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Central-Verein-Zeitung · 1937-07-29 · 30 (29.7.1937) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
30 (29.7.1937)
Date
1937-07-29
Page
– (sequence 17)
Language
German
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. Nr. 30 C.V.- Zeitung WIRTSCHAFT DER WOCHE Seite 17 29. Juli 1937 Neue Vorschriften über Anlage von Sperrguthaben Die Behandlung von Transfer-Projekten Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat durch einen soeben veröffentlichten Runderlass neue Bestimmungen über die Anlage von Sperrguthaben erlassen. Danach wird die Verwendung erworbener, also nicht dem ursprünglichen Gläubiger gehöriger, sondern im Auslande mit einem erheblichen Disagio.von Dritten erworbener Sperrguthaben zu Anlagezwecken ganz erheblich eingeschränkt. Abgesehen von besonderen Ausnahmefällen werden gewerbliche Kredite oder Beteiligungen an deutschen lärmen mit erworbener Sperrmark nicht mehr genehmigt. Aussicht auf Genehmigung hat in Zukunft nur noch die Hergabe von Krediten zur Finanzierung von Wohnungsbauten sowie von kleineren Darlehen, die auf Grund von verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Beziehungen in angemessenem Rahmen gewährt werden. Der Erwerb inländischer Grundstücke oder die Bezahlung von Bau- und Ausbesserungsarbeiten wird nur genehmigt, wenn mindestens 50 Prozent, bei Errichtung von Neubauten oder Ausführung von Um- und Ausbauarbeiten 85 Prozent der entstehenden Kosten m Devisen gezahlt werden. Auf eigene Sperrguthaben, 'd. h. solche, die dem Kontoinhaber von ihrer Entstehung an cehört haben, finden diese Einschränkungen keine Anwendung. Hier kann die langfristige Kapitalanlage in ausländischem Grundbesitz oder Hypotheken sowie durch Kreditgewährung an Inländer oder Beteiligung an inländischen Unternehmungen auch weiterhin genehmigt werden. Der Erlass behandelt ferner die Frage, ob und inwieweit die Darlehnsgewährung von Auswanderungsinteressenten an Inländer zulässig ist Gerade in der letzten Zeit sind verschiedene Transferprojekte darauf aufgebaut worden, dass Auswanderungsinteressenten vor ihrer Auswanderung Kredite an inländische Einzelpersonen oder Firmen geben und dann nach erfolgter Auswanderung die Darlehnsforderung — meistens gegen eine vorher gesicherte Kursgarantie einer Auslandsbank — an einen Ausländer abtreten wollten. Die Reichsstelle sieht in einer solchen Kreditgewährung, sofern die Devisenstellen sie nicht für unbedenklich erachtet haben, eine unzulässige und strafbare Umgehung der Vorschriften über die langfristige Anlage von Sperrguthaben. Eine Aussicht auf Unbedenklichkeitserklärung besteht nur, wenn die Kreditbedingungen den Bestimmungen über die Anlage von Sperrguthaben entsprechen. Die Vertragsparteien haben sich bei einer derartigen Genehmigung zu verpflichten, der Devisenstelle von der erfolgten Auswanderung Mitteilung zu machen. Die ausländische Stelle, die an der Kreditgewährung an den Inländer interessiert ist, kommt durch die spätere Abtretung praktisch in den Besitz einer Darlehnsforderung, die sie sonst nur mit erworbener Sperrmark erhalten könnte und würde damit den Vorteil der Ausnutzung des hohen Disagios bei dem Erwerb von Sperrmark geniessen. Daher werden solche Genehmigungen nur mit der Auflage erteilt, dass vor der Kredithergabe ein Betrag, der 50 Prozent dieses Disagiogewinnes entsprechen würde, an die Deutsche Golddiskontbank abzuführen ist In Ausnahmefällen kann dann, wenn glaubhaft dargetan ist, dass auf absehbare Zeit eine Abtretung der Darlehnsforderung im Ausland nicht vorgenommen werden wird, eine abweichende Behandlung erfolgen. Rudoli Gräupner (Berlin) Vermögensanlage Vor kurzer Zeit ist im Verlag der Fehr'- schen Buchhandlung in St. Gallen und im Rahmen der von verschiedenen Professoren der Handels-Hochschule St. Gallen herausgegebenen ..Betriebswirtschaftlichen Studien" eine kleine Schrift von Dr. Ludwig Wassermann, St Gallen, erschienen, die den Titel trägt: «Ueber vorsichtige Vermögensa n- 1 a g e". Nun ist diese Broschüre zwar in erster Linie darauf angelegt, den Verwaltern oder Inhabern grösserer Vermögen Fingerzeige für eine sorgsame Vermögensanlage und Vermögensverwaltung zu geben. Sie sagt allerdings nicht allzuviel Neues, vor allem wohl denen nicht, für die sie in erster Linie bestimmt ist: den grösseren Kapitalisten. Sie führt uns jedoch gewisse Grundtatsachen vor Augen, die auch die Inhaber kleinerer Vermögen — gerade, wenn es darauf ankommt ihre Ertragskraft und ihren Bestand möglichst lange zu halten — nicht ausser acht lassen dürfen.' Die Schrift stellt die 'drei wichtigen Thesen der Kapitalanlage in den Vordergrund: den Grundsatz der Sicherheit, der Realisierbarkeit und der Rentabilität. Es ist gewiss nicht leicht, diese drei Grundsätze immer in Uebereinstimmung zu halten, aber es muss in jedem Falle versucht werden, sie einander zu nähern. Dabei kann — wenn das Vermögen ausreicht — durch eine Mischung der verschiedenen Anlagemöglichkeiten auch bei Schwankungen in einzelnen Zweigen der Wirtschaft im"Ertrag ein gewisses Mass von Stabilität gewährleistet werden. Wassermann erinnert an die ähnlich geartete Anlagepolitik der grossen Versicherungsgesellschaften und. Investment-Trusts. Was sichim Grossen „bewährt hat, kann aber auch im Kleinen nicht nutzlos sein! Ist das Vermögen einmal unter Beachtung dieser wichtigen Regeln angelegt so gilt es, die Anlage zu überwachen, um die Ertragsfähigkeit wirtschaftlichen ' Veränderungen . anpassen zu können. Wie und. mit welchen Mitteln diese Ueberwachung oder Verwaltung zu erfolgen hat, richtet sich nach der Grösse des Objekts. Wassermanns Darstellungen sind in diesem Punkt zu sehr auf ganz grosse Vermögen zugeschnitten, als dass sie uns im einzelnen interessieren könnten. hw. Interessant ist in diesem Zusammenhang noch, dass der Welthandel in Nahrungsmitteln weit unter dem Stand dessen mit Rohstoffen liegt was vorwiegend auf die fortschreitende Reagrarisierung der Industrieländer zurückgeführt wird. Trotz der verschiedenen strukturellen Widerstände, die einem weiteren schnellen Anstieg des Welthandels entgegenstehen, wird seine Zukunftslage allgemein ziemlich optimistisch beurteilt. Man führt dafür folgende Argumente ins Feld: Die steigende Tendenz des Welthandels hält auch in diesem Jahre weiter "ah. Nach dem Junibericht des Völkerbundes lag der Goldwert des Welthandels im April dieses Jahres um 0,5 Proz. über dem Stand des Vormonats und damit um 30 Proz. über Vorjahrshöhe. Auch das Welthandelsvoluinen stieg im ersten Quartal 1937 gegenüber der gleichen Vorjahrszeit um 11.6 Proz. Ferner wird der weitere binnenwirtschaftliche Konjunkturanstieg in vielen Ländern immer mehr zu einer Vollbeschäftigung führen, wodurch diese Länder ihre heimische Erzeugung durch Güteraustausch mit anderen Ländern werden ergänzen müssen. Des weiteren werden die Rohstoffländer, nachdem sie einen grossen Teil ihrer Schulden durch die erhöhten Ausfuhrerlöse getilgt haben werden, zu höherer Einfuhr zwecks Ausgestaltung ihrer Industrien übergehen. Damit aber werden mit der Zeit die Grundlagen für weitere Momente gegeben sein, die auf einen erhöhten Welthandelsumsatz hinwirken, wie Beseitigung der Währungsunsicherheit und Bereitschaft zu Kapitalexport Manche nehmen an, dass das Tempo des Welthandelsaufschwungs, vielleicht schon in den nächsten Monaten, sich verlangsamen wird, und zwar als natürliche Reaktion auf die starke Eindeckung mit Vorräten während der ersten Aufschwungszeit. Diese Verlangsamung dürfte aber aller Voraussicht nach nur vorübergehender Natur sein. Zwei grundlegende Voraussetzungen — das hört man aus den zahlreichen Zukunftsprognosen für den Welthandel heraus — werden jedoch für seine weitere kräftige Aufwärtsentwicklung erforderlich, sein: die Aufrechterhaltung der Binnenkonjunkiuren und der Abbau der protektionisti- sehen Tendenzen im internationalen Handel. Auf den internationalen Warenmärkten konnten sich die Peisnolierungen für die meisten Waren behaupten. Die Stabilisierung der Preise auf einem Niveau, das weit über dem Vorjahrsstand liegt, zeigen deutlich die Indexziffern für die Marktpreise der wichtigsten Welthandelsprodukte auf dem nordamerikamschen Markt. Dieser Index hatte (laut „Economist" 4S37) Ende Juni 1937 einen Stand von (1931 100) 204,6, während er eine Woche vorher 201,7 betrug, einen Monat vorher 206,2 und vor einem Jahr 169. Dr. Erich Gottfeld. Die Lage bei der IWRIA-Bank in Berlin Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin teilt mit: Infolge einiger über den Rahmen einer Genossenschaftsbank hinausgehender Kreditgewährungen waren bei der Iwria-Bank eGmbH in Berlin Liquiditätsschwierigkeiten eingetreten. Im Interesse der Einleger und zur Vermeidung wirtschaftlicher Störungen haben die Gemeindebehörden Massnahmen zur ordnungsmässigen Fortführung der Geschäfte eingeleitet. Im Zusammenhang hiermit ist die Geschäftsführung in andere Hände gelegt worden; eine demnächst zusammentretende Genossenschaftlerversammlung wird einen neuen Aufsichtsrat und Vorstand wählen. Offene Auslandsstellen Zur Besetzung genehmigt vom Landesarbeitsamt Brandenburg. * G e s u c h t werden: für Süd-Afri'ka zwei perfekte jüdische Knopfarbeiter. Umschichtler kommen nicht in Frage; für Danzig eine jüdische Laborantin, die Kleesaaten usw. analysieren, Keimkraft feststellen und sämtliche für ein Saatengeschäft erforderlichen Untersuchungen selbständig und zuverlässig vornehmen kann; für eine Kunstseiden - Bandweberei in Polen ein jüdischer, möglichst unverheirateter Fachmann. Der Bewerber muss mit allen Phasen der Erzeugung vertraut sein, besonders mit dem Färben von Kunstseide und : mit der Appretur. Er muss befähigt sein, auch als Meister den Betrieb zu leiten. Ausführliche Bewerbungen auf Dünnp a p i e r mit Zeugnisabschriften, Lebenslauf und Passbild werden weitergeleitet durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW19, Lindenstrasse 48—50. Die Presse-Abteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Die erste Ergänzung zum Sozial- und Wirtschaftsrecht, ausgewählt und bearbeitet für die Bedürfnisse der Juden in Deutschland, von Ministerialrat a. D. Fritz W i 11 e 1 s h ö f e r — Nr. X der Schriften der Zentralwohlfahrtsstelle und der Abteilung Wirtschaftshilfe bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland — ist erschienen. Die 40 Blatt starke Lieferung (Preis RM 1,50)' geht den früheren Beziehern in den nächsten Tagen zu; Neubezieher erhalten das Buch mit der Ergänzung zum bisherigen Preis von RM. 3,50. Anmerkungen zur Weltwirtschaft Während der Aufschwung der Weltwirtschaft immer weitere Fortschritte macht, ist die Frage des Welthandels nicht einheitlich. Bei Erörterung der gegenwärtigen und künftigen Welthandeislage muss man sich eines vor Augen führen: Während die industrielle Welterzeugung den Stand von 1928/29 bereits wiederüberschritten hat, hat der Welthandel trotz erhöhter , . Aktivität mit dieser Weltproduktionssteigerung nicht Schritt halten können. Für den internationalen Güteraustausch bestehen noch zu viele Hemmungen, die dazu beitragen, dass der gegenwärtige Weltwirtschaftsaufschwung von verschiedenen Gefahrenmomenten umgeben ist Daher wird als augenblickliches Hauptproblem der Weltwirtschaft überall die Frage bezeichnet, welche Massnahmen ergriffen werden müssten, um die Weltwirtschaft und, ihren jetzigen Anstieg auf einer gesunden Basis zu festigen und einen Rückschlag zu vermeiden. . Analysiert man die verschiedenen Statistiken über die Entwicklung des Welthandels in den letzten Jahren, so ergibt sich dreierlei: Zunächst einmal haben die Agrarländer einen wesentlich kräftigeren Aufstieg zu verzeichnen als die Industriestaaten. Ferner sind die Aufstiegsgrundlagen in den aussereuropäischen Ländern stärker als in den europäischen. Das liegt in erster Linie in der Tatsache begründet, dass besonders die überseeischen Rohstoffländer ein doppeltes Plus vom letzten Weltwirtschaftsaufschwung für sich, zu "buchen haben: Einmal führten sie infolge der stark gestiegenen Nachfrage auf dem Weltmarkt mehr Waren aus und ferner erzielten sie dafür höhere Preise. Schliesslich ist festzustellen, dass - die Einfuhr der überseeischen Rohstoffländer bei weitem nicht mit der Steigerung der Ausfuhr Schritt gehalten hat, so dass angenommen werden muss, dass diese Länder die Erlöse aus ihren Exporten vorwiegend zur Tilgung von .Schulden und zur Bildung von Reserven benutzen, um so den Gesamtstatus ihrer Wirt- . schaften zu verbessern. Blick in die Wirtschaft Der Aktienmarkt befindet sich nach wie vor an den deutschen Börsen auf einem Hochstand, während sich an den übrigen europäischen Börsen in der letzten Zeit starke Momente , der Unsicherheit bemerkbar machen, was im besonderen für Frankreich gilt Hier hatten die Finanzmassnahmen der jüngsten Zeit sowie die immer wieder auftauchenden Streike erhebliche Kurseihbussen im Gefolge. Für die gute Stimmung an den deutschen Aktienmärkten ist natürlich das nach wie vor grosse Anlagebedürfnis ausschlaggebend. Weiter haben dabei die günstigen Abschlüsse der grossen Industriewerke in den letzten Monaten ebenfalls in erheblichem Masse mitgewirkt. Bei einem Rückblick ist festzustellen, gemessen an der Kursbilanz der Berliner Börse, dass im Durchschnitt die gehandelten Werte um die Jahreswende 1936/37 mit 65 Prozent über pari standen und am Schluss des ersten Halbjahrs 1937, natürlich ebenfalls im Durchschnitt, um 10 Prozent, nämlich auf 75 Prozent gestiegen waren. Anders ausgedrückt: Der Index der Dividendenpapiere erhöhte eich von 105,40 im Dezember 1936 Ende März auf 109.34 und Ende Juni 1936 auf 112,50. Den Unterschied kann man daraus ersehen, wenn man sich daran erinnert dass Ende 1934 die Indexziffer bei 77,48 und Ende 1935 bei 90,34 lag. Bis Mitte Juli war eine weitere Steigerung auf 114.7 festzustellen. Es ist bei dieser Gelegenheit zu erwähnen, dass infolge der Emissionssperre und infolge der Tatsache, dass rund 80 Prozent aller deutschen Aktien an Dauerbesitz gebunden sind, bei den im freien Handel in Fräse, kommenden Aktien in der Zeit von 1931 bis 1937 ein Rückgang von 725 auf 489 eintrat. Auch der Rentenmarkt wies in der jüngsten Zeit eine dauernd freundliche Haltung auf! Es zeigt sich, dass ein Teil der Kapitalien, die zur Anlage zur Verfügung .standen-, in immer stärkerem Masse auch den Rentenmärkten zugute kamen. Weiter ist von Interesse, dass die Hpyothekenpfandbriefe in letzter Zeit sehr stark gefragt wurden, so dass sogar Materialknappheit eintrat. Bis zu einem gewissen Grade, aber auch nicht allgemein, standen Pfandbriefe der öffentlichen und halböffentlichen Institute noch zur Verfügung, aber auch hjer war die Nachfrage erheblich. Das Anziehen auf dem Markt der 41./2prozentigen Reichsschatzanweisungen beweist, . dass bei dem Anlage suchenden Publikum auch - hierfür starkes Interesse vorhanden ist. p ... n. Form und Wirkung der Geschäftsveräusserung Von Rechtsanwalt Dr. Hugo Kern (Heilbronn) 1. Die Form Wenn ein Einzelkaufmann sein Geschäft mit Firma verkauft, so bedarf dieser Vertrag grundsätzlich keiner Form. Dasselbe gilt für den Verkauf einer offenen Handelsgesellschaft oder einer Kommanditgesellschaft. An sich wäre also ein; mündlicher Vertrag wirksam. Selbstverständlich ' empfiehlt es sich, in solchen Fällen den Vertrag schriftlich abzuschliessen. Ein Veräusserungsvertrag bedarf jedoch dann 'der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung, wenn das verkaufte Handelsgewerbe das" gesamte Vermögen des Verkäufers darstellt (§ 311 BGB.). 'Es ist also-in jedem Fall zu prüfen, ob der Verkäufer ausser seinem Geschäftevermögen noch erhebliches Privatvermögen besitzt. "Es sind in der letzten Zeit Verträge abgeschlossen worden, deren Nichtigkeit wegen der Ausserachtlassung dieser Vorschrift nachträglich festgestellt werden musste. Wenn zu dem Geschäftsvermögen ein G r u n eist ü c k gehört, ist der Vertrag auf alle Fälle beuricundungspfliehtig. Dasselbe gilt, wenn eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH ihr gesamtes Geschäftsvermögen veräussert. Wenn dagegen die Inhaber einer Familien-A.-G. lediglich ihre Aktien verkaufen, so ist dieser Verkauf nicht beurkundungspflichtig, sondern kann formlos abgeschlossen werden, auch wenn der A.-G. Grundstücke gehören. Der Verkauf von Geschäftsanteilen einer GmbH bedarf dagegen in jedem Fall der Beurkundung. 2. Wirkungen Die Vertragspartner werden in der Regel genau festlegen, welche Gegenstände und Rechte als mitveräussert gelten. Häufig kommt es aber vor, dass man beim Abschluss an manche Vermögenswerte nicht denkt, und dass nachher Streitfragen auftreten. Die Rechtsprechung hat z. B. im Zweifel, als mitveräussert anerkannt: Handelsbücher. Geschäftskorrespondenzen, Rechnungen., laufende Aufträge, bestehende Mietverträge, Kaufabschlüsse, letztere auch, wenn es sieh um Sukzessivlieferungs- oder Abruf-Verträge handelt. Ferner gelten als mitverkauft: Geschäftsgeheim* . nisse, Adressenmaterial, Kunden- und Lieferantenlisten. Preismedaillen und Diplom-ürkunden, Gescliäftsbezeichnungen Und Warenzeichen, Telegrammadressen und Postfächer, Die Aussenstände der Firma gelten als auf den Erwerber übergegangen, wenn der Verkäufer in die Fortführung der Firma durch den Käufer eingewilligt hat Dies gilt auch dann, wenn die Firma mit einem das Nachfolgeverhältnis andeutenden Zusatz fortgeführt wird. Wenn in einem solchen Fall ein Schuldner an den Käufer nachträglich seine Schuld zahlt, so befreit ihn diese Zahlung tatsächlich auch dann, wenn der Uebergang der Forderung an den . Käufer in dem Vertrag ausgeschlossen wurde. Ein solcher Ausschluss des Uebergangs von Forderungen ist dem Schuldner gegenüber,: nur wirksam, wenn -dieser Ausschluss in das Handelsregister eingetragen'und bekannt gemacht oder aber von dem Verkäufer öder Käufer dem Schuldner ausdrücklich mitgeteilt wurde. Es ist daher unbedingt zu empfehlen, dass in einem solchen Fall der Verkäufer auf unverzügliche Eintragung ins Handelsregister oder Mitteilung an die Kunden bedacht ist Er läuft sonst Gefahr, dass sein Nachfolger seine Forderungen kassiert Aehnlich verhält es sich mit den -Schulden der Firma. Wenn das verkaufte Geschäft ohne die bisherige Firma fortgeführt wird, so gelten die Geschäftsaussenstände als nicht auf den Käufer übergegangen. Die Schuldner werden also durch Zahlung an die neue Firma nicht befreit, ausgenommen, wenn der Uebergang der Aussenstände an den Käufer in dem Kaufvertrag vorgesehen ist. Wenn und wo finden Sie Rat? Iiinksrliein Köln Aachen Bonn Koblenz Bad Kreuznach Trier , A-grippinahaus, Breite Str. 92 bis 96. UI. Zimmer 76—79, Montag—Freitag, 10—13 Uhr. Gemeindehaus, Promenadenftr. 21. am 10. und 24. August, 16U-18 Uhr. Im Büro von Rechtsanwalt ■ Dr. Hermanns, Meckenheimer Strasse 64. am 4. u. 18. August, 17-18\'2 Uhr. Gemeindehans, Florinsraarkt 11, am 3. und 17. August, 16 bis 17ii Uhr. Gemeindebaus. Adolf - Hitler ■* Platz 11, am 11. u 25. August,- 11%—13 Uhr. Tm Büro von Rechtsanwalt Pr. Voremberg, Adolf - Hitler - Strasse 9. am 4. u. 18. August,- 113,4—13 Uhr.- Rheinland- Westfalen Bielefeld Herford Essen Düsseldorf am 1. und 3. Dienstag (nicht mehr, wie bisher, Mittwoch) jeden Monats, 11—13 Uhr, Turnerstr. 7. am 2. und 4. Dienstag (nient mehr wie bisher. Mittwoch) jeden -Monats, 11—13 Uhr, Gehrenbcrg 1. Montas bis Freitag. 11—13 Uhr. Hindenburgstr. 75 (Tel.: 31212). Donnerstag, lfc-18 Uhr, Bilker Str. 44. ■ Mitteldeutschland Planen 4. August, 10—13 Uhr. Ger meindehaus, Engelstrasse. Hessen-Nassau und Hessen CJiessen 3. August. 10—13 Uhr, Gemeindehaus, Lonystr. 4. Norddeutschland Hannover 2. August, 12—14 und'16—17 Uhr, Geoxgstr. 14, II.

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