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Central-Verein-Zeitung · 1937-08-26 · 34 (26.8.1937) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
34 (26.8.1937)
Date
1937-08-26
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 34 C-V.- Zeitung WIRTSCHAFT DER WOCHE Seite 17 26. August 1937 Wirtschaftskurven - und was sie sagen Die meisten Menschen pflegen entsetzte Gesichter zu machen, wenn man sie zu fortlaufenden Betrachtungen von Wirtscöaftskurven, die heute in fast allen Zeitungen und wirtschaftlichen Zeitschriften der Welt, zum eisernen Bestand gehören, veranlassen will. „Aus diesem Gewirr von Punkten, Linien und Strichen, von Quadraten und Rechtecken, von Ziffern und Bezeichnungen finde ich mich ja doch nicht heraus'*' — ist die Antwort, die man nur zu oft auf eine entsprechende schüchterne Anregung | erhält. ' Dass sie grundfalsch ist, dass dieses j angebliche „Gewirr" ..das wirtschaftliche Leben | in seiner Vielfalt/so klar und deutlich wie | kaum eine andere Methode widerspiegelt und | dass es m Wahrheit eine Kleinigkeit ist, sich i in solchen tatsächlich ungeheuer übersichtlichen; graphischen Darstellungen zurechtzufinden, soll | durch diese Ausführungen aufgezeigt werden, j Ganz nebenbei sei bemerkt, dass die Bedeutung \ der „Kurve" für die Darstellung irgendwelcher \ Entwicklungsrichtungen keineswegs auf die I Wirtschaft beschränkt ist, und dass die statistif sehen Büros aller Herren Länder sich ihrer in | steigendem Masse für viele andere Gebiete, | die von der Statistik durchleuchtet werden, be- | dienen. Am Beispiel der Wirtschaftskurven I werden wir schnell auch die graphischen Dar- | Stellungen in anderen Zweigen der statistischen | Arbeit verstehen und — schätzen lernen. | Haben Sie, verehrter Leser, sich schon ein- I mal eine statistische Tabelle angesehen und I aus ihr Erkenntnisse zu schöpfenversucht? | Schon nach kurzer Zeit werden Ihnen viel- I leicht die Zahlen vor den Augen getanzt, und Sie werden vergeblich versucht haben, Ordnung und Logik in diesen Wald von Ziffern, von Plus- und Minus-Zeichen, von Rubriken und Spalten zu bringen (es sei denn, Sie wären ein ausgesprochen mathematischer Kopf). Diese Schwierigkeit der zahlenmässig ausgedrückten Statistik haben auch die berufsmässigen Statistiker erkannt, sie haben sich deshalb bemüht, die Ziffern in Darstellungen umzusetzen, und sie haben damit die Statistik für jeden Menschen, der einen klaren Verstand sein eigen nennt, lesbar und verstehbar gemacht. Die Grundlage der gezeichneten statistischen Darstellung ist die Kurve. Auf ihrer Fussleiste sind in bestimmten gleichmässigen Abständen die Zeiträume eingezeichnet, in denen die Entwicklung dargestellt werden soll, an der. einen oder am beiden Seitenkanten wird von einer Basis, die als 100 bezeichnet ist, in gleichfalls genau errechneten Abständen das Ausmass und die Richtung der Entwicklung abgelesen. Zwischen diesen festen Punkten laufen nun in oft recht bizarren Formen, die Kurven und spiegeln auf diese Weise klar und einprägsam die Entwicklung wider, die aufgezeigt werden soll. Ein rein schematisches Beispiel möge dies erklären: — 7 \ / /- - — a/ ) w — Kl-b iqife i^icj iqij. iqis i<Ug >\\* |c.lw ><n<o 1410 - »OO Diese Kurve sagt aus, dass irgendeine '■Vare in dem Zeitraum zwischen 1913 und l936, gemessen am Stand des Jahres 1910 (= 100) die durch die Kurve dargestellten Schwankungen in preislicher oder produktions-- 'nässiger Hinsicht, je nachdem auf was sich die Darstellung bezieht, erlebt hat. Nun ist es leicht, in einer Darstellung auch die Entwicklung verschiedener Waren, gekennzeichnet durch verschiedene Strichelung, aufzuzeigen und dabei, was oftmals sehr wichtig ist, zu er- I kennen, wie sie sich im Verhältnis zueinander < entwickelt haben. Das nachfolgende ebenfalls rein schematische Beispiel zeigt dies deutlich: i\ ■'XN - 'P^' -4 — Vr \/ "NArs .— ~y\ — mo 'loo Ware A — Ware B--- Ware C —.— Auf diese Weise kann man aber nicht nur einzelne Waren in ihrer Entwicklung verfolgen und vergleichen, sondern, wenn man statt der Waren Wirtschaftszweige nimmt (also zum Beispiel Industrie, Landwirtschaft, Grosshandel, Einzelhandel usw.), lässt sich ein getreues Spiegelbild der gesamten Wirtschaftsentwicklung eines Landes, mehrerer Länder usw. gewinnen. Schon aus diesen beiden Beispielen ist die Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten der Wirtschaftskurve ersichtlich. Wenn man nun durch Umrechnung auf eine Basis die Statistiken der wichtigsten Wirtschaftsländer in Vergleich zueinander setzt oder die Weltproduktion wichtiger Waren vergleicht, lassen sich die interessantesten Aufschlüsse über die Entwicklung und die Tendenz der Weltwirtschaft gewinnen, viel übersichtlicher und klärer,; als es jede Zahlenreihe oder jede grosse textliche Darstellung zu tun vermöchte. Natürlich kann man derartige Darstellungen auch für ein oder mehrere Jahre anfertigen, ohne auf ein Basisjahr Bezug zu nehmen. Dann bekommt man in der Kurve eben ein Spiegelbild der absoluten Entwicklung, was zum Beispiel für die Verfolgung der Preise oder der Produktion gleichfallswertvolle Erkenntnisse liefert. Ueber die reine Kurvenzeichnung hinaus gibt es die Möglichkeit, die Entwicklung durch mehr bildhafte Darstellungen aufzuzeigen (also etwa Säulen oder Personen, Tiere usw. in verschiedener Grösse). Damit wird man aber im allgemeinen nur Stichtage erfassen, ohne die Linie der fortlaufenden Entwicklung in gleicher Uebersichtlichkeit zu haben, wie sie die reine Kurvenzeichnung wiedergibt. Wenn Sie, verehrter Leser, sich also zum Beispiel nun über die Wirtschaftslage oder die Situation in einzelnen Wirtschaftszweigen wichtiger Einwanderungsländer orientieren wollen, werden Sie zuerst nicht mehr zu langatmigen mit vielen Zahlen gefüllten Darstellungen oder grossen für den Laien schwerverständlichen Tabellen Ihre Zuflucht nehmen. Sie werden vielmehr versuchen, Wirtschaftskurven der betreffenden Länder zu bekommen, an Hand deren Ihnen schnell und klar alle Fragen beantwortet werden, die Sie zu stellen haben — soweit sie überhaupt statistisch zu beantworten sind. Vergessen Sie dabei aber nicht, die Bemerkungen, die gewöhnlich zu solchen Kurven gegeben werden, genau zu beachten, damit Sie wissen, unter welchem Gesichtspunkt die Zeichnung angefertigt wurde. Nur dann werden Sie die richtigen Schlüsse ziehen können. Sollten Sie darüber hinaus aber einmal Lust bekommen, die auf eine einheitliche Basis umgerechneten Wirtscbaftskurven der wichtigsten Länder miteinander zu vergleichen (was durch die Veröffentlichungen vieler Wirtschaftszeitschriften leicht gemacht wird), dann werden Sie — gleichgültig, ob es sich um Warenproduktion, um Preise oder um bestimmte Wirtschaftszweige handelt — in unseren Tagen ein in vielen Einzelheiten zwar sehr verschiedenes, in der Grundrichtung aber fast einheitliches Bild bekommen. Sie werden den Absturz von 1928 bis 1932 sehen und den langsamen — teilweise aber auch recht stürmischen — Aufstieg seit diesem Tiefstand bis zum heutigen Tage erkennen. Dass sich diese Entwicklung natürlich nicht absolut gleichmässig und mit Unterbrechungen sowie teilweise sehr heftigen Ausschlägen nach oben und unten durchgesetzt hat, brauchen wir Ihnen, als Mann der Praxis,. nicht ausdrücklich hervorzuheben. Aus dem ganzen werden Sie aber ein anschauliches Bild von dem weltwirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre gewinnen, ein Bild, das — selbst wenn nicht sofort alle Blütenträume reifen — auch Ihnen ein Stück Optimismus und Zukunftshoffnung geben wird. hw. Gruppen von Tätigkeiten hierunter fallen werden. Die Hauptsache ist, dass man weiss, dass die technische Vorbereitung fert i g ist, so dass mit der Benennung der Berufe und Unternehmungen, die Re? gelung ihre Bedeutung erhalten w i r d." Man überlese diese Worte nicht, Informationen sind, ratsamer denn je, und man verlasse sich nicht zu sehr auf die wirtschaftlich gebesserten Verhältnisse. Die Regierung hat immer wieder' betont, dass keineswegs Wirtschaft- , liehe Werte zerschlagen werden sollen, und es liegt nicht der geringste Grund vor, hieran zu zweifeln. Dennoch ist gerade bei Neugründungen; noch mehr Vorsicht geboten, um nicht vor plötz-, liehen Ueberraschungen und finanziellen Ver-.; nisten zu stehen... Anmerkungen zur Weltwirtschaft Einen bedeutenden Aufschwung auf dem Weltmarkt hat in den letzten Jahren das Erdöl genommen, das von den wichtigsten Rohstoffen für die Energiewirtschaft seit einiger Zeit an zweiter Stelle neben der Steinkohle steht. Ein Grund hierfür liegt zunächst in der Verdrängung der Kohlefeuerung in der Schiffahrt innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte. Während 1914 noch beinahe 100 Prozent der Welttonnage mit Kohlenfeuerung ausgestattet war, wurde 1936 schon 'die Hälfte der Gesamttonnage mit Oel betrieben. Ein weiteres Moment ist das Aufkommen des Dieselmotors, der dazu beitrug, dass Oel immer mehr in der Industrie Verwendung fand. Die beiden wichtigsten Förderer des Erdöls aber waren das in der ganzen Welt immer weiter verbreitete Automobil und das Flugzeug. Interessant jedoch ist, dass sich gerade von dieser Seite her eine Wandlung im Erdölverbrauch der Welt anbahnen kann, da man heute schon Verfahren kennt, die durch Verflüssigung von Kohle diese als Kraftstoff für Automobil und Flugzeug wieder stärker in den Vordergrund treten lassen, so dass die Kohle wieder einmal schärfer mit dem Erdöl in Wettbewerb treten wird. Der Welthandel in Erdöl ist naturgemäss mit am regsten von allen Welthandelswaren, da es in grösserem Umfang nur in wenigen Ländern vorkommt und exportiert werden muss, weil diese Länder gar nicht so viel Bedarf haben, um ihre Vorkommen zu verwerten. Während der Weltexport an Erdöl in den letzten Jahren jährlich zugenommen hat, ist der Welthandel in Steinkohle zurückgegangen. Inwieweit die neuen technischen Verfahren der Kohleverflüssigung wieder hierin einen Wandel schaffen werden, "bleibt abzuwarten. Jedenfalls ist wohl bestimmt damit zu rechnen, dass sie eine Konkurrenzverschärfung der beiden Energierohstoffe auf dem Weltmarkt zur Folge haben werden. Die gesamte Kohlenförderung der Welt ist in letzter Zeit um über 100 Millionen Tonnen gestiegen. Dabei ist der Anteil Europas an der Weltateinkohleförderung im Jahre 1936 um etwa 1,5 v. H. zurückgegangen, während derjenige Amerikas, um etwa 2 v. H. zugenommen hat. Trotzdem behauptet Europa weiter die erste Stelle in der Wellförderung von Steinkohle. Mit der Weiferzeugung von Kraftwagen befasst sich eine Statistik des Völkerbundes, aus der hervorgeht, dass die Welterzeugung 'im Jahre 1936 insgesamt zwar erheblich gestiegen ist, aber den Stand von 1929 noch nicht ganz erreicht hat. Nur in zwei Ländern ist der Stand des Jahres 1929 wesentlich überschritten worden: in England und Deutschland. In England hat sich die Produktion von Kraftwagen seit 1929 verdoppelt, in Deutschland verdreifacht, und gegenüber 1932 sogar versechsfacht. Der Gesamtanteil Europas an der Kraftwagenerzeugung der Welt hat sich im Jahre 1936 gegenüber 1929 verdoppelt. Vom Weltmarkt für Kasein, auf dessen Lage und Zusammenhänge an dieser Stelle kürzlich hingewiesen wurde, kommen jetzt Meldungen, aus denen hervorgeht, dass sich hier schon einige Wandlungen bemerkbar machen. Noch steht Italien an erster Stelle der Erzeugung von Wolle aus Kasein. Einige andere Länder haben jedoch schon Lizenzen erworben, um diese Kunstfaserproduktion einzuführen. Die italienische Lanitalerzeugung beträgt heute schon monatlich über 1000 Doppelzentner, wobei aus einem Kilo Kasein etwa ein Kilo Lanital hergestellt wird. Wandlungen auf dem Weltmarkt für Kasein aber glaubt man sich deshalb anbahnen zu sehen, weil nach neuesten Meldungen die Möglichkeit bestehen soll, aus dem Sojabohnenmehl ein pflanzliches Kasein zu erzeugen. Auf den hauptsächlichsten. Weltwarenmärkten ist nun die „Grosse Pause" eingetreten, die sich meist pünktlich beim beginnenden Uebergang'" von der Sommerzur Wintersaison einzustellen pflegt. „Ferienstimmung an den Warenmärkten", so werden die meisten Marktberichte daher jetzt überschrieben. Die Nachfrage ist zurückhaltend; man will erst weitere Momente für die Urteilsbildung über das kommende Wintergeschäft sammeln. Für die augenblickliche Geschäftsstille an den Getreidemärkten ist ausserdem noch die für diekommende Saison sehr günstige Ernteschätzung verantwortlich zu machen. Das gleiche gi\t für die Baumwollmärkte. Auch sie wiesen^ unter dem Druck der Er,nteberichte in letzter Zeit' wiederholt Preis einbuss'en auf. Auch die Spekulation hatte „Grosse Ferien" gemacht, beginnt aber,, wie verschiedene Berichte melden, jetzt langsam wieder die Märkte „abzutasten", also die Erzeugungs-- und statistische Lage 'der einzelnen Rohstoffmärkte zu untersuchen. Man rechnet'daher damit, dass die sommerliche Stille an den Weltwarenmärkten bald wieder einer stärkeren Belebung weichen wird. Die kommende Weltmarktlage beurteilt man sehr vorsichtig. Mit einer langsamen und stufenweisen Steigerung der Rohstoffpreise innerhalb enger Grenzen als natürliche Reaktion auf die durch das weitere Anwachsen der Welterzeugung erhöhte Nachfrage wird allgemein gerechnet; an grössere dauernde Preissteigerungen dagegen glaubt man für die nächste Zukunft nicht, wenn auch betont wird, dass vorübergehende Preisauftriebe durch Spekulationseingriffe im Bereich der Möglichkeit Uesen. ^Dr. Erich Gottfeld. Blick in die Wirtschaft Berlin, 24. August . An der Börse in Frankfurt am Main bat .sich" jetzt ein Vorgang abgespielt, der als bedeutungsvoll angesprochen werden muss, weil an* genommen werden kann, dass er wohl nicht auf Frankfurt beschränkt bleiben dürfte. Es handelt sich um den -sogenannten Börsenhandel in „Telephonwerten". Das Interesse an ' dem Markt dieser „Telephonwerte" wie auch am Markt der unnotierten Werte war seit einiger Zeit wohl im Hinblick auf die Enge des Aktienmarktes sehr gestiegen. Die Erwägungen gingen anscheinend dahin, dass anzunehmen sei, es würden gewisse Effekten aus dem Markt der unnotierten Werte in den offiziellen Markt übernommen werden. Ob in dieser Hinsicht im Hinblick auf die Entwicklung der in Frage kommenden Gesellschaften Hoffnungen berechtigt sind, bleibe dahingestellt. Jedenfalls aber wurde seit längerer Zeit bereits die Steigerung des Verkehrs in sogenannten „Telephonwerten" als unerwünscht und auch als unberechtigt spekulativ angesehen.- Nunmehr' hat der Börsenpräsident in Frankfurt den Börsenhanderin „Telephonwerten" verboten, wobei erklärt wurde, dass Gegenstand eines an der Börse abgeschlossenen Geschäftes nur die zur amtlichen Notierung so wie zum geregelten Freiverkehr zugelassenen Werte sein können. Im übrigen standen die Märkte im Zeichen der im Gange befindlichen neuen Reichsanleihe und der bereits mit Erfolg abgeschlossenen An-" leihen der Feldmühle und der Gutehoffnungshütte sowie der am 23. August aufgelegten Rhein-Main-Donau-Anleihe. Infolge dieser Inanspruchnahme war die Lage am Aktienmarkt naturgemäss ruhig. Es fanden in erster Linie Spezialbewegungen, vor allem auf dem Montanmarkt, grösseres Interesse; hierbei waren-die Umsätze der Vereinigten Stahlwerke bemerkenswert. Der Rentenmarkt zeigte nach wie» vor ein freundliches Gesicht. Die Reichsanleihe zeigt fast dasselbe Bild wie die Anleihe im Mai; die Rendite mit .4,36 Prozent" ist sogar noch etwas günstiger und wird daher neuen Anreiz bieten. Die Reichsverschuldung wurde kürzlich mit etwa 15 Milliarden RM. ausgewiesen, wovon nunmehr nach der Zeichnung der neuen Reichsanleihe eine planmässige Tilgung von nicht ganz 7 Milliarden RM vorgenommen ßein wird. Erste Ausführungsbestimmungen zum holländischen Arbeitsgesetz Von unserem Amsterdamer H-Berichterstattcr. Zu dem im April verkündeten Gesetz über die Ausübung selbständiger Arbeit durch Ausländer (C.V.-Zeitung Nr. 17 und 20) sind die ersten Ausführungsbestimmungen e?gangen. ■ Durch einen am 16.. Juli verkündeten und am 5. August wirksam gewordenen königlichen Beschluss sind die Einzelheiten für die Einreichung des Gesuches zur Erlangung einer derartigen Er-, laubnis geregelt worden. Von der in dein ursprünglichen Gesetz enthaltenen Ermächtigung zur Konzessionierung bestimmter Berufe ist aber bisher noch kein Gebrauch gemacht worden, so dass die Situation für die selbständig Tätigen vorläufig immer noch genau wie vor Erlass des Gesetzes liegt. Der erwähnte Beschluss ist nur eine Regelung von Formalitäten, und die 'wirkliche Auswirkung des- Gesetzes "lässt sich immer noch nicht übersehen. Mit Recht schreibt das offizielle Organ vom „Verbond van Nederlandsche werkgevers": „Wann dies (die praktische An-, wendung des Gesetzes) geschehen wird, kann niemand sagen, ebenso weiss man nicht, welche Offene Auslandsstellen Genehmigt durch das Landesarbeitsami Brandenburg ■Gesucht werden: . . v: 'für einen Geschäftshaushalt (Schneiderei) "in Holland ein jüdisches junges Mädchen. Der Haushalt besteht aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern;; für ein Erziehungsinstitut in London eine erfahrene jüdische Wirtschafterin, die auch Einkauf und Krankenpflege versteht- und ■ befähigt ist, Schülerinnen anzulernen. Englische Sprachkenntnisse Bedingung; für Australien ein jüdischer Fachmann für die Herstellungvon erstklassigen Schokoladen und Pralinen. Nur Kräfte mit langjähriger Erfahrung haben Aussicht auf Anstellung; für London, ein. jüdischer Miniatur: porträt-Graveur, der imstande ist, auf sehr kleinem Raum zu arbeiten; für N e w - Y o r k jüdische Graveure zur Herstellung von Messing- und Stahlstempeln (Flachgoldpressung an Bucheinbänden und -für Monogrammprägestempel für Karten). Ausführliche Bewerbungen nur auf Luftpoß.tdünnpapier mit Zeugnisabschriften, Lebenslauf und Passphoto werden weitergeleitet durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW19, Lindenstrasse 48—50. Bewerbungen, die. auf gewöhnlichem. Postpapier geschrieben-werden, können nicht mit Luftpost befördert werden. Im hohen Alter-von 84 Jahr-en starb in Herford Julius. Eisbach.. Er war lange Jahre Inhaber der Wäschefabrik J. Elsbach & Co. Nach ihrer Umwandlung in eine Aktiengesellschaft wurde , er zunächst Vorstands- und . später Aufsichtsratsmitglied. ' Mehr als ein halbes Jahrhundert hatte er in dem Unternehmen gewirkt und seinen Aufstieg ■ entscheidend beemflusst. Auch nach seinem Ausscheiden aus den Verwaltungsgremieh verfolgte "ei* die Entwicklung der Firma noch mit grossem Interesse. Jüdischen Fragen war er stets zugewandt. Während vieler Jahre hatte er-den . Vorsitz der Jüdischen Gemeindevertretung in Herford inne. 1D) Ad Ml Ä TOD) II \k m^^dJEmiARoHÄTiscHEifßAREjr^.fT i •«^e^ÄvrA^ r*\;-£™P IjroiSNJlA IrlKvttVAII natürlichnikotinarm. <>3 /9Akfw^Ae^W:£^ll

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