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Central-Verein-Zeitung · 1927-06-17 · 24 (17.6.1927) · p. Seite 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
24 (17.6.1927)
Date
1927-06-17
Page
Seite 346 (sequence 10)
Language
German
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34ö Diese e i n b r u ck s m 5 ch t i g e n Predigten lesen sich wie feinsinnige Essays. Ihre Sprache ist von warmherziger Sttmmung umhaucht, zuweilen vorn Zauber der Poesie umwoben. Nur selten stören Fremdwörter, wie Präzision statt Genauigkeit, wie Degrifssfundamente statt Grundbegriff. Wie in der Sprache eignes Leben glüht, so auch in der Gedankenführung, die uns mit den wohlbekannten Ladenhütern der jüdischen Predigt verschont und in Tert- und Themenwahl eigenwüchsig und selbständig ist. Es redet hier ein sein durchgebildeter Theologe, dem das Judentum in Weite und Tiefe vertraut ist, der aber auch weltosfer? genug ist, die Schönheit Iasets in die Zelle Sems zu tragen und seine jüdischen Gedanken durch moderne Bilder und Tichterworte zu illustrieren- Und übergehend zum Zweiten Buche des gedankenreichen Gelehrten darf man sagen: Diese s e k n s i n n i g e n E s s a p s l e s e n s i ch w i e ei nd r u ck s m ä ch t i g e Predigten. Eine kraftvolle jüdische Persönlichkeit arbeitet hier an der Klärung und Vertiefung einer jüdischen. Weltanschauung. Klar und scharf prägt der Redner — denn es sind zumeist Vorträge, die uns hier geboten werden —seine eigene Ileberzeugung aus, die er aber mit weitherzigem Verständnis für eine andere Einstellung vertritt. Es sind Fragen und Probleme von Wucht und Wert, wie „Gut und Böse", „Majorität und Minorität", „Traumwelt und Wirklichkeit", „Niedergang und^ArLgang -in der Geschichte", die er mit denkcrischem Ernste und doch in künstlerisch ^gerundeter Formschönheit behandelt. Daß auch nichtjüdische Leser diese Abhandlungen mit Nutzen für ihre Kenntnis jüdischen Wesens lesen Dr. Becrrnann (Heilbronn). können, sei ausdrücklich betont. Fünfzig Jahre Synagoge Oeilbronn» Am 21. Mai feierte die Shnagogengemeinde Heilbronn das Fest des fünfzigjährigen Bestehens ihres Gotteshauses. Tic Feier, an der neben den Gemcindemitgliedern nichtjüdische Vertreter der kirchlichen und weltlichen Behörden in großer Anzahl keilnahmen, gestattete sich für alle Anwesenden zu einem unvergeßlichen Ereignis. Tie gesamte Heilbrunner Presse nahm die Feier zum Anlaß, der Geschichte der jüdischen Gemeinde in zum Teil tiefangelegten Betrachtungen zu gedenken. Diele der oft gehörten Angriffe gegen Juden und Judentum finden dabei eine wohlverdiente Abfuhr. Tabei spürt man deutlich, daß in den Festgedanken der nichtjüdischcn Mitbürger nicht nur gutgemeinter Gerechtigkeitssinn, sondern lebendigstes Ergebnis der durch konfessionelle Unterschiede nicht zu untergrabenden deutschen D o l k s g e m e i n - sch oft Zum Ausdruck kommt. So vereint sich die Freude über das Heilbronner Gemeindefest mit der dankbaren Feststellung, daß sich Inden und Nichtjuden in ihm mit den gleichen Wünschen für Zukunft und Gedeihen der gemeinsamen Arbeit an Deutschtum und Judentum gesunden haben. »Mi^raebL-Jugend-Blätter." Ter veranttoortliche Schriftleiter der von der Zentrale der Xe'irej Msrnebi für Deutschland herausgegevenen ,.M 5 s r a c h i - Jugend - Blätter" ist der einer angesehenen Rabbinerfamilie entstammende Tr. Heppner in Hamburg. Uns berühren die in dem natwnaljüdischen Blättchen enchaltenen wohlfeilen Beschimpfungen des C. D. wahrhaftig nicht. Qb aber eine derart unwürdige Schreibweise der orthodoxen Jugenderziehung frommt, mögen die maßgebenden und ernsthaften Führer des Misrachi in ihrem Interesse entscheiden. Der ZentralauSschutz des Rabbinerverbandes in Deutschland hielt kürzlich eine Sitzung in Kassel unter Borptz von Rabbiner Dr. Bäck (Berlinab. Der wissenschaftliche Teil war dem Andenken des Rabbi Jacob Möllm Halevy (Maharil) aus Anlaß seines 500. Todesjahres gewidmet. Levy (Mainz) berichtete über ,^!eben und Be« deutung des Maharil", Rosenthal (Köln) sprach zu dem Thema „Aus Maharils Schriftwerk". In der Mittwochsitzung erstattete Dienemann (Offenbach) den Geschäftsbericht. Bäck (Berlin) berichtete über die durch den Landesverband in Preußen erfolgten Subventionierungen leistungsschwacher Gemeinden zum Zwecke der Erhaltung des Rabbineramtes und über die von der Regierung ausgestellten neuen Richtlinien für die Subventionierung. Ein Korrespondenz. Llatt des Verbandes;oll in stärkerer Aufeinanderfolge als bislang heraus» gegeben werden und die Kollegen von allen wichtigen Vorgängen unterrichten. Wrlde (Magdeburg) hielt ein Referat über „Die Stellung des Rabbiners zur #trn»r A,I«?svrnck,? miirh? faTcertbc von dtM Friedensbewegung". Nach einer reichen Aussprache wurde folgende von dem Referenten angeregte Entschließung gefaßt: „Der Ausschuß des Rabbiner- Verbandes in Deutschland begrüßt, getragen von dem Gedanken des Judentums, alle Bestrebungen der Religionen, gemeinsam auf dem Boden der Gerechtigkeit den Frieden unter den Völkern zu fördern. Der Rabbinerverband in Deutschland ist bereit, sich an der geplanten .Deltkonferenz aller Religionen für Frieden in der Welt' zu beteiligen." Verband Bosener Heimatvereine. Eeneralverwmmlung am Mittwoch. 22. Juni, abends SH* Uhr, im Pfchorrbräu, Tauentzienstraße 13,1. Stock, Saal 3. Mitglieder der angeschloffenen, sowie auch der nichtangeschlossenen sind herzlich willkommen. t Heimatvereiire ÄnJ< Ergeben Sie sich keinesfalls in Ihr Schicksal!! Sie können wieder lebensfrohe Menschen werden durch den Gebrauch unseres sek Jahren bei vielen Schwerhörigen bestens bewährten ->fp neuartigen Verstärker. 'Kräftige, deutliche und reine Sprachwiedergabe, regulierbare Lautstärke. 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