Seite der Jugend
- Journal
- Seite der Jugend
- Volume
- 1934
- Issue
- 11 (3.5.1934)
- Date
- 1934-05-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9556011-9555465-9555932--29-2289572- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Piła 2× ep/1048100
OCR text
NUMMER 11 3.-MAI 1934 BLÄTTER. DES BUNDES1 DEUTS OH--JÜDISCH EfR; JUGEND- BEILAGE DER. CY-ZEITUNG P# e ©® pj © n r IG p<2dQS(2M]© I Das Zeitalter der Emanzipation bat den einzelnen Juden Ungeheures geschenkt. Zugleich aber hat ee viele in ihrem Wesen erbittert; wir kennen den Typus des aller Bindungen ledigen Menschen jüdischer Abstammung der -in seiner Sucht, alles zu werden, nichts Geschlossenes darstellte, haltlos den Strömungen des Tages nachgebend, seelisch hin und her pendelte. Die verlorene Bindung wiederzugewinnen, ist die erste Aufgabe der zu eich zurückfindenden Judenbeit. Judentum hat für uns die Bedeutung, die etwa in der Sprache des Tages die „Gruppe als kleinste Einheit“ darstellt. Das deutsche Judentum ist diese kleinste Gruppe, über sie führt unser Weg zur grösseren Gruppe, zum deutschen Lebenskreis. Und wie der Soldat 6eine Gruppe zuerst begriffen haben, mit ihr ver- M-hmolzeu sein muss, um dann mit ihr in dio grössere Gefechtseinheit einzurücken — so ringen wir Jungen heute um unsere kleinste Gruppe, das deutsche Judentum. Wir sind entschlossen, weiterzuwirken in einer Gemeinschaft, die den Begriff der Gemeinde in die Tat umgesetzt hat, die das Wissen um das Judentum in eine Systematik gebracht hat, die anderen Wissenschaften in nichts nabesteht, und den Typus hervorgebracht hat, den wir als den deutschen Juden bezeichnen. Dieser deutsche Jude darf nicht untergehen; er soll in seiner Gemeinschaft und in dem Lande, dem er sich durch Wille und Geschick verbunden fühlt, weiterlebcn und mitwirken, diese Gemeinschaft, die für ihn die „kleinste Gruppe“ darsteüt, bewusst jüdisch und in der Heimat zu erhalten. Um diese Bindungen wiederzugewinnen, genügt nicht äusserer Zwang oder ein Sippenbekenntnis. Es gilt, wieder einzutauchen in die Tüllen, die das Judentum hervorgebracht haben, ae jüdische Arbeit des Bundes deutschjüdischer Jugend wird sich also auf folgendes erstrecken:.. . Jede Gruppe wird sich einmal in die jüdische Geschichte versenken, die Wechsel vollen Schicksale des Judentums an sich vorüberziehen lassen müssen, immer in dem Bewusstsein, dass hier ihr eigenes Schicksal ’ abgewandelt wird. Das Geschichtelernen soll aber kein äusserhehes Aneignen bleiben; an Hand der Dokuaiente jüdischer Entwicklung, der Bücher der ßibel und der nachbiblischen Quellen soll dem Schaff der jjOdisdiesu Wanden1 jagend ösTuGodTürsvir! Die Wanderzeit beginnt! Das frische Grün, Te ersten Sonnenstrahlen lecken die Jugend ■ms der dumpfen Enge ihrer Stadtwohnungen 'U Gottes freier Natur: „Da bleibe, wer Lust hat,!!|i! Sorgen zu Haus.“ Wir dürfen und wollen!cuhf zu Haus bleiben. Notiger denn je brauchen wir heute die Berührung mit der -Wur. Beim Durchstreifen der Wiesen und milder, beim Erklimmen der Berge finden wir iieue Lebenskraft für den Daseinskampf; er- •W.ten auch die Verzagten unter uns das innere ^Eichgewicht, das ihnen mitunter zu entschwinj-n droht. Leider sind uns durch den Aus- •whlusä aus dem deutschen Herbergsverband ,j;o> allgemeinen Jugendherbergen nicht mehr wgünglich. Da gilt "es, eigene Uebernachtungsjv'-ghehkeiten zu schaffen. An euch, ihr Alten, T'Een wir die dringende Bitte: Schafft für jüdische Wanderjugend Unterkunft! "ir stellen keine Ansprüche. Einfache Mumpfn — oder Strohlager sind uns willkom- 1::°ne Ruhestätten für die müden Wanderlieder. Ihr fühlt euch einsam in den Klein- S-meinden. Wir kommen zu euch als Sendpnen einer neuen Gemeinschaft. Unser Ruf ist nicht ungehört verhallt. In allen Teilen (i?s Reiches haben Freunde der Jugend, Gemeinden und Privatleute, uns Unterkunftsstätten 2'^ 'Verfügung gestellt. Nur reichen die bisher f-jebaffenen Uebernachtungsmöglichkeiten bei j'Wtnn nicht aus. Der Reichsausschuss der mölschen Jugendverbände, Berlin-Charlotten- Kantstrasse 158, hat sich die Schaffung Netzes einfacher Unterkunftsst'ätten zur i.-Wgabe gemacht. Dorthin meldet, weitere diartiere, Ueberhört unsere Bitte nicht: T:, ff{ der jüdischen Wanderjugend Unterkunft, Y1 lfar legt ein lebendiges Zeugnis für jüdic'-üea Gemeinschaftssinn ab. B. S. Eine Wandcrauskunftsstelle hat das Jugend-' Wegedezernat der Jüdischen Gemeinde Berlin ^gerichtet. Es ist nach Uebereinkunft mit fCjA Reichsausschuss der jüdischen Jugendverihm gelungen, innerhalb der Mark Branv.',, ,-g Möglichkeiten zur Uebernachtung ■ der •‘■-c.ernden jüdischen Jugend zu schaffen. Die 'Uechstunden des Jugendnflegedezernents fin- •;n täglich, ausser Mittwoch und Sonnabend, v:? }°, bis 12,30 Uhr, und Dienstag nachmittag 7-i4 Hs 6 Uhr in Berlin C2, Rosenstrasse 2-4, 30 (Tel.: Dl Norden 6711), statt.' DU i5H einzelnen Menschen dieses geistige Phänomen, .das Judentum heisst, als sein eigenes Schicksal nahcgcbracht' werden. Das Problem der Bibel muss stärker behandelt werden. Wir halten die Bibel für modern genug, um uns auf letzte Fragen auch unseres Seins Antwort zu geben; wir glauben, dass hier ein jüdisches Schicksal geschildert wird,, das nicht abgeschlossen ist, sondern ständig weiterlebt und von uns gemeistert werden muss. Hier tritt die Frage des Hebräischen an uns heran. Immer hat es im deutschen Judentum seit der Emanzipationszeit Menschen gegeben, die glaubten, des Hebräischen entraten zu können, da ja die Uebersetzung das überlieferte Wort ausreichend wiedergebe. Wir meinen, dass dies in Einzelfällen und für Einzelmenschen möglich ist, wir wissen aber als moderne Menschen, dass die Atmosphäre des Originals nur dann mitempfunden werden kann, wenn der Leser es im Urtext zu lesen versteht. Worauf es ankommt, ist das begreifende Eindringen in den Geist der Bibel, nichts anderes. Und wer mit innerer Beteiligung den wöchentlichen Abschnitt mit der Haftora in der Uebersetzung durchgeht, wird mehr im Geiste unserer Forderung wirken als derjenige, der . aus vermeintlicher Unfähigkeit, das Hebräische zu erlernen, nun ganz auf die Beschäftigung mit dem Werk verzichtet. Die Wiedergewinnung der Bibel, die Lektüre der Schrift und der Schriften ist unerlässliche« Gebot für jede Gruppe im Bunde. In diesem Zusammenhang muss die Auseinandersetzung mit der religiösen Gedankenwelt des Judentums erfolgen. Die Beschäftigung mit der jüdischen Religion, ihrer Entwicklung und ihren Richtungen gehört zur Arbeit einer'jeden Gruppe des Bundes. Wir bekennen uns nicht zu der Generation, in der es Menschen gab, deren einzige Bindung., an das Judentum der Platz auf dem jüdischem. Friedhof därstellte'. -Wir' versüchen, unsere Be-P jahung jüdischen- Gemeinschaftsaufbaus' durch'' die Wiederbelebung der jüdischen Feste in unserem Kreise zu bekräftigen.. Dabei ist die Tatsache bezeichnend, dass gerade das' Fest der Familie, des Schabboss, von vielen unserer Gruppen aufgegriffen und zum Anlass einer Gestaltung genommen wird. Man könnte uns daraus den Vorwurf der Familienfeindlichkeit machen; wer aber weiss, wie wenig jüdische Substanz der Jugend in der Familie geT boten wird, kann diese spontane gefühl.smässigc Handlung verstehen; der Freitagabend als die spezifisch jüdische Einrichtung erscheint den Gruppen, die eine Lebensgemeinschaft zu bilden suchen, als der wahre Ausdruck ihres jüdischen Woliens. " Auch die anderen Festtage werden Anlass zum festlichen Beisammensein geben; hierbei wird die individuelle Eigenart der Gruppe sowie das Besondere unserer Zeit dem Ganzen das Gepräge geben. Es wird öfter nicht so darauf ankommen, alles Ueberlieferte zu wiederholen, als wieder ein inneres Verhältnis' fifdäffffei!Swrtgers des-RoBcEisausschusses der jüdischen Jugendverheimde ISer IScic*hs;iusscIiusM (Adrn Berlin-Char-- lottenburg 2, Kantstrasse 158) hat bisher folgende Landesausschüsse gegründet: Landesausschuss Pommern: Vorsitz: Dr, Erich Mosbach, Stettin, Lhulonstrasso 30; Landcsaussehuss Rhein-Ruhr: Vorsitz: Dr. Julius H e r z f e 1 d , Essen, Hansahaus; Landesausschuss Bayern: Vorsitz: Dr. Hans Tcutsch, Nürnberg, Treustrasso 7; Landesausschuss Württemberg: Vorsitz: Dr Alfred Einstein, Stuttgart, Mittnachtbau; Landcsaussehuss Baden: Vorsitz: Dr. Sicgv/art W e r t h e i m c r , Karlsruhe, Kronenstr. 15; Landcsaussehuss Hessen und 'Hessen- Nassau: Vorsitz: Hans Gochsheimor, Frankfurt a. >L, Kettenhofweg 128. Weitere Landesausschüsse sind in Bildung begriffen. Ibro Anschriften werden demnächst veröffentlicht werden. finden sich alle Gruppen in der Treue, zur deutschen Heimat sowio in dein festen Entschluss, das deutsche Judentum zu einer starken, bewusst jüdischen Gemeinschaft in, Deutschland zu ■ gestalten, zusammen. Dieses Ziel, zu dessen Erreichung alle .Kräfte jm Bunde aufs stärkste angespannt werden müssen, dient 'dem Bund deütschjüdjscher Jugend als Richtschnur für alle seine Entschliessungen. Ganz besonders aber 'bestimmt es die Linie seiner jüdischen Arbeit, so wie sie im Vorliegenden gezeichnet wurde. llcico. n „Sinn“ des Festes zu finden, der sich oft irer aus der Aussprache heraushebt als durch > Erfüllung bestimmter Bräuche, die dem dentum entfremdeten jungen Menschen nicht >1 2U sagen scheinen. Ebenso ist es mit dem such der Synagoge. ' Wir halten uns für verpflichtet, offen zu sein en Fräsen, die das deutsche Judentum oder 5- Judentum an sich angehen. Die Beschäfting und Auseinandersetzung mit allen Fragen s jüdischen Lebens, der Gegenwart, dio Wilr- ,un„ aller jüdischen Leistungen, Ereignisse d Bewegungen zu der Forderung, . die der tnd an jede seiner Gruppen stellt. £ei detyerschicdenartigkeit der Beurteilung . Im © ft Hamburg . Ein deutsch-jüdischer Abend. „Wille und Weg“ ist das Leitwort. Alfons Jacobsohn spricht Worte der Begrüssung; Einheit der Jugend des deutschen Judentums war. wesentlichste Forderung des Referats von Friedrich B r o d n i t z (Berlin). Die Lösung der Berufsfragen müsse ausserhalb jeder jüdisch-politischen Auseinandersetzung von der jüdischen Jugend vorwärtsgetrngon werden. Die Umschichtung bedürfe keiner inneren Umstellung. Es ist unser Wille und Weg, in freudiger Begeisterung dem . deutschen Judentum zu dienen. Chor und Orchester der Jüngerengruppe schufen den Rahmen dieses deutsch-jüdischen Abends. WiedeirscfoBessen In dor Breslauer Ortsgruppe des „Bundes“ sprach Heinz Keller mann (Berlin), der Leiter der religiösen Sparte, über die Aufgaben der deutsch-jüdischen Jugend. Ausser Jungen und Mädel aller Altersstufen waren u. a. auch zahlreiche junge Kaufleutc, die erst vor einigen Tagen in den Bund eingetreten sind, erschienen. „Wir wollen Deutschland alles opfern, nur die Ehre nicht und nur den Glauben nicht.“ Dieses Wort Riessers war das Motto der Ausführungen Kellermanns. Im Rahmen einer Führgrlagung fanden Besprechungen über die Landesverbandsarbeit statt, über deren Gestaltung Heinz Kellermann ■eingehend sprach. Der Landesverband Nicderschiesien (Leiter: Alfred Fabian und TIans M. Danzig er), dessen Tätigkeit schon vor einiger Zeit"begonnen, wird seine. Arbeit eifrig lorisetzen. ' £t. SfrefoBafz (CX-S.) ,s . Die Ortsgruppe des Bundes wurde Ende Dezember 1933 gegründet und zählt zurzeit 30 Mitglieder. Fast die gesamte Jugend der kleinen Gemeinde findet sich bei uns zusammen. Am 8. April 'veranstalteten wir einen wohlgelungenen Elternabend,.au welcbenrzum erstenmal die hiesige . jüdische Jugend geschlossen und diszipliniert vor die Eltern trat. Günther- H e i 1 -. born (Beuthen) unterrichtete die Elternschaft über Aufbau, Tätigkeit und Ziele des Bundes. Einige Zionisten Hessen es sich nicht nehmen, gegen uns Stellung zu nehmen, wurden jedoch schlagfertig widerlegt. Leapzig Am 15. April fand unser Elternnachmittag statt. Die Führerschaft der Ortsgruppe legte einen Bericht über die bisher geleistete Arbeit ab. - Anneliese Simoni sprach über die Gruppcinu'beil der Madels, während über die Arbeit der Jungcns Joachim G o 1 d m a n n Bericht erstattete. ■ Es ergab sich eine lebhafte Aussprache über die Aufgaben des Bundes, wobei man die Feststellung machen konnte, dass die Eltern für unsere Arbeit nicht nur Interesse zeigten, sondern sieb auch bereit erklärten, uns immer behilflich zu sein. HsSdesfaesun Am 24. April veranstaltete die Ortsgruppe Hildesheim einen offenen Heimabend mit Gästen. Zu diesem Abend waren die Mitglieder des „Hechaluz“ und der „Wcrkleute“ eingeladen. Norbert W o 11 b e i m (Berlin) sprach über unsere Ideologie und über unsere Arbeit. Nach «einen sehr interessanten ■ Ausführungen setzte eine rege Diskussion ein, an der'sich Anwesende aus allen Lagern beteiligten. Der Abend verlief in harmonischer Weise. Zwei Tage zuvor vereinigte der „Ring“ die Mitglieder zu einer Tageswanderung, der sich, auch Mitglieder der berufstätigen Sparte anschlossen. Die Beteiligung war sehr rege. HalbersSodlr Am 11. April fand unser erster Heimabend statt, zu dem die Mitglieder sämtlicher Organisationen eingeladen waren. Max H arwitz legte eindeutig die Ziele und Aufgaben der deutschjüdischen Jugend dar. Der Abend zeigte, dass die Halberstädter dcutschjüdiscke Jugend bereit ist, diesen Weg, den sich der Bund zur Aufgabe gemacht hat, einmütig zu folgen. Es konnten bereits einige Neuanmeldungen angenommen werden. ScEnnGSdomüBiB Am 19. April veranstaltete die Gruppe Schneidemühl einen Vortragsabend,, auf dem Senta Meyer (Hamburg) über das Thema: „Was bedeutet uns die Religion?“ sprach. Am 22. April hatte die „Ring“-Grupne einen, wohlgelungenen Elternnachmittag. Vorträge der ' verschiedensten Art fanden den' Beifall der zahl- ' reich erschienen Eltern und Förderer. -Mehrere- Neuanmeldungen für den „Ring“ sind zu ver-‘ zeichnen," T ■ ■ -; : •- .Schwerin a. d. W. Am 22.' April verunstaltete die Gruppo Lundsberg-Schwerin in Schwerin eine Kundgebung. Nach der Begrüssung durch den Gruppenleiter Manfred Kaatz (Landsberg ä. d. W.), einem Sprechchor und mehreren rezitatorischen und musikalischen Darbietungen sprach der Landesverbandsleiter der Grenzmark, Ludwig R o s e n t h a 1 (Schneidemühl) über die Ziele und Aufgaben des Bundes. Die Gemeinde war vollzählig erschienen. In Schwerin sind nunmehr sämtliche jüdischen Jugendlichen dem Bund ang'esehlossen. EtarBsrufo© C.-V.-Ortsgruppe und Deutsch-Jüdische Jugend batten für den 38. März zu einem Theaterabend eingeladen, an dem der Spielring der Mannheimer C.-V.-Jugend im Bund deutschjüdischer Jugend Szenen aus Beer-Hofnjanns „Jakobs Traum“ aufführten. Der gute Ruf, den diese Laienspieltruppe geniesst, hatte so viele Freunde angelockt, dass am Abend Hunderte keinen Einlass mehr fanden. Die Aufführung stand auf hohem Niveau und hinterliess einen nachhaltigen Eindruck. Rutil Heilbrunns Darslellungsgabe gal) Zeugnis von dramatischem Talent und Siegfried Rose nb o r g e r s wuchtige Sprache und ausgeglichenes Spiel verriet grosses Können. Mehr als ein Dutzend weitere Darsteller trugen mit zum Gesamterfolg bei. Siegfried Katz sprach einleitende und verbindende Worte und schuf das wohlgefällige Bühnenbild, Durch Stiftungen einiger Gönner war es möglich, den Gästen den Aufenthalt in Karlsruhe zu verschönen. r/SönrjlheBm , Die.. deutsch-jüdische Jugend ' veranstaltete eine''Freitagabendfeier, zu der u. a. Rabbiner Dr. Le mle , Oberrat II artog und der Vorsitzende der C.-V.-Ortsgruppe, Rechtsanwalt Dr. Elbert, erschienen waren. Im Mittelpunkt stand eine Ansprache von Kantor Hugo Adler über den Sinn des jüdischen Opfers. Gbörc beschlossen die Feierstunde. „Vom Werk der jüdischen Jugend” heisst eine Reihe von Kurzvorträgen, die auf Einladung der Freien Jüdischen Volkshochschule Berlin Mitglieder des Führerrats des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbünde im Logenhaus, W 62, Kleistslrassc 10, halten werden. Es sprechen am 28. Mai Dr. Friedrich B r o d n i t z und Dr. IJan.« V r i c d e nt h a 1, am 31. Mai Dr. Paul E p p s t e i n, Rudolf L e i b o w i t z und Heinz K e 1! e r m a n n, am 7. Juni Georg Pupe, Dr. Bruno Sommerfeld und Fritz 3 c b w a r z s c h i 1 d. ■ UUess rnnjss Gor ünüragG Mcisüdwerker vUssgr? V. Der Töpfer Diu Zusammenstellung wurde von Töptfrmeister M. Iv r in a r s k i, Berlin W 57. Wintcrfekltstrassc 2-1, bearbeitet. Die Redaktion. 1. Berufsgliederung: Hauptsächliche Aufgaben des Töpfers (im G e g e u s a I, •/, zum Keramiker): Setzen von Gelen und Kochherden auf Neubauten und bei Wohnungsteilungeh. Abbrechen und Wiederaufsetzen von Oefen und Herden nach den Vorschriften der heiztechnischen Landeskommissicn. Reparaturen, Instandsetzungen und Reinigungen von Feuerstellen. 2. Werkstoffe: Ofenkacheln, .Meissner- und VeltencrTon in farbiger und weisser Glasur, Schamottsteine, Lehm zum Ausbau im Inneren der Oefen und Herde, Roste, Ersatz- * kästen für Oefen, Koch- und Abdockplatten für Bratöfen. Bratofen-, Heiz-, Aschüiren, Schiebe- und Reinigungstüren für Herde, Kupferkessel für 60 bis"120 Liter Inhalt für Waschküchenherde. 3. Werkzeuge: Wasserwage, Richtscheide, Winkelhaken, Haumesser, Hammer, Maurerhammer, Kachelzange, Glaserdiamant. 4. Persönliche _ Eignung: Handwerkliche Geschicklichkeit und gutes Augcnrnass sind erforderlich.. ■ ' 5. '. Gesundheitliche 'Beanspruchung: Der Beruf des Töpfers ist körperlich nicht leicht. Keine besonderen Berufsgefahren. 6.; Aeusscro Bedingungen: Von der Handwerkskammer vorgeschriebene Lehrzeit; 3 Jahre. Möglichkeit zur Ausübung des Berufs besteht in Deutschland (mit Ausnahme des Rheinlandes, da hier Kachelöfen weniger üblich), in.den nördlichen Ländern, in der Schweiz, in Oesterreich;; Jugoslawien, Russland und . Polen.