Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 16 (15.4.1932)
- Date
- 1932-04-15
- Page
- Seite 156 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ISö gleichlichen Stimmung, die dem Friedhof am Börneplatz wie kaum einem anderen zu eigen ist, weist der Vortrag auf die Geschichte und kunstgeschichllichen Merkwürdigkeiten dieses „Hauses des Lebens" hin. Das Schriftbild und die architektonisch-dekorative Gestaltung der Grabsteine werden in ihrer wechselvollen Be- - Ziehung erklärt; damit wird zugleich ein interessanter Beitrag zur Einordnung der jüdischen Kultdenkmäler rn die allgemeine Kunstgeschichte geliefert. Beginnend mit dem Jahre 1272 und endend mit dem Jahre 1828 ist der alte Judenfriedhos am Börneplatz, mit der Fülle der großen Namen aus der Geschichte des jüdischen Frankfurts, denen, die chn kennen, wie ihn Hülfen kannte, ein erschütterndes und erhebendes Buch jüdischer Geschichte in Deutschland. . Eine Reihe von Abbildungen verdeutlicht den Text aufs beste. Nicht nur den zahlreichen Freunden und Verehrern. des verblichenen Gelehrten, der weit über den Kreis der Frankfurter Juden hinaus im kulturellen Leben seiner Vaterstadt verankert war, sondern allen Kreisen, die sich mit dein behandelten Gebiet vertraut machen wollen, wird das Büchlein sehr willkommen sein. Dr. Hermann Gundersheimer. Gustav Cohn, Rabbiner der israelitischen Ncligionsgemeinde Zu Leipzig. Der jüdische Friedhof. Seine geschichtliche und kulturelle Entwicklung. Mit besonderer Berücksichtigung der ästhetischen Gestaltung. Franzmathes Verlag, Frankfurt a. M., 1930. Preis 5 M. Das vorliegende Buch handelt von jener Stätte, für die die Mische Weisheit das Wort „Haus der Ewigkeit" geprägt hat. Mit der biblischen Zeit beginnend, zeigt der Verfasser, doch man viele Jahrhunderte lang nur Familiengräber kannte, die sich in Höhlen und Grotten Palästinas befanden. Hier wurden bis in das zweite und dritte nachchristliche hundert nachweisbar, obwohl mit Sicherheit anzunebmen ist, daß schon viel früher jüdische Grabstätten, insbesondere auch in Deutschland, vorhanden waren. Namen von uralten Judensiediungen aus deutschem Boden: Köln, Worms, Mainz, Ulm, Breslau, Regensburg, klingen dem Leser entgegen, die Friedhöfe sind teilweise noch erhalten, teilweise durch Ausgrabungen der jüngsten Zeit, wie in Köln und Mainz, wieder zutage gefördert. Der Verfasser zeigt, mit welcher Liebe die Juden trotz der Erschwerungen, die man ihnen häufig in bezug aus die Beisetzung # ihrer Toten machte, an dem heimatlichen Boden hingen, und wie schwer ihnen bei zwangsweisem Verlassen die Trennung wurde. Der zweite Teil der Schrift will eine Darstellung der Entwicklung des jüdischen Grabdenkmals geben. In Wirklichkeit enthält dieser Abschnitt viel mehr, gewährt er dem künstlerisch Interessierten und dem jüdisch Empfindenden — auch durch das beigefügte Bildmaterial — eine Fülle von Anregungen. »Alles in allem ein Tuch, das ebenso vom Geiste jüdischer Frömmigkeit wie von warmer Liebe zur Heimat erfüllt ist, ein Buch, das ehrfürchtig macht. das man in dankbarer Ergriffenheit aus der Hand legt. Italiener. Niederlasiungsmöglichteiten Rr 325. Für Arzt für Haut» und Geschlcchtskrankheiten in Pommern. — Nr. 322. Für Au'.marzt in Thüringen. Nur schriftliche Anfragen von Mitgliedern an den Lentralverein, W 13, Emser Straße 42. Dir Front aller Verschiedentlich war in diesen Blättern von Joses Maria Franks „Volk im Fieber" die Rede, ablehnend von Robert Nsumann, zustimmend von Leuten aus der Kleinstadt, die das im Werk geschilderte Leben kennen, Menschen, denen Wirklichkeit und Wahrheit durch die Praxis eins sind. Beim Lesen dieses Buches trat mir immer wieder das Gleichartige zwischen der Tätigkeit, dem Bestreben des Dr. Rainer (der Hauptfigur des Romans) und unserer Arbeit vor Augen. DieFront aller anständigen Menschen — das ist das große^ Ziel der Menschen, denen Vaterland und Staat nicht parleigebundene Begriffe sind, sondern innerstes Heiligtum. Auch Dr. Rainer, wenn er auch später für die eine Partei kandidiert, will entwirren. will die Menschen aller Richtungen und Parteien einander näherbringen — umsonst; er fällt dem Parteienkamps, der Hetze zum Opfer. Für uns bedeutet es viel. Menschen zu wissen, die den Kampf für Deutschtum und Menschenwürde nicht unter dem Parteidogma führen, sondern vom Standpunkt des deutschen Akenscheu, der das Einigende aller Volksgenossen zum Wohle und Wiederaufbau Deutschlands in den Vordergrund stellt. Das danken wir dem Dichter des „Volk im Fieber", und deshalb sollte dieses Buch uns anspornen, unsere Kräfte zu vervielfachen. Dr. Eugen Pinner. Kameradcrrführer Ernst Wolfs gestorben Einst Wolfs ist tot. Ein furchtbarer Unfall hat ihn von vielen Menschen weggeführt. die chn geliebt haben. Er war ihnen ein treuer Freund — er gehörte zu den wenigen, an denen man nicht vorbeigeht. Diele aber sind m i t ihm gegangen, und denen hat er als Führer der deutsch-jüdischen Jugendbewegung Weg und Inhalt gewiesen, Auch jetzt noch. als er mit jungen Jahren als Anwalt in Frankfurt a. M. Ansitzen und Erfolg erntete, nur noch mit einzelnen in engere Berührung stand, war er ein Mensch, von dem allein zu wissen, daß er da war. für viele Maßstab und Antrieb bedeutete. Ernst Wolfs wird uns sehr fehlen. A. L. Kleine Chronik Das langjährige Mitglied des Centralvereins Max Meyerstein in Köthen feierte kürzlich seinen 70. Geburtstag, an dem ihm zahlreiche Ehrungen zuteil wurden. — Der Vertrauensmann der Ortsgruppe Greifenberg des E. V., Prediger M o s e s, beging seinen 50. Geburtstag. — Ein stets für die E.-V.- Arbeit interessiertes Mitglied, der bekannte Königsserger Urologe, Professor Dr. Theodor Cohn, wurde 56 Jahre alt. — Der langjährige Vorsitzende der Ortsgruppe Schwelm des Centralvereins Josef Rosent h a l wurde kürzlich 66 Jahre alt. — In Magdeburg feiern Hermann Brodor und Carl Samuel, zwei treue Mitglieder des Centralvereins, am 13. und 15. April ihren 66. Eeöurtsmg. — Das Fest der silberneu Hochzeit feierten am 14. April der Vertrauensmann der Ortsgruppe Berlin-Osten des Central- Vereins, Paul Pinkus und feine Gattin. — Pollinfpektor Britz. Königsberg, konnte dieser Tage auf fein 25jähriges Dienftjubilüum zurückblicken. — Wir gratulieren unseren Freunden herzlichst. — In Soldin verstarb vor einigen Tagen Kantor S. G o l d rn a n n im 96. Lebensjahre. — Frau Betty Straus, Karlsruhe, die sich durch ihr soziales Wirken größte Verehrung erworben hatte, starb kürzlich. Wir sprechen den Angehörigen, die sich in hervorragender Weise an allen politisch::! und sozialen Lestrebungen zur Förderung und zum Schutze des deutschen Judentums betätigen, unserherzlichste Teilnahme aus. — Max Salomo n, Begründer und langjähriger Vorsitzender der Ortsgruppe ^chievelbein des Central- Vereins, ist im 8). Lebensjahre gestorben. — In Allen stein starb kürzlich das langjährige Mitglied des Centralvereins Leo Sega! l im Alter von 6o Jahre::. — Wir werden das Andenken unserer treuen Freunde stets in Ehren halten. — Der Verein Erholungsheim für israelitische Frauen Baden- Baden e. V. hielt an: 29. Marz seine Mitgliederversammlung und Vrrwaltungsausschußsitzung ab. Es wurde u. a. beschlossen, daß der Betrieb Anfang Mai ausgenommen werde. Die Verpflegung für 4 Wochen ist auf 95 Mark festgesetzt. Aufnahmemeldungen an Frau R. Cohn, Frankfurt a. M., Friedberger Anlage 1-1. Geschäftliche Notizen Togal gegen Grippe. Mit Togal wurden laut zahlreichen Mitteilungen aus der ärztlichen Praxis bei der Beha::dlur:g von Grippe und Influenza sehr bemerkenswerte Erfolge erzielt.. Deutliche Aöschwächung des Fiebers, Einschränkung des Schweißes und Verwinderung der schmerzhaften Beschwerden trat bald nach Einnahme der Tabletten ein. Unangenehme Nebenerscheinungen konnten nicht beobachtet werden. Selbst bei Herzschwächen und magenkranken Leuten wurde eine schädliche Einwirkung nicht konstatiert. Das Präparat verdient deshalb bei Grippe und Influenza beachtet zu werden, zumal es auch vielfach in Fällen wirkte, in denen andere Mittel versagten. Frühlingsfahrt durch Syrien und Palästina. Die durch ihre außerordentlich preiswerten Mittelmeerreisen bekannte Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrts- Gesellschaft veranstaltet in diesem Jahr in der Feit vom 2. bis 24. Mai mit ihrem M.-S. „Monte Rosa" eine _ Syrien-, Palästina- und Aegppten-Reise, deren Beteiligung bereits für einen Fahrpreis von 210 Mark an möglich ist. Auf dieser Fahrt wird außer der griechischen Insel Corfu erstmalig die reizende Insel Rhodos angelaufen. Taormina mit dem bekannten griechisch-römischen Theater und Neapel werden besucht. Das Hauptziel der Reise — Palästina — wird alle Herzen hoher schlagen lasten, in denen das Verlangen nach einer Fahrt in das „Gelobte Land" wach ist. In verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften erschien im Dezember vorigen Jahres die Nachricht, daß die Grand u. Kulm-Hotels Eonnenberq in Scelisberq (Vierwaldstätter See) an die. Diözese Chur verkauft worden seien. Wie uns die Verwaltung der Hotels rnitteilt, ist diese Nachricht unrichtig. Die Hotels werden auch in diesem Jahr wieder in vollem Umfang unter der bisherigen erstklassigen Leitung von Dr. W. Gerber writergefübrt. Tagungen und Besuche in Bad-Nauheim. Die Zeit- Verhältnisse sind in diesem Jahre den Tagungen nicht sonderlich günstig. Um so höher ist es einzuschätzen, daß Bad-Nauheim auch in diesem Jahre wieder als Sammelpunkt und Dcrkstatte einer Reihe bedeutsamer Tagungen dienen kann. Außerdem werden auch verschiedcne Ctudiengesellschaften Bad-Nauheim besuchen, um die vorbildliche Zweckmäßigkeit seiner Einrichtungen zu besichtigen. Die Liste dieser Tagungen und Besuche umfaßt jetzt schon zahlreiche Daten. Die Kurtaxe in Wiesbaden ist vom 1. Avril ab in Anpassung an die wirtschaftlichen Verhältnisse um 10 Prozent gesenkt worden.. Da Wiesbaden bereits nach statistischen Feststellungen zu den billigen Badeorten in Hinsicht auf Unterkunft und Verpflegung der Gäste zählt, wird die starke Ermäßigung der Kurtaxe ein besonderer Anreiz zu einem Besuche der Kurstad t sein. . - Bad Homburgs Badehäuser werden vergrößert. Der zunehmende Gebrauch der Hamburger Tonschlamm- Packungen hat den Bau einer besonderen Tonschlammabteilung notwendig gemacht. Als Anbau des im Kurpark gelegenen Kaiser - Wilhelm - Bades entstehen 18 modern eingerichtete Zöllen, die zu Beginn der Saison fcrtiggestellt sein werden. Die Hilfe. Wir machen unsere Leser auf das in der heutigen Nummer erscheinende Inserat der „Hilfe", Versicherungs-Verein a. G. für Mitglieder der Jüdischen Gemeinden des Deutschen Reiches, Berlin X24, aufmerksam und weisen darauf hin, daß die Gesellschaft Vertragsgcscllschaft der Jüdischen Gemeinde zu Berlin geworden ist. Der bekannte Oekonom S. Kornreich hat in der Fasanenstraße 78, neben der Synagoge, sein neues Restaurant, Cafe und Spielsaal eröffnet. Die Küche wird streng rituell geführt, die Preise sind der Zeit entsprechend äußerst billig kalkuliert. Der Spielsaal ist der schönste und ruhigste des Berliner Westens. Herr Kornreich ist stets bemüht, seine Gäste zufrieden zu stellen, so daß wir unseren Lesern den Besuch wärmstens empfehlen rönnen. Die durch die besondere Preiswürdigkeit ihrer Fabrikate bestens bekannte Zigarrenimportfirma Otto Börnicke, Berlin \Y 8, Französische Skr. 21, und Zweiggeschälte, ^hat ein bedeutende Ersparnisse bietendes Sonderangebot geschaffen. Es soll die Aufgabe erfüllen, den Rauchern mit Zigarren zu dienen, deren Preisgestaltung und Qualität etwas ganz Außergewöhnliches darstcllen, gleichzeitig aber auch durch verstärkte Herstellung Hunderten von Facharbeitern in dieser schweren^Zeit Beschäftigung verschaffen. Das Sonderangebot-Sortiment besteht aus regulären, Handgearbeiteten Qualirütszigarren verschiedener Preis- -lagen und liegt, ohne Rückstau auf den normalen Herstellungspreis, weit unter Marktpreisen. Verlag: Eentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V., Berlin W 15, (Stufet Sir. 42. Tel.- Adr.: „Eentralglauben Berlin". Postscheck: Berlin 30472. Hauptschristleiter: Dr. Ludwig Holländer. Verantwortlich: Dr. Margarete Edelheim. Beide Berlin \V15. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Freiumschlag beiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: Helmut Cohn, Bln.-Schlüchrensee. — Druck: dl u d o 1 f M o s s e, Berlin. ■j __^ f ... ,i4 , - . h h V' ■ /*4//, ■ ..... jijt.. ... 1-