Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 22 (31.5.1934)
- Date
- 1934-05-31
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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OV.-Ztg. Nummer .22 (S o n de r b e r i ch t für die „C.- V. - Z c i t u n g") Tel-Aviv, im Mai 1934. Tel-Aviv feiert sein 27,jähriges Bestehen. Wo vor.- einem Vierteljahrhnndert noch. Düne ohne jeg. liche Vegetation, wo mir cm arabischer Friedhof einsam, lueit draußen vor der Stadt Jaffa war, steht jetzt eine. Stadt, die nach den neuesten Schäsmngen 97,000 bis 100 000 Einwohner zählt. Jur Feier dieses Jnbiläiuns wurden — wie früher bereit-:' berichtet wurde — die neuen Ausstellungsgebände errichtet. -Tie Gesamtanlagc und das nttfjorc Bild sind ein voller Erfolg. Jede der einzelnen Hallen hat ihren eigenen Eharakter, doch das Ganze bildet eine geschlossene Einheit. Wenn man sich dein Mesiegelände nähert, hat man trotz schöner Asphaltstraßen. ans denen man fährt, Gelegenheit. sich eilt Bild davon zu mack-en. wie es früher in ganz Tel- Aviv aussah; denn die Straße führt durch Sand und Düne; — dann sicht man von iveitem schon den großen Ouader des Turmhauses, dann sieht man die Mahnen der ausstellenden Länder, und es sind fast alle Kulturstaaten vertreten. Nnn geht es in den großen Vorplatz, an den sich das AmPhitheater anschlieht. den Hintergrund bildet die Tozeret Haarez-Hallo. in der nur Erzeugnisse des Landes ansgestellt iverden dürfen.' In den Seiten des Vlatzes schließen sich dann die Hallen der ausländischen Staaten ' und die der össentlickM Institutionen au. IS große Hallen sind auf dem Mefsegeläude. und die Zahl der Aussteller beträgt mehr als 2300. Da fehlt feine Jabrif von Auf. Palästina ist ein Absatzmarlt. den sich jeder erhalten, resp. neu geloiuneu null. Diesen EOedankeu finden nur in all den Adressen der teilnehmenden Staaten. Da findet mau. um ein Beispiel zu nennen, vom einfachsten Petroleumkocher bis zum vollendetsten automatischen rieftriidicn Kochgerät alle Systeme. Da baut eine Firma eine vollständige Strumpf, und Trilotageunurkerei auf und führt ne im Betriebe vor. Bon den CTtifndiftcn und billigsten Stoffen für die Arbeitsfleidung. bis zu den elegantesten Pariser 'Modellen Et alles vertreten. Our,;, was nur irgend iin Haushalt oder gesctHll liehen Leben gebraucht iverden kann, ist auf der 'Meise zu finden. Am meisten aber interessiert'wohl die Halle, in der die palästinensischen Erzeugnisse ausgestellt sind. "Aber obwohl mehr als .‘»00 Firmen vertreten sind, i't doch nur ein Teil der Erzeugnisse des Landes ' zu finden: denn die .trösten des Ausstelleus sind für I'iesige Verhältnisse beträchtlich hoch, so daß nur die größeren Firmen sich beteiligen konnten. Zunächst ist man erstaunt, was alles schon im Lande erzeugt ivird. In der Bekleidungsindustrie fehlt kaum etivas, vom Unterzeug angesangen über Strümpfe. Scliuhe, Kleider, Anzüge aller Art, bis zu Bademänteln. Allerdings werden iibernnegend billige Waren von entsprechend geringer Dualität gezeigt. Die Gründe dafür sind vielfach. Die Kaufkraft der Bevölkerung ist nicht groß, die Absatzmeuge für Oualitätswarc innerhalb des Landes gering, und bei den teueren Produkten spielt der Zoll keine so große Volle. Plan steht eben erst im Anfang einer Entwicklung und jede junge In« dm'trie wendet sich zunächst der einfacher zu produ- .zierendeu Stapelivarc zu. In der Lebensmittelindustrie führen die älteren Firmen ivic Shemen, deren Seifen und Delprodukte Weltruf haben. In sehr guter Dualität werden auch Dbstiäste und Marmeladen geboten. Diese Produkte ich ließen sich auss engste an die landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Lander an. Sie iverden zu einem großen Teil exportiert. Auch Genußmittei wie Schokolade. Zigaretten, ja sogar Zigarren iverden in großer Auswahl und guter Dualität augeboten. Haushaltsgeräte. Parfümerien, Drogen, Putzmittel u. dgl. finden sich in großer Ausivahl. Hier ist eine Besserung in der Dualität fenzustellen. 'Mehr und mehr richten ausländische Fabriken Jabrikationsstätten ein. so die Odolrverke oder die Eos-Schiihpiltzmittel. In kurzein nürd man auf diesem Gebiete vom Import unabhängig sein. Aus der Blesse sind übrigens eine ganze Anzahl Firmen ixwtreten. die voir neu eingeivanderteu deutschen Juden errichtet wurden. In der Möbelindustrie lieht man hauptsächlich eine große Anzahl von Bettkonstruktionen, die alle aus dem hiesigen Raummangel entstanden sind. Mehrere Erfinder bringen eine Kombination von Lehnsessel und Bett, einer läßt das Bett während des Tages in einem Büroschreibtisch verschwinden., Alle diese raumsparenden und leicht zu reinigenden Möbel entsprechen einem Bedürfnis des Landes. Weniger erfreulich ist dagegen das, was in eleganten Holzmöbeln gezeigt wird. Es bleibt hier noch ein großes Betätigungsfeld für den Jnncnarchitekten. Bon der Metallindustrie-haben nur die Firmen ausgestellt, die serienmäßige Fabrikation betreiben. Es werden recht komplizierte Maschinen, so z. D. ein Automat zum Stempeln und Sortieren von Apfelsinen. gezeigt. Die Regierung und die nationalen Institutionen haben ihre besonderen Hallen. Besonders die Ausstellungen der Jeivish Agcuch und der Negierung zeigen die ungeheure Entwiekluug, die das Land in den letzten Jahren erfahren hat. Man ist den Pionieren dankbar, die unter Einsatz ihres Lebens aus einem vernachlässigten orientalischen Lande ein , Land gemacht haben, das alle europäischen Bequemlichkeiten bietet. Easös, Bergiiügungsstätten mit Karusscl und Achterlmhn fehlen nicht, ein gut angelegter Sportplatz vervollständigt das Ganze. Das Interesse, welches die Ausstellung findet, übersteigt alle Erivartnngeu. In den ersten drei Wochen zählte man mehr als 350 000 Besucher. Besonders erfreulich ist der sehr starke Besuch von Arabern. Dabei hat die arabische Erekutive. die offizielle Vertretung des arabischen Bevölkerungsteiles Palästinas, ausdrücklich jede Beteiligung au der Levautemcsse abgelehuk. Sie hat sogar selber eine arabische Meise organisiert, ivelche zur gleicheu Zeit in Jerusalem abgehalten wird. Ter Gegensatz zwischen den beiden ist aber so groß, daß die arabische Sache dadurch keineswegs gefördert, eher schioer geschädigt ivird. Die arabische Blesse iß nämlich in einem ehemaligen Hotel uutergebracht. dessen einzelne Zimmer als schmucklose Verkaufsräume dieueu. Die Dualität und Ausmahl der ausgestellten Waren ist so gering, daß mau bei einem Spaziergänge durch Jerusalem einen vollständigeren und schöneren Eindruck von der arabischen Handivertskuust erhält, als bei der Besichtigung dieser „Meile". Vom Ausland ist nur Syrien mit ganz ivenigen Ständen vertreten, die anderen arabischen Länder. Aegypten. Irak usw., haben sich überhaupt nicht beteiligt. Der Besuch ist sehr gering, bas Ganze eine leere Demonstrativu und wird auch von den Aralvrn selber so angesehen. Plan hatte aus jüdischer Seite mit einem Fernbleiben der arabischen Bevölkerung von der Levanle.'Messe gerechnet. Aber ,das gesunde Volksempimden ist stär- ■ ker als die Ideologie sauatisierter Pvlitiker - Es sind alvr nicht nur die Araber ZBIästinas gekommen, sondern es fanden sich auch eine Reihe Interessenten aus Syrien, Persien und Aegypten ein. Dies entspricht auch der Absicht der Vereinstalter der Blesse, die Pialästina die Stelle des Mittlers zivischen Europa und dem nahen O-sten sichern wollen. Blau kann iin Augenblick noch nicht beurteilen. wieweit das gelungen ist. der Erfolg wird im ivesentlichen von der geschickten Weiterarbeit der einzelnen 'Vertreter abhängen. Der Erfolg der Blesse ist überhaupt im Augenblick noch nicht voll übcrsehErr. Ein Teil der Firmen hat gut verkaust, besonders solche, die Neuheiten gebracht haben nüe eine Firma, die moderne Hilssmaschinen für Aiitomobilreparaturwerkstätten zeigt. Andere Firmen, ivelche aus dem palästinensischen Markt schon eingesührt sind, beteiligten sich aus repräsentativen Gründen. Andere iviederinn benutzten die Gelegenheit, um den Markt systema- - tisch zu ^arbeiten. Im allgemeinen sind auch die Aussteller mit der Ausstellung zufrieden. -So wie die wachsende Großstadt Tel-Aviv ein europäisches Bild zeigt, so kann man von der Levante-Messe. ohne Lokalpatriot zu sein, sagen, daß sie jeder europäischen Großstadt Ehre machen würde. Das Messegelände wird auch zwisclfeii den einzelnen Ausstetlungen nicht unbemiht bleilvn. Tie ,.Halle der palästinensischen Industrie z. B.-wird als Bersammlungtz- und Kvnzertsaal. der mehrere 1000 Blcuschen aiifzuuehmcn imstande ist. Verweildüng finden, das Amphitheater ivird für Äusführun. lG", und Konzerte dienen und der neue Sportplatz entspricht einem Bedürfnis der immer stärker werdenden hiesigen Sportbewegung. Die diesjährige Blesse ist ein Erfolg. Wie die späteren sein werden, hängt von der wirtsck)aftlichen Gesamteickwicklung des Landes ab. jj gr Neue Fochgruvvkn in der SJiciftl; Auf Borschlag des Vorsitzenden der Fachgruppe Steine und Erden des Neichsstandes der deutschen Industrie hat der. Führer der Hauptgruppe IV, Tr. ing. Boegler, Direktor Otto Heuer in seinem Amt als Führer der deutschen Zementindustrie bestätigt. Ferner hat Tr. Boegler mit Zustimmung des Führers der Wirtschaft ,311m Führer der Fachgruppe „Keramische Industrie", Direktor Hans H e r b e l l, Sinzig a. Nhein. berufen. Ter Führer der Hauptgrnppe X (Banken und .Urebit) der Gesamtorgayisation der deutschen Wirtschaft. Otto Ehr. Fischer, hat mit Zustimmung des Führers der Wirtschaft, Tr. Kleiner. Präsident des deutschen Sparkast'en. und Girovcrbandes. Berlin, zum Fi ihrer der Fachgruppe Sparkassen und Rc- , gicrungsrat a. D. Tr. zur, Adolf Friedrichs. Direktor der deutschen Bau- und Bodcnbank Berlin zum Führer der Fachgrupe Bausparkassen und Zweckiparunternehnuingen berufen -^er li-uhrer der Hauptgrnppe V, Präsident Pietzsch, hat Generaldirektor Ewald S ch 0 e l l e r. Vorstand der Schlesischen Cellulose, und Papierfabriken A °G Vreslau, zum Führer der Fachgruppe Papiers Pappen-, Zellstoff- und Hvlzstvff.Jndustrie und Tr. Karl ^eeliger lFritzsche-Hager A.-G Leipzig) zum Führer der Fachgruppe Druck. Papierverarbeitmig und Verlag berufen. Der Führer der A r b e i t s g e m e i u s ch a s t für ständischen Aufbau e. V., Dr. Mar Frauendorscr, hat den Neichsgeschästssührer der Dcutscheu Gesellschaft für Gcwerbchyaicne. Dr. Hans Eger (Frankfurt am Main) zum Leiter eines Ausschusses für Sozialpolitik in der Arbeitsgcmcinsck)aft ernannt, In Nr. 20 der „C.-V.-Zeitnng" dom-17. Mai haben 'wir in einem Aufsatz ..Probleme des Außenhandels^ gezeigt, daß der Boykott der tn einigen Ländern gegen deutsche Waren durchzuführeu versucht wird, auf weltwirtschaftlichen Zusammenhängen beruht. Wir kamen damals zu dem Schluß, das; die vielfältigen Wirtschaft- 'liehen Haudelshemmnisse jedenfalls älter sind „als der antideutsche Boykott gewisser Kreise des Auslands. Ihre Auszählung zeigt, daß nicht jüdischer Boykott allein für die Schwicrigkeckeu der deutschen Ausfuhr verantwortlich gemacht werden kann. (Was übrigens auch von amtlicher Seite nicht geschehen ist.) Sie zeigt aber auch, daß die deutsche 'Wirtschaft, deren Schickial auch das Schicksal der deutschen Juden ist, auf dem Weltmarkt Widerstände genug vorsindet. das; sie also aus reinem Selbsterhaltungstrieb jede Zui'atzbelastuug mit allen Mitteln aluvehren muß/ Jetzt behandelt Egon Baudmaun in der .-^",'Gchen Zukunft" vom 27. Mai das gleiche Problem und kommt zu denselben Schlüssen wie der Aufsatz in unserer Zeituua. Nachdem er im eiuzelneu statistisch seine Behauptungen belegt hat, führt er unter anderem ans: „Wir rönnen in Parenthese bemerken, daß unsere Detaildarlegungen zeigen, das; auch der Faktor .Antideutscher Boykott' nicht überschätzt werden sollte. Die — geringfügige — Verschlechterung bei eiuzelneu Souderartikelu in der Gruppe „Verbrauchsgüter" (Leder. Konfektion) ist sicher boylvtlbediugt, da aber der außerrussische Aussuhrrückgaug nur 2 Prozent des Gesamtumschlages beträgt, da die augezogeueu Sonderrückgäuge nur einen Bruck)leil dieses Bruchteils ausmaeheu. io liegt es auf der Hand, daß unsere Außeuhaudelskrise von weltwirtichaftlicheu Strulturivaudlungeu, niii.it Hon gelegentlichen Stimuumgsausbrücheu bestimmt wird. Diese iveltivirtschaitlichen Strukturwandluugeu können aus zwei Hauptnenner gebracht werden: es sind die Bestrebungen der <">r""ziiche„ Länder, durch Kontingente usw. ihrerseits mit Deutschland zu einer ausgeglichenen Handelsbilanz zu kommen, uns alw unseren Ausfuhrüberschuß streitig zu machen, -- und es ift weiter die mangelnde Ausnahmeivilligkeit unserer überseeischen Lieferländer, die ihrerseits im letzten Jalir nicht die mindeste Kvmpeusatiou für die deutschen Mchrkäufe gegeben haben." A Die Negierung der Bereinigten Staaten hat die ..D. A. W. A.", eine zur A b iv ehr des Boykotts und zur Pflege des deutich-amerikanischen ÄPareuaustauschs gegründete Bereinigung, um Eiiireickymg von Unterlagen ersuelit. llmfaug und Wirkung der deutsch.-feiudlicheu Wiriichastspropaganda sollen amtlich sestgestellt iverden. Dieser Vorgang ist nicht mir iür die deutschen Inden, auch über den Kreis der für die Ausfuhr Tätigen hinaus, von besonderem Interesse. Er ist vielleicht auch bezeichnend für die?lufmerksaiufeit. mit der Fragen der Aus- und Einfuhr jetzt überall behandelt iverden. Die Gestaltung der Handels- und Zahluugsbilauz. also des Güteraustausckis und der Geldverrechmmg mit fremden Ländern, ist nicht nur s>ir Deutschland ein vvrdringliches Problem. Deutschland erstrebt durch Abschluß von Wirtschaftsverträgen — als neueres Beispiel sei das Abkommen mit Jugoslawien genannt — eine Ber. besseruug der Ausfuhrbedinguugeu und durch -r.rausferverhaudluugeu eine vernünftige Negeluug der Balutaverpilichtuugeu. In den Ü. S. Ä. hat sich die Dollarabwertung als unzulängliches Heilmittel erwiesen: der Senat hat daher dem Präsidenten Nvvsevelt die erbeienen Zollvvllmachten zum , Abschluß neuer Handelsverträge erteilt, so daß ivvhl auch mit Deutschland in absehbarer Zeit Berhaudlungen augebahut werden dürften. Drawatische Formen hat der Ausfnhrwettbeiverb znuselien England und Japan angenommen; ans dem Dertilgebiet ist es zu vssenen Kampfmaß. nahmen gekommen. Auch F r a n k r e i ch und die Schweiz bemühen sich, ihre Stoßkraft ans dem Weltmarkt zu jtärkcn. Für Italien hat Mussolini ein ähnliches Programm, verbunden mit deviseupvlitischen Vorschriften verkündet. All diese Länder erhoffen übrigens nicht von 'Währuugsmanipulatioueu, sondern von innerivirtschaftliclien und handelspolitischen Nesormen eine Besserung. §!e neuen BestlMMMgen über Sie . AeiSZüuÄlikrner In der vorigen Nummer der „G.-B. Zeitung" ivar von uns bei der Darstellung der neuen Bestimmungen über die Neichsiluchtsteuer zu Art. 2 des Abändernngsgesetzes auf Grund der ständigen Nechtsprcchuug des Ncichssiuanzhoss die Ansicht vertreten ivordeu, daß zur Begründung ciueS tatsächlickieu Wohnsitzes nicht auch unbedingt die Benntznng der Wohnung gefordert werden "könne. In cmem das neue Abäuderungsgesetz betreffenden Nuuderlaß vom 19. Btai 1934 iiimint der Neichseinen abweichenden Staudvunkt ein. Es heißt dort: „Er (d. h. der s-teuervflichtigel muß also Nachweisen, daß er im Inland einen Wohnsitz "uiehat. den er beide Hai ten und benutzen ivird". Es bleibt abzmoarten, ivelche -tellmig der Neichsfinanzhvf gegebenenfalls einnehmen ivird. In dem Nnnderlaß werden auch die Beilviele iir-tvalle mufgezählt, in denen eine Sicherh c m s l e i st u n g nach dem neuen 7 NFlStB'^ m rZ-rage kommt. Hier intercffieren vor allem folgende: Verschiedentlich sind aus Deutschland ausgewauderte Personen deshalb nicht vcidilifnriif. touervilickckg geworden, loei-l sie krall ' ihrer (vtgcnfdjaft als leitende Angestellte oder 21. Mal 1934 als Mitglieder deS Aufsichtsrat? oder BerivaltungSrats eines inlän. dischen Unternehmens auch nach ihrer Answandernng in Deutschland weiter unbeschränkt steuerpflichtig geblieben sind <§ 81 Ziffer -2 Neichsabgabenordmmg). , Eine Reichöfluchtstener entsteht erst in dem Anaenblick, in dem sie diese Stellung in Deutsch, land nnfgebeen. Besteht die Wahrscheinlich, feit der Aufgabe einer solchen Stellimg. so sonn das Finanzamt ans Grund des neuen 8 7 NFlStAH die dann zur Entstehnng kommende Neichsfluchy itener Sicherheit verlangen. ' Diese Personen, die ihren Wohnsitz im Ausland und in Deuckchland mir als si-ugierleu Auien-!- halt haben, gelten für das d e n t s ch e Devisenrecht (also im Gegensatz znm Steucrrechtl nur al>^ Devisenausläuder. -Sie nnteiliegen also in der Pegel nicht den deutschen Devisenbestimmungen. -Sie und demnach für ihre im Ausland beiindliän'n Devisen aeaennber der Reichsbank nicht anbietmigsvilichtig und können über sie auch nnde. schränk; verfügen. (Vgl. Nnnderlaß der Neichsslelle für Dev.-Bew. Nr. 30 34). Ferner ist mit dem Erlaß eines Sichm-HeitebescheideS zu rechnen, wenn Personen im Anslmid unter Umlläudeu reiien. die daraus schließen lauen, daß sie nicht zurückkehreu wm-den, oder wenn Personen begii'uem ihre inländischen Vermegen-uverte (z B. Grundbesitz. Hypotheken. Wertpavierm n"tee llmständen zu veräußern, die aus die Absicht einer späteren Abivanderuna sclüießeu lassen. In allen Fällen soll aber oenau aeprüll leerden. ob die Ausvrderuug einer Sicherheit eriockerlich ist. Er. Ale Aretsrenie für den Wievnkelir im Kglenderjadr 1034 Bekanntlich kann seit dem l. Mai 1934 von Neiseschecks, Neisetreditvriefeu und Hvtelgntscheinen bis zum Betrage von 150 NBt neben der allgemeinen Freigrenze von .ui N3tz nur ilir drei '.vtonate innerhalb eines Kalenderjahres genehmiauugsfrei Gebrauch gemacht werden. Im Anlehluß an diele Negeluug haben sich Ziveiiel erhoben, ob solchen Personen, die in den '"lonalen Januar bis April unter Ausnutzung der damaligen Freigrenze von 200 NBc auf Reifen waren, diese Beträge ans künstiae Weifen anzurechnen sind. Turn Nnnderlaß der Neichsllelle für Deviseiitzcwirtichrtung vom 19. Mai l93-1 ist nunmehr llargeNelN. daß ouch solche üteiseude. die schon in den B.'onntr'i Januar bis April 10:1-1 die Freigrenze in Animnäi genommen haben, während des Jahres 1934 -bene, scheels usw. auch für 3 weitere B!ovale genehmigungssrei erwerben können. Of. Wie der Zeitnngsdienst des Reichsnährstandes mitteilte, sollen die Bezirksbeaullraglen für die E i e r w i r t s ch d f t die Orgaiiiiation der tzjcr> verivertmigsverbände in sämtlichen!4 Bezirleii spätestens ain 15. Juni vollendet haben. Am 10. Jnm iverden die Listen der aufgenommenen ^Betriebe geschlossen. Später eingehende Anträge und nirU zngelayen. Ihn eine llebersetzung im (Herbande! >u vermeiden, ivurde als Stichtag der 1.^ Februar >9i sestgelegt. Wer bis zu diesen: Tage sich regelmäßig in der Eierersassiiiig. Eiervcrleilnug oder in beiden betätigt hat. wird als 'Mitglied der Eie:- verwertimgsverbände anfgeuommen. Der Treuhänder der 'Arbeit für das Wirtßchills' gebiet llllestfalen gibt bekannt, daß. soioeit Heimarbeiter in einem Arbeitsvertraasverhäüntz-. also in ivirtschaftlicher und persönlicher Abhängigkeit vom Auftraggeber stehen, die Bestinmumgen über die Bezahlung des am 1. 'Btai 1934 micgefallenen Lohnes Platz greifen. Anders sei es. rein rechtlicif gesellen, soweit es sich uw Hausgeiverbctreiheude handele. Hausgewerbetreibende gelten all Unternehmer. Der 'Bt ö b e l s a ch v e r b a n d ist dem Ersuchen des hteichswirtschastsmiuisteriums nm Anihcbnng des Preisaukü > idigu 1 igsver h 0 t s im 'Btöbelliandel jeZ uachgetommeu. Gleichzeitig versendet der Verband ein hiuudschreibeu. in dem eine nuitaetinchlige Ve:- folgung aller 'Btißstäude im Handel angetündig. wird, ivooei die neuen Grundsätze des Werberats >3-j Nichtliuie dienen. Insbesondere soll^ jede Aer^ öffentlichung von sogenannten Lockprcisen, die Gi der Knndscl)tist ein salsches Bild entstehen Iahe», unterbleiben. _ Durch eine Verordnung des Neichsuurtschait-.- Ministers ist, um tmgerechtfertigte Preisllcigerunge" auf dem Vau mar kt. die die Arbeitsbenchnmn-g beeinträchtigen löimteu, zu i>erhüten. bestimmt N'didem.. daß V e r d i n g u n g s l a viel I e n t dl i 1 g sind, soweit sic sich gegen Ausschreibungen ven Bauleistungcn durch ösfcutliche Stellen ansiontei^. bei denen die ausschreibcnde Stelle erklärt, daß!»- das Vergebungsverfahren die Bcitimnumgen d.r Verdingungsordnung für Baulcistungen maßgebend sein sollen. In diesen Tagen fanden zwei wichtige?lrbe,tstaguygen statt, die der betriebswirtschaftlichen yni - hernng des mrttelständischen Einzelhandels galten. Die erste Tagung diente der irnuaßenoen Prüfung des Buchstelleniveseus und der Mngaa!- keiteu ihres^ Ausbaues. In der zweiten Tagung wurde die Frage der Kreditvcrsorgung des Euuze-' Handels beraten. In einer Verordnung zur Verhinderung v 0 u P reis st e i g e r u n gen auf dein S e l - si e b i e t und dem Gebiet der Leder v: ■ I ch "! t wird u. a. bestimmt daß e-s oerbmcn --- beim ^Verkauf von Tertilrvhstossen. Tertilzwn-Jniid Textilsertigerzengnisseu. sonne den diirans gestellten BArren i:n Jnlandsverlohr einen Prers zu nehmen, als ihn der Verkäufer m Zeit vom 1. bis 21. März 1934 erzielt oder n;-, gslüudigt hak. In der Lederioirtschait Neterenzveriode der 17. Btärz bis 14. April f' Ziuviderhandclnde iverden mit Gefängnis und Itrasc, deren Höchstmaß unbeschränkt ist, Ocitraft. (S'i br vn bi bc w bi w ui iv S S cn e bi jr (D c