Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 1 (6.1.1928)
- Date
- 1928-01-06
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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T<rZ nröfetf tzatercsio erweckte hierbei die Vorlesung e, n e Z un gedruckten Teils seiner Vorrede zu den von ihm herauSgegebeuen Schrisien La gar des., welchen der Verleger Lehmann in VI ü n ciz e u , g e jt r t dj e ix habe n wollte. Dieser Teil der Vorrede lauiel^sb , Zur Zudenfrage l)«t £«iuuDe :m1)t feiten in einem Ton U-f? gmunert, den'ich nicht nur an sich und für nach verwerfen niusi. sondern der auch mit dem innersten Oeiliutum seiner elstenen Uc'dcrzcugun^en nicht zusammen stimmt. SMciU imniet, nid * überall hat ec fu, tute er füllte^ utiö tnullte, etwas van der Gewischeit.durchfülNen lasten. das; in jedem b.'-.enfchen und in jedem Volk ein Sttiiv. Des ($i>tUiii>eii verborgen liept. hcU er die Maüe und den einzelnen unterschieden und sich vvn fatichen Verallgemeincrunsten fernge!>allen. lluod.l weist er mdiriiuiU daraus lun, wie er mit einzelnen Juden in freundschaftlichen Beziehungen gestanden, anderen mit Aat und Tat zu Hilst getuninun ift; aber .zu wenig last! er uns davon merken, wieviel edle, geistig und sittlich bvchsteliende, eruslsramme Alenschen aucl) unter den Juden sich rinden. ".WenHhen, uiit denen tvir uns zum Kamps gegen das schlechte Judentum verbinden müstlen. uni dieses überwinden zu können. — Alte die schlimmen bigemschasten. Willensrichtungen und Praktiken, die Lagarde den Inden als solchen und. soweit sie sich bei Christen finden, jüdischer "Ansteckung znsckireibt. Und im Grunde genommen doch Sünden und Gebrechen, die _ aus dem allgemein _tm ,,natüdid)en* Akenschen und so auch im Trutschen herrschenden Thesen hervvrgeb.'n. Das; rmüsz Lagarde ganz gut. aber er vergibt oft in der Oiste des Gefechts die Folgerungen daraus zu ziehen. — Tie entsetzliche Lchuld, welche die (Shriftcnhcit durch die Wistbandluug und Unterdrückung der Juden während langer Jahrhunderte aus sich geladen, durch welche ue jene bösen (5igenschallen in den Juden geradezu grobgezogen hat, sie wird, soviel ich sehe, nirgends bei Lagarde^ berücksichtigt. Können wir aber seine Art des Kampfes gegen das Judentum nicht durchweg billigen, wir können sie verstehen. Wir verstehen sie aus seiner glühenden Liebe zu seinem Volk und Vaterland, zu deutschem Sinn, zu deu!sch-evang.cliscl)er Frömmigkeit und Silllichleist lauter Gütern und Kräften, die er von surchtbaren Krankheiten angefressen, von ungeheuren Gefahren bedroht sah. Krankheiten und (üembren. an d-eren Ausbreitung und Schrecknissen zu einem guten Teil die Juden Schuld tragen. Wir werden auch schon darum Lagarde als Führer in diesem Kamps anders beurteilen als viele seiner "Diitürcitei, weil er — darin, unter anderem, von einem verirrten und verwerflichen Antisemitismus unterschieden und sich selber scheidend — ganz mit Derselben unerbittlichen Schärfe auch über alle anderen Verderber 311 Gericht sistk. Me am Lcib und Leben seines geliebten deutschen Volles sich versündigen, über das. was er Lib-eralismus Hecht, ebenso wie über knechtischen, feigen Konservatismus, über Vrvteüanlismus und verknöclzertes Kirch.ntum wie über preusiiiche Bureaulratie, über verkehrte Richtungen und Ginrichlungen im Schulwesen wie über die Verderbnis der Vrest'e. der Varlamenle, der Parteien. Ein Mann, der so ganz frei, ganz furchtlos, ganz rücksichtslos auch gegen sich selbst und seinen eigenen Vorteil, seine Ruhe und Beaucmlichlcir dasieht, wie Lagarde, darf *) Die Möglichkeit der ^'örtlichen Entgegenkommen des Verfassers. Wiedergabe verdanke ich dem gütigen und musi als eben dieser Mann auch d-en Hilden gegenüber nch äusicrn. Auch hier, wie in cfifeinem Wirken. Reden und Schreiben war Lagarde positiv, anfbanenD. nicht niederreistend. Tas Ja war für ihn wirklich das Beste, das allem gute Nein, in der Absicht, in Dct Gesinnung, die in schwerem, erbittertem Kampf sich circi immer wieder zur Wirklichkeit des Wortes und der Tat dnrchrang. Lärke er sich überall ans Di der Löhs gehalten! Ta st ihm das nicht gelona. obgleich vr es mit heiligem Qjn}t wollte, musz auch der begeisterte Vereinter, der dankbare Schüler und d^achsolger Lagardes zugeden." . . . Wir lvollen mit dem hochverehrten Versager dieses WONvor^s 311 Lugardes Schriften nicht darüber rvci;ten. der*; mich er selber den Irrtum der Verallgemeinerung und Ilellertreibullg begeht, wenn er behauptet, daß an der Ansbreitung der vvn Lagarde gerthFen schlimmen Zu'tünde „die Juden zn einem guten Teil Schild tragen." Sond-ern wir wollen anerkennen, daß er in reiner Wahrheitsliebe bestrebt war. in seiner AtWgabe der Schriften von Lagarde dessen gehässige Angriffe gegen das Judentum g n r ü d z 11 w eisen, und das; er in dem g!e:ch-cn wahrcjvrtsiiebendLn Vestreben die Ausfüdrnngen, welche vom Verleger adaelehnt worden sind, nunmehr öffentlief) ausgesprochen hat. I. W. (Tübingen). Dr. I. Vaer, Der langjährige Vorsignat-e ur.fcrcr Ortsgr«mpe Dies» baden, ist in die Ewigkeit abberms:- morden. Mit ihm verlieren Dir «irren Mann edelster Gesinnung, unermüdlichen Fleißes, größter Lauterkeit in Denken und Handeln, der in den schwersten politischen Zeiten unsere? Organisation in beifpielgebenD urusiergültiezer Meise gedient hat. _ Ihm rar i>ir Lache des Cenrrelvereins eine wahrh-estr heilige Äufgabe. Dir alle, dir wir unserem großen Ziele dienen, staben eine si-.üe Leurunderung für ier.eit Mann gehegt, der immer da Dar. wo es zu helfen gab, der nick-' tadelte und nürgeltr. sondern Hand anlegtr und arbeitete ohne jeden Runen für seine Person und ohne eine Ehre zu erwarten, als allein dis Anerkennung, daß er für Vaterland und Judentum sein Bestes getan hat. In dankbarer Anerkennung beugen wir uns vor der Macht des Schicksals an feiner Bahre, gedenken wir in Trauer des so jung Verschiedenen und rufen ihm zu: Dir haben das Glück besessen, dich zu dem machrbasr Unseren, zu zählen; niemals werden wir dich vergessen. unsere Herzen schlagen für dich voll Dankbarkeit. Ruhe in Frieden, teurer Freund! £. H. Kleine (Lbronik. Zwei n e u s verdientr Mitglieder des LaUralaereins, Kommerzienrat Pinkus in Neustadt <0.«c-:rL) und Bankier Glaser in Natidor, vollendeten türzlich bas 70. Lebensjahr. ^annnerzitnrat Ma; Pink us wurde aus dieirm Anlaß zum Ehrenbürger der Liadt ernannt. Eamuel Glaser hat die gleiche Ehrung bereits vor eitrigen Jahren anläßlich seines ."('jährigen Jubiläums als Ltadtverordneter er» fahren. Beiden Männern, deren Nomen weit über die Erenzen irrer HeiniatstaLt bekannt sind und dis durch ihre Lebensführung das beste Beispiel der Snn.these vom Deutschtum und Judentum, erbracht haben, gilt un.'er wärmster Glückwunsch. — Tis Tochter unseres Mitgliedes Leo B r 2 r w a l d in West-New Pork. Fräulein Veatricr B e e r w <r l_M ist, wie wir aus am.rrikan'.' neu Feitungeu änrnebnren, in Ser soeben abg.m'ch'lonenen Saison elfte Siegerin im Baske tt-Ba l! gegen uer'chiedenstarke Mann.'chaftcn amerikanischer Hachschuleu. — Der erste VorsiNsnde unserer Ortsgruppe Dsißenfee. Jrlerh 5l a u f f» Diairii, wurde anläßlich seines 70. Geburtstages in überaus herzlicher Weise uou den verschiedensten jüdischen Organisationcu rrnd Kärperschasten geehrt. Im. Namen des Centralvereins sprach Dr. Glaserfel) dem Jubilar die herzlichsten Wünsche aus. Soeben erschien nach mehrjähriger Vorbereitung der erste öand der Das Ji£«Uerfcit££r& LSL Gpes&.i«Jaie TLMrä bi 15 Banken lu je €50 Seiiexx in grossem Lexütcnfijrmai, Die Redaktion Cegl In den Händen von 16 bedeutenden jüdisdven Gelehrten und SchriflsfeHero. Fast alle bekannten jüd s-chen sowie zahlreiche hervorragende nicht jüdische Forscher der verschiedener» Länder arbeiten an diesem Werke mit. Chefredaldeur: Dr* Jakob Klafzkln. Stellverhrefender Chefredakfeur: Prof. Dr. Ismar Eibogen« Die Bände gelangen in e^wa halbjährlicher Folge zur Ausgabe. Preis pro Band: In Halbleder M. SS,-, In Ganzleinen M. SO,- Elnbandcniwurf von Professor E. R„ Wels*. Die Möglichkeil monatlicher Ratenzahlungen Ist gegeben. eh beheft Preis M. 3. - (wird bei Bes t e 1 I d e s Werk c s iT rT c k ~g~"e n Die Presse stellt u. a. AUS URTE,II,E,N BER PRESSE, ÜBER I»A.S PROBEHEFT* die Ausführlichkeit and Objektivität de* Werkes fest, hebt «eine wissenschaftliche Notwendigkeit hervor und das höchst aktuelle Inicresse, das cs im Streit der Meinungen über das Judentum beanspruchen darf. „Berliner T*geD!afi"r .... Es handelt sich um efn grossarilges UxilcaJes Werk, das nicht äussere Daten und Anhaltspunkte, sondern dne Sammlung alphabetisch geordneter Monographien bringt, deren Objektivität sich aus der Fülle der Mitarbeiter ergehen wird . . Professor Perles in der „ OrienialisÜschen Liierofurzeiiurrg"• .Ein solches Nachschlagewerk, das in zuverl5?iiger und objektiver Weise über alle mit dem Judentum der Vergangenheit und Gegenwart zusammenhängenden Fragen Auskunft gibt, ist ein dringendes Desiderat der Wissenschaft und speziell der Orientalistik. Dagegen besitz! es freilich auch ein höchst aktuelles Inte*esse, denn im lauten und überlauten Streit der Meinungen über das Judentum hat sich häufig eine so beschämende Unkenntnis der elementarsten Tatsachen offenbart, dass eine sachliche Belehrung durch berufene Fachgelehrte hier besonders am Platz ist." ^Frankfurter Zeitung" Sic rühmt den Umfang des Unternehmens, die grosse Zahl der Mitarbeiter, den originalen Charakter der Beitrage und deren leichtverständliche, geradezu spannende DarstcUunt,SWei$e. Zum erstca Mole lieg! hier ln deutscher Sprache ein Werk über Juden und Judentum ln Geschichte und Gegenwart vor. das ln erschöpfender Weise das gesamte Quellemnaterial verarbeitet und in einer de» weitestem Kreisen verständlichen Form zur Darstellung bringt. (Siehe Presseäusserungen,) Die Anordnung des ungeheueren Stoffes — etwa 35000 Artikel - ist alphabetisch, $0 dass es auch als Nachschlagewerk vortrefflich geeignet ist. n , , Die Encyclopaedia Judalca ist auch durch Ihre vornehme Ausstattung ein Monumcnfalwerk ersten Randes. yrospexte grätis. Eine grosse Reihe von Illustrationen, mehrfarbigen Drücken, Landkarten. Noten usw. ist darin enthaften. \ng"i . . Ein gewaltiges Unternehmen, an dem alle Länder, alle Erdteile mifarbeifen werden, das junge Pa’ästina. Amerika, vor allem Deutschland; ein Werk, in dem Jeder Artikel neu und nur lür diesen Druck geschrieben wird . . . Macht nichi die Mannigfaltigkeit der Aspekte schon diese 100 Seiten (des Probeheftes! spannend wie einen Roman, wie den noch unabsehbaren Roman des Ewigen. JudenT* Prospekte gratis. Zu beziehen durch Jede Buchhandlung und durch den Verlag E § C II k O 1 Pk* * CI. VertriehrabteilunA ^Eucyclopaedia Judalca" Berlin-Charlotienburg 1, BIsmarcksiYasse 106*om