Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 22 (30.5.1930)
- Date
- 1930-05-30
- Page
- Seite II (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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II Königstein (VII): Pension Ebenheit versieht seine Postkarten mit dem Aufdruck: Jüdischer Besuch unerwünscht. Kösen (IV): Haus Alihn. Im Prospekt heißt es: Christliche Gäste gebildeten Standes finden jederzeit Aufnahme. Koserow (I): Pension Waldfrieden versieht seine Briefbogen mit einem Hakenkreuz. Haus Sonnenbttck vermietet Zimmer für christliche Gäste. Kreuznach (XI): Hotel Fetzner. Vom nationalsozialistischen „Westdeutschen Beobachter" als „Parteilokal" bezeichnet. Krummhübel (V): Hotel Waidmannsheil. Der Inhaber betätigt sich antisemitisch. L a g o w (Neumark) (III): Pension Lagow. G. Herter, lt. Brief: christliches Haus. L a n d e ck (V): Villa Rheinbaben, Oberes Generalshaus, Unteres Generalshaus haben sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Villa Alhambra, Villa Daheim, Villa Landsfried nehmen keine jüdischen Gäste auf. Haus Schwarzenstein inseriert: Christliches Fremdenheim. L e b a (l): Kurhaus. Dem Besitzer ist die Aufnahme in die Liste erwünscht. Liebenzell (VIII): Cafe Ehrhard. Der Inhaber ist Vorstand der dortigen NSDAP. L o b e d a (IV): Iugendburg. Auf Wunsch des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes ausgenommen. Mergentheim (VIII): Haus Schwaben gehört dem Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband. Michelstadt (X): Zur Einhardsklause. Der Inhaber, Joh. Schwöbel, äußert sich antisemitisch in einem Brief an den C. V. M i s d r o h (I): Haus Bieneck. Der Besitzer hat sich mehrfach judenfeindlich geäußert. Hospiz Dünenschloß ist als antisemitisch bekannt. Erholungsheim Lydia Hahn, Erholungsheim Kalkreuth, Erholungsheim Ottilie von Vieler bezeichnen sich als christliche Häuser. Pension Stolzenfels. Die Inhaberin kann Juden nicht aufnehmen. Mittelberg b. Oy, Allgäu (XII): Erholungsheim Wandelow hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. München (XII): Gaststätte Semmclmann. Dem Inhaber ist Aufnahme in die Liste erwünscht. Münzenberg (X): Restauration zum Burgfried. Der Inhaber Hering verteilt völkische und nationalsozialistische Flugblätter und meidet Juden. Müritz (I): Die Bäderverwaltung schreibt: „Wir glauben Ihnen miiteilen zu müssen, daß in unserem Orte sich Juden nur ganz ausnahmsweise aufhalten und ihrer Mehrzahl nach ungern hier gesehen werden." Hamburger Hof hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. , Villa Elisabeth versieht ihre Anzeigen mit Hakenkreuzen. Pension Iduna nennt sich christliches Haus. Nenndors (IX): Parkvilla Obere Parkvilla. Die Inhaberin beider Häuser erteilt auf Anfrage jüdischen Kurgästen die Antwort: „Die Häuser sind rein deutsch." *-N orddors a. Amrum (II). Norderney (II): Dortmunder Bierhallen haben ein Schild: Juden haben keinen Zutritt. Hotel Engehausen, christliches Hotel. Haus Meeresleuchten, christliches Erholungsheim. Der Inhaber legt jedoch Wer-t darauf, nicht als judenfeindlich zu gelten. Villa Südblick, streng christliches Haus. Deutsches Haus Stahlhelmheim. Nürnberg (XII): „Wild-West" inseriert im „Völkischen Beobachter": „Völkische Gaststätte". Oberammergau (XII): Kurhaus Osterbichel. Auf Wunsch des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes ausgenommen. Ob erh o f (IV): Haus Eifenhardt-Rothe, lt. Prospekt: Christliches Haus. Oeynhausen (X): Christliches Erholungsheim Pniel. Die Besitzerin legt jedoch Wert darauf, nicht als judenfeindlich zu gelten. Pension Feldtkeller, Haus S-renger, Haus Waldeck bezeichnen sich als christliche Häuser. Belzerhakerr, Holstein (III): Pension O. Witt und Fr. Schiegerhausen bezeichnen sich im „Friderieus" als antisemitisch. Polzin (HI): Marienbad. Christlich-religiöses Kur- und Erholungsheim. P ö f} n e & (IV): Restauration Franz Pletat bittet um Ausnahme in die Liste. Pribbernow (III): Hotel H. Haut. Der Inhaber ist nationalsozialistischer Abgeordneter und trägt Hakenkreuzleruniform. Bull ach b. München (II): Gasthaus Rabenwirt hatte, anläßlich einer nationalsozialistischen Zusammenkunft anden Fenstern große mit Hakenkreuzen versehene Fahnen. Pyrmont (IX): Haus Wolf, Pension Schräder, lt. Prospekt: Christliche Häuser. Pension Christel, Holborn, Villa Stenze!, Haus von der Heyde, als judenfeindlich bekannt. Pension Ottomeyer wird nur von christlichen Gästen aufgesucht. Villa Schloßblick, als judenfeindlich bekannt. Fremdenheim Kunze, trug jahrelang ein großes Hakenkreuz an seinen Eingangspforten. Haus Eichhorn. Die Inhaber sind ausgesprochen antisemitisch eingestellt. O. Pohl, christtliches Erholungsheim lt. Prospekt. Haus Dr. Weitz, teilt auf Anfrage mit, daß „Juden keine Aufnahme" finden. Parkhaus. Die Inhaber, T. und H. Vocker, versehen Inserate mit Hakenkreuzen. Recklinghausen (Wests.): Gasthof Wilhelm Rosenbaum. Der Inhaber schreibt: . . Unerwünscht sind mir . . . diejenigen Ihrer Raffegenossen, deren Aussehen und Geruch noch allzu sehr die aus dem Osten erfolgte Zuwanderung verrät." Reichenbach (V): Stadtbrauerei Reichenbach. Treffpunkt aller Nationalsozialisten. Reichenhall (XIII): Billa Lindenhof, christliches Haus. Deutsches Heim, trägt am Eingang ein Schild mit Stahlhelm und Inschrift: „Arisches Haus". R e i N e r z (V): Villa Cornelia, christliches Heim. Villa Idylle, Schild am Haus, daß es. nur christliche Familien aufnimmt. Repelen b. Moers (XI): Kurhotel Jungborn. Der Pächter schützt jüdische Gäste nicht vor Anrempeleien und erklärte, daß, wem es nicht passe, wegble-iben könne. Rathenfelde (IX): Hotel Deutsches Haus, christliche Pension. Rüdesheim (XI): Hotel Rheinstein. Der Inhaber, Herr M. Beiderlinden, legt aus die Ausnahme jüdischer Gäste keinen Wert. Saarow (III): Hospiz zur Furche, christliches Erholungsheim. Caf6 Kremer, Rheinstraße. Bad Sackfa (IV): Fremdenheim Frl. von Braunschweig annonciert: „Christliches Heim". Erholungsheim Bergsegen, christliches Haus. Salzbrunn (V): Haus Abendfrieden, christliches Haus. Villa Anni, lt. Prospekt: Christliches Logierhaus. Pension Berghaus, lt. Prospekt: „Fürstliches Fremdenheim für christliche Gäste " Pension Komet, * lt. Prospekt: Christliches Logierhaus. Haus Lindenhaus, christliches Haus. Landhaus Schmidt, nimmt lt. Prospekt nur christliche Gäste auf. Salzschlirf (X): Haus Lindenkohl annonciert: „Judenfrei". Salzuflen (IX): Pension Billerbeck. Die Inhaberin erklärt: „Ich bedauere sehr. Sie als Jüdin nicht ausnehmen zu können, da ich meinen Gästen nicht zumuten kann, sich mit Juden an einen Tisch zu setzen." Kinderheim Hartmann. Christliches Haus. Der Inhaber legt jedoch Wert daraus, nicht als judenfeindlich zu gelten. Haus Heilbrunnen, Haus Langrehr, Haus Weber, Kinderheim Sonnenschein. Zusatz im Wohnungsanzeiger: Christliches Haus. Haus Schmiedclarnp, christliches Haus. Saßnitz (I): Seeschloß, Wiener Cafe, lt. Prospekt deutschvölkisch geführt. Bad Schandau (VII): Der Inhaber des Gasthauses „Zum deutschen . Krug", Paul Aust, annonciert in dem Organ der Nationalsozialisten „Der Angriff" und bezeichnet sich ausdrücklich als Parteigenosse, ch a r b e u tz (I): Lübecker Bucht wird fast -ausschließlich von Gästen christlichen Glaubens besucht. Scheidegg (XII): Gasthof Hörmann bittet um Aufnahme in die Liste. Schierke (VI): Haus Waldesruh, lt Annonce: Gästeheim für christliche Familien. Haus Wedel, lt. Prospekt deutsches Gästeheim. Schleching b. Marquardstein (XII): Gasthof Geigelstein. Besitzer Joses Hofstetter wünscht Aufnahme in die Liste. Schmiedeberg (VII): Haus Steinert für Angehörige des israelitischen Volkes gesperrt. Schreiberhau (V): Christliches Kinderheim Mittelschreiberhau, jedoch nicht judenfeindlich. Deutsches Haus, lt. Kurverwaltung judenfeindlich. Sanatorium Kurpark, lt. Prospekt: Heilanstalt des christlichen guten Mittelstandes. Fremdenheim v. Siegroth-Pauli, streng christlich. Haus Stahlquelle, nach Auskunft der Kurverwaltung streng christlich. Traugott-Ernestine-Miecke-Stiftung, christliches Haus, jedoch nicht judenfeindlich. Haus Sunem, Haus Stiller Winkel werden von Krafchnitzer Schwestern auf ausgesprochen religiöser Grundlage geleitet. Haus Sonnenrose. Die Inhaberin hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Katholisches Heim, Mittelschreiberhau. Dieses Erholungsheim des G. d. A. wird in christlichem Sinne geführt. Es wird jedoch Wert auf die Feststellung gelegt, daß es nicht judenfeindlich ist. Seesen (VI): Hotel zur Krone hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Sellin (I): Haus Rex am Meer, Ostseehaus Sellinum, Villa Daheim, lt. * Vadeprofpekt: christliche Häuser. Villa Rupia nimmt lt. Anzeige im „Deutschen Tageblatt" keine Juden auf. Sophien höhe b. Frankenheim, Rhön (IV): Kurhaus Sophienhöhe. Christliches Haus für die Gebildeten aller Stände. Es werden jüdische Gäste auch ausgenommen. Soven bohm b. Kolberg (I): Pension Daheim, Inhaber Müller, inseriert „christliches Haus". Spiekeroog (II): Hotel Jnselfried, lt. Anzeige im „Deutschen Tageblatt" antisemitisch. Bad Sieben (XII) Obevfranken: Dr. med. v. Schenk inseriert, daß er sich freuen wird, „deutschblütige Gesinnungsgenossen zu beraten". Außerdem versendet er Rundschreiben mit einem Hakenkreuz. Das Bad selbst ist nicht antisemitisch. Stolberg (VI): Rotkäppchenbeim annonciert: „Keine Juden". Striegau (V): Konzert- und Theaterlokal P. Sauer, Verkehrslokal der NSDAP. Suhl (IV): Stadteafß. Der Besitzer, Herr Kurt Schoppe, betätigt sich in judenfeindlicher Weise. Cafs Sperle legt auf jüdische Gäste keinen Wert. Bad Sulza (IV): Pension Lachmühle hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Swinemünde (I): Dünenschloß, christliches Fremdenheim. Haus Glückauf wünscht keine jüdischen Gäste. Pension Heideprinzeß, Pension Heiderose, christliche Fremdenheime. Kaiserpark, gut bürgerliches christliches Haus. Neptun, christliches Fremdenheim. Pommernhaus, Haus der Evangelischen Fvauenhilfe der Provinz Pommern. Seeschloß, Pension mit christlichem Charakter. Pension Trapp, christliches Haus. *T a b a v % (IV). Tambach (IV): Haus Fürstenblick. Christliches Hospiz. Inhaberin antisemitisch. Tepliwoda, Kr. Münsterberg (V): Gasthaus zur Krone. Verkehrslokal der NSDAP. Thal, Bad (IV): Haus „Glückauf". Dem Inhaber sind keine Juden erwünscht. Timmendorfer Strand b. Travemünde (I): Villa Seestern hat sich stillschweigend mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Haus Seeadler, auf Wunsch des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes ausgenommen. Villa Frieda, bezeichnet sich als „rein deutsches Haus". Todtmoos-Rütte (VIII): Landhaus Bobsien versieht Inserate in nationalsozialistischen Blättern mit Hakenkreuzen. Bad Tölz (VII): Villa Georg. Am Hauseingang befindet sich die Inschrift: Haus nur für christliche Gäste. Travemünde (I): Kurgartenhotel. Haus des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes. Waldfaffen (VII)>: Gasthof „Goldener Hahn" kann jüdischen Gästen nicht empfohlen werden. Wangerooge (H): Pension Seeluft. Auf den Briefbogen befindet sich der Satz: Israeliten finden keine Aufnahme. Strandhotel Germania hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Warnemünde (I): Viva Seeheim. Christliche Pension. Pension Perle verschickt. Prospekte mit Hakenkreuzen. Pension Sonnenhaus Lt. Badeprospekt finden Juden keine Aufnahme. Haus Seerose inseriert: „Juden finden keine Aufnahme". Weddersleben (VI): Gasthaus Carl Wrnkelmann. Dem Inhaber ist es „als Hitler-Kämpfer" gleichgültig, ob er in diese Liste ausgenommen wird. Wernigerode-Hasserode (VI): Haus Waldfrieden, christliches Haus. Westerland auf Sylt (II): Villa Sanssouci annonciert: Jüdischer Besuch verbeten. „Kurhaus des Deutschnat. Handl.-Geh.-Verbandes". Auf Wunsch ausgenommen. Wiligrad bei Lübstorf i. Mecklbg. (III): Hospiz Wiligrad. Christliches Erholungsheim. W i t t d ü n, Amrum (II): Haus Therese vorm. Villa Quedens. Die Inhaberin hat auf eine Anfrage geantwortet: „Es hat sich an dem christlichen Charakter meines Hauses nichts geändert." Wölfelsgrund (V): Villa Ebenezer nennt sich auf Wegweisern deutschchristliches Touristenheim. Touristenheim Hötzelei inseriert mit Hakenkreuzen. Paradiesla. Inhaberin wünscht angeblich Juden nicht als Gäste. Wörishofen (XII): Pension Martha, Pension Raible lehnen die Aufnahme von Juden ab. Zielenzig (III): Hotel „Zum Löwen", Inhaber Richard Bähr, hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. ^Zinnowitz (I): Laut Prospekt war es stets das Bestreben der Badeverwaltung, das Bad von semitischen Kurgästen freizuhalten. Zwiesel (XII): Waldhaus, laut Schreiben des Inhabers deutfchvöbkifches Oesterreich (XIII). (Zusammengestellt nach Mitteilungen der Union deutschösterreichischcr Juden, Wien IX, Berggasse 4.) Xieder-Oest erreich r Aggsbach-Markt, Wachau: Nur an Katholiken. Emmersdors a. d. Donau, Wachau: Nur Arier. Gobelsburg am Kamp. ,.r Krems a. d. Donau. Dre Verwaltung der Stiftswalder untersagt den jüdischen Kurgästen das Betreten der Milder. „ , Mank. Gemernderatsb-eschluß, den Aufenthalt jüdischer Sommerfrischler nicht zu dulden.