Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 36 (5.9.1930)
- Date
- 1930-09-05
- Page
- Seite 476 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2277379-2277676-2277712--06241-2287048- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
47ö berger, E. B o r o d i a n s k i, S. N a w i d o - w i c Z, B. Strauß und L. S t r a u ß. Der erste Band enthält eine Reihe philosophischer Abhandlungen, der siebente Band den ersten Teil seiner Schriften zum Judentum, der sechzehnte Band seine Briefe. In sorgfältiger Durcharbeitung, drucktechnisch ausgezeichneter Form bilden die drei Bände eine Verheißung für alle die, denen Moses Mendelssohn mehr ist als eine Erinnerung und denen die Schriften auch heute noch mehr sein können als eine angesehene Füllung der Bücherschränke. A. H. Dr. Emil Schaesfer: Heilige Stätten der Bibel. Orett Fützli Verlag, Zürich und Leipzig. In der Reihe der „Schaubücher" ist ein schmaler Band unter dem Titel „Heilige Stätten der Bibel" erschienen. 62 Photographien find so ausgewählt, daß sie, wie es der Buchtitel verspricht, Palästina als Stätte der biblischen lleberlieferungen, dem Leser vor Augen führen. Da die Landschaftsphotographie in ihrer Wirkungsmöglichkeit begrenzt ist, fehlt diesen palästinischen Landschastsbildern der wesentliche orientalische Glanz. Sie erscheinen fast wie unter einem nordischen Wolkenhimmel. Dagegen vermittelt die kleinere Zahl der Bilder die Bevölkerungstypen und die Anwendung uralter Arbeitsgeräte zeigt viel stärker den Eindruck unendlicher Verbundenheit mit biblischen Zeiten. Pfarrer Alb. Gsell (Lugano) gibt Erläuterungen zu den Bildern, kurz und nicht immer erschöpfend. Aber Angaben der Bibelstellen verweisen den Leser auf den eigentlichen Text der Bilder. Theodor D ä u b l e r hat eine Einleitung zu dem Buch geschrieben, in der er nach einigen allgemeinen Mitteilungen über die Eigenart der palästinischen Heiligtümer seine Reiseeindrücke wiedergibt. Diese Subjektivität belastet den Leser mit allerlei Jrrtümern (z. B. „Arabisches Jerusalem" soll wohl die „Altstadt" sein, die jüdische Vasarstraßen und die Behausungen des „alten Jischuw" mitumfaßt. Man begegnet dort nicht „meist . . . Beduinen", sondern allen nur denkbaren Volksthpen. Beduinen begegnet man eher auf Ausflügen, die weit ins Land führen. Die „nüchterne Umgebung der Grabeskirche" ist ein seltsamer persönlicher Eindruck Däublers, den Wohl sehr wenige Reisende mit ihm teilen werden). Däubler wirst die Frage auf: „Wird Palästina wieder ein jüdisches Land werden?" — natürlich ohne sie zu beantworten. Seine Schilderung des jüdischen Palästina geht über die üblichen flüchtigen Touristeneindrücke nicht hinaus. Tatsächlich falsch ist die Angabe von „2000 jüdischen Einwanderern monatlich" (S. 7/8), eine Zahl, die nur in den besten Einwanderungsmonaten des Jahres 1925 erreicht worden ist. Die Bezeichnung Samarias als „hoffnungsspendend" für die Juden berührt unrichtig, weil gerade Samaria bisher rein arabisch geblieben ist und seine Hauptstadt Nablus noch immer als Mittelpunkt des arabischen Nationalismus für jüdische Einwanderung so gut wie verschlossen ist. M. W. Dr. Eugen Golösteiri Der Entdecker der Kanalsttahlerr -- Bevor die eigentliche Tagung der deutschen Naturforscher und Aerzte in Königsberg beginnt, werden sich in der „Stadt der reinen Vernunft" Physiker der verschiedensten Richtungen aus allen Gauen Deutschlands Zusammenfinden, um einen der ihren zu ehren, Professor Dr. Eugen Goldst e i n, der am 5. September sein 80. Lebensjahr vollendet. Dieser Berliner Forscher hat in seinem eigenen Vaterlande verhältnismäßig spät die verdiente Anerkennung gefunden. Früh verwaist, kam er aus seiner oberschlesischen Heimat — er wurde in Gleiwitz geboren — nach Berlin, um hier Medizin als Brotstudium zu betreiben. Aber die ausgesprochene Neigung für Physik zog den jungen Mediziner in das Laboratorium, das der geniale Naturkünder Hermann Helmholtz soeben eröffnet hatte (1873). Hier beschäftigte er sich namentlich mit der elektrischen Entladung verdünnter Gase. Verschiedentlich wurde ihm geraten, von diesen Arbeiten, „bei denen doch nichts herauskomme", Abstand zu nehmen. Nur einer glaubte an ihn, Hermann Helmholtz selber. Er selber trug auch die Arbeit des jungen Forschers in der Akademie der Wissenschaften vor, die davon erzählte, daß es Goldstein gelungen sei, unter besonderen Umständen eine besondere Bestrahlungssorm an der Kathode zu erzeugen (1886). Anfangs fanden diese neuen strahlen, die Gvldstein nach der Art ihrer Gewinnung als Kanalstrahlen bezeichnete, wenig Beachtung. Erst als die Röntgenstrahlen entdeckt wurden, wandten sich die Forscher diesen Strahlen, die seit einer Reihe von Jahren eine wichtige Rolle in der Physik und Chemie spielen, eifrig zu. Jetzt wissen wir, daß die Kanalstrahlen die geradlinige Bewegung positiver Massenteilchen, positiver Jonen sind. Helmholtz und der Astronom Wilhelm Förster verwandten sich für den Forscher. Endlich erhielt er eine Anstellung als Physiker an der Berliner Sternwarte. Auch hier leistete er, den man um seines Glaubens willen nicht gern befördern wollte, sehr Beachtenswertes. Er untersuchte die Natur der Kometenschweife, suchte Einblick in den physischen Bau des Weltalls zu gewinnen. Die Pariser Akademie verlieh ihm 1903 einen Preis, 1908 erhielt er von der Royal Society die Hughes-Medaille. Die alte Urania in der Taubenstraße erzählte — und auch das Deutsche Museum in München — von dem experimentellen Geschick Goldsteins. Dank seiner Anordnung vermag dort jeder Laie selbsttätig die Gesetze der Physik nachzuprüfen. Möge er noch recht lange sich der Anerkennung seiner Fachgenossen erfreuen. K. Joel. Professor Nosenheim 70 Jahre alt Am 3. September vollendet unser treues Mitglied, der bekannte Berliner Internist Professor Theodor R o s e n h e i m, sein 70. Lebensjahr. Der Jubilar, aus Bromberg gebürtig, kam schon als Student nach Berlin. Seine hervorragenden Fähigkeiten trugen ihm schon damals die Goldene Medaille als Auszeichnung für eine Preisarbeit auf dem Gebiete der Nervenkrankheiten ein. Von 1885 bis 1897 wirkte er an dem Krankenhaus Friedrichshain als Schüler von Fürbringer und Senator. Professor Rosenheim, der einer der hervorragendsten Spezialisten auf dem Gebiete der Magen- und Darmerkrankungen ist, hat sich auch als medizinischer Schriftsteller große Anerkennung erworben. Wir gratulieren dem verehrten Jubilar. 'erm len iuckwun zum neuen Jahre sagen Sie Ihren Verwandten, Bekannten, Gästen und Geschäftsfreunden am besten durch ein Glück wünsch- Inserat in unserer „Raus di-Hasdionoh-N u mmerUmip. 9ZO. TVir gewähren auf Glückwunsch-Anzeigen in dieser Neujahrsnummer einen RABATT von 50%. Die Anzeigen berechnen sich wie folgt: Grösse A (25 mm hoch, 27 mm breit) 11 Zeilen RM. 4>95 GrÖSSe B (22 mm hoch, 56 mm breit) — 10/20 Zeilen RM. 9>- Grösse C (33 mm hoch, 56 mm breit) 15/30 Zeilen RM. 13,50 GrÖSSe D (33 mm hoch, 85 min breit) 15/45 Zeilen RM. 20,25 Sichern Sie sich die Aufnahme Ihres Inserates durch die Einsendung Ihres Auftrages an die Anzeigenverwaltung der C. V.-Zeitung, Berlin SW 100, oder an eine Filiale der Annoncen-Expedition Rudolf Mosse. Aufträge müssen bis spätestens 15. 9. ZO vorliegen. C.V.-ZEITUNG Anzeigen Verwaltung: Berlin SW 100, Jerusalemer Strasse 46-49. An die C.V-ZEITUNG Anzeigenverwaltung Berlin SW 1OO Bitte nehmen Sie in die Neujahrsnummer der C. V.-ZE1TUNG vom IQ. 9. 30 die nachfolgende Glückwunsch - Anzeige auf. GrösseA= 11 Zeilen RM. 495 Grösse B 10/20 Zeilen RM. 9,— Grösse C=15/3O Zeilen RM. 13,50 Grösse D=15/45 Zeilen RM.20,25 (Nichtgewrünschtes durchstreichen) Ort u. Datum; Text: Unterschrift: