetzt unterlassen haben, daS Schild Deutsches Geschäft an einem ihrer Erker anzubringen. Es ist nicht klar ersichtlich, ob das „Frankfurter Volksblatt in dieser ganz neuen Form die Namen der Frankfurter jüdischen Geschäftsleute zu nennen beabsichtigt. Nach dem Wortlaut der Anzeige sieht es so aus, als ob auch eine große Anzahl nichtjüdischer Geschäftsinhaber die beschriebene Art der Werbung bisher nicht -gebilligt hat. coixß (ECKß3£Ö&LkKß J. h | Sdmke umd Leder | ^iiiiniiEiiniiiiiuiiiiiiiiHiiniiiiiiiiiinniiiinniiiiiiiiiiiiiiiiniiiiuiiiiiuiiHiiiinniuiininiiiiiniiniiiiniiiiniiiniiiiiiuiiiinniiiininininiiinHHiiiiirr ESBB30-SdmH8M GMl Offenbach a. fvlain Herstel ler von*. Käme haarhausschuhen Lederhausschuhen j&Mmr wÄeUuhen .. Sandalen J. WILDBERG A.G. SciMIGHOSSraLUKG MÜNCHEN - Landwe1-rstroße 34 351 £ Seki STUTTGART Schuh-Grosshandlung g®grOnd®F 1882 aooooooooooo<><><>c><><><>^<><>0000<>00<^ Lederneres Signl Hirsch G. in. fe. H. üfeSnhGiRi i> B. KGSQ!?iSÖ3 SSCSOSSS Pellgrosshandlung Ledergrosshandlung Nürnberg. Wk Jß. Stern & Go. Schuhfabrik Siheydt Qualitäts - Schuhwerk Hausschuhe sind weltbekannt! J. & CA. Schneider Schuhfabriken Frankfurt a.M. KolilmZnn L Co. 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