Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 42 (16.10.1931)
- Date
- 1931-10-16
- Page
- Seite 498 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Gross-Berliner Mitglieder! Wir werden demnächst im Osten Berlins ein Tages- und Abendheim für jüdische Angestellte eröffnen. Stellt uns zu diesem Zweck gut erhaltene Möbel (vor allem Tische, Stühle, praktische Beleuchtungskörper, einfache Gardinen, Teppiche u. dgl.) zur Verfügung! Eiliger Bescheid zwecks Besichtigung und Abholung der Gegenstände erbeten an das Büro des Central- Vereins, W 15, Ernser Strasse 42 (Oliva 5074-76). Wenngleich wir bcn Eindruck baben, daß den polsmischLN Darlegungen, zu denen Verfasser gezwungen war, an manchen stellen eine kürzere Form, zum Teil aber eine sachliche Vervollständigung hätte gegeben werden können, ist die Broschüre doch recht geeignet, sernerüchende Leser über die Einseitigkeit und Unsachlichkeit der gegen das Schächten gerichteten KampftnoMvVo sowie die Skrupellosigkeit führender Schächtgegner auszuklären. Tr. I. H. Rorrhaar: „Palästina". Verlag I. K. Wwltcrc», Groningen — Ten Haag, 1930, in der Bücherreihe „Vrcemde Landen und Landsircknr". Durch das holländisch geschriebene, in erster Linie für studierende 'l>estim:nte Buch erhält man einen vorzüglichen Einblick in Geschichte, Ceolcgie, Flora, Fauna, in die klimatischen Verhältnisse, die Bevölkerung, den kulturellen und gegenwärtigen politischen Zustand im Lande. Aus der Quellenangabe ist zu' ersehen, das; der Verfasser seine Informationen unparteiisch aus allen Lagern entnommen hat; uns interessiert hauptsächlich seine Einstellung zu südn'chen Fragen, und da ist es erfreulich, seine Objektivität und Gerechtigkeit feftftellcn zu. können, er lobt, wo zu loben ist, hält aber auch nicht mit Zweifeln zurück, wo sie sich ihm ausdrängen, wie z. B. am Bestand von Tel Aviw, den er davon abhängig sieht, daß es den Juden gelingt, sich in Palästina zu halten, dort eine Industrie auszubauen. Tr. Nonhaar zeigt volles Verständnis für den Zusammenhang und die Sehnsucht der Juden nach Jerusalem, dort seien noch heute die Hälfte der Einwohner Juden, während "sie im ganzen Lande nur etwa 17 Prozent der Bevölkerung ausmachten. Tie schwere, aufopferungsvolle Arbeit der jüdischen Kolonisten wird sehr anerkannt und das Zurückbleiben der Araber in Gegensatz dazu gestellt. Tie Schilderung der Araber in den Städten wie auch der Fellachen und Beduinen ist^ wenig schmeichelhaft für diese. Von einer Bapereinheic der Juden könne keine Nede sein, sie hätten sich mit allen umwohnenden - Völkern gemilcht und deren Eigenschaften angenommen. Tie Beurteilung, die die Juden gesunden, werde meist von Judenfreundschaft oder -seindschast diktiert. Dr. Nonhaar selbst läßt bei Aufzählung der jüdischen Eigenschaften die ungünstigen entschieden überwiegen. Da unter seinen Quellen Werner Sombart und H. St. Shamberlain angegeben sind, ist dies weiter nicht verwunderlich. Tie palästinischen Kolonien nennt Dr. Nonhaar paradiesisch schön, die dort geleistete Kulturarbeit sei der besten in Europa ebenbürtig, doch wird nach seiner Ansicht zu viel Neues in Angriff genommen und' das früher Begonnene vernachlässigt, die Kolonisten seien eben keine ausdauernden Bauern und vor allem fehle es an der richtigen Bäuerin. Tie Industrie habe schwer zu kämpfen. Ta seien Fracht- und Absatzschwierigkeiten: die Herstellungskosten seien zu hoch, die Kapitalbeschaffung zu unsicher. Tie Handwerlerschulen lieferten zu teure Arbeitskräfte, es seien ohnedies schon über Bedarf Handwerker im Lande. Tie beste Zukunft habe Palästina als Touristenland, wegen der heiligen Stätten für alle Konfessionen. Jnr allgemeinen sei sowohl unter Arabern wie Juden mehr Armut als Wohlhabenheit. Im Kapitel Unterricht wird eine ccite der jüdischen Universität gewidmet. Hier kund auch sonst noch) zitiert der Verfasser die bekannte „Kritische Ncisc" Tr. Wieners, es sei keine Universität in unserem Sinne. Tr. Nonhaar berichtet' über das Mißverhältnis zwischen der geringen Anzahl Studierender und der Lehrer^ bemerk: aber, daß die Univerülät im Augenblick mehr w:si22> schaftliches UnLcrfttchunsisinstitut ist, hnnpllächlich'für Kotoni'ntionsbelange. Er nnterstreickst das Bildungsbedürmis der Juden in der ganzen Welt, findet bewundernswert, was in Watastirrn in der kurzen Zeit durch die Eingewanderten erreicht wurde, bewirchtet aber, das; man. wie er sich ausdrück:, weiter springen will, als der <-tock reicht. Sehr erstaunlich erscheint ihm. daß sich das Neu-Hcbräi'ch so schnell aus einer toten Sprache entwickelte, doch würde es wellt kaum zur Landessprache werden. lieber den polnnck>m Zustand sagt Tr. Nonhaar, die Juden Härten sich in England und dieses in den Arabern versehen. Zummmen könnten Araber und Juden das Land zur Blü-e bringen, decki wallten die beiden nicrst zmannnenkommcn. Palästina sei eine Figur auf dem (Schachbrett, die man opfere, um eine^wichügere zu erlangen. Aber der größte Feind der Nationalidee der Juden seien nicht die Araber, sondern die Juden selbst durch ihre Zerripcnheit in Parteien und durch die radikal eingestellte Jugend. Troll einiger Jrrtümer in der Statt flik u^d unzutreffender Auffammg vieler religiöser Gebräuche aller Konwsüonen, auch Ausstellungen im einzelnen, bildet das Buch eine wertvolle Bereicherung der Palästina-Literatur. II. dl. 6. P., Ellen. Sn dem Ausruf „Jute verrecke I" liegt eine Anregung zum Klassenhaß, die gemäß § 130 0:3-0. ftra'r entlief} zu mrwlgen ist. Die Polizei in daher rerp-Iichtet, gegen derartige eufreiZer.de; Ausrufe einzufchrciten. Kleine Chronik Isttcheu Mer er (Osnabrück) feierte rer einiger 8cit ihren 70. Geburtstag in voller g-isttger und körperlicher Fri'che. — Am 5. Oktober feierte das ' lanajährig: Mitglied des Cenwalreretns Mar Blume nt dal (Berlin) seinen 82. Deburtstag. — Karl Spingarn (Breslau) be-ging am 8. Oktober seinen s). Geburtstag. — Das immerwahrende Mitglied des Centralvereins Da. Momtz St tu Haus (München) feierte am 5. Oktober in doÜcc geinigev und körperlicher Friste seinen W. EeburtS- -tag'. — Unsere Mitglieder Indor Zlahnemann iFlatow)) und Emil llri) (Belgard) feierten kürzlich ihren 7b. Geburtstag. — Das langjährige Mitglied des Eentralvereins 6. Weile (Berlin» mürbe am 6. Oktober 71 Jahre alt. — Am 25. Oktober feiern Äarl und Julie Juda in Neumagen a. d. Mo'el das Fell der goldenen Hochzeit. — Kantor Altrnann (Arnswaldc) feierte am II. Oktober fein vOjäbrig-es Amtsjubiläum. — Adolf 2 ißner (Dcrlin-ZeUendorfU bekannt durch feine jrhrzehnte. lange Tätigkeit in der Automobilbranche, feierte am 13. "Oktober feinen G9. Geburtstag. Allen Freunden herzliche Glückwünsche. — Der Kantor und Lehrer der Si)ULT0Zcnr;meinde Friedberg i. H. Heinrich Ehr mann starb vor wenigen Tagen. — An sang September starb in Geistingen a. d. Sieg Frau Berta L e r-y im Alter von 78 Jahren. Sie hat dem C. 2. in Anerkennung seiner Verdienste im. O.ampf um das Neckt der drut'chcn Juden in hochherziger 3i>rifc einen Betrag von 300 Mark trüamen.tarisch vermacht. — In Ocynl>ausen - starb das langjährige Mitglied des Centralrer^in- Otto Stüde n b e r g. Der Verstorbene hat lanne Jahre dem Vorstände des Landesverbandes Ostwestnalen ongehört und bis in feine letzten Tage die Arbeit des Centralvercins unterstüot. — Fabri'besitzer Solomon Stein in Beckum, i. Best.ll starb im 71. Lebensjahre. Ec war ein eifriger Förderer des C. V.'Gcbankens und war besonders dura') seine Tätigkeit im westdeutschen Iementvctban.d bekannt. Wir werden das Andenken dieser Mitglieder stets in Ehren halten. In Tost feierte die Weinaro-tzhandlun.g Kornblum ihr IMjähriges Bestehen. Infolge der schweren Zeiten wurde von einer Festlichkeit -abreschrn, dafür spendete der Inhaber der Firma, Mitglied des Centralvete-ns Bau! K o r n b l u m, ll/X) Dll'.rk an die Stadtgemrin.de Tost zu Anschaffungen, für die Armen. Das Personal der Firma wurde aus Anlaß dieses Jubiläums mit (beschenken bedacht. — Am'ang Oktober waren es 4st Jahre her, seitdem die Firma Thüringer Zieh'leistcntontor Etdrüdcr Üebetmar.ti, Arnstadt, gegründet wurde. Das Unternehmen er-'reat sich heute noch der allergrößten Beliebtheit. Auch wir gratuliercn her:'icl.st. — Aus Anlaß des önjahrigen Rggiment-jubiläums des ehemaligen bayrischen 18. Ir'.fan.tericmgiments „Prinz Ludwig Ferdinand"' hielt Dezitksrabbiner Dr. Dagobert Zollhaus (Pirmasc..s) eine Festrede, die jetzt im si-ouck rorliegt. — Der Gemeind: (ö e l s e n k i r ch e n ist es trotz der Wirtschaftskrise gelungen, gemeinsam mit dem feuncrucrcin. dem Frauenverein und durch das Ergebnis der Düch'n'.famm.lung 42 Rindern, die zum Teil die sollen selbst getragen haben, eine Erholung zu gewahren. Einige Linder, für die nur Heilbäder in (heil andere gute Häfirmltlel! fr* / Au3i!fferüngslager: Berlin W50 Herrmann 8 Schn, ßnsbaclier Strasse 42. l’ri-ie nes Paketes KM. 1,10. Preisliste frei. Frage kamen, konnten sich einer SUtc in Sassendom unterziehen, während der Best der Kinder dank der Bemühungen d-:s Vorsitzenden der deutschen Jugendherbergen, Ortsgruppe Ee'.'enkirchen, Rektor Ku!cb. für drei Dock-eit in. der Jugendherberge Staufer b. Haltcnr Unterkunft fanden. — Anläßlich des Itongresses der Deutschen orthopädischen Gasellfchafr berichtete Dr. Gustav Muskat über die Verhütung und Dtkämpfung des Plattfußes als Polkskrankreit. Dar wichtige Filmvortrag bedeutet indirekt eine Widerle-eung der judenfeindlichen Dthauytung, baß der Platmug eine jüdische Eigentümlichkeit sei, er ist rielmehr eine Anormalität, die Menschen aller Stände und Lebensalter betrifft und nach statistischen Fellllelluna-n sogar 50 v. H. aller Schulkinder befällt. - NiederrassungsmögllchkeiL Rr. 342 bis 345: Zn schlesischem Industrieort für Frauenarzt, Lvinderarzt, Hautarzt und Spezialist für Hals-, Nasen, und Ohrenkrankheitcn. — Nr. 346: In schlesischer Mittelstadt für Frauenarzt. — Nr. 347: An kleinem Ort in Prorän; Sacklln mit guter Umgcdung für Augenarzt, so'ortige 5lagenzulasiung sicher. — Är. 34Z: Für praktischen Arzt in kleinem Orl Ost. preußens mit guter Umgebung. — Är. 341 (wieder, holt): Klinisches Ambulatorium mit Bädern in Berlin NW. — Anfragen an den Lentraloercin, Berlin W15, Emfer Straße 42. Nachtrag zur Liste „Kurorte und Gastlzäuscr" Rex anfzuuehmeu: Echonach: Hotel Lamm, Besitzer Greiner-Wolü. Enkirch (Mvsel): Hotel S t e f f e n s b e r g, Im lhaber Otto Georg. Mcllcusee bei Haus am Mellensee. Aßmannshaafeu: Hotel Nheinterraffen, Inhaber Leonbard Smmieg. Solingen-Ohligs: Kaffee Schlösser. Marktbreit i. Darrrn: Hotel zum Löwen. Braunlage: Hotel ,,Anita.Ilon e". Diese Häuser haben sich durch Stillschweigen auf unsere Anfrage mit der Aufnahme in die Bäderlisir einverstanden erklärt. Obersicin. Badischer Hof. Verkehrslokal der NcDAP. und des Stahlhelms. Oderschrelberhaw: „Hotel zum Zackclsawü Inhaber Drüheim. Geschäftliche Notizen Trinkt Fachinger. Auch jeder Gesunde sollte sich in jedem Jahr einmal zur Anregung seines Gesamt, stosswech'els 4 Wocken hindurch einer Hanstrinklur mit Staatlich Fach inten unterziehen. Dieses Gesund, heitswaffer von Lsicltruf in in allen Mineralwasser. Handlungen, Apotheken, Drogerien ufw. erhältlich. „Fachinacn orrlängcrr das Lebens Aüfrührverfichcrungen v-trmittelr durch erstklassige in. und ausländisch? Vcrsicherungcn zu ganz billigen Prämicu'ätz-tn Bankier Hugo Lcvp. Hannover, Dödekerstrotze bö. 'Man verlange Vorschläge. Deutsche ärztliche Studienreise nach Partcnkirchcn. Die schon itn Jahre 1314 dt luchte auch dieses Jahr die Deutsche Sescll'chaft :ür är-iliche vBlubLcnrctfcu unter Führung des Herrn Ooerregicrungs.Medizinalrat Profcssor Dr. Lennhoff, Berlin, das Dr. Wiggerfche Rur. yeim in Partcnkircheu. Nu.id 40 Acrzte und Aerztin. neu aus allen Gegenden Deutschlands wohnten mehrere Tage in Dr. Diggers Kurhrim. Vom schönsten Wetter begünstigt, hatten die Teiln.rhrner au der Studienreise von Partenkirchci: und von Dr. Wiggers 5iurheim zweifellos die besten Eirtdräckc^ und brzeichncten den hiesigen Aufenthalt als den Höhexunkt ihrer Reise. Die Wirkung des Togal, linier Arzneischatz ist nicht arm an schmerzstillenden Mitteln. Die stets wiederkekreu.de 5Uao-e der Aerzte ist aber, dass die gebräuchliche-n Mitttl unangenehme Nebenerscheinungen und Sinämirku.-gen habc:t. Dies ist laut zahl' reichen ärztlichen Berichten bei Togal nicht der Fall, wenn es vcrfchrift-mägig eingenommen wird. Da es überdies puompt wirkt, dürfte es von allgemeincm Interesse fein, auf das Präparat hinzuweisen. Ancrwartcter Quc-enreichtum in Bad Althcide. Bei der Neufassung des ..Grosten Sprudels" stieß man aus neue ftoh'cuu'äutereick: Da'üradcrn. Der Sprudel liefert 'pro Stunde 42 Kub-kmcter, demnach pro Tag Über eine Million Lüer Mineralwasser. Verlag: Een.tralvcrein deut'chcr Staatsbürger jüdischen <LIaubc:m e. B., Berlin \\ 15, Emser Stc. 42. Tel- Adr.: „Se!::ralglaub:n Berlin". Postscheck: Berlin S0472. Haupischriitleiter i. D. Dr. Alfred Diener. Verantwortlich: Dr. Margarete. Edelheim. Bride Berlin W 15. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgc'andt, wenn Freiumschlag beilicgt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: Hellmut Lohn, Bln. - Sckllachtensre. — Druck: Rudolf M o s s e, Berlin.