Kinderblatt
- Journal
- Kinderblatt
- Volume
- 1934
- Issue
- 5 (14.6.1934)
- Date
- 1934-06-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wu'vuifjviac. lurtf f(tum aitfpiwecTen, wa§ Tjntte bcr tfeine Gant für Mühe, ihn schlaftrunken und halbangezogen, wie er war. ins Freie zu bringen! Er eilte schleunigst wieder mS Hans zurück zu den Zwillingen Nahet und Esther, dre erst zwei Jahre alt waren und kaum auf ihren kleinen Beinen trapsen kannten. Um jedes von ihnen hatte er einen Arm gelegt und so schob er sie vorsichtig Schritt für Schritt aus dem Hause hinaus. Nun fehlte nur der Kleinste. Jaköblo, das Baby. Wieder lies der kleine Sam ins Haus hinein, aber inzwischen hatte das Feuer inuner mehr um sich gegriffen, der Rauch war dichter geworden, und er hatte Mühe zu atmen. Trotzdem eilte er, so schnell er konnte, an das Bettchen des Kleinen, wickelte ihn in eine Decke und trug ihn vorsichtig hinan?. Als er aber gerade aus der Haustür treten wollte, begannen die Flammen, von der Zugluft imrner stärker angefacht. mtS dem Dach zu schlagen. Ein glühendes Holzstück flog vom Giebel des Hauses herunter, dem kleinen Sam gerade ans die Hand. Der Schmerz war sehr groß, aber er bis; tapfer die Zähne aufeinander und brachte das kleine Brüderchen wohlbehalten zu den anderen Geschwistern. In diesem Augenblick kamen die Eltern voller Angst herbeigestürzt, denn sie hatten die Flammen schon von weitem gesehen. AG der kleine Sam ihnen nun aber so ruhig entgegenkani und sie zn den anderen Kündern führte, da waren sie überglücklich, Am nächsten Tag ging der Vater mit Sam zum Photographen und ließ dieses Bild von ihm machen aus Dank und 3ur Erinnerung an seine tapfere Tat. lliiö so kam es. daß der kleine Sam mit einem großen Verband an seiner rechten Hand photographiert wurde. Atemlos hatten die drei Kinder zugehört. ..Aber Onkel Samuel/ schrie Ruth plötzlich, „du hast doch hier auf deiner rechten Hand so eine große Narbe!" „Na, ja/ lächelte der' Onkel — „aus dem Keinen Sam ist eben inzwischen der Onkel' Samuel geworden/ Als die Kinder das hörten, fanden sie die Geschichte noch doppelt so schön. - - Hildegard MoseS, Tiiiz, Grenzmark, schreibt: Lieber E.-V.? Ich würde mich sehr freuen, wenn Du einen Briefwechsel mit einem zwölf bis vierzehn Jahre alten Mädel vermitteln könntest. Am liebsten mit einer Leiterin der DJJ. da ich selbst eine Gruppe leite. Ilse O^oseS, Tütz, schreibt: Lieber C.-B.l Auch ich möchte mit einem elfjährigen Mädel in Driefrvcchsel treten. Gllcrr Null) W., Ghcmnitz, schreibt: Lieber C.-V.i Dein Kinderblatt ist besonders fein. Mein kleiner Bruder, der jetzt erst lese» lernt, versucht auch schon immer, darin zn lesen. Da er cs aber noch nicht richtig kann, muß ich ihm alles vorlesen. Gerd F., Sigmaringen, schreibt: Licker 6.-33.! Frage doch einmal in Deinen: Kinderblatt, ob ein Junge mit mir Vriefmarkerr austanschcn möchte. Ich habe schon eine große Sammlung und Viels doppelt. <><><>00<><><X><X><>CK><><><^0<><X>0<><><><>0<>V1<><><><><X><>^ rAsrZ A-ZE-kEwfo hm Inda ha-Nassi, der Heilige Fürst, war der erste nach Mose, der unsere Gesetze wieder ausgeschrieben hat. Wie die anderen EcsctzcSlehrer, führte auch er den Titel Rabbi; aber er war um so vieles berühmter als seine Gefährten, daß er der Inbegriff dieser Würde war. Alan sagte: Rabbi bat diese oder jene Satzung gelehrt —, und ineinte damit Inda 'Ha-Nassi. Einst ging Inda Ha-Nassi auf den Markt ttnb sah, wie ein Schlächter ein Kalb zur Schlachtbank führte. Das Kälbchen zerrte an dem Seil, denn cs verstand, daß cs zum Tode geschleppt werden sollte; es riß sich auch los und lief gerade auf Inda Ha-Nassi zu. gleichsam als bäte es um Schlitz. Aber der Fürst Halle lein Mitleid mit dein Kalbe; er hielt c3 fest und brachte es dem Metzger zurück. Er sprach: „Schlachte das Tier; dazu ist es erschaffen worden!" — Zur Strafe dafür, daß er sich des Geschöpsts nicht crbarrnt hatte, befiel ihn ein schiveres Zahnleiden, das gar nicht mehr anfhören tvollle und ihn viele Jahre plagte Eines Tages, als seine Magd die Wohnung anSfcgte. kam eine Ahaus ans einem Loch in der Ecke herauf und die Magd holte schon mit dem Besen ans, um sie zn löten. Da sagte Inda Ha-Nassi: .Maß UK' Tierchen leben! Goiles Barmherzigkeit gilt allen Lebewesen. auch een hatten und den Mäusen." — Und da geschah es nach einiger Zeit, da.: oaS Zahnweh des Fürsten anfhörte und er wieder gesund wurde. Aus dem „Born Judas“. Bearbeitet von Rakel bin Gorion. AAQA/T 7‘'* Fr'lda, r, Jahre alt, fragt: Mir ist auf. g. .....a, tu., .a ui Lm-ol dir Zal,l 4l) vrwr vorlornmt. Zinn Beispiel ,UT 1 1 > J _ >" d <o " l ' d r Arche. MoscS blieb bei der da» , ' a r dun Berge Sinai. Die Kinder ' ‘ ‘i ' o ui Ki - i|il öat das eine besondere Be- . ch 4-u Ast ÜA dch d'e Ich! SO so oft in I.r l.ii;t. an den von Dir nnaemimen Stellen kommt n-ujun ,.iafc vor. jo teilt z. B. der Niese Goliath 40 Taae vl'.a geht -:0 Tage ulid 0 *t t «. vis zum Berge °* u: 'n--'i ui lUterl v-e n. c l d [_ chhlinigen. auch in . ..--i!ni...i r l iniinnite Am)1 n s I ir oft vorlonnnen und die inegt beüia? E -> nt — iieven 0 oder 7 T r -l -N c . , p.en sind. En'.i kc 1 d 11 t "nifigen Zahlen na alten Sr-enl und beionders in der Bibel t " _ / it ./ t 1 sten". hm AcrMvr-fsk-Al^YerK«' PAfliWP ‘VtmMM&i Verkündung der zehn Gebote auf dem Berge Sinai. 2312 144S vor Geburtsjahr des jüdischenPhilosopheu Spinoza. 5392 1632 nach Der Var-Kochba-Krieg. 3892-95 132—135 nach Einsetzung des Purim - Festes aus Anlaß der Errettung der Juden durch Mordechai und Esther . 3286 474 vor Der jüdische Schriftgelehrte Nabbi Ben Llkiba wirkte um das Jahr. 3840 80 nach Der Stammvater Abraham rvanderte aus Ar.Kasdim in Süvbabylouien nach Kanaan aus um das Jahr. 1860 1900 vor Der Zug der Kinder Israel über das Rote Meer im Jahre.. 2312 1448 vor Alle Jahreszahlen wurden richtig ausgerechnet von: Vers Vorn st ein, Hamburg. — S. D a n n h a u f e r , Ulm a. d. Donau, — Gerhard Drei f n ß, Berlin-Eharlottenburg. — Dora Fernb e r g, Groß'-Strehlitz. O.-^chl., — Gabriele G a l l i n e r, Frankfurt a. M., — H a n s 'H e y in a ii n , Frankfurt a. M., — Hansgnutcr I e r n ch e n , Ünrnhstadt, Grenzmark. — £» c i 11 3 K a n i m anu, Tauberbisci)0fsheim, — Ruth Landshut. Erfurt. — MUH Löw c n b e r g, Honnef n. Nh.. — Ada N nt mnrf, Frantfnrt a. d. O., — Inge O P v c n h e i m . Essen, — Anita O p p e n h c i ni e r, Mcrzig-Saar, — Ernst O st w a l d, Dortinuiid, - Lilo P c r l. Benthen, — Siegbert Planth, ^torndorf. — Erich N 0 t h mst, ild. Zrncmersrode, — Renate Simon, Butzbach. — Erwin o tcin&cr fl, Bambcra. — Gaumet Valk, Detmold, — Lore W e i:: der g., Lübecke, Westfalen. - DsöuEWS der €.-V.-Z©Iforag Auf feinen Tag in bcr Woche freuten sich die drei Kinder so sehr, wie ans den Sabbatnachmittag. Denn regelmäßig Plmkt vier Uhr dursten sie die große Klingel unter Onkel Samuels verschnörkeltem Namenszug ziehen und eine Dcinute später saßen sie schon bei Onkel und Tante in dem gemütlichen Wohnzimmer. Wie schnell verging den Dreien dort die Zeit! Michael, der schon neun Jahre alt war, konnte es kaum erlvarten, sich über das große Briefmarkenalbum zu stürzen, die sechsjährige Ruth durfte in Tante Hannchens bunten Bänderschachtelr: wühlen, und Heinz, das Nesthäkchen, saß aus Onkel Samuels Knien und ließ sich Geschichte um Geschichte erzählen. Aber lvie konnte Onkel Samuel auch erzählen! Man meinte fast, er wäre selbst dabei gewesen, wenn er von Joseph und seinen Brüdern, von Jakob und der Himmelsleiter oder dem kleinen Moseskind im Schilf erzählte. Da dauerte e? gar nicht lange, bis auch Michael und Ruth immer näher an ihn Heranrückton, um bloß kein Wort seiner Geschichten zu verlieren. An diesem Sabbat aber machte Onkel Samuel ein ganz geheimnisvolles Gesicht und dann legte er ein großes schweres Buch mit einem mächtigen goldenen Schloß auf den Tisch. „Was ist denn das?" schrien die Kinder und kletterten auf die Stühle, um es möglichst deutlich zir sehen. „Das ist das Familienalbum!" sagte Onkel und dann schlug er es auf und ließ die 5kinder Bild um Bild betrachleir. Nein, war das drollig! Das kleine Mädchen da, in dem komischen langen Kleid sollte die Mutti sein und der junge Mann mit dem Zylinder der Dali! „Aber mer ist denn dieser kleine Junge" fragte Atichael neugierig und zeigte auf das Bild eines eüva achtjährigen Knaben. „Das ist der kleine Sam," sagte Onkel Samuel lächelnd. „Aber warum ist denn seine Hand so dick verbunden?" fragte Ruth. „Das ist eine ganze Geschichte," sagte Onkel Samuel, „wollt ihr sie mal hören?" „Und ob!" riesen die Kinder und dann saßen sie mucksmäuSchenstill, denn Onkel Samuel begann: Der kleine Sam, den ihr hier seht, war der Aelteste von sechs Geschuüstern. Er war ein stiller Junge, der am liebsten las und schon als ganz kleiner Bursche Viole schöne Geschichten. aus der Bibel auswendig konnte. Seine Licblingsgesch.ichks war die von David und dem Niesen Goliath. Ost malte es sich aus, wie er auch einmal so ein tapferer und unerschrockener Jude lverden wollte. Eines Abends wachte er plötzlich auf und merkte einen seltsamen Geruch. Er rief die Eltern, aber niemand kam. Vater und Mutter waren an diesem Abend ganz plötzlich zu einem kranken Nachbarn gerufen worden. Dis Mutter hatte gehofft, in ganz kurzer Zeit wieder zurück zu sein, aber nun dauerte es doch länger, als sie gedacht hatte. Da sis aber die Kinder alle wohlbehütet im Bett wußte, machte sis sich keine Sorge. Der kleine Sam stand auf und ging langsam durch das ganze Haus. Als er auf seinem Nuudgaug bis zur Küche gckommeu war, sah er, daß ein großes Feuer auf dem Herd brannte, das wild um sich griff unb schon mit roter Glut nach Tisch und Stühlen züngelte. Der kleine Sam war sehr erschrocken. Er wußte, daß er dieses Feuer nicht löschen konnte, und bis er Hilfe holte, konnte am Ende schon das ganze Haus brennen. In diesem gefährlichen Augenblick aber siel ihm wieder die Geschichte von David unb dem Niesen Goüath ein, und er dachte plötzlich, ob dies nicht eine Gelegenheit für ihn lväre, zu beweisen, daß er auch so mutig wäre wie der Knabs David. War das Feuer nicht ebenso gefährlich wie der Riese Goliath, und würde der liebe Gott ihm nicht ebenso beistehen, wie er David beigestanden hatte? ' Ec eilte ins Schlafzimmer zurück, weckte die kleinen Geschwister mit ruhiger Stimme und begann nun, sie nacheinander ins Freie zct bringen. - Da war Miriam, sie war zwei Jahre jünger als er, und lveinte vor Angst. Er mußte sie anziehen und trösten, und endlich hatte er sie draußen auf dem freien Platz vor dem' Hnils. Joseph, dev (Fortsetzung Seite 4}