Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1934-02-01 · 5 (1.2.1934) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
5 (1.2.1934)
Date
1934-02-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2277379-2278044-2278049--08358-2289351
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

AMZM MS GUglKNö Zm Zusammenhang mit der materiellen Not. in der sich große Teile des Judentums, und vor allem» viele der deutschen Juden befinden, wird in engfischen Kreisen aus die Bedeutung der geistigen und religiösen Traditionen zur Erhaltung des Judenhirn-5 hingewiesen. Die prophetischen Worte: „Ohne Wissen wird mein Volk untergehen", seien gültiger denn je. Man erkennt in England die große Bedeutung des Breslauer und der Berliner Seminare für die Pflege und Erhaltung' jüdischen Wissens voll an, und nicht zuletzt wird in England anerkannt, wie großzügig die jüdischen Gemeinden tmb Privatleute die Lehranstalten auch in der schwersten Nachkriegsperiode unterstützt haben. Man weiß hier sehr wohl, daß ohne die geistige Drieblraft, die von den deutsch-jüdischen Akademien ausging, beispielsweise das Londoner Jews College niemals eine so erfreuliche Entwicklung genommen hätte. Schließlich hebt man hervor, wieviel die geistigen Führer des englischen Judentums den Arbeiten eines Heinrich Graetz, Zacharias, Fraenkel und Marcus Braun verdanken. Tie Frage, was unter den augenblicklichen Umständen aus den jüdischen Lehranstalten in Deutschland wird, wird auch hier eingehend behandelt. Ml, sieht ein, daß die knappen vorhandenen Mittel in Deutschland zurzeit für die dringendsten Bedürfnisse des Alltags verwandt werden müssen und erkennt die Gefahr, daß unter solchen Umständen, ohne ausländische Hilfe, das Schicksal der üdischen Lehranstalten in Deutschland nicht zweielhast sein kann. In englisch-jüdischen Kreisen bemüht man sich zurzeit darum, zusammen mit amerikanischen .greisen eine Hilfsaktion für die deutsch-jüdrschen Lehranstalten ins Leben zu rufen. Selbst in zionistischen Kreisen, in denen immer betont wird. MeZ Jahr ohne Juden sein.' Die Presse wird die« durch alle Gaue Deutschlands tragen, und deutsche Volksgenossen werden in diesem schönen Fleckchen daß Palästina mit Recht weitgehendste materielle Uiitttstütznng beanspruche, ist man der Ansicht, daß M sich bei der Erhaltung der deutschen Akademien »in eine unbedingt vitale Frage für das Judentum handele. i Tie Ernennung Lord NeadingS — früher Ruf.>s Jsaac — zum „Warden ok the Cinq Ports“ ivüter der fünf Häsen), die vom König soeben bestätigt wurde, hat m der englischen Oessentlichkeit großen Beifall gefunden. Der Ursprung dieses ehrenvollen Amtes geht ans die frühe sächsische Zeit zurück, als die fünf Hafenstädte: Sandwich, Tovcr, Hythe, Nomney und Hastings, die wichtigsten BcrteidigungSpunkte des englischen Inselreich^ bedeuteten. Wincholsea und Rye kamen j» späterer Zeit zu den fünf Städten hinzu. Ter Wohnsitz des „Wardens" ist das alte Schloß Waliiiit Castle. Keine geringeren als Wellington und William Pitt zählen zu Lord Readings AmtSvorgängern. Lord Readina ist einer der beliebtesten und angesehensten Männer Englands, und die Presse spricht dem englischen Publikum, aus dem Herzen, wenn sie schreibt, daß der König in Lord Reading eine überaus glücklici)e Wahl getroffen' habe. , Wie wir hören, hat die ägyptische Negierung sich entschlosien, einer beschränkten Anzahl von Juden die Einwanderung nach Aegypten zur dauernden-Niederlassung zu. gestatten. .. •. j Regierungsrat Dr. H. Dornedden hat im „Aerzteblatt für Berlin" vom 27. Januar 1934 eiw Statistik über die Auswanderung von Aerzten aus T-eutschland ins Ausland während des Jahres IW nach den bisher vorliegenden Meldungen deröfsentlicht. „ Tanach sind 284 Berliner Aerzte tn das Aus- Innb ausgewandort; aus dem übrigen Deutschland liegen bisher nur 128 Meldungen über ärztlime Auswanderer vor; davon waren 70 Aerzte in Großstädten ansässig. Bon den Berliner Aerzten wurde als Wanderungöziel angegeben: in 117 Fällen: Palästina; Frankreich: 25; England: 22; Schweiz: 13; Italien oder Spanien: 13; Italien oder Spanien: 13; Oesterreich. Tschechoslowakei oder Polen: 11; neunmal Skandinavien und Nordvsteuropa; achtmal Holland und Belgien; fünfmal Südosteuropa: einmal Luxemburg; 80mal außereuropäische Wnder ausschließlich Palästina, während bei 30 Aerzten das Auswanderungsziel mcht bekannt ist. Bei weiteren 40 Aerzten, die im Jahre 1933 aus Berlin sortgezogen sind, war Näheres nicht zu ermitteln; zweifellos sind sie auch im Ausland. . Aon je 100 Aerzten mit bekanntem NuSwanderungsziel siiD abgemeldet: nach Palästina von Berlin vom übrigen Deutschland 37,1; nach Frankreich 9,8 bzw. 11.1; nach England 8,7 bzw. 6,2; nach der Schweiz 5,1 bzw. 8,6; nach Italien 8.5 bzw. 6.2; nach anderen europäischen Ländern 15.0 bzw. 22,2; nach außereuropäischen Ländern 11,8 bzw. 8,6. Mehr als 35 deutsche Aerzte haben entweder Stellungen oder Studicnerlaubms in Palästina erhalten, und zwar hauptsächlich an Krankenhäusern der Hassadah Medical Organisation. Aerzte sind am Rothschild-Krankenhaus m Jerusalem. 4 am städtischen Krankenhaus in Tel Aviv, einer in Haifa und einer in der Kolonie Nathama angestellt worden. Eine Anzahl junger Aerzte erhält Spezialausbildung in der Behandlung endemischer Krankheiten Palästinas. Professor Halber, staedier früherer Leiter des Krebr-sorschungsinstitutes an der Universität Berlin, ist Zum Direktor des Hassadah-Radiologischen Institutes m Jerusalem, des einzigen seiner Art im nahen Osten, . ernannt worden; Tr. Goldhaber, der bereits m Berlin sein Assistent und Mitarbeiter war, wird es auch bei den neuen Forschungen in Jerusalem bleiben. Erde di« Erholung finden, die sie suchen. Der Gemeindevorstand wird ebenfalls alles' daransetzen, HeringSdorf zu einem deutschen Bade zu machen." Blick in die Zeitschriften' Im Feuilleton der ,L)eutschen Medizinischen Wochenschrift", Nr. 8 vom 19. Januar, finden wir einen Aufsatz „Mens sana in eorxors sano" von Dr. H. Helbich (Berlin-Schöneberg). In ihm wird ausgeführt, dieses Sprichwort treffe nicht immer zu. die Erfahrung lehre vielmehr, daß auch in einem kranken Körper eine gesunde Seele wohnen könne. Als Beispiel nennt der Verfasser den Ozeanslieger von Hünefeld. ..... Denken wir, nur um ein Beispiel herauszugreifen, an von Hünefeld. Bekanntlich hatte er ein hartnäckiges chronisches Magenleiden und befand sich deshalb auch \v\ schlechtem körperlichem Allgemeinzustand. - Und trotzdem, welch wunderbare und durchaus gesunde Seele barg doch sein kranker Leib! Bon glühender Vaterlandsliebe befo mehr, als ungefähr 60 v. L. des deutschen Volkes nordisch zusammengesetzt sei. Haeseler zählt sodann die Urheber einer organisch-wuchshaften Geschichtsauffassung auf, die die materialistische Geschichtsauffassung überwanden - und dem Rasteaedanken zum Siege verhalfen. Schon 1845 betonte Gust. Fr. Klemm in seinem Werk „Die Verbreitung der aktiven Menschenrasten über den Erdball" die Ungleichheit der Nassen. Sehr wirkungsvoll vertrat Gobineau denselben Gedanken in feinem .^versuch über die Ungleichheit der menschlichen Nassen". Dann folgte der österreichische Augustinerpater Mendel, den die ersten wissenschaftlichen Grundlagen der Vererbungslehre schuf. Gegen Ende des Jahrhunderts kamen Langbehns „Rembrandt als Erzieher", Chamberlains „Grundlagen des 19. Jahrhunderts", die Wandervogelbewegung des Märkers',Karl Fischer, auch „ursprünglich nichts weiter als eine kraftvolle Regung der Rastenseele nordischer Jugend". . Die Entwicklungsreche der materialistischen Geschichtsauffassung führt Haeseler von Rousseau. der die natürliche Gleichheit der Menschen lehrte, bis zu Rathenau, dessen Wort %,3ötrtfcCjaft ist Schicksal er das Wort „Schicksal ist Nasse" entgegensetzt Um so überraschender wirkt es. daß Haeseler anderseits Walther Nathenau als einen der ersten Verkünder der nordischen Rasse anführt. Bereits 1908 prophezeite Nathenau: „Die Aufgabe kommender Zeiten wird e8 sein« die aussterbenden oder sich auszehrenden Adels- . rasten, deren die Welt bedarf, von neuem zu erzeugen und zu züchten. Man wird den Weg beschreiten müssen. den ohnehin die Natur beschrüteni ' hat, den Weg der Nordifikation td. h. Vernordung). Eine neue Romantik wird kommm, die Romantik der Raste. Sie wird das reine Nordlandblut verherrlichen und neu« Begriffs von Laster und Tugend schaffen." Hierzu bemerkt Dr. Haeseler: „Mit diesen sehe« rischen Worten, die gerade wir Nationalsogialisten nicht genug hrnausposaunen können, hatte der nordische Rastegedanke sogar durch einen Fremdrastigen vernehmlich an die Tore des 20. Jahrhunderts gepocht." i seelt, von unerschütterlichem Gottvertrauen erfüllt hat er eine Großtat vollbracht, die die Welt in Erstaunen setzte, die aber auch die Energie, die Kühnheit und die seelische Spannkraft eines ganzen Mannes erforderte. Und ferner, ist in feinen dichterischen Erzeugnisten auch nur ein Zug zu entdecken, der aus etwas Krankhaftes in seinem Seelenleben hinweist? ..." Freiherr von Hünefeld. ist der Enkel deS Kauf^ tnannS Markus Lachmann in Eisenach und Urenkel von Abraham Lachmann in Graudenz. j Ans der wissenschaftlichen Welt ‘ ZuWMl St NSMER Dich 3» SMWs Gerade vor zehn Jahren schrieb ich an Alexander Dietz, den Verfasser des „Stammbuchs dex Frankheiten des Judentums auf. Als Mitglied de8 G« meindevorstands und 30 Jahre lang alS Vorsitzende« des Mendelssohnvereins war er für jüdische Be-' lange ausopserend tätig. Er war em edles Beispiel, einer wahren Synthese von Deutschtum und Juden-' tunr. i Ueber die Elements des nationalsozialistischen Geschichtsbildes unterrichtet Eilhard Erich Pauls in einem Aufsatz „Unsere Geschichtsauffassung" („Volk im Werden", Heft 5). Dieser Geschichtsauffassung liegt die Vorstellung zugrunde, daß nur im Norden die Rasse Mensch enistand, die vom Schicksal durch klimatisch er- ' zogene, ursprüngliche und bodenständige Kulturfähigkeit zur Kulturschöpfung bestimmt war. Die Südwärtswanderung der nordischen Menschen gibt der weltgeschichtlichen Entwicklung das Gepräge. Die nationalsozialistische GesthichtSausfassung geht von dem StaatSgedankcn, d. h. dem Gedanken ' des Primats des Staates au8, macht aber zugleich den Staat zu einem Äolksstaat; das bedeutet, sagc Pauls, „einmal den Kamps gegen jeden Nichtdeutschen. der Teilhaber, Genosse und Nutznießer dieses Staates zu sein behauptet, Kampf also gegen das Judentum". Das bedeutet zum zweiten ein Großdeutschland'< Im Gegenteil zu der kleindeutschen Auf-' ifassung Bismarcks kann der Nationalsozialismus gar nicht anders als großdeutsch denken. Die zerstückelten deutschen Grenzen zwingen ihn dazu. Staat muß Volk werden: diese Vorstellung - bildet den Kern der nationalsozialistischen Ge* fchichtsphilosophie. " ' ' j Geheimrat Dr« Felu$ , Bondi (Dresden), 'fl [Theodor Schönberg©? jrmrde LH Jahr« alt i. Oskar Bi«, dar Berliner Mutik#L: Schriftsteller, feiert an 9. Fsbij'- seinen 79. Geburtstag . §LS föÄ&Ä Eine ausgezeichnete Untersuchung über da8aktuelle Thema „Totaler. Staat und Rechtsstaat" veröffentlicht der frühere Preußische Staatsminister Dr. Hermann Höpker-Aschosf in der Zeitschrift „Die Hilfe" (40. Jahrg., Heft l). . In klarer Formulierung arbeitet Höpker- Aschoff den Gegensatz, der zwischen dem Begriff des liberalen und dem des totalen Staates besteht, heraus. Dabei gelangt er zu der überraschenden Feststellung, daß der liberale Staat in Deutschland überhaupt niemals Wirklichkeit geworden sei. Die Eigenart des totalen Staates sieht Hövker-Aschoss darin, daß — während der liberale Staat in dev hemmungslosen Freiheit des Bürgers seinen Sinngehalt fände — der totale Staat einer solchen. Rechtfertigung seines Daseins nicht bedürfe und sie deshalb verschmähe. Jedoch auch dem totalen Staat seien 'dadurch Grenzen gezogen, daß nach dem' ausdrücklichen Willen der Machthaber im nationalsozialistischen Staate weder Religion noch Kunst und Wissensck)ast Mittel für die Zwecke des Staates bilden dürfen. Der totale Staat wolle Rechtsstaat sein: die neue Staatsführung habe sich zu den Forderunaen des Rechtsstaates, insbesondere zu der Forderung eines unabhängigen Richtertums, bekannt. Lin solches Bekenntnis bedeute, wie Höpker-Aschosf abschließend bemerkt, Verheißung und Verpflichtung. furier Juden" in der selbstverständlichen Annahme, mit einem Glaubensgenossen zu korrespondieren. Mein Erstaunen war sehr groß, als mir Dietz i-n feiner Antwort beiläufig mrtterlte. daß weder er noch feine Vorfahren dem Judentum angehürten. ' . Meine Verwunderung war nicht ganz unberechtigt, denn wer konnte vermuten, daß ein Christ ohne irgendwelche persönliche Beziehungen zum Judentum sich zehn Jahre lang, von 1897 bis 1907, m jüdische Famrlrengeschichten vergräbt, die Archive stMert und dann em dickes Buch von 481 Seiten darüber herausgibt? Der 32jährige junge Jurist, der nebenbei Philosophie betrieben und zu den Füßen Hermann CohenS gesessen, der dann in Frankfurt am Main sich als Rechtsanwalt niedergelassen hatte, fand trotz starker Berufsarbeit die Muße und die Freude an so ausgedehnten jüdischgenealogischen Studien, daß sein Buch, wie Klimansky mit Recht schrieb, zum „unentbehrlichen Handwerkszeug eines jeden geworden ist, der dem Schicksal einer jüdischen Familie nachforscht"; haben sich doch die Altsrankfurter Juden über die Grenzen ihrer Vaterstadt weit hinaus verbreitet. Dietz hat 3n einem Bericht des „Swinemünder Greif" : eine Veranstaltung der nationalsozialistischen Krappe Neuhof.HeringZdorf heißt es: .In der Diskussion wurde dre Frage angeitten. ob HeringLdorf noch Mische Badegäste iunehmen gedenkt. Pg. Bauer erkürte^ hierzu, derjenige ausgeschlossen werde aus der leinschast. der Juden ausnimmt. Hsrmg^dors wiro. '{feßsw- WgM tot NvMiLLN KM? In einem persvektivenreichen Aussatz „Die Geburt des nordischen Gedankens" („Neues Volk", Blätter des Aufklärungsamtes für Bevölkerungs- Politik und Nastenpflege, 2. Jahrg., Nr. 1) unternimmt Dr. Haeseler den interessanten Versuch, den Nationalsozialismus zu der Lehre des Christentums in Beziehung zu setzen. Die Weltgeschlchte — so führt er aus — hat im Laufe der Jahrtausende die verschiedensten Oraanisationssormen gedanklicher Umwälzungen yezectigt. Die bisher epochalste war das Evangelium des Christentums. lLfls Evangelium des National-. sozialismus tritt bezüglich des Umsanges seines ^deenkreises ihm würdig zur Seite, hat es jedoch, kaum verkündet, an Stoßkraft bereits weit hinter . sicki aelasten. Es mögen zwar Millionen noch nicht Mn worum es sich handelt; fühlen tun/heule schon Hunderte von Millionen, daß eme Weltenwende gekommen ist. beginnend ncit dem Faschismus Benito Mussolinis, der Bollendung entgegenaebend durch den NationalsozialisumS Adolf ' LitlerS Die Nation als Lebensgemeinschaft wird kin Teil des organischen Weltbildes der Zukunft sein Das allem ist der Smn der Bewegung Hitlers Aus dem Grundgedanken einer allgemein völkischen Vorstellung heraus hat er die wölkische Staatsidee, die Reinhaltung und Mehrung der arteigenen Raste, als den wesentlichsten Grundzug' seines politischen Glaubensbekenntnisses zum Panier seines Kampfes erhoben. Dr Haeseler führt welterhm aus. bah mit dev; arteigenen Raste nur die nordisc^s gemeint ist, um ' es nicht leicht gehabt, da ihm die hebräische Ausbildung fehlte; er hat einmal geklagt, wieviel Mühe ihm die verschiedenen Namenssormen ein und der-, selben Person bereitet hätten, bis er dahintcrkam, oaß z. B. ein Locb Beer sich mit Recht auch Juda Beer unterzeichnen durfte. Wenn man es als ein Zwistes Arinutszeugnis bezeichnete, daß die Bibelkritck von christliä)en Theologen begründet wicrde und nicht von Jcrden, so ist es in noch weit höherem Maße beschämend, daß ein Nichtjude kommen mußte, um den Frankfurter Juden zu zeigen, von wem sie abstammen. Die jüdischen Familienforscher grüßen an der Bähte von Dr. Alexander Dietz rhren toten Meister! ' A. C. Im Januar beging Theodor Schönberger feiner! 60. Geburtstag. Sein Name hat nicht nur im jüdischen Musikleben einen guten Klang — seit 88 . Jahvon arbeitet und lehrt er am Sternschen Kon-^' servatoriirm, wie vor Jahrzchrcken wird ev an. dem Institut, das setzt der Leitung Paul GraenerL untersteht, von seinem Schülerkreis geliebt und^ verehrt, ohne daß er jemals in Lebenstverter? Zuruckhattmrg an der großen Oessentlichkeit äußere) Ehrung gesucht hätte. 22 Jahre ist er, dessen Vater. Kantor in Potsdam war, bei der Berliner Jüdischen Gemeinde tätig; der Chor der Synagoge Fasanenstraße, den er leitet, ist durch ihn zu einem hervoi> ragend geschulten und mustergültigen Instrument geworden. Mit bewundernZwerter Strenge arbeitete er an sich und so konnte er nach dieser Selbstenziehung dann wieder als Musikpädagoge zahlreiche Taleto heraubildm und fördern. Besonders der kluge uird feinfühlige Klavierunterricht des ausgezeichneten Pianisten begeistert seine Schüler, doch auch als Theoretiker hatte er mit gewissenhafter, instruktiver Schulung schöne Erfolge zu verzeichnen. Non seinen Kompositionen, für die er nur selten Zeit ausbringen konnte, sind die für den Gottesdienst geschriebenen wohl schon bei allen Synagogen in den Fundus für dre musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes ausgenommen worden. d. k. GchÄMl Felix teSHtebea gsstMZen Am 17. Januar verstarb in Dresden im 74. Lebensjahre der Geheime Justizrat Dr. Felix Bondi. Er entstammte einer Familie, die vor 200 Jahren mit den Grundstein zur Dresdener Israelitischen Religionsgemeinde gelegt hatte. Er verband. in vornehmstem Sinne deutsche mit jüdischer Tradition. Als Rechtsanwalt erfreute er sich wegen seiner hervorragenden Fähigkeiten und der Lauterkeit seiner Gesinnung der Liebe und Verehrung 'einer zahlreichen Klientel und der uneingeschränkten Hochachtung in Richter- und Kollegenkreisen. Eine große Anzahl namhafter Aktiengesellschaften schätzte sich glücklich, ihn zu ihren Aufsichtsratsmitgliedern, zählen zu dürfen. Als wissenschaftlicher Schriftsteller, insbesondere als Mitherausgeber des Staubschen Kommentars zum Handelsgesetzbirch ist er weit über die Kreise seiner Berufsgenossen hinaus bekannt gewordeii. Kurz nach dem Kriege, in dem er seinen ältesten Sohn seinem geliebten deutschen Vaterlande hingegeben hatte, er- .nannte die Reichsregiernng ihw der als glänzender Sachwalter des Rechts allgemein bekannt war. zum .Atitgliede des internationalen deutsch-französischen Schiedsgerichts. Trotz ungewöhnlich starker beruflicher Inanspruchnahme, trotz Aufgehen in der Liebe zur deutschen Knust, brachte Felix Bondi, der ollezeit ein Freund des CV war, doch stets und .immer auch wärmstes Interests für die Angelegen- Mackensen-Ehrenkreuz für Kurt David (Wesel). Der Aorstand der deutschen Kavallerie hat dem Begründer des Vereins ehemaliger Kavalleristen Wesels und Umgebung, Kurt David, nach seinem Ausscheiden aus dem Verein das Mackensen-Ehrenkreuz II. Klaste verliehen. Gleichzeitig wurde dem Ausgezeichneten eine vom Generaloberst von Einem Unterzeichnete künstlerisch ansgeführte Urkunde folgen^ den Inhalts ausgehändigt: „Der Waffenring der deutschen Kavallerie hat dem Herrn Kameraden Kurt David (Wesel) in Anerkennung seiner verdienstvollen Tätigkeit um die Erhaltung der Tradition der alten rühmreichen deutschen Kavallerie das Mackensen- Ehrenkreuz II. Klasse verliehen." Die von Zahnarzt Dr. M. Lkpschitz, dem früheren langjährigen Repräsentanten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, vor etwa 85 Jahren gegründete Unterstützungsrasse für deutsche Zahnärzte ist aus organisatorischen Gründen vor etwa zwei Wochen aufgelöst worden. In dem aus dieser Veranlassung an die Mitglieder gesandten Rundsä)reiben heißt es: „Der Reichszahnäczteführer (Dr. Stuck) legt Wert darauf. Herrn Kollegen Lipschitz für seine selbstlose Arbeit und das von lhm geführte Liebeswerk seinen herzlichsten Dank auszusprechen." Verlag: Centraloere r, beutlcher Staatsbürger lü&lfdjew Glaubens e. V.. Berlin VV 15. Eurler Straße 43. Tel..Adr.r „Lsntralglaubek» Berlin." Fc-rnsprecber: J 2 Oliva ÖC54—B7. Postscheck: Berlin 004 72. Hauptschrkftlekter: De. Altred Htrschberg, Stell. Vertreter: Dr. Margarete Ldrlheim. Beide in Berlin Vf 15. Unverlangte Manuskripte werden nur zurüügesandt. wenn Freiumschlag beiliegt Leitung der Anzeigen Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: FriedrichNathan. Berlin. Druck der Buch* und Tiefdruck-Desellschaft mbH, Berlin SW 100. ®BÄ m»t»> KM EM.ÄMS.. 9U *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.