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Central-Verein-Zeitung · 1927-02-04 · 5 (4.2.1927) · p. Seite 67

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
5 (4.2.1927)
Date
1927-02-04
Page
Seite 67 (sequence 11)
Language
German
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S7 s^ieb neulich, daß in England Shaw und Wells mehr für den Sozialismus und ftine Verankerung im Gewissen des Engländers getan hatten als drei Dutzend Gewerksckpstssekretare. Und ich nröclste das .Wort dahin abwandeln, daß diese „harmlosen Suöacäet", fcie vielfach zu den Riten des Judentums nur noch ganz lockere Beziehungen haben, in den letzten fünfzig Jahren für das Ansehen des Judentums in Deutschland und vor allem für das Ansehen Deutschlands in der Welt mehr getan haben als drei Dutzend Oberrabbiner. Ballin, Nathenau. Liebermann, Wassermann, Ehrlich, Schnitzler, Simmel, Cohen, Cassirer und Dutzende der besten Namen noch Zählen zu den „harmlosen Saducäern". (Weitere Artikel folgen.) Jüdische Helden In Deutsch-Lstafrika. In zahlreichen Orten Deutschlands sprach im Aufträge des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten einer der Mitkämpfer Lettow-Vorbecks. Theodor Freudenberger (Frankfurt a. M.), über „Friedens- und Kricgsjahre in Teutsch- Ostasrika". Freudenberger führt einleitend aus, daß sein Vortrag der Abwehr nach Zwei Richtungen hin diene: einmal gegen die Verleumdung des Judentums, als habe es isein Blut im Weltkriege zu schonen verstanden.; 12 000 gefallene Juden seien wohl ein hinreichender Beweis gegen den ' Vorwurf der Drückebergerei. Jetzt werde behauptet, Lettow-Dorbeck t>atte sich nur deshalb so lange Verteidiger! können, weil keine Juden unter seiner Truppe gewesen. Als jüdischer Mitkämpfer sei eS seine Pflicht, die Kameraden gegen diese Vorwürfe in Schutz zu nehmen. 17 jüdische Kameraden haben an den Zügen v. Lcttow- Borbecks tcilgcnommen, 7 feien von ihnen gefallen, 7 andere verwundet worden, d. h. 40 Prozent dieser jüdischen Kämpfer in der Truppe Lettow-VorbeckS sind gefallen. — Am Dienstag, den 8. Februar, hält Freudenberger feinen Lichtbildervortrag auch; in der Ortsgruppe Berlin des R. j. F. (Ort: Spichernsäle, Anfang S!$ llfjr). Safte sind willkommen. „Urv Daily DuXIetin Indcx‘% das in New Jork erscheint, sammelt und vrröfsenilicht täglich in englischer Sprache alle Vorgange und Ereignisse des jüdischen Lebens. Dieses Organ hat nun ain Ende des Jahrgangs 1925 einen Index herausgegeben, der zunächst für f die Leser des Blattes bestimmt ist, darüber hinaus aber ein Nachschlagej werk für alle Ereignisse darstellt, die sich im Jahre 1925 in der Juben- heit in bet ganzen Welt zugetragen haben. Das Buch ist zum Preise von 2.50 Dollar durch die Jüdische Tclcgraphen-Agentur, Berlin W15, Düsseldorfer Straße 72, zu beziehen. Liberale Synagoge Korden - Liberaler Verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde (Ortsgruppe Norden u. Osten) Dienstag, den 8. Februar, 8 Uhr, Mädchenschule Kaisersfrasse 29.30: Vorfrag Dr. Ludwig Holländer Mein jüdisches Bekenntnis" h I Gaste willkommen! Der Vorstand Dom Verdachte gereinigt. In einem Prozeßverfahren, das ein Pferdegeschäst des Vielhändlers Sigmund Strauß in Kulmbach mit dem Bauern Johann Orth in Autengrün zum Gegenstand hatte, war Strauß vom Schöffengericht in Bayreuth zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Bei allen rechtlich denkenden Menschen, die Strauß kannten, herrschte der Eindruck vor, daß diaser geachtete jüdische Händler das Opfer eines Justizirrtums geworden sei, zumal die berüchtigte völkische Wochenschrift „Stürmer" gegen Strauß in übelster Weise vorgegangen war. Die Strafkammer in Bayreuth hat in diesen Tagen das erste Urteil aufgehoben und den Angeklagten Strauß freigesprochen. Dabei wurde betont, daß der Gerichtshof von der völligen Unschuld des Angeklagten überzeugt sei. Die Kosten wurden der Staatskasse auserlegt. Geburtstage. Am 31. Januar vollendete unser Haudtvorstandsmitglied, der außerordentliche Proststor für Handels- und Prozeßrecht an der Berliner Universität. Arthur Nutzbaum, sein 50. Lebensjahr. Nußbaums rcchtswissenschaftliche Arbeiten haben sich nicht nur auf fein Spezialgebiet: Handels- und Wirtschastsrecht, Theorie des Geldes, auf denen er als Autorität anzusehen ist, beschränkt. Vielmehr hat er bereits als junger Privatdozent eins Gutachtensammlung gegen die Ritrralmordlügen herausgegeben. die in zahlreichen Fällen für den praktischen Abwehrkampf von größter Bedeutung gewesen ist. Wir wünschen dem verehrten Jubilar, der mit seiner Erfahrung und stinem Rat dem Centralverein stets gern zur Verfügung steht, noch lange Jahre gesegneten Schaffens für die deutsche Wissenschaft und für das deutsche Judentum. — Ter Vorsitzende unserer Ortsgruppe Tübingen, Rechtsanwalt Dr. Hatzum, beging am 27. Januar seinen 60. Geburtstag. Tr. Hatzum crstcut sich als Anwalt wie als Politiker in weiten Kreisen Tübingens großen Ansehens. Tie Ortszeitungen. wie die „Tübinger Chronik", feierten ausführlich die Bedeutung und die Verdienste Tr. Hatzums. Wir wünschen dem treuen Anhänger und Vorkämpfer unserer Ideen noch lange Jahrzehnte segensreicher Arbeit im Berufe und zum Wöhle für Judentum, Staat und Vatcckand. — Ter Kaufmann Heinrich Katz (Charlottenburg) begeht am 4. Februar seinen V 102t« PRALIME^ KAKAO Sf' // :M i\!fl fr '-hräiiii!lj mm- 1

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