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Central-Verein-Zeitung · 1929-10-04 · 40 (4.10.1929) · p. Seite 544

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
40 (4.10.1929)
Date
1929-10-04
Page
Seite 544 (sequence 12)
Language
German
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§44 LUGANO-Castasnola .«&. Französisdies Tödrierinstitut „CasieÜo Bianco". Paul Waldftein 70 Jahre alt. Am 9. Oktober begeht der Syndikus unseres Landesverbandes Nheinland-Westsalen, Paul Waldftein (Essen), seinen 70. Geburtstag. Paul Waldstein, der früher auf dem Gebiete des Erziehungswesens tätig war, steht seit sieben Jahren in unserer Arbeit. Einfach und gerade in seiner Gesinnung, hat er stets unsere Tätigkeit in Hingabe und Treue eifrig gefördert. Möge Paul W a l d st e i n sich weiter lange Jahre der besten Gesundheit und, der unverminderten Schaffenskraft erfreuen. Wir wünschen diesem treuen C. V.er und allgemein geachteten Mitarbeiter an feinem 70. Geburtstag Glück und Segen. Ludwig Lewru (Berlin) gestorben. Kurz vor Vollendung seines 26. Lebensjahres ist auf der Heimkehr von einer Ferienreise, die er mit seinem Motorrad unternommen hatte, Dipl.-Jng. Ludwig Lewin an den Folgen eines Unfalles verstorben. Seinen Freunden, die ihn in Arbeit und Geselligkeit kannten und lieben lernten, ist die Vorstellung unfaßbar, daß dieser blühende, zu ernster Aussprache ebenso wie zu freundschaftlichem Rat ständig bereite Mensch nicht mehr sein soll. Aber auch im großen Kreis derer, die ihm ferner standen und die ihn nur aus seiner Führerschaft im I l i, aus seinem Jugendreferat auf dem Weltkongreß für das liberale Judentum, aus seinen Beiträgen für die Jugendbeilage dieses Blattes kannten, wird die Nachricht vom Tode Ludwig Lewins noch lange schmerzlich nachklingen. Kleine Chronik. Unser alter, verehrter Freund Dr. med. Franz Hirsch in Alm beging am 1. Oktober seinen 50. Geburtstag. Wer Franz Hirsch kennt, weiß, mit welcher Liebe und Treue er unserer Weltanschauung zugetan ist und wieviel erfolgreiche und hingebungsvolle Arbeit er für den Centralverein seit Jahren geleistet hat. Wir wünschen dem frischen Fünfziger, daß er nock lange Jahre mit unverwüstlichem Temperament und unverminderter Energie für Deutschtum und Judentum beruflich und ehrenamtlich tätig sei» Am 8. Oktober vollendet unser langjähriges Mitglied Meyer Meyer in Hahn bei Pfungstadt in voller geistiger Frische sein 70. Lebensjahr. Herzlichsten Glückwunsch! — Am 24. September starb das langjährige Vorstandsmitglied unserer Ortsgruppe Wanne- Eickel, Julius H o ch h e i m e r. Wir betrauern in dem Verstorbenen einen eifrigen Mitarbeiter, der unserer Idee in Treue gedient hat. — Der Syndikus unseres Landesverbandes Hessen und 5)essen-Nassau, Dr. Martin Marx (Frankfurt a. M.), und seine Gattin sind durch den Tod ihres Vaters Wolf Lomnitz in tiefe Trauer versetzt worden. Wir sprechen der Familie unter herzliches Veileid aus. Die Serlmer Zrieüenskunögebung jüdischer Zrauen. Tie auf Anregung des Jüdischen Friedensbundes veranstaltete Friedenskundgebung jüdischer Frauen fand am letzten Sonntagvormittag in der Hochschule für Musik statt. Mit Orgelspiel und einem Chorgesang der Vereinigung Berliner Shnagogenchöre unter Leitung von Alexander W e i n b a u m wurde idie Feier eröffnet. Es folgte der von Frieda M e h l e r gedichtete Prolog, der von der jungen Künstlerin Käte Franken vorgetragen wurde. Ernestine Eschelbach er hielt die Eröffnungsansprache und wies daraus hin, daß es Pflicht jedes einzelnen sei, menschliche Schwächen zu überwinden; der Krieg sei nur das Zeugnis menschlicher Schwächen gewesen. Direktor Oskar Wassermann begrüßte die Versammlung im Namen des Präsidiums der Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden. Für den Vorstand des Jüdischen Friedensbundes sprach Dr. Alfred N o s s i g. In einem längeren Referat erklärte Dr. Claudia L o e w e - Alexander Katz die furchtbaren Wirkungen eines kommenden Krieges, der als Gaskrieg das Menschheitsgrab bedeute. „Frauen und Mütter, ihr seid der Urquell alles Lebens, auf euch ruht die Verantwortung der Erhaltung dieses Lebens/ Dieser warme Appell an die Frauen fand seinen Ausklang in den mit großem Beifall ausgenommenen Referaten von Lina Wagner-Tauber und Margarete Fried über die Erziehung zum Frieden. Als letzte Rednerin kennzeichnete Vertha Falkenberg die Arbeit des Frauenausschusses für den Frieden. Mit einem Sologesang des Opernsängers Wilhelm Guttmann und dem von Orgelspiel begleiteten Vortrag des Shnagogenchors „Jauchzet dem Herrn" schloß die eindrucksvolle Kundgebung. Geschäftliche Notizen. 8» Fahre Otto Boenicke. Am 1. Oktober b°. ging die bekannte Zigarren-Importfirma Otto Boenicke, Berlin, das Jubiläum ihres 50jährigen Bestehens. Im Jahre 1879 nach langjähriger Tätigkeit in Havanna im Hause H. Upmann u. Co. von Herrn Otto Boenicke zusammen mit Herrn Fritz Eichner unter der Firma Boenicke & Eichner gegründet, setzte sich das Unternehmen unter den bereits bestehenden Zigarren, geschäften in kurzer Zeit durch und nahm eine führende Stellung ein, zumal in Havanna-Importen, bei deren Einkauf der jungen Firma die persönlichen Beziehungen zu den Havanneser Fabrikanten und die derselben eingeräumten Vergünstigungen des alleinigen direkten Im- Ports zustatten kamen. Aber auch in deutschen Fabrikaten verbreitete sich der Ruf besonderer Leistungsfähigkeit der Firma weit über die deutschen Grenzen hinaus, so daß die Geschäftsräume in der Französischen Straße 21 bald eine Vergrößerung erfahren mußten. 1905 trat Herr Fritz Eichner aus der Firma aus und Herr Otto Boenicke führte nunmehr das Geschäft unter seinem eigenen Namen weiter. Die auch bei den schwierigen geschäftlichen Verhältnissen während des Weltkrieges und der Nachkriegszeit stets befolgte grundreelle Preispolitik wirkte sich in den letzten zehn Jahren in einem beispiellosen Geschäftsanfschwung aus, der die jetzige Leitung, welcher Herr Alfred Boenicke, ein Neffe des Gründers, bevorsteht, veranlaßte, zur Entlastung des Hauptgeschäftes an einigen Brennpunkten des Berliner Verkehrs Zweiggeschäfte zu errichten und sich auch in West- und Ostdeutschland niederzulassen. Zu ihrem Geschäftsjubiläum hat die Firma Otto Boenicke eine Festschrift, verbunden mit Katalog, herausgegeben, die den Werdegang des Unternehmens schildert, sein Emporblühen in der werdenden Weltstadt mittels guter Illustrationen aus früherer und jetziger Zeit veranschaulicht und in kurzen Zügen den Siegeszug des Tabaks, die historische Entwicklung des Tabakbaues und die Zigarrenherstellung behandelt. Es folgt ein Angebot von besonderer Reichhaltigkeit in Boenicke-Zigarren, die sich heute im ganzen Reiche allgemeiner Wertschätzung erfreuen. Möge die Entwicklung der Firma einen ebenso glücklichen Fortgang nehmen wie in den verflossenen 50 Jahren! Verlag: Ceutralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V., Berlin SW 68, Lindenstr. 13. Tel.-Adr.: „Centralglauben Berlin". Postscheck: Berlin 30472. Hauptschriftleiter: i. V. Dr. A l f r e d W i e n e r. Verantwortlich: Dr. Margarete Edelheim. Beide Berlin SW 68. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Freiumschlag beiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: Paul Vurghardt, Eharlottenburg. Druck: Rudolf Mosse, Berlin SW 100. Srltte EM N» 15 Pfand leichter, (PsEdsSd 10 Jahre jünger üureb Dr. Ernst Richters ifcf Frühstücks-Kräutertee. S Bo schreibt Sanitätsrat Dr. A. D. g&| in A.: Der Tee hat mir gute Dienste geleistet, bin 15 Pfand leichter gej* J worden und frischer, wie 10 Jahre \ I jünger. 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