Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 47 (22.11.1929)
- Date
- 1929-11-22
- Page
- Seite 624 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Ä24 lieber -je Stellung -er Nicht- Zionisten in -er Jewisli Agency. Eine wichtige Anssprache. Eine Veranstaltung der Jewish Agency im Festsaal bei Kroll anr 16. November gab Gelegenheit, von Herrn Brodetzky, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Einzelheiten über den Stand der Verhandlungen zwischen Regierung und Arabern zu erfahren. Wichtiger jedoch waren die bekenntnishasten Darlegungen der anderen Redner über die Gesichtspunkte, die für sie bei der Schaffung der Agency oder für die Mitarbeit in ihr maßgebend gewesen sind. Alfred Leonard Tietz aus Köln zeigte, wie er in logischer Fortführung seiner jahrelangen Tätigkeit für den Keren Hajessod zur Mitarbeit in der Jewish Agency gelangt sei, obwohl er überzeugter Gegner des Nationaljudentums ist. Die Ansprachen des Versammlungsleiters Kurt V l u m e n f e l d und Ministerialrats Tr. Otto H i r s ch (Stuttgart), stellvertretendem Mitglied des Conndte der Jewish Agency, bildeten eine Auseinandersetzung über den Inhalt des Judentums und des Palüstinawerkes sowie über die gemeinsame Plattform der Arbeit in der Agency. Blume n f e l d hatte darauf hingewiefen, daß der Kampf im innerjüdischen Lager eine philologische Angelegenheit geworden zu sein scheine, denn es sähe so aus, als ob die Terminologie Wichtiger sei als die Sache. Die Agency sei eine neutrale Organisation, in der jeder alles sagen solle und dürfe, ohne damit dem andern seine Meinung aufzuoktroyieren. Ihm gegenüber legte H i r s ch in scharfen Antithesen dar, wie er den Unterschied zwischen deutschen Zionisten und Nichtzionisten auffasse. Der Zionist sehe in Palästina die jüdische und menschliche Hauptaufgabe, der Nichtzionist eine seiner jüdischen Aufgaben. Der Zionist glaube, daß Erez Israel d i e Lösung der Judenfrage sei, der Nichtzionist halte den Aufbau Palästinas für eine n der Wege zur Erhaltung des Judentums. Der Zionist sehe in Palästina den politischen, religiösen und kulturellen Mittelpunkt des Judentums, der deutsche Nichtzionist sehe seinen politischen und kulturellen Mittelpunkt in D e u t s ch l a n d. Deutschland sei für den deutschen Nichtzionisten nicht Galuth, sondern H e i m a t. Er wolle, daß seine Kinder in Deutschland ihre Heimat haben und behalten, nicht aber, daß sie Deutschland entfremdet werden, und er glaube, daß es eine Verschmelzung von Deutschtum und Judentum gebe und daß es wichtig sei, diese für die Zukunft zu erhalten. Hirsch wandte sich sodann gegen die Ueberspitzung in der innerjüdischen Auseinandersetzung. Genau so wenig wie er es billigen könne, daß man den Zionismus eine Dekadenzerscheinung nenne, sei er damit einverstanden, daß man die „Erklärung deutscher Juden" als „noch unter dem Volksbegehren stehend" charakterisiere. Die deutschen Nicht- Zionisten innerhalb der Agency fühlten sich keineswegs als zionistisches Anhängsel. Sie sähen ihre Aufgabe vielmehr, gerade auch mit Rücksicht auf die Araberunruhen, darin, eine Haltung zu Zeigen, die von jeder Art Chauvinismus frei sei. Viele jüdische Menschen ringen mit sich, ob sie an dem Palästinawerk Mitarbeiten dürfen, wenn sie es in Händen von Menschen sehen, die ihrer Auffassung nach nicht richtig handeln. Wenn es über gelinge, dieses Gegeneinander bei voller Wahrung der weltanschaulichen Selbständigkeit jedes Teilnehmers um des gemeinsamen Werkes willen auszugleichen, so sei damit nicht nur für Palästina, sondern auch für das Judentum viel getan. Mail W <5J. in Mftaen. Mit Bezugnahme auf den Artikel „Die ,Gelben'. Auch unsere Haltung im Berufsleben bedarf der Selbstkritik" von Dr. med. Fritz Salomon in Nr. 42 der „C. V.-Zeituug" haben wir eine Anzahl von Zuschriften erhalten, die sich teils in Zustimmendem, teils in ablehnendem Sinne äußern. Es ginge über den Nahmen unserer Zeitung hinaus, wenn wir dieser Auseinandersetzung Raum gäben und uns selbst die Entscheidung in dem Streit anmaßen würden. Der Artikel von Dr. Salomon war unseres Erachtens allgemein gehalten; wir haben ihn nur in dieser Annahme und in dieser Voraussetzung zur Veröffentlichung gebracht. Uns damit in Konflikte von Standesorganisationen einlassen zu wollen, lag uns selbstverständlich fern und hätte auch nicht im Einklang mit den von uns seit jeher verfolgten Grundsätzen gestanden. Wie? - Der^.M7*Vorrat total erschöpft I Wenn das noch mal passiert — wirst Du geköpft I Ist Ja auch Srgerlidt! Denn ein tüchtiger Koch braucht Palmin ebenso notwendig wie der Schneider die Schere, wie der Maler die Farbe. 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