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Central-Verein-Zeitung · 1932-08-05 · 32 (5.8.1932) · p. Seite 337

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
32 (5.8.1932)
Date
1932-08-05
Page
Seite 337 (sequence 6)
Language
German
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f 337 beseitigen, mach! sich mitschuldig an ihren Opfern!" Von den Wänden der Versammlungssäle leuchteten Riesenplakafe die auch in zahlreichen deutschen Städten noch m den letzten Tagen an die Säulen geklebt wurden. Ihr Text lautet: „Mitbürger! 567 000 jüdische Deutsche leben unter 65 000 000 Einwohnern in Deutschland. Und gegen dieses knapp ein Prozent der Bevölkerung werden Beschuldigungen und Anklagen geschleudert, eine immer schlimmer als die andere. Weil selbstverständlich auch unter den Juden neben den anständigen Menschen Schädlinge vorhanden sind, sollen plötzlich alle Juden Schufte fein. Und außerhalb des deutschen Judentums? Gibt es dort keine Sünder an Volk und Vaterland? Nur ein Irrsinniger würde es wagen, deshalb andere, nichtiüdifche Gemeinschaften unterschiedslos als verbrecherisch zu bezeichnen. Den Juden gegenüber ist alles erlaubt. Ja, Leute, die behaupten, Verantwortung zu besitzen, scheuen nicht vor der gemeinen Verleumdung zurück, Juden ständen hinter den entsetzlichen politischen Mordtaten der letzten Monate. Mitbürger! 12 000 Gefallene haben die deutschen Juden in die Heldengräber gelegt. Im Urwalds Afrikas, unter von Lrttow-Dorbecks Befehl, kämpften und sielen deutsche Juden. Bei den oberschlesischen Abstimmungen und Wirren wurden deutsche Juden erschossen. Ter ,Tank des Vaterlandes" sind von 1923 bis heute 125 geschändete jüdische Friedhöfe und 42 besudelte Synagogen. Mitbürgerl Tie deutschen Juden leiden genau so schwer wie Ihr unter der Wirtschastsnot. Tausende und aber Taufende jüdische Angestellte sind ohne Brot. Tausende und aber Tausende, besonders ältere Leute, darben. Wißt Ihr nicht, daß die deutschen Juden vorwiegend dem Mittelstand angehören, der durch Inflation und Krise vernichtet worden ist oder langsam zugrunde geht? Mitbürger! Jetzt sollten alle Deutschen eine Leidensgemeinschast bilden! Durch Haß und Hetze kann diese schwere Zeit nicht überwunden werden. Jetzt müßten alle Anständigen und Gerechten jedweder Partei und Religion im deutschen Volke endlich Zusammenstehen, um gegen die Scheußlichkeiten des. Kampfes mit Dolch und Revolver zu protestieren. Mitbürger! Glaubt nicht den Verleumdungen und Beschimpfungen, die Ihr über das Judentum hört. Tie deutschen Juden find nicht besser und nicht schlechter als Ihr. Kämpft mit uns für den Frieden im Innern, der allein den Ausstieg des Vaterlandes gewährleisten kann." Dieses Plakat wird auch noch nach der Wahl, wenn die politischen Leidenschaften sich etwas gelegt haben, besinnliche Menschen Zur Einsicht Zurückrusen. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß der Centralverein allen politischen Parteien, die sich Zur Verfassung bekennen, bei der Bekämpfung des Judenhasses nu't Rat und Tat Zur Seite stand, um sie'nicht zum wenigsten durch die Aktivierung der deutschen Juden für die Stimmabgabe am 31.. Jul: wertvoll Zu unterstützen. Dr. Ludwig Holländer in Aachen Die Ortsgruppe Aachen des Central- Vereins wollte ihre Mitglieder und Frcua.de noch kurz vor der Wahl über Aufgaben und Pflichten der jüdischen Wähler unterrichten. Sie lud deshalb Zu einer Versammlung am 27. Juli ein, die außerordentlich stark besucht war. Direktor Dr. Ludwig Holländer gab ein Bild der letzten Ereignisse und zog aus ihnen die politischen und geistigen Folgerungen. Im Anschluß an die Versammlung fand eine mehrstündige Dorfrandssitzung statt, in der Dr. Holländer seinen Vortrag ^>urch vertrauliche Berichte ergänzte und an Einzelbeispielen aus der Arbeit der Zentrale des Vereins nachwies, wie die angegriffene Ehre der deutschen Juden dort verteidigt und wie für die politischen und wirtschaftlichen Rechte gekämpft wird. Pressebesprechung in Düsseldorf In Düsseldorf fand am 28. Juli eine Pressebesprechung statt, an der Vertreter von 32 Zeitungen, Delegierte von Behörden und auch ein Vertreter des Polizeidirektors teilnahmen. Dr. Krombach (Essen), Mitglied des Hauptvorstandes des Centralvereins, begründete einleitend die Notwendigkeit, die Prepe über die judenfeindlichen Drohungen und Gewalttätigkeiten auszukiären und rief die Anwesenden auf, an der Sammlung aller ausbauwilligen Kräfte in Deutschland mitzuwirken. Dr. Ludwig Holländer entwickelte in einem umfangreichen Vortrage die aktuellen Vorkommnisse der letzten Tage, widerlegte viele Schlußworte und Jrrtümer über das jüdische Wesen und sprach dann über die vielfachen Wurzeln, mit denen die deutschen Juden dem Deutschtum verbunden sind. TreDüsseldorfer Nachrichten", das „Düsseldorfer Tageblatts ,2£ec Mittag" und anders Blätter haben über die wichtige Veranstaltung berichtet, und zahlreiche beifällige Äußerungen anwesender Journalisten bewiesen, wie notwendig und wie erwünscht diese Aufklärungsarbeit des Centralvereins ist. Wahlversammlungen in allen Landesfeilen Außer den vielen in den letzten Wochen in diesen Blättern bereits verzeichneten Kundgebungen und Mitgliederversammlungen fanden während des Wahlkampfes noch in folgenden C. B.- Ortsgruppen Versammlungen statt: Bayern. Augsburg, Brückenau, Bayreuth, Coburg, Günzenhausen, Hammelbur a, Ingolstadt, Kissinen. Karlstadt, Laud-enbach, Memmingen, Marktreit, München, Nürnberg, Regensburg, Tölz. Thüngen, Würzburg. Brandenburg. Brandenburg, Eoerswalde, Frankfurt a. O., Guben, Landsberg, Schwiebus. Sorau. Grosz-Berlin. Alter Westen, Friedenau-Steglitz, Weißenste, Spandau, Köpenick-Karlshorst, Oranienburg, Nordwesten. Charlottenburg-Witmersdorf, Süd-- Südwest-Südost, Tempelhof, Nordosten. Hannover. Braunschweig, Hildesheim, Hannover, Hessen-Nassau und Hessen. Daumbach, Frankfurt, Fulda, Groß-Gerau, Kassel, Wiesbaden. Mitteldeutschland. Bitterstld, Chemnitz, Gotha, Jena, Oberhof, Planem Niederschlesten. Breslau, Brieg, Görlitz. Grünbera. Hirschberg, Neumarlt. Norddentschtand. Elmshorn, Hamburg, Harburg, Lübeck. Bad IVilduagen fce*.it Klarer?- esd Ckissnleidsn Ho?q! Kaiserhof. Kan? mitallem Komfort der Keuzeüt. KeirlicieLsge. L:res ge Diätk ücire. Volle Pension, von 7,— Pia 9,— UL Besitzer: K- Sihaaiathar. Obcrsch besten. Beuchen, Gleiwitz, Sr.-Strcchlitz, Hindenburg, Konftadt, KreuzLurg, Neiße, Oppeln, Natibor, Rcscnberg. OstPrerrJerr. Allenstein, Angerburg, Bischossburg. Braunsberg, Tt.-Eylau, Elbing, Coldap, Gumbinnen, Insterburg, Königsberg, Lotzen, Lyck, Marienburg, Marienwerder. Osterode, Nastenburg, Sensburg, Tilsit. Pfalz. Grünstadt, Landau, Ludwigshafen, Neustadt a. d. H.. Zweibrücken. Pomruern-G-renzmarl. Belgard, Dütow, Tramburg, Gollnow, Heriugsdorf, Kelberg, Köslin, Lauenburg, Neustettin. Pasewalk,chPyritz,^Polzin, Rostock, Rummelsburg, Lchirewein. ^chlawe, Stolp, Stralsund, Lwinem5m.de. Rheinlaud-WesLfaten. Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsstldorf, Emmerich, Esten, Gelfrnkirchen, Herne, Hamm, Hagen, Krefeld, Langendreer, Münster, Nicdermarsberg, Oöerhaustn, Paderborn, Recklinghausen, Wuppertal, Darburg. Osi-Wcstfa'lcn. Bielefeld, Herford, Osnabrück, Rinteln. Zur Bevichtrgung. Tie Berliner Tageszeitung ,.Ter Tag" stellt in einer Notiz „Wieso?^ in seiner Nr. 183 tom 31. Juli 1932 die Lchauptung auf, Tr. Bruno Weil habe bei der Kundgebung des Centralvereins im Berliner Logenhaus gesagt, „es sei tief zu beklagen, daß die Stunde kommen könne, wo die deutsche Judenheit an den Völkerbund und das Weltgewiffen (!) appellieren - müsse". „Der Tag^ setzt hinzu: „Darf man fragen, ob der Centralverein damit ausdrücken will, daß seine Mitglieder sich als ,nationale Minderheit betrachten und in dieser Eigenschaft den ,Rat der Rationen* für sich zu interessieren wünschen; Dr. Bruno Weil stellt dieser Berichterstattung gegenüber fest, daß er weder dem Wortlaut noch dem Sinn nach irgend etwas Aehrrliches ausgesührt habe. Dr. Weil hat vielmehr von der unheilvollen Auswirkung dos Antisemitismus aus die deutschen Minderheiten im Auslände gesprochen und für dis deutschen Juden die Eigenschaft als nationale Minderheit energisch abgelchnt. Grundlage und Gipfelpunkt feiner Rede waren die empsindungsgemäße und die staatsrechtliche Zugehörigkeit der deutschen Juden Zum deutschen Volke und die Besorgnis um das Ansehen des deutschen Volkes in der Welt. Er hat Hinzuge fügt. daß ein besonderer Rechtszustand durch das Genfer Abkommen für Oberschlesien geschaffen sei, in dem die gleichmäßige Behandlung aller Einwohner ohne Rücksicht auf religiöse, sprachliche oder volksmäßige Unterschiede interna Li onal garantiert sei und nur mit Zustimmung des Dölicrbundsrats geändert werden könne. Es sei ein Zeichen unserer trüben Verhältnisse, hat Tr. Weil bemerkt, daß man diese Rechtslage überhaupt auch nur erwähnen müsse; denn die deutschen Juden wollten sich mrf.fr mit internationale Verträge, sondern auf ihre verfassungsmäßigen -Rechte und den Kuliurstand des deutschen Volkes, der keiner: Rückfall in Barbarei erlaube, berufen. : LN) ' li - -i; 0 ' vAY . . 4 ' - n :f 0?( Z~\ ■ U : j n 3 TJi Z- \ f; i-. .. : l o- 1 f* u .., .4 ■ O i 0 n 1 > ttiwL «ud Staub ercV.Z-.ieuT den Körper beim Heieen und Wundern. Eine!:rai:if,c öwnävaüluar mit dem herrlich errriecher.-ien Chiorodont- Mundwasscr ui.d cckw grün suche Zahn rein: wag mit Chlorodont - Zahnpasta wirken v/cnhirc-nn, verschaffen das Gefühl der Sauberkeit und - i *. n ■.: > n v , .1" 2 ::

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