Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 48 (29.11.1934)
- Date
- 1934-11-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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I r!: r k i |j S i i \ l j Buch von Lewrnsohn, weniger anspruchsvoll alz sein Titel, will weniger alsein wirtschaftshistorncyeZ Buch und mehr als ein langer Seitungsberrcht scm. Emo Geschichte der ilrife ia auch nur eine Chronik der Krise, üleibt jedoch lückenhaft, wenn st» sich in kaum ein Paar Zeilen mit der SlrbeitgTufinfpif v:. fcngS Dem Leser vorenthalten wird/ Das Panora:na der Krise, das Lewinsohn uns entwirft, hat Zwar einen deutlichen Vordergrund, aber keinen ebenso deutlichen Hintergrund; jede Handluna die sich in ihr abrollt, hat zwar ihren Anlaß, den 2'corus genau beschreibt, aber auch ihre Ursache die er uns verschweigt^ Das Typische an den ge-' schilderten Tatsachen, ihre gleichsam immanente Gesetzmäßigkeit. kommt etwas zu kurz, unö damit ihre theoretische Verwertbarkeit, obwohl dieser Mangel andererseits wiederum der Anschaulich, teil des Berichts sehr zu gute kommt. Tie Krise in von ihm in erster Reihe als psychologische und subjetrive^ Krise gesehen, obgleich sie das vermutlieh erst in zweiter Linie ist. Personen und ihre Spctulationen, Aktionen und die entsprechenden Gegenaktionen, sowie der Kurszettel beherrschen das Bild. Betriebsamkeit herrscht allerorts, so daß daZ Interesse an der ariregend und routiniert. rorphase. sondern die Mechanik.politischer und geschäftlicher Unternehmungen während der Krise, selbstverständlich war das von der Theorie entworfenc Krisenmodell nicht lediglich nachznzeichnen; andererseits mißt er die schwere und Wucht des Krisenstoßes nicht unmittelbar, sondern an — pon hier ans gesehen — sekundären Geschehnissen. Wenn eine Reihe von Personen plötz- Inh das Gleichgeivicht verliert, so muß das nicht immer persönliche Gründe haben, sondern erklärt sich vielleicht daraus, daß ihnen der Boden unter den Füßen schwankt, infolge von Erdbeben oder Schissbruch. Vermutlich ist cs jetzt, zu einem Zeitpunkt, in dem die von der Krise ausgelöste Veränderung der wirtschaftlichen Geographie noch nicht ganz zum Stillstand gekommen ist, noch allzu gewagt, viel Wesentlicheres von ihr aussagen zu wollen als das. ivas Morus von ihr berichtet, nämlich esfcktvolle Tatsachen und Episoden, deren Wurzeln nicht immer sichtbar werden. Eine Erkenntnis seht stets eine gewisse Distanz zum Erkenntnisgegensiand voraus; der Kompaß aber, nach welchem Morus uns durch die veränderte Kriscnlandschaft steuert, vibriert noch zu heftig unter den Entladnngcn der Atmosphäre, um uns ein sicherer Wegweiser zu sein. Chronik, — und sei es selbst eine ebromgus scanckaleuse, — sowie zcitungsmäßige Berichterstattung. — das sind die Ansgaben, die Morus auf geschickte Weise löst, wenngleich er sie sich nicht immer gestellt hat. K. H. (Bitte GeschLftsschlretzung In der Kasseler Altstadt wurde in der vorigen Woche das Konfektionsgeschäft Isaak Gokdberg Polizeilich geschlossen, weil der Inhaber die Preis- Vorschriften in betrügerischer und gewinnsüchtiger Weise umgangen habe. Wie von anderer Seite dazu berichtet wird, habe Goldberg in seinem Schaufenster Anzüge und Mäntel um 3 bis 4 RM billiger angeboten als er sie im Laden verkaufte. WA icM Nachdem die Neichsstelle für Devisenbewirtschaftung Ende September angeordnet hatte, daß Devisenanforderungen für Auslandsstudien nur berücksichtigt werden können, wenn ein dringendes kulturpolitisches Interesse einwandfrei nachgewiesen ist, sind jetzt hierzu noch nähere Einzelbestimmungcn ergangen. . Danach sind Anträge auf Erteilung von Devisengenehmigungen für einen Studienaufenthalt oder Schulbesuch im Ausland von den Devisenstellen abzulehnen. Eine grundsätzliche A u s n a h m e hiervon besteht für das Studium au schweizerischen Hochschulen (z. Z. nicht aber auch die Fachschulen) sowie der Aufenthalt in schweizerischen Crziehungsinsti». tuten. Hierfür erhalten Personen, die selbst oder deren Erziehungsberechtigte ihren ausschließlichen Wohnsitz im Deutschen Reich haben, die Genehmigung. über die jeweils geltende Freigrenze (z. Z. lO NM) hinaus bis zum Gegenwert von 500 RM Zahlungsmittel in Form von Reisekreditbriefen, Reiseschecks usw. pro Persou im Monat nach der Schweiz zu verbringen bezw. zu versenden. Die Inanspruchnahme dieser Möglichkeit ist zeitlich nicht beschränkt. Eine weitere allgemeine Ausnahme ist Inhabern ausländischer Wertpapiere und zwar sowohl nicht an einer deutschen Börse zum Handel zugclassener wie auchzugelasscner (Aribitragewerte) eingeräumt. Sofern Unterhaltsverpflichtete ausländische Wertpapiere besitzen, kann eine Genehmigung zur Verwendung der aus den Erträgen solcher Wertpapiere oder aus einem Verkauf im Ausland anfallenden Devisen zur Bestreitung der Unterhaltskosten im Ausland bis zum Höchstbctrage von monatlich 250 RM für den Untcrhaltsberechtigten erteilt werden. Dies gilt sowohl für die Kosten für den Schulbesuch als auch für das Hochschulstudium. Bei der Genehmigung solcher Anträge wird die Auflage gemacht, daß ein Drittel der im Ausland anfallenden Devisen an die Reichsbank abzuliesern sind. Außer diesen generellen Vergünstigungen bestehen noch besondere Bestimmungen für „deutsche Austauschstudenten" sowie für Studierende in Danzig und Oesterreich. In diesen Fällen soll aus Grund besonderer Vereinbarungen der Neichsstelle für Devisenbewirtschaftung mit gewissen akademischen Stellen die Durchführung als notwendig anerkannter Verbindungen zu Auslandshochschulen unter Berücksichtigung der Devisenlage in bescheidenem Rahmen gesichert werden. Ob und inwieweit jüdische Studierende hier berücksichtigt werden, ist aus den veröffentlichten Bestimmungen nicht zu ersehen. Bereits erteilte Genehmigungen bleiben in Kraft. Bei Beantragung erneuter Genehmigungen gelten die obigen Vorschriften. Soweit hierdurch ein weiterer Aufenthalt bereits im Ausland befindlicher Studenten unmöglich wird, kann ein für die Rückreise angemessener Betrag bewilligt werden/ falls nicht gegcbenfalls die Uebersendung einer Fahrkarte oder Schissskarte zur Benutzung deutscher Verkehrsmittel genügt. Für die Zahlungen zu Unter stützungszwecken und Freigaben von ausländischen Vermögenswerten zugunsten ausländischer Einzelpersonen kommt eine Genehmigung nur bei Vorliegen besonders dringender kulturpolitischer oder sozialcr Zwecke in Frage. In einzelnen Fällen haben sich im Ausland ansässige Verwandte bereit erklärt, für Studenten, Schüler usw.. die selbst oder deren Erziehungsberechtigte in Deutschland wohnen, die erforderlichen Dtittel auszubringen. Hierbei ist zu beachten, daß in solchen Fällen die betreffenden Studenten usw.. wenn sie minderjährig sind, auch während ihres Aufenthalts im Ausland als Deviseninländer anzusehen sind, so daß sie mit diesen Mitteln grundsätzlich anbietungspflichtig sind. Zu einer Verfügung darüber ist die Freigabe durch die Reichsbank und die Genehmigung der Devisenstelle erforderlich; hiermit darf aber gerechnet werden. Kudalk Cräuxurer (Berlin). In einem Aufsatz über die deutsche Autarkie („Deutsches Volkstum", 2. Novemberheft) erhebt P. Dehn Vorwürfe gegen den angeblichen „weltjüdischen Verruf" deutscher Waren. Die Juden werden von ihm in weitem Umfang für die deutschen Exportschwierigkelten und die sich daraus ergebendeil Autarkiebestrcbungen der Negierung verantwortlich gemacht. Auf eine nähere Begründung dieser Behauptungen wird vom Verfasser völlig verzichtet; auch dre statistischen und wirtschaftSpolitischen Veröffentlichungen amtlicher und . halbamtlicher Stellen zur Frage der deutschen Ausfuhrschwierigkeiten werden von ihm völlig lgnoriert. Bekanntlich ergeben sich bei näherer Beschäftigung mit dein, von den verschiedenen zuständigen Stellen herausgegebeneu, einschlägigen Zahlenmaterial keinerlei Anhaltspunkte für die diesbezüglichen Behauptllugen des Verfassers. (Vgl. u. a. die zusammensassenden Tarftellnugen in den Nummern 20 und lll der „C.-V.-Zcitnng".) Die Durchführung der Selbstversorgung wird vom Verfasser nicht ohne Optimismus betrachtet, so vor allen: in bezug aut gewisse indlistrielle Rohstoffe und die Landwirtschaft. Dem schon im Kriege erprobten deutschen Ersindungsgeist werden erneut große Ausgaben zugewiesen. Das Haber-Bosch-Verfahren wird in diesem Zusammenhang in seiner vollen Bedeutung für die Kriegsführung gewürdigt. DaS Buch von S o m b a r t über deutschen Sozialismus wird von Professor Huber im gleichen Heft einer scharfen Kritik' unterzogen. Seine Betrachtung des Sozialismus sei reaktionär. Nicht die Kultur, wie Sombart möchte, sondern die Q-V.-l.SLSf trinken nur den Kaffee, Tco, Kakao der Gamalo Raffso EffeiüitästerQl Bresion Vertreter werden noch eingestellt „Einheit, Macht. Größe von Volk und Staat" sind nach HuberS Empfinden für den wahren deutschen Sozialismus bezeichnend. Obwohl Sombart in seinem neuesten Werk die ernste Absicht hatte, sich die herrschende Weltanschauung zu eigen zu machen, entgeht er nicht dem Vorwurf für Absolutismus zu halten und irrtümlich zu feiern und zu begrüßen. waS in Wirklichkeit deutscher Sozialismus sei. Aus diesem Mißverständnis Sombarts entwickelt sich daher eine regelrechte „absolutistische" Abirrung, die ihn dem Vorwurf Hubers auSsetzt, ein Reaktionär zu sein. Andererseits bewahrt ihn diese Etikettierung durch seinen Kritiker nicht davor, sich auch den entgegengesetzten Vorwurf liberalistischer Entgleisungen zuzuziehen. Insbesondere seine Ansichten über Volk und Nation enthüllten feinen Kritikern geradezu westeuropäische Gedankengänge. Verständnislosigkeit für den Nationalsozialismus. Fremdheit gegenüber dem Standesbegrifs. Mißverständnis von Bewegung. Partei und ^Führerstaat sind daher Vorhaltungen, denen Sombart in dieser Auseinandersetzung nicht entgeht, obwohl sein ehrliches Wollen nicht ganz verkannt wird. Deutscher Sozialismus ist eine Kampsordnung. nicht wie Sombart meint, eine Friedensordnung — so etwa schließt Huber seine Ausführungen. WSm Im Wh NrömMWM Handbuch mit Mitgliedcrverzeichnis dcS S?cr* eins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens E. Jö., Berlin, und des Reichsverbandcs des jüdischen Dlittelstandes. 1034/35. Ein handliches Verzeichnis der Mitglieder der beiden Verbände, cingcteilt nach Branchen. Die Abteilung „Mittelstand" umfaßt Einzelhandelsgefchäfte verschiedener Gattung. Das Verzeichnis erscheint aus Anlaß des 40jährigen Bestehens des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glanbens als Jubiläumsausgabe und stellt mit seinen über 300 Leiten Umfang ein bemerkenswertes und brauchbares Nachichlaaebüchleiu dar. Vorausgesetzt werden Uebersichten über die Organisation und die Einrichtungen der Jüdischen Ge« meinde Berlin und zentralen jüdischen Körperschaften und großen Bereinigungen. Interessierte Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Berlin erhalten das Verzeichnis aus schriftliche Anforderung kostenlos durch die Geschäftsstelle der heransgebenden Verbände. Berlin W 50, Nachodstraße 8. Diplom-Volkswirt Dr. Nosy Karfiol, „Mittelstandsprobleme". Kölner sozialpolitische Studien. Köln 1934. Die Schrift gibt zum erstemnal eine umfassende Einführung in die Sozialpolitik des Mittelstandes und zeigt, daß neben der Industriearbeiterschaft, auf die früher alle Sozialpolitik bezogen war. auch andere Volksschichten', nämlich die Mittelschichten. der Fürsorge des Staates bedürstig und würdig sind. Die Arbeit ist vom Standpunkt sozialpolitischer Forschung und soziologischer Erkenntnis interessant. E. G.L. [71]' 7] r[N.r ©!□ tlLi US P rz rrj r~i ,A li.! )/;!![□ j! ' i v?i K £3 [ i Ü a j i Damenbekleidung [ j Stammhaus gegr. 1943 H mrJ X 1 i, L tllMll § Ci. L t, Gr. Stslnstrasse und füarMulatz Modewaren- und Einrichtungshaus V -' MamEsoirg )>; i / \ /,/yrvi i nJW. \/ EC_K_ . 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