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Central-Verein-Zeitung · 1929-01-18 · 3 (18.1.1929) · p. Seite 38

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
3 (18.1.1929)
Date
1929-01-18
Page
Seite 38 (sequence 18)
Language
German
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38 nimmt öfter Anlaß, Lessing auf Fehler aufmerksam zu machen: beide sprechen cs gern aus, wie der andere jedem als immer gegenwärtiger Richter der innersten Gedanken vorschwebt. Es sei nur der rührende Schluß des letzten Lessingschen Brieses an Mendelssohn erwähnt, der wenige Wochen vor Lessings Tode geschrieben wurde: An dem Briefchen, das mir Dr. Flies damals von Ihnen mitbrachte, kaue und nutsche ich noch; das saftige Wort ist hier das edelste. Und wahrlich, lieber Freund, ich brauche so ein Briefchen von Zeit zu Zeit sehr nötig, wenn ich nicht ganz rnißmütig werden soll. Ich glaube nicht, daß Sie mich als einen Menschen kennen, der nach Lob heißhungrig ist. Aber die Kälte, mit der die Welt gewissen Leuten zu bezeugen Pflegt, daß sie ihr auch gar nichts recht machen, ist, wenn nicht tötend, doch erstarrend. Daß Ihnen nicht alles gefallen, was ich. seit einiger Zeit geschrieben, das wundert mich gar nicht. Ihnen hätte gar nichts gefallen müssen, denn für Sie war - nichts - geschrieben. Höchstens hat Sie die Zurückerinnerung an unsere besseren Tage noch etwa bei der und jener Stelle täuschen können. Auch ich war damals ein gesundes, schlankes Bäumchen, und bin jetzt so ein fauler, knorrichter Stamm! Ach, lieber Freund! Diese Szene ist aus! Gern möchte ich sie freilich noch einmal sprechen! Das schönste Denkmal aber hat Lessing dem Freunde in seinem „Nathan dem Weisen" gesetzt. Teilweise hervorgerufen mag es sein durch die Lavatersche Zumutung an Mendelssohn, Christ zu werden. Die meisten Figuren im „Nathan" sind aus dem Mendelsfohnschen Kreise unverkennbar entnommen, vor allen Dingen ist die edle, maßvolle, milde und ruhige Person des Nathan selbst das getreue Bild Moses Mendelssohns. Ter Derwisch ist einem jüdischen Lehrer, Wolf, der oft ins Mendelssohnsche Haus kam und die Kinder unterrichtete, nachgebildet, und Joseph, der älteste Sohn Moses', meint, die Parallele ließe sich noch viel weiter fort> setzen. Auch Mendelssohn-hatte vor, nach Lessings Tode dem Freunde ein - seiner würdiges literarisches Denkmal zu setzen; es wurde leider nicht vollendet, und der schöne Plan, zu dem er berufen gewesen wäre wie keiner, blieb liegen. Die Bilder auf Seite 22, 23, 26, 30, 32, 33, 34 wurden uns von dem Leiter des Berliner Lessing-Museums, Direktor Georg Richard Kruse, liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt. — Das Gedicht „Lessing" von Julius B a b ist mit Erlaubnis des Verfassers seinem Gedichtbuch „Lyrische Porträte" (Verlag S. Fischer, Berlin) entnommen. Kleine Chronik. Am 3. Januar starb unser langjähriges eifriges Mitglied Kaufmann Fritz Grünberger in Kreuz bürg (O.-S.). Er gehörte dem Repräsentantenkollegium an und vertrat als Mitglied der Handelskammer in Oppeln die Interessen seiner Vaterstadt. Wir werden ihm in unseren Reihen ein dankbares Andenken bewahren. — Unter allgemeiner Beteiligung fand am 9. Januar die Beisetzung des im 76. Lebensjahre verstorbenen Ehrenbürgers der Stadt Peiskretscham, Salo Oraler, statt. Er war mehrere Jahrzehnte erster Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Stadtverordneter usv. Dem Centralverein gehörte er seit Gründung an und brachte ihm stets das regste Interesse entgegen. Die Stadt hatte halbmast flaggen und die Gaskandelabcr schwarz umfloren lassen. Bürgermeister, Magistratsmitglieder und ein großer Teil der Stadtverordneten gaben dem Toten die letzte Ehre. Die freiwillige Feuerwehr, deren Ehrenmitglied er war, bildete am Friedhof Spalier und der Gesangverein sang am Grabe.. Dankbar werden auch wir das - Andenken an diesen aufrechten Mann bewahren. — Unser langjähriges Mitglied Frau Berta Bloog (Hamburg) feierte am 13. Januar in seltener körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. Herzlichen Glückwui sch! — Die Mutter des langjährigen und verdienstvollen Vorsitzenden unserer Orts» gruppe K ö s l i n, Frau Hedwig B a r u ch, feiert am 20. Januar in körperlicher und geistiger Frische den 80. Geburtstag. Wir gratulieren der Jubilarin aufs herzlichste. — Am 1. Januar konnte unser treues Mitglied Iustizfekretär Willi van der Walde in Emden auf ein 45jähriges Dienstjubiläum am dortigen Amtsgericht Zurückblicken. Er erfreut sich bei allen Kreisen dre Bevölkerung großer Beliebtheit. Wir wünschen dem Jubilar von Herzen einen gesegneten Lebensabend! — Am 19. Januar feiert der erste Vorsteher der Synagogengemeinde Marienwerder (Westpr.), Isidor L i p o w s k i, seinen 75. Geburtstag. Er gehörte mehrere Jahre dem Vorstand des Centralvereins an und bekleidet Ehrenämter in mehreren jüdischen Vereinen. Isidor Malier Oie Markender Tanger münde»* Schokoladenfabrik / C> w/t/t, fenn nichts gelingen will wenn nervöse Übermüdung, Gereiztheit, Misslaune ein produktives Arbeiten und klares Denken verhindern, ist Kola Dallmann das rechte Mittel 2-3 Tabletten verleihen in wenigen Augenblicken starke, ruhige Nerven, einen klaren, denkberei* ten Geist und erhöhte Aktivität. Vielbeschäftigten, regsamen Menschen ist Kola Dalimann ein Ellxir zur Wadihaltung und zur Verfeinerung des Geistes. Zur Beachtung! Es existieren Nachahmungen - verlangen Sie das Original - das seit 40 Jahren bewährte KOLA DALLMANN Schachtel M. 1- In Apotheken und Drogerien erhältlich. Frankfurter Allgemeine Versicherungsjj Lebensversicherungs- Aktien-Gesellschaft || Aktien-Gesellschaft Versicherungen aller Art Auskünfte erteilen eile Generaldirektion, Frankfurt a. 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