Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 20 (20.5.1927)
- Date
- 1927-05-20
- Page
- Seite 290 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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RSSS LH0 Meyrr, bte Degrüßrmasansprache unb Oberrabbiner Dr. Altmann (Trter) die Gedächtnisrede hielten, teil. Pfarrer Büren und Pastor AnsHau yedachten ebenfalls der Helden, die Voll und Vaterland ihr Leben als Opfer brachten. _ Krau ©tttMenrätin Dr. Gertrud Klausner, Mitglied unseres Haupworst-andes, beging um 13. Mai ihren fünfzigsten Geburtstag. Frau Dr. KlauSner;, die dein Preußischen Landtag als Mitglied der demokratischen Fraktion angehört. ist eine alte und treue Freundin unserer Ideen und hat. besonders in den letzten Jahren, -uns stets, sobald der Kurf an sie erging, mir besonderer Rührigkeit und Hingabe zur Seite gestanden. Tie Tradition eines besonderen jüdisch interessierten Elternhauses — ihr Vater war der bekannte Redakteur M. A. Klausner — und ihr politisches Wirten zum Wähle des deutschen Vaterlandes haben Frau Dr. Klausner seit langen Jahren unserem C. D. nahegedracht. Laudgerichtspraftdcnt Dr. Nathan Stein in Mannheim seftorbcn. Im Alter Don 70 Jahren, nur drei Jahre nach seine Zurruhesetzung, -ist in Mannheim Landgerichts-Präsident Tr. Stein verschieden. Er war ein gütiger, hilfreicher Mensch: sein schiveres Leid (er hatte in früheren Jahren Frau und einzige» Kind verloren) machte ihn nachsichtig gegenüber menschlichen Schwächen und Fehlern. Er war einer der ersten Juristen des Landes, ein hervorragender Zivilrechtler, dessen richterliche Tätigkeit durch Gcdankcnklarheit, tiefgründige Erforschung der Tatbestände und wahrhaft innerliche Objektivität ausgezeichnet ivar. .Aber nicht des Richters Tr. Stein ist in diesen Blättern zu gedenken. Sein Nachruf, geschrieben von einem der ersten Richter Mannheims, enthält den Satz: „Tr. Stein war Jude und ist es Zeit seines Lebens aus Ueberzeugung geblieben —, er war der erste jüdische Landgerichtspräsident in Deutschland." Tiefer ruhige, .leidenschaftslose Mann roar nicht nur Jude, sondern auch ein guter Kämpfer für sein Judentum. Don anderen Tätigkeiten abgesehen, war er Präsident der ersten badischen Landesshnode im Jahre 1895, langjähriges Vorstandsmitglied des Vereins für jüdische .Geschichte und Literatur" und viele Jahre hindurch Mitglied der Karlsruher und Mannheimer Gemeindevertretung. Wir gedenken seiner aber besonders als Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Vereinigung badischer Israeliten, die später in den Landesverband des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens -umgewand^lt wurde. Siebzehn Jahre gehörte er dem Vorstand des Landesverbandes an. Für den politischen Tagesstreit, -ausgetragen in der Oeffenttichkeit. war nicht geschaffen, Aber ein reiches facl)- liches und jüdisches Wisien standen uns beratend und helfend jederzeit zur Verfügung. Dieser edle Mensch hat sich durch die charaktervolle Vertretung seines Judentums den Anspruch nicht nur auf den Tank der badischen Juden, sondern darüber -hinaus aus das ehrende Gedenken innerhalb der indischen Religionsgemeinschaft Tvutschlands gesichert. * Professor Arnold Cahn gestorben. Am 22. April ist Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Arnold C a h n gestorben, ein Mann, der dielen Tausenden Zeit fernes Lebend Hoffnung, Trost und Hilfe brachte. 86 Jahre war Cahn DozentanderUniversitätStraßburg, 80 Jahre lang Leiter des dortigen Bürgerhospitals, in D) l! (C dessen Innerer Abteilung er unzähligen Studenten bas Wesen der Heilkunde erschloß. Er ist nie ordentlicher Professor geworden, aber das hat ihn nicht gehindert, alles zu leisten, was man in der bevorzugtesten Stelle schaffen könnte. Als die Franzosen im Jahre 1919 die deutschen Professoren vertrieben, wurde er nicht ausgewicsen, aber er folgte ihnen freiwillig im Llpril des gleichen Jahres und verließ mit seiner Familie die Stadt, in der er 40 Jahre gelebt hatte. Wenige Monate später vertraute ihm die Stadt Stuttgart ihr schönes Krankenhaus in Cannstatt an. Mas er hier in sieben Jahren geleistet hat, ist kaum zu schildern. Aerzte und Kranke bedurften seiner gleichermaßen. Er war ein Meister der Diagnose und unübertrefflich im therapeutischen Können. T-ie neuesten Ergebnisse der Forschung waren ihm ebenso vertrau^ wie die alten Methoden, -und es gab nichts, worüber er nicht Auskunft zu geben wußte. Und wie hat er diese Auskunft gegeben! Voll Güte, niemals seine Neberlegenheit fühlen lassend, streute er mit vollen Händen die reichen Gaben seines Geistes aus. Eines aber zeichnete ihn vor vielen aus: Geld und äußere Ehren hatten keine Macht über ihn: der ärmste Kranke war seiner Sorgfalt so siäzer wie der reichste, sei es, daß er seiner im Krankenhaus, in der Sprechstunde vder bei einem Konzilium bedurfte. Cahn lebte nur seiner Arbeit, er fragte nicht nach ihrem Lohn und er verbrauchte seine Kräfte, ohne an sich zu denken. Nun ist er von uns gegangen: aber er lebt in unserer Erinnerung als ein Forscher von tiefstem Wissen, als ein Arzt ohnegleichen, als ein Mensch von reinster Herzensgute. Wenn man davon spricht, was die Juden in der Medizin geleistet haben, so wird man Arnold Cahn als einen der Besten nennen müssen. G. fr. f; ' ••■■■■•■•■■■«■■na I Versand. Z ä^5; Abteilung? ■ 5 Leipziger S 5 Strasse j Leipziger Strasse © fifexantierpSatz o Frankfurter Allee Wiümers^orfar Strasse e Brunnensirasse e Ckausseestrasse Restauflagen 'Neuausgaben ata <&? 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DnmÄs,Graf yonHonte Christo— BMuske tiere-Herr der Welt - Die Totenhand - 20 Jahre nachher - Lady Hamilton - Die Dame mit Kamelien - Josef Baisamo - Fall Cie« menceau. Dumas, Napoleon Bonaparte— Gratin Charny. Flaubcrt, Madame Bovary(lnJ. Flaubert, Baiambo. Francois, Die letzte Reckenburgerin. Freytaff, Ingo und In grab an — Das Nest der Zaunkönige - Di« Brüder vom Deutschen Hanse -Marcus König-Die Geschwister -Ans einer kleinen Stadt. Gersiäclter, Die Regulatoren. Gerstäcker, Gold. Gogol, Die toten Seelen. Gorki, Meißtererzählnngen. Hftbberton, Helens Kinderchen xl a. Hackländer, Europäisches Sklavenleben (ln.). Hauff, L ich ten s te 1 n. Hugo, Die Elenden. Hugo, Glöckner v. Notre Dame. Jacobsen, Niels Lyhne. Keller, Leute von Seldwyla. Keller, Martin Salander. Keller, Züricher Novellen. Kügelgen, Jugend e rinn er ungen. Laclos, Gefährliche Liebschaften. Anger!Sk» Gösta Berling. Lagerist. Jerusalem. Ludwig, Zwischen Himmel und Erde. Karryst, Der Fliegende Holländer. 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