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Central-Verein-Zeitung · 1927-04-14 · 15 (14.4.1927) · p. Seite 215

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
15 (14.4.1927)
Date
1927-04-14
Page
Seite 215 (sequence 23)
Language
German
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215? > UW fein eilt schlichtes Zeugnis, daß unsere Glaubensgenossen für das deutsche Vaterland als Soldaten im Felde schlecht und recht gedient haben wie jeder Deutsche, der ein gesundes Herz in der Brust hat. Ilud das Bewußtsein, so in der Vergangenheit gebandelt zu haben, wird auch eine anspornende Bürgschaft für die Zukunft feilt ..." 'Und in der Arbeit über „Die Kriminalität der Juden" heißt es an zwei stellen, gleichfalls gegen Schluß des Vorworts: .Vicht die Veligion und nicht die nationale Eigen tümlichfeit sind für die kriminellen Verhältnisse der Juden in Deuschland tut* Entscheidende, sondern ganz überwiegend die soziale Stellung und die soziale Betätigung . . . . Zn pessinüstischer Äluttongkeit liegt also gewiß keine Veranlassung vor: aber freilieh ebensowenig erwünscht konnte es fein, wenn die vorliegende Arbeit ein selbstgefälliges Gehen lassen bei unseren Glaubensgenossen zeitigen würde. Die Arbeit sollte geeignet sein, durch ihr Beweisinaterial Vorurteile zu zerstreuen: aber sie sollte unsere Glaubensgenossen auch anregen, dort mit aller Energie durch Erziehung und durch sozialen Einfluß cinzngreisen, wo Sclsiiden in den eigenen Veihen zu beseitigen bleiben ..." Das Neferat vom Februar 1901 wandte sich gegen eine ministerielie Auslastung, die uns heute etwas unwichtig erscheinen mag. in der aber im Ilern die Gesamtfrage unserer staatsbürgerlichen Nechtsstellung enthalten ist. Der preußische Instizmmister v. Schönstedt hatte im Abgeordnetenhaus zugestanden, daß tatsächlich jüdische Anwälte bei der Ernennung zum Notar znrückgesetzt würden. In die zweite Gruppe tagen sich folgende Schriften einreihen: , Oj i't dische E r z i e h u n g s p r o b l e m e i m O r i e n t". Neserat vom 4. April im Bericht der Großloge II. D. B. B. 190s (S eptem berh eft). „P a 1 a ft t u a n n d Pal ä st i n e n s i i ch er Z i o n i s in n sst Anfang 1914. Privatdruck. „Tie russi s ch e Revolution und die r n s s i f cf) e it juben". Vortrag, gehalten in der Versainnilnng des E. V. am 5. Dezember 1900. „B erichL über da s B a l t a n h i l s s io e r k". Berlin, Juli 1913. „T i e O st j u d e n i n D c n tschl a n d und die a n t i s e m i - t i s ch e -J£ c a f t i o h". Im Heft 5 der ..Zeit- und Streitfragen", Berlin, Philo-Berlag. 192-2. ..Das Problem de r O st j u d e u , V c r g a ngenheit — Zutuns ist Berlin. Philo-Berlag. 1920. Tragik und doch zugleich die Segnung eines criüllteu Lebens spricht aus den angeführten Schriften. Es war Paul Nathan nicht höchste englische Qualität zu Inlandspreis! SrmWn neust Ernte «nübertrefflich. In allen einschlägigen Geschäften. beschieden, die Palästina-Arbeit, die er begonnen, vn seinem Geiste sortgeführt zu sehen. Scharfe, aber an keiner Stelle ungerechte Worte findet er gegen den palästinischen Zionisttms, der das von ihm aufgebante Erziehungswerk 1914 in höchste Gefahr brachte. Prophetisch klingen die Worte am Schluß der kleinen Schrift in die Gegenwart:! „Sie (die Führer des Zionismus) sind verpflichtet, im Interesse - der Gesamtheit des Judentums jenen kleinen Hreis unbesonnener, j eraltierter und intriganter Elemente von sich abzuschütteln. die I völlig machtlos in dem Augenblick sind, wo ihre inneren Suali-; täten von der öffentlichen Meinung erkannt worden sind . . . Gelingen wird es aber niemals, das innerste Wesen des Indcni tums, das durch seine Religion verkörpert wird, durch ein hohles ' Ideal exaltierten jüdischen Ehauvinismns zu ersehen ..."! Die beiden Veröffentlichungen über die O st j nd e n f r a g e, die ' Nathan im Philo-Berlag erscheinen ließ, bedeuten in ihrer Nebeneinj anderstellung vielleicht das höchste Glück des alternden Mannes. In der j ersten sicht er sich noch gezwungen, in die Schranken -u treten, um zu verhüten, daß heimatlose Ostjuden aus Deutschland in neue Heimat- '' losigkeit hinausgestoßen werden. In der ziveiten weiß er jedoch schon das Werk im Werden, das. wenn es einmal erfüllt ist, ans den Prügelknaben Osteuropas freie Menschen auf freier Erde macht, das ■ große Siedlungswerk im Osten. Ob Paul Nathan nicht in den wenigen Stunden seiner Music, wenn er über sein Leben und dessen i Sinn und Ziel Nachdenken konnte, einmal auch der Vergleich mit; dem alternden Faust anfgestiegen ist, denen Leben seine strorumg fand, als er ein freies Volk auf freiem Boden wimmeln sah? In die dritte Gruppe, die den Außenpolitiker Nathan bezeichnet, gehören folgende Arbeiten: „E n g l a n d und w i r, B e t r a cfj t u n g e n ü b e r Die inte rnationale Politik". Vertag Neues Leben. Wilhelm Borngraber, G. m. b. H. „Die E n t t ä n } ch u n g e n u n s euer G e g n e r". Elftes Heft der politischen Flugschristen „Der dentsck/e llrieg", herausgegeben von Ernst Jäckh. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart- Berlin, 1914. Mil? 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