Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 43 (28.10.1937)
- Date
- 1937-10-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 12 C.-V.-Zeifung Nr. 43 * 28. Oktober 1937 1,3 Min. L um fast eine halbe Million höher als im Fiskaljahr 1935/36, dem letzten Jahr vor den Unruhen. Der ordentliche Staatshaushalt schliesst mit einem kleinen Fehlbetrag von etwa sechzigtausend Pfund ab, während sich im Vorjahr ein unvorhergesehenes Defizit von nicht weniger als 1,3 Millionen ergeben hatte. Da aber die Reserve des Schatzamtes, die aus den Ueberschüssen früherer Jahreaufgespeichert wurde, noch immer 4,83 Mill. LP beträgt, ist die Deckung des diesmaligen kleinen x4.usgabenüberschusses kein Problem. * Die Zahl der Wechselproteste in den vier wichtigsten Städten des Landes ist von 642 im Juli auf 766 im August gestiegen. Es liegen noch keine Erfahrungen darüber vor, ob es sich hierbei vielleicht um eine Saisonerscheinung handelt, und jedenfalls ist auch die heutige Ziffer noch niedriger als im gleichen Monat des Vorjahres, in dem 816 Wechsel zu Protest gegangen waren, oder als in den schlimmsten ünruhezeiten, in denen vorübergehend sogar die „Tausendgrenze" überschritten wurde. Es wäre aber auch durchaus möglich, hierin auch ein wirtschaftliches Symptom zu erblicken. Die unvermutet lange Dauer der politischen Ungewissheit übt einen lähmenden Einfluss aus, dem sich auf die Dauer die weniger gut fundierten Existenzen schwer entziehen können. Der Vizebürgermeister von Tel-Aviv erklärte zwar kürzlich" vor der Stadtverordnetenversammlung — mit Recht —, dass die psychologische Depression stärker sei als die eigentlich wirtschaftliche. Aber gerade weil die objektiven Auftriebskräfte — Einwanderung und Kapitaleinfuhr — im Augenblick geschwächt sind, fallen die subjektiven Faktoren, insbesondere die private Unternehmungslust, doppelt stark ins Gewicht. Auch an der Börse wirkt sich diese Taisache aus.' Im Sommer pflegen in der Regel in denjenigen Papieren, die aui dem Transferwege emittiert werden sind, gewisse Abgaben stattzufinden, weil die Einwanderer, die im Frühjahr ins Land gekommen sind, natürlich einen Teil ihres transferierten Vermögens flüssig machen wollen. In diesem Jahre dürften die Realisationen stärker sein, w-eil nicht alle neuen Einwanderer bisher ein festes Einkommen gefunden haben und die Aufnahmeneigung geringer ist. So erklärt es sich, dass in den letzten Tagen, im Gegensatz zu der bisherigen Tendenz, in einigen Papieren Kursabschläge, freilich nur um "Bruchteile von Prozenten, erfolgt sind. Die Standardpapiere haben freilich ihren Kurs behauptet, und die Nachfrage nach Pfandbriefen ist nach wie vor rege. Die Zitrusernte kommt langsam in Gang und beginnt schon jetzt den Arbeitsmarkt zu entlasten. Man kann zusammenfassend gerade jetzt die Feststellung machen, dass trotz verminderter Kaufkraft und Investitionstätigkeit das normale Wirtschaftsleben seinen Gang geht und Schwierigkeiten — sei es in der Landwirtschaft oder in der Stadt — meistens nur dort eintreten, wo vorhandene Fehler und Schwächen von der Prosperity überdeckt worden waren. Palästina-Literatur Der Kongressanwalt Dr. Aron Barth hat dem Ehrengericht der Zionistischen Organisation eine Anklage gegen den Vorsitzenden der Judenstaatspartei, Meir Grossman, aui Grund der Beschlüsse des 18. Kongresses nach § 1 des Statuts des Ehrengerichtes überreicht. Die Anklage wird wegen der Veröffentlichung des Dokuments über die Besprechungen zwischen Weizmann und Kolonienminister Ormsby-Gore durch Meir Grossman während des XX. Zionistenkongresses in Zürich erhoben. Palästina-Wirtschaft 1937 Der dritte Jahrgang des Palnews Wirtschaftsjahrbuchs für Palästina, der soeben in hebräischer und englischer Sprache bei Palestine News Service Ltd. in Tel Aviv erschienen ist, steht unter dem Zeichen der palästinensischen Wirtschaftskrise. Der führende Aufsatz stammt wieder von Dr. Alfred Michaelis und beschäftigt sich mit der Wirtschaftslage in Palästina während des Jahrs der Unruhen. Die meisten der von ihm behandelten Einzelheiten sind unseren Lesern aus der laufenden Berichterstattung unseres Palästina-Korrespondenten bekannt. Michaelis kommt zum Schluss seines Aufsatzes auf eine wichtige Bedingung der Wirtschaftssanierimg zu sprechen, die"besonders hervorgehoben zu werden verdient, und das ist die Verringerung der Produktionskosten in der gemischten Landwirtschaft. Ueber die Spezialprobleme der Industrie schreibt Dr.Erwin Witkowski, aus dem die gegenüber gewohnten europäischen Verhältnisse völlig verschiedenartigen Bedingungen des Landes ersichtlich werden. Teure Raumbeschaffung, extensive Lagerhaltung, aussergewöhnlich lange Kreditfristen, ungehemmte Konkurrenz, technische und kapitalistische Schwierigkeiten machen die Führung eines Betriebes in Palästina zu einer risikoreichen Angelegenheit. Aber so viele Schwierigkeiten, so viele Wege, sie zu überwinden, müssen gefunden werden, und es ist interessant festzustellen, dass auch Witkowski wie Michaelis Schutzzolltarife, Erweiterung der Exportmärkte, Marktorganisation im Inland und Erleichterung der Finanzierung als Voraussetzung weiterer erspriesslicher Arbeit fordert. Der weitere Inhalt des Jahrbuchs kann nur aufgezählt werden. Als besonders interessant find nebea den erwähnten folgende Aufsätze hervorzuheben: Tolkowsky: „Die Citrus-Saison 1936/37 und Ausblick in die Zukunft"; Braverman: „Die Industrie der Citrus-Nebenprodukte in Palästina"; Werber: „Die palästinensische Wasserwirtschaft"; Hirsch: „Jüdische Landwirtschaft in Palästina"; Blake: „Die Mineralschätze Palästinas und Transjordaniens"; Seltzer: „Die Chemische Industrie in Palästina"; Poshter: „Bankwesen in Palästina"; Erhard: „Versicherungsgeschäft in Palästina"; Düsterwald: „Ausländische Kapitalanlagen in Palästina"; Michaelis: „Handelsbeziehungen zwischen den Ländern des Nahen Ostens": Sebba: „Die Entwicklung der palästinensischen Schiffahrt"; Ettinger: „Städtische Planwirtschaft im . Emek Zebuion"; Ginsburg: „Das Landproblem in Palästina"; Cohn: „Patente und Handelsmarken." Eine Ueb ersieht über die Tätigkeit der „Haavara" im Jahr 1936 schliesst sich an. Statistische Uebersichten über BevölkeruQgsbewegung, auswärtigen Handel, Verkehrswesen, Bankwesen, Bauwirtschaft, Finanzen der Mandatsverwaltung. Elektrizität und Gesellschaften sowie Angaben über Masse und Gewichte, Post- und Elektrizitätsgebühren, Zolltarife und Handelskammern sind in übersichtlichen Zusammenstellungen angefügt. Will man ein Gesamturteil über die jüdische Wirtschaft in Palästina während des Jahres 1936 fällen, so kann man sich den Sätzen anschüessen, mit denen S. Hoofien, Präsident der Handelskammer von Tel Aviv und Jaffa, das Vorwort" abschliesst, das dem Wirtschafts jährbuch von 1937 vorausgesetzt ist, und die über den Tag hinaus Gültigkeit haben: „Die Juden haben das Geheimnis eines andauernden und ununterbrochenen ökonomischen Fortschritts nicht entdeckt. Sie haben noch viel zu lernen. Sie haben Fehler gemacht und werden Fehler machen. Sie haben gelitten und werden leiden unter äusseren Bedingungen, die ausserhalb ihrer Kontrolle stehen, aber dennoch ihr Schicksal beeinflussen. Aber sie haben in der Vergangenheit gezeigt, dass die antreibende Notwendigkeit, unter der sie, koste es, was es wolle, in Palästina vorwärts kommen mussten, dass ihre Begeisterung, ihre Macht und ihr Geld, ihnen alle Schwierigkeiten und alles Missgeschick überwinden halfen. Alles dies wird weiter wirken, wenn ihnen die Gewissheit, ja, wenn ihnen nur die Hoffnung bleibt, dass sie fähig sein werden, ihr eigenes Nationalheim aufzubauen. Man nehme ihnen diese Gewissheit, man mindere diese Hoffnung, und man wird die Begeisterung, die Initiative und die Unternehmungslust töten, woraus jeglicher Fortschritt in Palästina entsteht. Das ist der Grund, weshalb bei aller zeitlichen Bedeutung des einen oder des anderen unter den zahlreichen ökonomischen Faktoren des Landes immer der politische Faktor grundlegend bleiben wird.'* Dr. Werner Cahnmann. Statistisches Jahrbuch von Palästina Das im vorigen Jahre neu errichtete Statistische Landesamt hat sich durch eine Anzahl laufender monatlicher bzw. vierteljährlicher Veröffentlichungen hervorgetan, die jetzt um ein wertvolles Jahresbändchen von etwa 100 Seiten Umfang vergrössert worden ist. Das Office of Statistics in Jerusalem hat erstmals ein „Statistical Abstract of Palestine, .19 3 6" herausgegeben, der würdig ist, den Statistischen Jahrbüchern anderer Länder an die Seite gestellt zu werden. Der erfahrene Präsident des Amtes, Professor S. A. CudmoTe, hat die wichtigsten Daten zusammenstellen lassen und das Material für das soziale und wirtschaftliche Leben, zum Teil seit Beginn der Mandatsübernahme durch England, das einen ausgezeichneten Ueb erblick über das Werden Palästinas in genauen amtlichen Zahlen gibt. Besonders darauf hinzuweisen ist, dass auch einzelne produktionsstatistische Angaben aus Palästina in dem Ueberblick enthalten sind, abgesehen von den Gebieten des täglichen Lebens, dessen Ablauf, so weit er für die Oeffentlichkeit belangreich ist, auch in Palästina regelmässig statistisch erfasst wird. Die Zahlen reichen im allgemeinen bis zum Jahre 1936. Nicht nur für "jeden, der in Palästina selbst arbeitet, sondern auch für jeden, der ausserhalb Palästinas an seiner Entwicklung interessiert ist, ist dieser statistische Abriss wichtig und überzeugend. Dr. E. R—z. Dr. Elfriede Maschke: „The Europeans Markets and Palestinian Oranges." Herausgegeben von dem ökonomischen Untersuchungsmstitut der Jewish Agency. Die Citrus-Industrie ist für die jüdische Wirtschaft Palästinas ebenso wie für die Gesamtwirtschaft des Landes von entscheidender Bedeutung. Es ist eine Export-Industrie erster Ordnung. 90 Prozent des gesamten Palästina-Exportes sind bekanntlieh Orangen und Grapefruits, die fast ausschliesslich nach den europäischen Märkten gehen. Die Probleme der Citrusindustrie sind von Jahr zu Jahr schwieriger geworden. Auf der einen Seite ist die Produktion durch die immer vergrösserten neuen Flächen um ein Vielfaches nicht sehr entwickelt und haben den mitgebrachten Wortschatz, der in den Ausdrücken „fabelhaft" und „prima" kulminiert noch nicht verdrängen können. Wir haben reichlich Gelegenheit, das festzustellen, denn die Urteile, mit denen die, die wir sprechen, ihr neues Leben belegen, lassen sich so ziemlich auf den Generalnenner dieser beiden Begriffe bringen. Sie strahlen sämtlich vor Freude, und bei aller Vorsicht, zu der uns die Flüchtigkeit unserer ersten Eindrücke verpflichtet, dürfen wir uns darüber Rechenschaft ablegen, dass die beiden .Erscheinungsformen, in denen uns die Jugend-Alija bisher begegnet ist — die erste war die Ahawa in Kirzat Biaiik — jedenfalls, mustergültig sind. Noch ein kurzer Abstecher beim Ruthenberg- Elektrizitätswerk in Tel Or, und wir kehren bei sinkender Nacht nach Tiberias zurück. Der volle Mond, der schon unsere Nächte auf dem Meere überglänzte, ist uns treu geblieben. Die flache, silbrige Scheibe, die jetzt hinter den transjordanischen Bergen rasch in die Höhe gleitet, erscheint viel grösser, als wir sie zu kennen vermeinen. Aber so ist. es hier mit alten Himmelserscheinungen: Sonne, Mond und Sterne, die Wolkenbilder und ihre rasch wechselnden Färbungen kommen uns schöner und stärker vor. Ob der südlichere Breitengrad für diese Wahrnehmungen eine höchst sachliche Erklärung bereithält, ob die Atmosphäre die Farben intensiviert oder ob einfach die Weite des Horizontes in einer dem Städter unbekannten Grossartigkeit uns so ganz andere Bilder offenbart — gleichviel! In unsern armen touristischen, von Eindrücken fast überwältigten Gehirnen dämmert etwas von der Erkenntnis, warum gerade diese Stätte vorbestimmt war, dem Himmel besonders nahezukommen. Mit der Gewalt seiner Lichter und Linien zieht er immer wieder unsere Blicke empor. Die Sicht nach oben wird hier zum Gesetz des Daseins. Am nächsten Tag durchfahren wir den Emek fast in seiner ganzen ostwestlichen Ausdehnung, wie es im Liede heisst: .,voa Bet Alpha bis Nahalal/' In Bet Alpha besichtigen wir wiederum eine ausgegrabene Synagoge, die jünger und noch griechischer ist als die von Kapernaum. Wieder packt uns, wie vor einigen Tagen, beim Anblick der griechischen Küste, ganz stark das Staunen darüber, dass in diesem Wettlauf der ausgehenden Antike, in der wir von der griechischen Kraft fast überwältigt wurden, schliesslich doch wir die Sieger blieben. Jetzt hat die Siedlung, die um die ausgegrabenen Reste herum arbeitet, zum Schutz für sie ein Steinhaus gebaut. Sie hat das Leben nach einer jahrhundertelangen Pause hier erneuert. An En Charod und Chedera vorbei geht es weiter nach AMe, von dort nach kurzer Mittagspause wieder über Haifa durch die Ebene Scharon am Meere entlang nach Tel-Aviv. Was dazwischen liegt, sehen wir nur im Fluge. Die Orangengärten, die in ihrer Ausdehnung ganze Wälder bilden und die nur in dem leichteren Küstenboden gedeihen, sind zwar eine Neuheit für uns, denn auf den schwereren Böden haben wir bisher nur Grapefruits wachsen sehen. Aber diese Fahrt ist im ganzen eine Improvisation. Wir sollten ursprünglich schon am gleichen Tage über das Gebirge nach Jerusalem. Deshalb muss die grössere Strecke in grösserer Eile bewältigt werden. Die nähere Besichtigung dessen, was charakteristisch daran ist, wird, wie vorgesehen, den späteren Stadien der Rundreise vorbehalten. Auch Tel-Aviv selbst beherbergt uns nur eine Nacht und gleitet an uns vorbei wie die trügerische Spiegelung einer noch weit entfernten Etappe. Es ist nicht schwer zu erraten, warum diese Umleitung vorgenommen werden musste: die Sicherheits- oder besser vielleicht: die Unsicherheitsverhältnisse im Lande liessen sie notwendig erscheinen. Zwar haben sie uns sonst noch weniger zu schaffen gemacht, als wahrscheinlich unsere Angehörigen, die uns von Deutschland her in Gedanken begleiten, befürchten werden. Aber unsere Reiseleitung, die der Palestine and Egypt Lloyd in die Hände wohl der hervorragendsten Persönlichkeit gelegt hat, die in diesem Lande für diese Aufgabe zu finden sein dürfte, ist veranwortungsvoll genug, auch die Nähe gefährlicher Zufälle zu vermeiden. Wir fühlen uns in ihrem Schutze vollkommen sicher und nehmen auch die hie und da notwendigen Verzichte in dem ruhigen Bewusstsein hin, dass sie einerseits tragbar sind und andererseits uns ganz gewiss nur dann auferlegt werden, wenn ihre Vermeidung nach unbedingt sachkundiger Würdigung der Lage nicht möglich erscheint. Doch das ist, verglichen mit den anderen Vorzügen unserer Reiseführung, nur ein ganz kleiner, am Rande liegender Zug, den lediglich die Aktualität der politischen Sorgen so losgelöst von den übrigen ins Sehlaglicht stellte. Jetzt also sind wir doch, nur um eine Nacht verspätet, in Jerusalem. Wir haben die „hochgebaute Stadt" vom Wege aus einmal auf den Bergen liegen sehen und sind dann in eines der neuen Stadtviertel hineingefahren. Dabei hat sich der Blick aui das Ganze wieder verloren, und das atembeklemmende Gefühl der „Alija", den uns die Technisierung dieses Aufstieges nicht rauben konnte, ging unter in der Betrachtung wieder eines neuen Stadtbildes. Wir sind da und doch nicht da. Aber so vollgepackt mit Eindrücken wir auch schon sind — wieder wühlt uns die gleiche Spannung auf wie in der Nacht vor Haifa. Erst die Pfeife, das Sammelsignal, das uns zum ersten Rundgang ruft, erlöst unsere ungeduldig drängende Bereitschaft. Semesterbeginn in Jerusalem Das 13. akademische Jahr der Hebräischen Universität Jerusalem wurde von ihrem Präsidenten, Dr. Juda L. Magnes, feierlich eröffnet. In diesem Semester werden Professor Martin Buber und Professor M. M. Kaplan, einer der Gründer der Gesellschaft zur Förderung des Judentums in Amerika und Mitglied der Executive der Rabbinical Assembh/of the United States, ihre wissenschaftliche Arbeit an der Hebräischen Universität aufnehmen. Die Schaffung einer Hebräischen Akademie der Wissenschaften ist geplant. Die französische Regierung hat der Hebräischen Universität Mittel zur Errichtung eines Lehrstuhls für französische Kulturarbeit und zwei Prcse zur Verfügung gestellt. Professor Kaplan hielt dann seine Antrittsvorlesung. MadsäMsse mdk Hekeses Erscheint wöchentlich ohne Gewähr. Postschluss für Luftpostsendungen bei folgenden Postämtern: Berlin SWll; FranKfurtlMain Bahnpostamt 19 oder Flughafen; München Postamt 2 (Flughafen); Köln Flughafen. Einwurf hei anderen Postämtern oder in anderen Orten bis zu 1 Tag früher. Ahkürzungen: B. A. Buenos Aires; Boul- Boulogne; Cherb Cherbourg; LH Le Havre; Mars. Marseille. Ziffern in Klammem Postschlusszeilen. Ab Seeweg nach Nordamerika An Berlin Hamburg Bremen Cherb. N.-York 1. 11. 1.11. (19) „Normandie" 2. 11. (LH) 8. 11. 4. 11. 4. 11. (19) „Bremen" 5. 11. 6. 11. 11. 11. Luftweg: Bis auf weiteres keine Verbindung. Seeweg nach Südamerika Berlin Frankr. Münch. Genua Boul. Rio B. A. 2. 11. (18) 3. 11. (9) 4. 11. 16. 11. 20. 11. 4. 11. (18) 5. 11. (S) 6. 11. 22. 11. 26. 11. Luftweg: Zuschl. 1,50 RM für je 5 g (1.25 Brasil ) Berlin Frankfurt Köln Rio B. A. 30.10.(9) 30.10.(11) 30. 10. (14) Fr. Luftp. 2.11. 3.11. 3. 11. (21) 3. 11. (24) Dt. Luftp. 6. 11. 7. 11. Seeweg nach Südafrika Berlin Frankf. Köln Mars. South. Kapstadt 2. 11. (20) 3. 11. (19) 5. 11. 20. 11. 3. 11. (15) 4.11. (8) 5. 11. 22. 11. Kapstadt—Johannesburg (oder Pretoria) 30 Stunder Luftweg: Zuschlag 35 Pf. für je 5 g Berlin München Brindisi 30. 10. (7) 30. 10. (10) 31. 10. (9) "\ 1. 11. (9) 1. 11. ÜS) 3. 11. (9) Laufzeit 2. 11. (7) 2. 11. (10) 3. 11. (9) ) T 5. 11. (9) 5. 11. (18) 7. Ii. (9) i *~9 ia&e 6.11.(7) 6.11.(10) 7.11.(9)/ See- und Landweg nach Palästina Berlin München Eaifa 29.10.(16) 30 10.(9) via Belgrad—Istanbul 3.11 30. 10. (14) 31. 10. (9) Schiff 2. 11. ab Piräus 5. 11. 31. 10. (14) 1. 11. (9) via Belgrad—Istanbul 5. 11. 2.11.(16) 3.11.(9) Schiff 4: 11. ab Brindisi 8.11. 3.11.(16) 4.11.(9) via Belgrad—Istanbul 9.11. Luftweg: Zuschlag 10 Pf. für je 5 g: mind. 15 Pf Berlin München Athen Brindisi \ 30. 10. (6) 30. 10. (10) 31. 10. (13) 30. 10. (18) 1. 11. (9) > Laufzeit 31.10. (6) 31. 10. (10) 1. 11. (9) ca. 2V: Tage 2. 11. (6) 2. 11. (10) 3. 11. (13) 4. 11. (6) 4. 11. (10) 5. 11. (13) 3 steigend, auf der anderen Seite haben sich die Preise in beängstigender Weise reduziert. Die Entwicklung, die zu dieser Zuspitzung geführt hat und die Darstellung des gegenwärtigen Zustandes wird in dieser Schrift behandelt. Sie ist für jeden, der sich für palästinensische Wirtschaftsfragen interessiert, sehr aufschlussreich, nicht nur, weil eine grosse Menge wichtigen Tatsachenmaterials darin verarbeitet ist, sondern weil .auch der Einfluss jüdischer Arbeit und jüdischen Kapitals auf die Entwicklung dieser lebenswichtigen Export-Industrie mit Deutlichkeit aus ihr hervorgeht, eine Intensivierung, die ja letztlich dem ganzen Lande und seiner gesamten Einwohnerschaft zugute kommt. Ist doch die Entwicklung die, dass heute, etwa 300 000 Dunams (etwa 300 Quadratkilometer) Boden mit Citrus-Bäumen bepflanzt sind, von denen etwa 155 000 bis 160 000 jüdisches Eigentum sind und etwa 140 000 bis 145 000 arabisches; d. h. also, dass etwa 53 Prozent des Citrusbodens jüdischer Besitz und etwa 47 Prozent arabischer Besitz ist. Wenn hier festgestellt wird, dass zwei wichtige Probleme der Citrusindustrie in der sonst ausgezeichneten Schrift von Elfriede Maschke nicht behandelt sind, so geschieht dies, um anzuregen, dass eine Behandlung nachgeholt wird: Es handelt sich um das Problem der Ab Satzorganisation von .Orangen und Grapefruits, beginnend bei der Verpackung, über die Eisenbahnverbindung zum Schiff und die Verladung und Versendung bis zum Verbraucher, um eine Absatzorganisation, die aber nicht nur die jüdischen Citrusfrüchte, sondern gleichzeitig auch die arabischen Eigentümer erfasst. Denn die Absatzverhältnisse in Europa werden durch eine ungeregelte Marktüberschwemmung selbstverständlich aufs ungüngünstigste und zum Schaden beider Volksteile beeinflusst. Das andere Problem, das Elfriede Maschke leider nicht behandelt, ist das der Verschuldung der Citrusindustrie, ein Problem, das tiefste Rückwirkungen für die Gesamtwirtschaft des Landes hat und das einer Untersuchung wohl wert ist. Vielleicht hat das Economic Research Institute in Jerusalem, dessen führende Kräfte Dr. Rnppin und Dr. Bonne sind, Gelegenheit, in einer gleichmassig fundierten Schrift, wie die von Elfriede Maschke es ist, diesen beiden Probleme untersuchen zu lassen und diese Untersuchung in ihrer Sammlung zu publizieren. Das Land wird praktischen Nutzen davon haben. Dr. E. R—z. Der Zeitschrift „Kamen u" des Keren Kajjemeth L'Jissrael entnehmen wir, dass die hebräische Gesellschaft zur Erforschung Palästinas und seiner Altertümer in einem Gebiete, das dem Keren Kajjemeth gehört, eine alte Gräberhöhle entdeckt hat, die durch Schönheit der Ausschmücknug ausgezeichnet ist. Die von der Gesellschaft beauftragten Forscher neigen zu dem Glauben, dass dies die Begräbnisstätte des Mischna-Ordners Rabbi Jehuda Hanassi und seiner Familie sei. In der Höhle ist ein dreistöckiger Bau. der 22 Zimmer mit Malereien und Inschriften in Griechisch und Hebräisch umfasst. In der Inschrift in einer der Grabkammern wird der Name der Schwester des Rabbi Jehuda Hanassi erwähnt. Um die Höhle in einen angemessenen Zustand zu versetzen, beabsichtigt "die Gesellschaft, verschiedene Arbeiten der Freilegung und Reinigung ins Werk zu setzen, z B. der BIosslegung des Haupteingangs, der Ausräumung der Korridore und der Hauptkammern usw ' Der Keren Kajjemeth L'Jissrael hat beschlossen, dieses bedeutungsvolle Werk zu unterstützen.. Dr. Z. Die Schlusskapitel unseres Feuilletons „Palästina zwischen Ost und West44 von Fritz Benjamin können aus Platzgrüuden erst nach Veröffentlichung der Sonderberichte von Dr. Eva Reichmann-Jungmann erscheinen.