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Central-Verein-Zeitung · 1932-03-04 · 10 (4.3.1932) · p. Seite 90

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
10 (4.3.1932)
Date
1932-03-04
Page
Seite 90 (sequence 6)
Language
German
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$0 der btc Ehre und Achtung seiner eigenen Vorfahren mit Füßen tritt, ab. Lubarfch verteidigt selbstverständlich die Nichtderufung jüdi'cher Aerzte auf UniversitätZlelirstühle auch dann, wenn es sich um wissenschaftlich hochverdiente Forscher handelt, und begeht dabei die Tattlosigteit, das Andenken der bedeutendsten Männer der Wissenschaft jüdischen Glaubens zu verzerren. Paul Ci li r i i ch, der dlvbelpreisträger und Entdecker des Salvarfans, sei kein Hygieniker und ein unmöglicher akademischer Lehrer gervesen: Carl Weigert, dessen Fardstostftudien den großen Aufschwung in der pathologischen Wmenschaft gebracht haben, „war kein guter Lehrer und ein noch weit schlechterer Institutsleiter — es wäre für ihn, für das Institut und für die Studenten kein Glück gewesen, wenn ihm die Lasten einer ordentlichen Professur übertragen worden waren"; den berühmten Augenarzt Oirschberg nennt er einen Großsprecher und Lildungsprotzl! Genügen diese Stichproben? — Natürlich werden alle ins Antisemitische neigenden Redensarten von den Juden nicht wohlgesinnten Menschen zusammengetragen und dazu benutzt, um der jüdischen Gemeinschaft, der er entsprossen, etwas auszuwischen. Dom Antisemitismus gegen Lisraeli in England wird berichtet: mit Behagen gibt er antisemitische Bemerkungen der Anhänger der - früheren Fortschrittspartei wieder. Lubrasch behauptet trotz allem, er verdiene nicht den Vorwurf des Antisemitismus. Im Gegenteil, er sei in der Seutschnationalen Partei, welcher er seit Begründung angehört, allen Ansätzen zum ausgesprochenen Antisemitismus entgegengetreten und habe eine beantragte Bestimmung, Juden und Iudenstümmlinge von der "Ausnahme in die Partei ^auszusäftießen, mit Erfolg bekämpft. Herr Prosepor, ich muß Ihnen leider doriverfen, daß Sie Ihr Parteiprogramm nicht kennen, anderseits die Freude machen, daß es im § 33 des Programms der Teutschnationalen Partei heißt: Juden sind von der Mitgliedschaftausgeschlossen. Wie so viele Juden, hak Lubarfch Söhne im Kriege verloren. Als er vom Tode seiner Söhne berichtet, leistet er sich die geschmackloseste Bemerkung seines Buches: „Fromme Juden werden vielleicht finden, daß es der gerechte Zorn des Herrn war, der mich für meine Abtrünnigkeit geschlagen hat." Wer es mit der Zukunft Deutschlands gut meint, muß wünschen, daß dieses Buch sofort der Vergessenheit anheimfällt. Wir schließen mit der Genugtuung, daß die Mehrzahl der christlichen Kritiker dieses Buches in der Tages- und wissenschaftlichen Presse von ihm weit abgerückt ist. Dr. Bruno Glaserfeld. Bajides verbau d^iag’ung1 Gross-Berlin. Donnerstag, 10. März, abends 83^ Uhr, im Roten Saal des Logenhauses, Berlin. Kleiststras',0 10. Vortrag1 von Rabbiner Dr. Löwen* stamm (Spandau): ...Der Kampf «am die deutsche und die jüdische Seele." Alle C. V.-Mitglieder haben zu dieser Versammlung freien Zutritt! Ortsgruppe Breslau des €. V. Mozartsaal der iScrmaimslogc, Jluseiims« platz, abends 8 Uhr: Dr. Brusao Weil: „Vom General Boulanger zu Adolf Hitler." Kartenverkauf zu 1 Mark und 0,30 Mark findet statt im Büro, Junker.strasse 21, beim Kastellan der Lessing-Logo und an der Abendkasse. Kleine Chronik, Der außerordentlich verdienstvolle Vorsitzende unserer Ortsgruppe Ulm, Rechtsanwalt Moos l, beging in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag. Wir wünschen dein Jubilar, der sich als Jude, als Mensch, als Demokrat und als hervorragender Anwalt weit über die Grenzen Wüttembergs hinaus besonderen Ansehens erfreut, einen gesegneten Lebensabend. — Am 3. Marz erreichte der Lehrer i. R. Nathan Alexander, Krefeld, das '70. Lebenslage. Nahezu zwei Drittel dieser Zeit entfallen auf feine Wirksamkeit in Krefeld. 40 Jahre war er an der von der otaöt unter- Hallenen jüdischen Volksschule tätig und länger noch versah er die ihm von der Ennagogengeure inde übertragenen Aemter des Gemeindefetretärs und Chorleiters. Eine Reihe von Jahren gehörte cr^ auch dem Vorstand der Ortsgrupve des C. V. an, dessen Tätigkeit ihm aus nächster Beziehung schon früher vertraut geworden war. Roch jetzt stellt er seine Kräfte ehrenamtlich ,,seiner" Gemeinde zur Verfügung. Wir gratulieren von Herzen. — Am 5. März feiern Carl V o n e m und Frau in Trier das Fest der goldenen Hochzeit. — Die Mitbegründerin der Dresdener Ortsgruppe des Centralvereins, Frau Vetti Aron, wird am 6. März 75 Jahrs alt. — In Bremervörde starb kürzlich der Schützenkorttg Harry L e e s e r, der sich einer großen Beliebtheit in der Stadt erfreute; selbst rechtsstehendr Blätter widmeten ihm Nachrufe. — Emanuel Kahn, 'Mosbach, wurde zum vierren Male Zum Kreisabgeordncten im Kreise Mosbach gewählt. — Änser verdienstvolles langjähriges Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Verlin-Friedenau-Steglitz, Max Groß, feierte am 1. März seinen 70. Geburtstag. Wir gratulieren unserem Freunde herzlichst. — Unser langjähriges Mitglied Moritz» Rosen daum (Cronen a. d. O) starb am 25. Februar im Alter von 73 Jahren. Die Stadt Crossen widmete dem Verstorbenen, der von 1910 bis 1924 Mitglied der Stadtverordnetenoerfammlung war, einen Nachruf in dem „Cro:jener Tageblatt". Dri der Beisetzung wies Prediger Junger besonders darauf hin, daß die Familie Thssenbaum ftfant 115 Jahre in Crossen wurzelt. — Am 24 Februar fand in Anbetracht der besonderen Neuzeit eine Iahreskonferenz des vor etwa strrei Zähren aus Vertretern aller Richtungen der deutschen Zudenheit Zur Förderung des Hilfswerkes des „Ver-; band es russischer Juden in Deutschland" gebildeten { „Retchsausschusses für russisch-jüdische Flüchtlingshilfe" statt. Den Vorsitz' führte Rechtsanwalt Heinrich Stern, Berlin. Wärmste Dankesworte galten dem ehrwürdigen, aber noch l jugendfrsschsn, in seinem sozialen Wirken unermüdlichen Vorsitzenden des Verbandes russischer Juden in; Deutschland, Wirklichen Staatsrat Jacob T e i t e I. — Am VEstrauertag hielt im KonZilgebäude zu ' Konstanz Dezirksrabbimer Dr. C h o n e die Gedenkrede vor nahezu 2i>00 Personen. Bei dieser Gedenkfeier wechseln in Konstanz die Geistlichen der verschiedenen Bekenntnisse alljährlich als Redner ab. NiederlassmrgsmöZlichkerten j Rr. 392. In Kreisstadt der Grenzmark für Tier- ' jt. — Nr. 393. In Kleinstadt der Grenzmark für hnarzt. — Anfragen von Mitgliedern an den ntralverein, Berlin W15, Emser Straße 42 (nur; schriftlich). Geschäftliche Notizen Universität Köln. Das Sommerfemester 1932 beginnt am!. April. Vorlesungsbeginn Dienstag, den 19. April. Das Vorlesungsverzeichnis kann v"m Universitätsi'ekretariat gegen Einsendung von 85 Pf. und 15 Pf. Porto bezogen werden. Die Firma Ludwig Scheibe, Polsteruröbclfabrik und Innenausstattungen, Berlin, Alt-Moabit 95,86, liefert Polstermöbel in geschmackvollster Abführung zu billigsten Preisen. Auch alte Sitzmöbel werden zeitgemäß auf- und umgeardeitet. Aus einem alten Diwan oder Chaiselongue entsteht in neuem Gewand eine moderne Couch. Für das Schlafzimmer werden die Matratzen erneuert bzw. aufgearbeitet. Geschmackvolle Dekorationen, die Zierde jeder neuzeitlichen Wohnung, werden stilgerecht in einfacher und reicher Art auogeführt. 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Verantwortlich für dir Schriftleitung: Dr. Margarete E^d e I h e i m. Beide Berlin XV 15. — Unverlangte u-mnus'riptr werden nur zurückgesandt, wenn Freiumschlag bailiegt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: Helmut Cohn, Dln.-Schlachtensee. — Druck: Rudolf Mosse, Berlin. ' V-i unübertroffen bei; Rheumo Gicht I \\ Kopfschmerzen I f Ischias, rlexenschuh u. Erkältungs-; ”? krankheiten. Entfernt d. Harnsäure!j 16000Ärzte-Gutachten! Vollkommen; j unschädlich. Fragen Sie ihren Arzt; Nächster Anzeigenschluss am Montag, dem 7« März, für die Nummer li vom li. März. Versidierten-Dividende 1932 nach den Tarifen A, B and a: 40,1 °jo des Jahresheürags und 4,6 °jo des Deckungskapifah. r L : =it*s-tt'ck rü: J’!<s' (;!' tt-r. i •- Rfi^f25 f .7r'w fea^ hi a 3 s u t j L Wei?he!rr«;0berb?.v■;*rn) ^r.c'r’:*ic3 $arrr.itrtt-p.uterä.vc:j C’>;.-.jcn. Kleines Familieupenstonat. Borzüg.tcke Berpsieguna. Individuelle B>.handlun:. Unleblugte Forderung schwacher Spüler. 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