Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 13 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- Seite 172 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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172 höchste englische Qualität zu Znlan-Sprett. Vrrmgeu «euer Ernte «rrübcrtreffUch. Zn ollen einfchrägigm Geschäften. Leber die EnLstebrrrrg des WorteS „Nebbich* wurde in diesen Spaldrn kürzlich berichtet, Latz die übliche Deutung „nie der Euch" sehr gezwungen und nicht befriedigend sei; cs wurde weiter gesagt, das Nächst» Hegende wäre, cs mit „Verwirrter", Irrender" zu erklären, in Anlehnung an das hebräische Wort „Nebuchim" {2. Buch Moses, 14, 3) und an das Werk MaimonideS „More Nebuchurr" — „Führer der Irrenden". Ich darf dazu bemerken, daß sowohl die Deutung „nie bei Euch" als auch die Erklärung aus Lern Hebräischen „Nelnzchirn" falsch ist. Nebbich ist rein deutschen Ursprunges und gewissermaßen ein militärischer Terminus aus der Zeit des Rittertums und der Landsknechte. Im Gegensatz zu den berittenen Soldaten nannte man damals das Fußvolk die N eLigen, weil die Fußsoldaten neben den Reitern Her gingen. Selbstverständlich dünkte sich der Reiter besser als das Fußvolk, wie u. a. auch Schiller zunr Ausdruck bringt in dem Wort des Höllischen Jägers: „Wenn ich . . . auf das Cehudel unter mir frei weg schaue von meinem Tier." Ter Reiter schaute mit Hochmut und Geringschätzung aus die Nebigen neben ihm. Im Deutschen ist dieses Wort verloren gegangen, aber die nach dem Osten gewanderten Juden Haben es, wie so manches andere deutsche Sprachgui, durch die Jahr« hunderte treu bewahrt und in ihrer lebendigen Sprache wertergebildet. Der Ausdruck der Geringschätzung ist dem Worte Nebbich bis heute geblieben -und findet sich ähnlich auch in hochdeutschen Wörtern, die mit dem Wort Neben zusammengesetzt find; zum Beispiel Nebensache und nebensächlich. Es kommt im Deutschen verschiedentlich vor, daß von Präpositionen Eigenschaftswörter gebildet werden, wie in unserem Bei« fpiel von der Präposition „neben" das Adjektiv „nebig"; manchmal, aber nicht immer tritt dabei eine gewisse Sinnverschiebung ein. Beispiele: oben, obig: vor, vorig; über, übrig. Daß das Wort aus dem Hebräischen nicht erklärt werden kann, geht n. a. auch daraus hervor, daß cs unter den sephardischen (und meines Wissens auch unter den holländischen und englischen) Juden nicht bekannt ist. George Goetz. Viele An fragende in Berlin. Das schändliche Plakat an den Berliner Säulen ist uns nlcht entgangen. Wir können Sie dahin beruhigen, daß ähnliche Plakate in Zukunft die Anschlagsäulen nicht mehr zieren dürsten. Eine Kinderlesestnbe wird Ende März im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Reformgemeinde Berlin, Iohaunisstratze 10. für jüdische Knaben und Mädchen aller Kreise im Alter von 8 bis 16 Jahren eröffnet. Die Lefestube wird Mittwoch und Sonnabend, nachnlittags von 3 bis 6 Uhr, geöffnet sein. Der Besuch ist unentgeltlich. Für geeignete Aussicht wird gesorgt. Anläßlich der 2O0. Wiederkehr des Geburtstages Mose- Mendelssohns ün Jahre 1929 bereitet ein Komitee eine kritische Gesamt, ausgabe der Schriften Moses Mendelssohns vor. Da cs alles erreichbare Material zu verwerten bestrebt ist. bittet es alle diesenigen, die Handschriften, seltene Drucke oder Briese Moses Mendessohns (von ihm und an ihn) besitzen, um Nachricht und, wenn nötig, um leihweise Ueberlaffuna. Alle Zuschriften sind an Professor Dr. Julius Euttmann, Berlin XV»' 87, Wullenweberstraße 2, zu richten. „Sammelblatter jüdischen Wissens."' Wir bitten unsere Mitglieder, die die „Sammelblätter jüdischen Wilsens", Serie 1(2 (Nr. 1 bis 15), besitzen und nicht weiter sammeln wollen, sie uns freundUchst für unsere Bibliothek zur Verfügung stellen zu wollen, da sie cm Buchhandel nicht mehr zu erhalten sind. Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin SW 63, Lindenstraße 13. 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