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Central-Verein-Zeitung · 1930-01-03 · 1 (3.1.1930) · p. Seite 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
1 (3.1.1930)
Date
1930-01-03
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 Religion neue Anhänger zu werben. Der Aufnahmesuchende muß sogar dreimal von den jüdischen Religionsbehörden zurückgewiesen und auf die besonderen Schwierigkeiten, die im Jude-Sein geborgen sind, aufmerksam gemacht werden. Besteht der Andersgläubige dann doch auf seinem Wunsch, dem Judentum anzugehören, so kann sein Uebertritt nur nach Erfüllung ganz bestimmter religionsgesetzlicher Forderungen erfolgen. So wird verlangt, daß er in Anwesenheit eines Rabbinatskollegiums den Nachweis über seine Vertrautheit mit dem Geist und den Forderungen der jüdischen Religion erbringt. Der Vorbereitung zu dieser Prüfung dient das neue Buch von Lion Wolfs. Es zerfällt in drei Abschnitte. Im ersten werden die nötigsten Anweisungen zum Erlernen eines Mindestmaßes von hebräischen Kenntnissen gegeben. Der zweite Teil bietet einen lieberblick über die Grundlehren und -Vorschriften der jüdischen Religion. Im dritten Abschnitt, der vor allem der Privatlektüre dienen sott, werden an zahlreichen Beispielen die Gemeinsamkeiten, aber auch die Verschiedenheiten jüdischen und christlichen Glaubensgutes aufgewiesen. Das ist alles sehr fleißig zusammengestellt und macht dem greisen Verfasser so vieler Handbücher für Schule und Synagoge alle Ehre. Aber es fehlt dem Buch doch die spezifische Note, die sich leicht hätte finden lassen. So wäre eine grundsätzliche Abhandlung über die Proselhtensrage, vom jüdischen Standpunkt gesehen, sehr am Platz gewesen. Zudem hätte man aus die den Nichtjuden zunächst fremd anmutenden Eigentümlichkeiten des jüdischen Kults in viel prägnanterer Form Hinweisen können. Aus der Tatsache, wie z. B. im jüdischen Gottesdienst die Thoravorlesung im Mittelpunkt des Geschehens steht, ersieht der Fremde mehr von dem Eigenen jüdischen Wesens als durch noch so viele schöne Zitate aus der reichen jüdischen Literatur. Und dann noch ein anderes: Die Erfahrung lehrt, daß, aus leicht zu begreifenden Gründen, viel mehr Frauen zum Judentum übertreten als Männer. Ihnen das Neue in der richtigen Form zu bieten, mußte das besondere Anliegen eines solchen Buches sein. Dann darf man aber nicht so achtlos an dem Buche Ruth vorübergehen, wie es hier geschieht. Dann mutz man ein besonderes Kapitel über den Aufgabenkreis der jüdischen Mutter einstigen, dann muß man in ganz anderer Weise die Bedeutung der Frau für die Gestaltung des Sabbats oder des Seders herausarbeiten. Bei der Darbietung der jüdischen Religion sollte man sich überhaupt mehr nach einem Wort richten, das Goethe einmal in einem anderen Zusammenhang zu J aco bi sagte: „Wenn du sagst, man könne an Gott nur glauben, so sage ich dir, ich halte viel aufs Schaue n." Nicht nur Lehren soll man im Religionsunterricht bei Kindern und Erwachsenen vermitteln, sondern An-Schauung! Vielleicht kann man manches Versäumte in einer; Neuauflage nachholen. Rabbiner Dr. Hahn (Essen). Geschäftliche Notizen. Herr Rafael Simon Löwtz aus Bad Kndowa hat in Berlrn N 24, Oranienburger Straße 66, eme Fremdenpension nebst Mittags- und Abendtisch neu eröffnet, die streng koscher geführt wird. Gut ausg-estattete Fremdenzimmer von 4 Mark an. Das Interesse für jüdische Kultgegenstünde ist in Sammlerkreisen stetig im Wachsen begriffen. Die Firma Ernst Freudenveim, jüdische «ltkunst, Berlin W 62, Kurfürstenstraße 99, betreibt als einziges Spezialhaus den An- und Verkauf jüdischer Antiquitäten zum Zwecke der Erhaltung eines seltenen und für jeden Juden wertvollen Gutes. (Siehe Inserat.) Verlag: Eentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. B., Berlin SW 68, Lindenstr. 13. Tel.-Adr.: „Centralglauben Berlin". Postscheck: Berlin 30472. Hauptschriftleiter: Dr. Ludwig Holländer. Verantwortlich: Dr. Margarete Edel he im. Beide Berlin SW 68. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Freiumschlag beiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: Paul Burghardt, Charlottenburg. Druck: R u d o l f M o s s e, Berlin SW 100. Statt Karten! Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Else Wetzstein Dr. med. Franz Hanau Dezember 1929 Roonstrasse 6 / Giessen / Kepplerstrasse 1 i bis 2 junge Damen finden in bester Familie eeWöoffloe Vensto« Frau Betty Herz VerltN'Vtlmersdorf Uhlandstraße 123. AllMM/Allll- ÜÜt,Üu Alleinvertrieb für Groß» Berlin und einige andere Bezirke an besteingeführte Vertreterfirma beiUmiatzgarantie vergeben kvans & Cantzier, Potsdam. Bianka Frei Berthold Cohn Verlobte. Bad Kissingen Ludwigstr. 14 Hannover Theodorstr. 11 Dezember 1929. Statt Karten! Hilde Marcus Alfred Pollack Verlobte. Bochum-Linden Dortmund-Hombruch zurzeit Hamborn Chanuka 1929. Josef Schwab Hermine Schwab geb. Löwenthai Ve r m äh I te. Nürnberg, 22. Dezember 1929. Hilde Levy geb. Stein Vermählte. Biumenthal (Unterweser) Beckum (Westfalen) Festdicht,»»»gen WW; Berlin SW 61, Planufer 63. / F6 Bärwald 7580. , Humboldt 4003. Lehirlins mit guter Schulbildung, möglichst Sekundareife, für unsere Manufaktur- und Modewarenabteilung zu Ostern gesucht. Fechheimer LCo., Murg. Leute nacht 12 Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser geliebter Sohn und Bruder, Schwager, Onkel und Keife Felix Eschenheimer im 34. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Gustav Eschenheimer Familie Ludwig Eschenheimer Familie HUgO ElfeS. Camberg, Velbert (Hhid.), den 24. Dezember 1929. Wir Haben uns zur gemeinsamen Ausübung unserer Anwaltsyraxis miteinander verbunden und üben diese nach wie vor iSvankfuvt a. LN. Börsenplatz 13-15, IV, aus. Mar Dr. Eugen Loetv GE mmtt Rechtsanwälte. niiiiiiimiiii Niederlassungsmöglichkelt für Nervenarzt in Großstadt am Niederrhein, da nur ein Nervenarzt vorhanden. Angebote unter K. 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Dezember 1929 entschlief plötzlich und unerwartet in Berlin, wo sie zum Besuch weilte, unsere geliebte Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Frau Johanna geb. Lewsnski im soeben vollendeten 79. Lebensjahre. Im Kamen der Hinterbliebenen: Louis Weile und Frau Hedwig geb. Michaelis Isidor Weile und Frau Zella geb. Weile Emil Weile und Frau Martha geb. Tolksdorf Louis Kirchner und Frau Grete geb. Weile Daniel Weile Max Weile und Frau Paula geb. Bühling. Berlin-Lichterfelde, Schenkendorfstrasse 15, Hannover, Zielenzig, Magdeburg. Die Beerdigung findet in Schlochau statt. Kondulenzbesuche dankend verbeten. Nächster Anzeigenschluss am Montag, dem 6. Januar, för für die Nummer 2 vom 10. Januar.

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