Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 14 (4.4.1930)
- Date
- 1930-04-04
- Page
- Seite 177 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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177 das Judentum. An diesem Empfang, bei dem Bruno Weil den französischen Gast und ihren Gatten als Ueberbringer des französischen Friedenswillens feierte und Suzanne Schreiber- Crörnieux von dem Kampf der französischen Frau um das Stimmrecht sprach, nahmen zahlreiche deutsche Politiker und Parlamentarier, die französische Botschaft unter Führung des Botschaftsrats Ouerlet, der rumänische und der serbische Gesandte, ferner Mitglieder der englischen, italienischen, türkischen Botschaft und eine Anzahl führender C. V.- Persönlichkeiten mit ihren Damen teil. Dr. N. E. Vortrag vr. §eists (Berlin) in der Haupsspnagoge zu Paris. Am 15. März hielt Dr. Siegmund Feist, Direktor des Reichenheimschen Waisenhauses (Berlin), im grollen Saale der Pariser Hauptshnagoge einen glänzenden Vortrag über „Die jüdische Rasse" oder vielmehr über die jüdischen Rassen. Er war nach Paris von der Gesellschaft der Sprachforscher berufen worden und hatte in der Sorbonne von den ältesten Runendenkmälern der Germanen gesprochen; bei dieser Gelegenheit hatte er dem Verein für jüdische Forschung angeboten, die Mitteilungen, die er kurz vorher vor einem Berliner Publikum gemacht hatte, französisch Zu wiederholen. Sein Erfolg war ein höchst erfreulicher. Es wohnten dieser Sitzung bei: der französische Oberrabbiner Professor Israel L 6 o t), mehrere Rabbiner, Studenten aus dem Talmud Thora, Professor Dr. Shlvaie Ldvy, der berühmte Sanskritgelehrte aus dem College de France, Professor Tonnelat aus der Sorbonne, der dem Abend Vorstand, und viele Herren und Damen der besten israelitischen Kreise. Solch Ideenaustausch trägt mehr als politische Maßregeln zu der Eintracht der Völker bei. Prosessor Louis Weill (Paris). Jahresversammlung -es Hilfsoereins. In der Jahresversammlung des Hilfsvereins der deutschen Juden unter dem Vorsitz von Dr. James Simon am 30. März wies der Generalsekretär Dr. W i s ch n i tz e r in seinem Geschäftsbericht darauf hin, daß die Aufgaben der neuerstarkten Organisation namentlich in der Auswandererf ü r s o r g e durch die Sperrung der Grenzen immer neuer Staaten und sonstige Komplikationen ständig schwieriger werden, so daß die weitesten Kreise opferbereit sein müssen, um dem Elend im Osten zu steuern und den Auswanderern auf dem Wege von der Heimat nach Uebersee zu helfen. Dazu kommt in der Gegenwart vornehmlich Studentenhilfe in Deutschland und Katastrophenhilfe im Ausland. In seinem anschließenden Vortrage über „P o - l i t i k und Humanität" ging Dr. Ernst Feder davon aus, daß beide sich in die Sphäre der Allgemeinheit hinausheben und aus dem Geist der Antike geboren sind. Oft ist die Humanität der Politik geopfert worden, aber immer ist sie wieder erwacht. Langsam gehen ihre Fortschritte. Der große Kampf beider beherrscht die menschliche Geschichte. Ist keine Synthese möglich? Und doch ist die beste Humanität auch die beste Politik. Als im Jahre 1916 nach der Besetzung Polens durch die Deutschen erwogen wurde, große Teile der dortigen Juden aus militärisch-politischen Gründen nach Amerika zu verschiffen, wies Paul Nathan in einem Gespräch mit Ludendorsf darauf hin, daß dies im Auslande als Greuelpropaganda gegen die Deutschen verwendet werden könnte. Tie Ausführung unterblieb, und in seinem letzten Aussatz verteidigte Nathan den General Ludendorsf, weil dieser zu Unrecht als Urheber des Planes bezeichnet worden war. Auch sonst hat sich Paul Nathan, der ja auch Hauptvorstandsmitglied des Centralvereins war, im Dienste des Hilfsvereins als ein Meister in der Verknüpfung der Fragen der Gerechtigkeit mit denen des politischen Interesses erwiOn. J. St. Ans verschiedene Anfragen. Die südafvikanische Einwanderungsbeschränkung auf 500 Personen jährlich, über d.ewir in dem Artikel „Einwanderungsbeschränkun-. gen in Südafrika" in Nr. 12 „C.V.-Zeitung" vom 21. März berichteten, bezieht sich nur auf Osteuropäer. Westeuropäer, also Deutschen z. B., bleibt die Einwanderungsmöglichkeit unbegrenzt. Das Gesetz auf sofortige EinwanderungsL-eschränkung wurde von dem südafrikanischen I n n e n m i n i st e r Melau, nicht von dem englischen Ministerpräsidenten, eingebracht. falte* Die Markender Taogermüoder Schokoladenfabrik JVea aufgenommen! HDHD New aufgenommen! Alleinvertrieb durah» die Firma. J. Anton Alexander, Berlin N018, Landsberger Strasse 9t. BERLIN* Königstrasse 34-36 und Kurfürstendamm 205 (neben der Komödie). Telephon: Sammel-Nr. £1 Berolina 5811, Meine Verkaufsstellen sindt Königstrasse 34-36, Eingang Neue Friedrichstrasse 8t, Hochparterre, und Kurfürstendamm 205. Postversand. — Auf Wunsch Preislisten. — Während der Feiertage österlicher Kaffee, Eingang Neue Friedrichstrasse 81, hocbparterre. 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