Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 21 (24.5.1929)
- Date
- 1929-05-24
- Page
- Seite 280 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2277833-2277854--05268-2285990- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2S0 ( bcm Gelehrten und Kämpfer Benno Jacob herzliche Worte der Dankbarkeit. Rabbiner Lr. Samuel (Essen) gedachte besonders der gütigen Persönlichkeit der Gattin unseres Freundes Jacob. Iustizrat Eugen Luftig (Gleiwitz) geftorben. Am 20. Mai starb in Wiesbaden Iustizrat Eugen L u st in, der Vater des zweiten Vorsitzenden unseres Landesverbandes Ob-erschlesien, viechtsanwalt Dr. Lustig (Gleiwitz). Der Verstorbene,-der ein Alter von 72 Jahren erreicht hat, war Ehrenbürger der Stadt Gleiwitz. Lange Jahre gehörte er unserem Ortsgruppen vor st an de Gleiwitz an. Der verdienstvolle Mann, der sich bei den jüdischen wie bei den christlichen Mitbürgern außerordentlicher Verehrung erfreute, war viele Jahre Stadtverordneter von Gleiwitz und Stadtverordnetenvorsteher, Mitglied des Kuratoriums der Oberrealschule, Abgeordneter im Provinziallandtag, deutscher Vertreter im provisorischen Ausschuß in der Abstimmungszeit und Ehrenmitglied des Kriegervereius. Von 1885 bis 1921 gehörte Iustizrat Eugen Lustig dem jüdischen Repräsentantenkollegium an. Wir betrauern in dem Verstorbenen einer: vorbildlichen Mitkämpfer in unserem Streben für die deutsch-jüdische Sache und sprechen den Angehörigen unsere wärmste Teilnahme ans. Rabbiner Dr. Tawrogi (Kreuznach) geftorben. Am 22. April starb an den Folgen einer Operation der Gründer, langjährige Vorsitzende, spätere Ehrenvorsitzende und Förderer unserer Ortsgruppe Bad Kreuznach, R a b b r n c r Dr. T a w r o g i. Durch seine vierzigjährige Tätigkeit in der jüdischen Gemeinde, seine Tätigkeit öffentlicher Art innerhalb der Stadt und des .Kreises und seine vorbildliche Lebensführung hat der Verstorbene sich und feiner Gemeinde die Achtung aller Mitbürger erworben, die sich in der innigen Teilnahme aller Schichten der Bevölkerung, sowie der von auswärts zahlreich erschienenen Freunde und Verehrer bei seiner Beisetzung ausdrückte. Bei der Beisetzung sprach der erste Vorsitzende der Ortsgruppe Kreuznach zugleich auch im Namen des linksrheinischen Landesverbandes und des Landesvertreters Pfalz Worte des Dankes. Kleine Chronik. Unser langjähriges treues Mitglied Hermann Rosenbau m (Dortmund) feierte am 10. Mai seinen 80. Geburtstag in körperlicher Frische. Er war jahrzehntelang Vorsteher seiner Heimatgemeinde Herbcde (Ruhr). Herzlichste Glückwünsche. — Der erste Vorsteher der jüdischen Gemeinde Soest, unser langjähriges Mitglied Kaufmann Siegmund G o l d s ch m i d t, konnte am 20. Mai in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag feiern. Die Gemeinde ehrte ihn durch einen Festgottesdienst, in dem der Prediger in tiefempfundenen Worten die Glückwünsche der ganzen Gemeinde zum Ausdruck brachte. Der Jubilar bekleidet auch seit Jahren das Amt eines Bezirksarmenpflegers im Städtischen Wohlfahrtsamt. Herzlichen Glückwunsch. — Unser langjähriges Mitglied Julius Frank (Hildesheim) vollendet am 30. Mai fein 70. Lebensjahr. Dem treuen Mitkämpfer, der auch an führender Stelle in seinem Bcrufsverein steht, herzliche Glückwünsche. — Am 16. Mai starb nach langem Leiden im 60. Lebensjahr Lehrer L e h m a n n in S i m m e t n. Der Verstorbene hat die Ortsgruppe Simmern des E. V. feit der Gründung geleitet und sich allezeit mit ernstem Interesse für unsere Sache eingesetzt. Sein Andenken wird bei uns in Ehren gehalten werden. — Am 11. Mai beging, wie wir durch Zufall -erfahren haben, der Syndikus unseres Landesverbandes Rheinland-Links, Lehrer Eugen I aco L i (Köln), das Jubiläum seiner 35jährigen Lehrertätigkeit« Seiner ganzen Einstellung nach hat unser Freund I a c o b i von diesem Tag« keinerlei Aufhebens gemacht. Wir aber wollen dieses schöne Fest nicht vorübergchen lassen, ohne von ganzem Herzen den Wunsch auszusprechen, daß unser lieber Mitarbeiter noch lange Jahrzehnte in der Liebe, Hingabe und Frische an unserem Werke arbeiten möge, die ihn von jeher auszeichne teil. — Am 27. Mai feiert unser langjähriger Vorsitzender in Nassau, Moses R o f e n t h a l, sein 25jähriges Jubiläum als Vorsteher der israelitischen Gemeinde. Moses Rosenthal gehört auch seit Jahren dem Synagogenrat des Regierungsbezirks Wiesbaden als Mitglied an. Wir gratulieren! — Geheimrat Nicodemus Caro, der hervorragende Berliner Chemiker, wurde, wie auf der 34. Hauptversammlung der Deutscher: Bunsen-Gesellschaft. in Berlin mitgeteilt wurde, mit der B u n s e n - D r n k m ü n z e, die bisher Männern wie Nernst, Ernst, Bosch, Haber verliehen worden ist, ausgezeichnet. Geheimrat Caro band in Gemeinschaft mit den: (inzwischen verstorbenen) Geheimrat Frank den Stickstoff der Luft an Kalzium-Karbid. — Der österreichische jüdische Flieger Robert K r o n s e l d. Studierender der Wiener Technischen Hochschule, der kürzlich den Höhenrekord im Segelslug geschlagen hatte, hat jetzt in einem selbstkonstruierten Segelflugzeug einen neuen Langstreckenrekord für Segelflieger ausgestellt. Er gewann durch seine Leistung den 5000-Mark-Preis der „Grünen Post" des Allstein-Verlages. — Die Gemeinde Dierdorf (Bez. Koblenz) feierte im vorigen Monat das Fest der Einweihung ihrer neuen Synagoge. Bezirksregierung, Kreis, Amtsbezirk, die bürgerliche Gemeinde, die beiden christlichen Kirchen, der preußische Landesverband jüdischer Gemeinden und der Provinzialverband rheinischer Synagogengemeinden, sowie die jüdische Gemeinde Köln-Neuwied und andere Nachbargemeinden hatten Vertreter entsandt. Den Weiheakt vollzog Lehrer G. G i n s b e r g. Geschäftliche Mitteilungen. Franzensbad, Bension Sbiegl, unter Leitung des langjährigen Besitzers von Spiegls Hotel und Spiegls Restaurant, wird selbstverständlich HtPD geführt. In den Inseraten vom 26. April und 3. Mai wurde dieser Vermerk versehentlich weggelassen. Bad Salzuflen uw Pfingsten. Mit Macht bricht das junge Leben über Salzetale. Es hat sich Weltgeltung verschafft durch die großartigen Heilerfolge bei Herz- und Nervenerkrankungen, Rheumatismus, Erkrankungen der Atemwege, bei Stoffwechsel- und Unterleibsleiden. Die Kurverwaltung war bestrebt, in der: Wintertagen durch Neugestaltungen verschiedener Art das Bad zu vervollkommnen. Trinkt Fachinger. Die jahrelangen günstigen Erfahrungen der Aerzte mit Fachinger Wasser haben erwiesen, daß der dauernde Gebrauch von Staatl. Fachingen wohl geeignet erscheint, in vielen Fällen von Gicht und Diabetes heitwirkenden Einfluß auszuüben. Verlag u. Schrrftleitung: Centralverein deutsch. Staatsbürger jüd. Glaubens e. V., Lindenstraße 13. Tel.-Adr.: „Centralglauben Berlin". Postscheck: Berlin 30472. Hauptschriftleiter: i. V. Dr. A l f r e d W i e n e r. Verantwortlich: Dr. Margarete Edelheim, Berlin SW 68. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Freiumschlag beiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: Paul Burghardt, Charlottenburg. Druck: Rudolf M o f f e, Berlin SW 100. r Lilli Grünewald Josef Sichel Königsberg i. Pr. Vogelweide 1 Verlobte. München Kaiser-Ludwig-Platz 1 Pfingsten 19229. Trude Grünhut Julius Sichel Verlobte. Llchtenfels München 26. Mai 1929. \ x#' Die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen hocherfreut an Felix und Fränzel Simon geb. Sehr. Kaiserslautern, den 14. Mai 1929 Maxstrasse 3. Gesucht zum l. Juli eine längere (2- bis 3jährige rrraktische Tätigkeit erforderlich). Ausführliche Angebote zu richten an Krankenhaus der Deutsch-Israel Gemeinde "\ Die glückliche Geburt einer Tochter fr zeigen an A/lax Weil und Frau Lulu geb. Anspach. Chemnitz, im Mai 1929, Hohenzoliernstrasse 15. Max Joseph Uerlin W55. Metzer Str.33,1 Humboldt 4003. SsMIsmsttsfLMrms als Eubititut oder ähnliches sucht gelernter Manufakturist, mit vielseitigen Erfahrungen im In- und Anslande, der englischen und französischen Sprache mächtig. Angebote unter Ti. o. 494 befördert Rudolf Mosse, Berlin, Greifswalder Straße 197. Jungen (Doppelwaise) Lehrstelle als Handwerker. Energischer Meister bevorzugt. Gest. Angebote an Hermann Wolfs. docko!t(Westf.),Ostwall35. Mfedett an französischem Höhenlustkurort. Studienrat nimmt noch 1 bis 2Schüler mit. Offert, unter 1.Z. 6595 befördert RudolMoffe.der1ln8Vrü6. &ottid gar. rein. Blüten-Schleuder-,ohne Zuckerfütternng, das Merfeinste» was die lieben dienen erzeugen. 10-Pfd.-Dose 3UC10,—, 5-Pfd.-Dose MM 5,90, frei Nachnahme, ohne AebeNwffen.Garantie Rücknahme unter Nachnahme. Carl Scheibe, Bienenhof voerneulandiov b.Vrem. Durch den Tod des Herrn Justizrat Felix Hirschberg ist der Verband der Synagogengemeinden der Provinz Niederschlesien in tiefe Trauer versetzt. Mit echtem jüdisch religiösen Empfinden, mit grossem Verständnis für die Aufgaben der Gemeinschaft mit gründlicher Kenntnis der Verwaltung und vor allem mit vorbildlicher Pflichttreue und unermüdlicher Arbeitsfreudigkeit hat er in schwerer Nachkriegszeit den Vorsitz in unserem Verbände übernommen. Seiner Persönlichkeit die er stets ganz in den Dienst der Sache gestellt hat, ist weitaus das meiste zu danken, was der Verband zur Festigung des religiösen Lebens in unserer Provinz hat leisten können. Er hat seinen Standpunkt stets entschieden vertreten. Aber er hat zu jeder Zeit die Objektivität und Unparteilichkeit zu wahren gewusst und mit der Freundlichkeit seines Wesens Gegensätze auszugleichen vermocht. Vor Jahresfrist hat er aus Gesundheitsrücksichten den Vorsitz niedergelegt. Der selbstlose Mann und treue Freund hat sich ein ehrendes Andenken dauernd gesichert. Breslau, den 14. Mai 1929. Der Ausschuss des Verbandes der Synagogengemeinden der Provinz Niederschlesien.