Von deutsch-jüdischer Jugend
- Journal
- Von deutsch-jüdischer Jugend
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 3-4 (20.4.1928)
- Date
- 1928-04-20
- Page
- Seite 9 (sequence 1)
- Language
- German
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8r. 3/4 Pfmh^$%~WM l^<^k^iy^^s/^^JJ l^tyk^ii p<><> S\4 , ■ *VV/2fcC; |£<V' 1 Tf g per 4-/*fctTttti ScrlEn, 20. ftprfl 1928 Jahrgang 4 er Nachwuchs des Centraiverein. Von Erwin Lichienstein (Banzig) Sie ^ugcubf onf ercn3, wcldje tuäfjrciit» ber legten ftimptoerfammtung be§ PcntratDerctn3 tagte, befd)äffigte firfi nidj t mit ben fficjicftungcn be* Skrciiß 311 ben auf feinem JBubcn ftcljcnbcit SugenbDerbänben, fonbern mit ber 3fvao,c: Söic fmb bic au£ ber Sugcubarbett hervorgegangenen 9KcnfcC}cn für bic innere Slrbeit be§ Pcntralbercin* au gewinnen? SSefannffidj hat bie gugenbfonfevcnj ifjrc Meinung 51t btcfcni ^roblem in einer ßntfcijficjnmg aufammengefajjt unb gleichseitig eine 9lciC)c Don ^ugcnbführcru jur 2&af)l in ben «§ariptt>orftnnb be§ PciitralocrctnB empfohlen. Sowohl bte Gntrcljüejtting wie bte Storfdjlagsliitc fmb auf feinen fcfjr frudjtbarcn 93obcn gefallen, unb c? fann bezweifelt werben, ob biefe Littel überhaupt bie geeigneten innren, um ber Söfung ber DladjWndj^frage lnifjer^ufomineu. 3 n w i e f e r n 6 e ft c h t überhaupt eine a dj Wuä)3 frage? Siücfen n!d)t automatijd) jüngere Aräffc in bfe 3ieif)en bc3 Peiüraloereuß am? git einem Seil botl= 3tef)t fidj bic Grgan^ung be* 9)Htgiicbcrbeftanbe» fidjcrlid) ganj Don fefbfr. Stamcntlid) in beuJTeineren Gtäbtcn bürftc ein Suge^bproblcm im eigentlichen '^inne für ben P. 93. faum errfticren. Sfu* bem allgemeinen SugcnbDercin, ber bort Dtctfad) noch neutral, b. I). attumfaRenb ift, treten bie Sleftereu ohne weitere? in bie Slrbeit be* P. 5}. über, ohne bafj größere Probleme allgemeinerer -ftaiur in bie 6tfd)etnung treten. Sicfc Satfadje geigte fid) audj auf ber Sugenbronferens im gebruar. Sie Sugcubfidjcu au% ben Hcinen Stäbten unb Dom Sanbe Ratten für bie prinzipiell unb Sheorien ber Grojsftäbter überhaupt fein 3>erftänbnß. {für pc erfdjüpfte pdj bie gan^e Angelegenheit in ber geftftcfiung: SB i r Q u b e n f i n b" b e b 10 fj t, f01g11d) treten wir ber ßrgantfatton b e t , b i e b e n ß a m £ f für bie $ u b e n f ü h r t. Pin flauer Stanbpimft unb ein in feiner lluproblematif gefunber Staubpnuft. Saft er nicht für alle jüngeren gilt mag man bebauern, mujj man aber audj Derfteheu. Senn bie jübifdjc Sugcnb ber größeren Stäbte hat fiel}, wenn fie mit 25 bß 30 fahren bem (5. 8?. fidj nähert, bereit» jübifd) betätigt unb jübifd) Steffuug genommen. Seljr im Gcgenfaf? ^ur Generation iftrer (fltern, bic 311m größten led in ber 3cit ber nröfuen ßubiffereu^ grof? geworben'ift. Sic 3itgeub ber größeren Stäbte, bte Generation ber tftrteg?= unb Sarfjfricg^jeit ifr, ber Slot gcfjordjcub unb beut eigenen Srtebe. jebeufaü« beu ^nbifferentiemu? to§ geworben/'mag |le and) in ja^floje 31id)tungen unb Strömungen fid) jer* fptürert ijabeu. 3(ber gfeidjfönntg macfjt nur ber £ob. Seien wiub iiuiiier Dicigeftaltig fein. Sfucbiefer 3te(fä(tigteit ber jübifcOeu ^ug-nbbemegung folgt and) of):;e weitere?,' baH bie Cyt nftcli uug ber alteren ^ugeubfüfjerer juiit P. feinen;\been imb fetner 2Crbcit fefjr berfdjieben fein imijV Sie ^(uidien, bic an? ber jübifefien JugeubDcwegung l;eriHU'= goijcn. tommen nidjt als unDcfdiriebeue Slatter jum '(>. äl, fonbern fiaOcu fid), f)äufig auf Sid^adwegeu ber Gntroicffnug, y}!a!?ftabe in iübifdjcu Singen ciiuorben, an benen fie nun bie ^vogvammattt unb Sätigfcit bc^ G. i\ meffeu. Po tanu (ein (Jwrifel fein, baf? ein joWjer Slarfjwudjö weit unbeiiueiner für ben Pcntral'uereiu ift aß ber auf gerabem Jßcge gläubig ifjut fiel) einorbnenbe, aber c-5 fann nod) weniger ^weifeiijafi fein, bafj biefe iOieitjci)en, bie Don Sugeub auf in iübuciier Bewegung fidj äu|lerlidj unb tnnerlidj gcmüljt f)aüen, troh aller ^rubtematif eine grofic 9?ercidjeruug für ben GcutratDercin finb. 5) c n n b c r P. 3). b r a ud) t ä'nt p f e r unb 11 i rfj t fotgfame Kümmern. Sie Slufgabe be§ Pentraioereiu^ ift fo groft unb fo fdjwer, bap er e5 gar mcTtf ertauben fann, auf llntfovmttät ber Vfnfftauungcn 511 fialteu, fonbern im IKaljmcn ber großen Seitibeen bon Scutfdjtum unb 3«bentum jeber $erfön(id)feit freie ßntfaltuug geiOäf)ren muf] unb barf. Söie bunt erfdjemt auf beu §aubtDcrfammtungen ber Seppid) ber wiberftreiteuben SKeiuungen, unb wie ctnr)cttCicfj wirft ba§ 9}i(b, wenn aüe gäben jum großen Ganzen in ber ^(rCeit äufammcnfdjie&cn! Seofjatb erfdieint e5 aber and) faffdj, bie 3urüdf)a(timg ciip/lncr fireife ber 3ugenb auf ibcofogifdjc Gegcnfat?fttf)= feitei: 311m Gentralocrein suriidjufüOreu. Sie Don beftimmteu Onmfpen ber jübifeben ^ugcnb, 1. 33. Dom 9(cftercn6unb ber ^ameraben, herausgearbeiteten ^becn fmb ja für ben P. 33. nid)ts Dieues, fonbern ioerben bon beftinnnten Gruppen feiner S)}itglieber gfeidifaftS Dcrtreten. 9Jon ibeologtfdjeu?('enbcrungen bc« ß. S). S'ßanbef in ber Gtetftmg ber Sugenj ju ifjm 311 erwarten, fjiefje fowofjl bie beiitfd)jübifd>e 3ugeub wie ben P. aU homogene Gebilbe anfcf)eu. SeibeS ift fafid), unb be^fjafb fann ber P. 9). 91adjtoudj§ aiß all beu Gruppen erwarten, bic, ntannigfad) Darücrt fid) jebenfaü^ innerhalb be» grufjcn 9?ahmen§ halten, ber bie Sfrbeit be§ P. 3}..umfpannt unb hier nidjt näher nad)gejcidjnet 31t werben braud)t. ffiict mehr aß ibcofogifdjc S5ebenfcn fmb c§ taftifdje, polli i fd)e, orga n i ]fa 10ri f d) e Skbcnfen, bie fo mandjen au§ ber 3u*9*mbbcwegung Xlommenbeu Don ber W\tarbeit im P. fernhaften. P£ liegt ja fo nahe: in ber 3ugeubbeweguug bie llnbebingtheit bic ftompromi^ofigfeit ber l^etfmer^yormef, unb in ber Crganifation be? P. 9). tagtäglitfi bie politische Heberfegung, bie taftifdjen Grwägungen, bie ganzen ivompromiffe be§ ^eDen^fampfe?, Ser Gegenfah fchetnt unüberwinblid). Unb bod) wäre c?> ftunlo^, afifeiß 311 ftefjen unb auf eine neue Gefcüfdiafßorbuung 31t unirten, in ber mau bann feilte fiompromiffe mehr 31t machen braudjt. Sichcrlid) ift für Diele junge 3ubcn gerabe bie3 ba§ 3)erlodenbc am 3i°nivmus, ba(5 fie hoffen fönnen, in ben Stebhingen ^aläftina§ ein ßeben in einer neu aufgebauten Gefeftfdjafßorbnung 311 führen; ob c-3 ihnen gelingt, ftehe bal)'u\. Wtx aber, bie Wir an bem C-rte arbeiten "wollen, au ben wir gcftcHt fmb, fönnen nid)t warten, fonbern ntüffeu heute 31tgreifen, wenn bae audj an imferc Jväf}igfeit, m\z in anberer gcfeÜM)aftfid)er Umgebung burd)3ufeken, harte Sütforberungcu fteden mag. Cb fid) nun um Den Pintritt in* 2^erufvleben hanbeft, ob barum, im P. 3?. ntit3uarbeiten: immer be-- bentet biefe tlliitar&eit bc§ au% ber Sugenbbewegung ftommenben in ber älteren Generation eine?vülle Don Problemen. Surd) Snrüdbaltitug werben biefe Probleme nur umgangen, nicht gelöft. Uiugeftaften fann mau nur burd) 3)Iitarbett. Sa«3 bebeutet, bafj bie Sfelteren ber jungen Generation fich nicht mit langen 5>orrebcn au ber Pforte 311m Pentral- Dcrein aufhatten bürjen, fonbern fofort mitten in bie Arbeit hineingehen muffen — freittd), ohne be^fjalb ihre eigene?lrt, um beretwiü'en fie jung fmb, an ber Garberobe ab3ugebeu. P3 gibt ja audj auf ber anberen Seite P, y.- Scute, bic nur fold)e jungen 9)ienicfjen fjiueinla?ieu mödjteu. Don bereu Sugenb möglidjft wenig inefjr 31t uierfcn ift. XHlv ob e» in ber P. 53.=?lrbcit nur auf Sibgctfärtheit, nur auf SÖüvbe, nur auf SOeisheit anfäuie, unb nidjt aucij auf ^uitiatioe, ^euer, tühnc Putfriyioffenhetf. P-S fann nur immer wieberholt werben: bie Arbeit be§ P. 3). ift fo groft, baß uid)t nur für alte möglichen Varianten beutfrfjiübifrf)cr i^elt= Mff£ Hom Itlhnlt ErnstLocwenberg: Schule/ Ueill inilUll* Ecrzif/ Leben-Heinz Cohn und Felix Goldmann: Judentum und Jugendbewegung. — Besprechungen — Aus der Bewegung.