Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 22 (31.5.1929)
- Date
- 1929-05-31
- Page
- Seite 292 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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292 schätzung, deren sich das Handwerk ganz besonders in rabbinischer Zeit unter den Juden erfreute; er begrüßte es. daß die Juden, nachdem sie im Mittelalter gänzlich vom Handwerk fern gehalten wurden, jetzt in so starkem Maße wieder den Weg zum Handwerk Zurückgesunden hätten. Ein Zeichen dafür sei, daß bereits im Jahre 1907 40 000 jüdische Handwerker in Deutschland gezählt worden seien. Obermeister Zawadzki, selbst seit Jahrzehnten für die Interessen des Handwerks tätig, bewunderte den ihm bei den jüdischen Mitbürgern auch sonst bekannten gesunden Optimismus, mit dem hier an die Lösung schwieriger Handwerkersragen herangegangen werde. Durch die hier bekundete Liebe zum Handwerk werde sicherlich manches alte gegen die Juden gehegte Vorurteil entkräftet werden. Herr Laub aus Antwerpen machte interessante Angaben über die zu 90 Prozent von Juden ausgeübte Diamantenschleiferei in seiner Heimatstadt. 22 000 Arbeiter werden dort in dieser Industrie beschäftigt. — Die Kundgebung dürste der Oessentlichkeit gezeigt haben, wie groß die Zahl der Handwerker, unter den Juden und wie stark der Wille unter ihnen ist, sich von ihrer Hände Arbeit zu nähren. Die Veranstaltung fand in der Tagespresse ein lebhaftes Echo und wurde allgemein zustimmend besprochen. C. B.-Frauerrkundgebuna am Mittwoch, den 12. Juni 1929, abends 149 Ahr, in Berlin, Caf6 Gaertner, Holsteiner User. Gelegentlich d-er zahlreichen zur Iubilüumstagung des Jüdischen Frauenbundes in Berlin anwesenden C. V.-Frauen aus dem Reich findet ein Empfangstee um 7 Uhr abends statt, an den sich eine Frauenkundgebung anschließt. Alle Mitglieder rmd ihre Angehörigen. sind herzlichst eingeladen. Neben einem künstlerischen Programm werden Ansprachen halten: Dr. Bruno Glnserseld, Dr. Alfred Wiener, Paula Düendorfs (Breslau), Elsa Wolffheim (Königsberg), Margarete Fried (Berlin). Zehn Jahre Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Am 2. Juni, 11 Uhr vormittags, hält die Akademie für die Wissenschaft des Judentums in den Räumen des Logenhauses, Berlin, Kleiststraße 10, ihre zehnte Jahresversammlung ab. Sie wird die erste sein, an der Gustav B r a d t, der verewigte Gründer und Führer der Akademie, nicht mehr teilnimmt. Ihm zu Ehren wird nach Schluß der Versammlung, um 12 Uhr mittags, im. großen Saale des Logenhauses eine öffentliche Trauerkundgebung veranstaltet. Die Gedenkrede hält Rabbiner' Dr. Leo B a e cf. Hebräische Gesänge des Oberkantors Ahlbeck und Harmoniumspiel des Herrn Janowski werden die Feier umrahmen. Meine Chronik. Der Vorsitzende unserer Ortsgruppe Kassel, Rechtsanwalt Dr. Theodor D e l l e v i e , feierte vor wenigen Tagen seinen 50. Geburtstag. Dem hervorragenden Mitarbeiter wünschen wir für die Zukunft das Allerbeste. — Am 21. Mai vollendete der Senior unserer Ortsgruppe Hamm (Sieg) Simon Simon sein 75. Lebensjahr. Herr Simon ist seit Gründung unserer Ortsgruppe rühriges Mitglied des Centralvereins. Wir gratulieren dem Jubilar herzlichst. — Am 20. Mai feierten unser Mitglied Samuel L ö w e n ft e i n, Meudt (Westerwald), und Frau Adelheid, geb. R o s e n s e l d, in geistiger und körperlicher Frische ihre goldene Hochzeit. Zahlreiche Ehrungen wurden ihnen zuteil. Wir wünschen dem Paar einen glücklichen Lebensabend. — Das Ehepaar Moritz Faßbender und Frau (Remagen), unsere langjährigen treuen Mitglieder, begehen am 4. Juni das Fest der goldenen Hochzeit. Moritz Faßbender, der vor kurzem erst sein 80. Lebensjahr vollendete, ist Ehrenvorsitzender vieler Vereine. Wir wünschen ihm und seiner Gattin einen recht glücklichen Lebensabend. — Dieser Tage hat Prediger I a st r o w (Berlin) sein 25jähriges Dienstjubiläum gefeiert. Allgemein beliebt, gehört er zu den Vorkämpfern des C. V.-Gedankens. Mögen Herrn Prediger Iastrow auch weiterhin Anerkennung und Erfolg Geschieden sein. — Unser Äauptvorstandsmitglied Herr Landgerichtsrat Dr. I. Ster n (Berlin) ist zum Kammcrgerichtsrat ernannt worden. Wir gratulieren herzlichst. — Am 18. Mai starb in L u ck e n w a l d e unser langjähriges treues Mitglied Stadtrat Gustav B a u ch w i tz. Stadtrat Bauchwitz, der im Stadtparlament, im Kreistag und in der Gemeinde an führender Stelle stand, hat sich durch seine Pflichttreue und seine stets aufrechte Gesinnung in den Herzen aller, dieihn kannten, ein dauerndes Andenken gesichert. Rituelle Speifehäufer. Wir weisen unsere Freunde darauf hin, daß wir gern bereit sind, ihnen für den Fall, daß sie rituelle Speisehäuser aufzusuchen wünschen, das Verzeichnis des „Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser" kostenlos zu übersenden. fe' Es gibt nichts Besseres! 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