Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 28 (15.7.1937)
- Date
- 1937-07-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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E WIRTSCHAFT DER WOCHE v Das internationale Goldproblem Die Regelung der Goldfrage in der Welt steht gegenwärtig im Mittelpunkt der internationalen Wirtschaftsdiskussion. Gold ist für die Wirtschaft bekanntlich nicht nur eine Ware, sondern gleichzeitig ein internationaler Wertmesser, eine Basis für. viele Währungen. Als Ware unterliegt es ebenso wie die anderen Weltwaren dem Einfluss von Angebot und Nachfrage. Infolge seiner Bedeutung als internationaler Wertmesser aber wirken Schwankungen dieser Grössen und damit des Goldpreises auf die anderen Warenpreise erheblich stärker als' bei den sonstigen Waren und ■können so auf den Auf- und Niedergang der Wirtschaft eines Landes grossen Einfluss gewinnen. Das ist der Grund, warum das Gold und sein Preis an sich für die internationale Wirtschaft von so grosser Bedeutung sind. Nun ist das Goldangebot im letzten Jahrzehnt ausserordentlich gestiegen. Dies liegt zunächst in der starken Steigerung der Goldproduktion während dieser Zeit begründet. Die Goldproduktion hat sich seit 1929 mengenmässig verdoppelt, wertmässig sogar mehr als verdreifacht. füdkez 8esfM£ M&eM jteiieM Die durchschnittliche Jahresproduktion an Gold betrug im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts rund 316 000, im Jahrzehnt des Weltkrieges (1911—1920) 640 000 und 1936 weit über eine Million Kilogramm. Ein weiteres Moment, das zur Vergrösserung des Goldangebots in allerletzter Zeit beitrug, ist die Goldenthortung. Während der Währungskrisen und der letzten Abwertungswelle verzichteten nämlich grosse Teile des Publikums in vielen europäischen Ländern auf Zinsen aus ihrem Ersparten und kauften Gold, um etwaigen Entwertungen ihres Vermögens zu entgehen. Zu diesen Goldhortungen rein privater Natur kamen die gefährlicheren spekulativer Art hinzu. Die in den letzten Monaten aufgetretenen Gerüchte um eine Herabsetzung des Goldankaufspreises, zunächst in Nordamerika, später auch in England, führten dazu, dass diese Goldkäufer aus Angst vor Verlusten und um von einer Aufwertung des Geldes zu profitieren, das gehortete Gold wieder auf den Markt brachten, um es zu verkaufen. Dadurch wurde das Goldangebot naturgemäss stark vergrössert. Die Goldhorte monetärer und anderer Art belaufen sich allein in USA jetzt auf etwa 13 Milliarden Dollars, wovon" etwa 11,9 Milliarden bei. der Zentralnotenbank ruhen. Nach verschiedenen Schätzungen sollen sich die privaten Goldhorte in London, die zu Anfang dieses Jahres 300 Mill. Pfund Sterling betrugen, durch die anhaltenden Verkäufe der letzten Monate halbiert haben. Aus all diesen Gründen wuchsen die sichtbaren Goldbestände in der Welt letzthin besonders stark an. Diesem stark gestiegenen Angebot steht aber eine geringere Nachfrage nach Gold gegenüber, die vorwiegend auf die Abnahme des Bedarfs für Währungszwecke zurückgeführt wird. Denn immer mehr Staaten haben Goldgeld aus dem Verkehr gezogen und sind zur sogenannten Goldkernwährung übergegangen, die am Gold orientiert ist, aber keinen Goldmünzenumlauf kennt. Daneben ist auch die Nachfrage nach Gold zu gewerblichen Zwecken zurückgegangen, und zwar besonders erheblich während der letzten beiden Jahrzehnte. Man schätzt, dass der Goldbedarf für Kunst und Industrie in der Welt um etwa 15 Prozent abgenommen hat. Hinzu kommt, dass eine Reihe von Staaten ihren Goldbestand nicht-mehr auffüllen konnte. So kam es, dass sich das vermehrte Angebot in wenigen Staaten zusammengedrängt hat, dass ein Goldüberfluss in einigen Ländern einem Goldmangel in anderen gegenübersteht. Nur zwei wesentliche Goldkäufer agieren daher heute auf dem Weltmarkt: das amerikanische Schatzamt und der englische Währungsausgleichsfonds. Besonders die Vereinigten Staaten von Amerika haben den grössten Teil des auf dem Weltmarkt angebotenen, Goldes aufgenommen oder auf dem Wege der Kapitalflucht aus anderen Ländern erhalten. Ende 1931 war dieses Land mit nur 36,6 Prozent an den Goldvorräten der Welt beteiligt, 1936 mit über 50 Prozent. Der Zufluss von Gold nach USA war u. a. auch deshalb so stark, weil dort der Goldankaufspreis mit 35 Dollars je Unze verhältnismässig hoch ist. Dieser ausserordentliche Goldzustrom veranlasste das amerikanische Schatzamt, in letzter Zeit immer grössere Mengen des nach USA hereinströmenden Goldes zu sterilisieren, das heisst auf inaktives Konto stillzulegen,' damit es nicht den Markt belasten und keine inflatorischen Wirkungen auf den inländischen Kreditumfang ausüben kann. Dieser untätige Goldfonds hatte am 1. Juni des Jahres einen Wert von 794 Mill. Dollars. Die gesamten Goldvorräte der USA haben dagegen die 12-Milliarden-Grenze überschritten und zeigen gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 1600 Mill. Dollars. Die Vereinigten Staaten von Amerika verfügen damit über mehr als die Hälfte der monetären Goldbestände der Welt. Da die Sterilisierungspolitik erhebliche Zinskosten erfordert, hat man andere Vorschläge zur Lösung des internationalen Goldproblems gemacht. Zunächst schlug man die Herabsetzung des amerikanischen Goldankaufspreises vor, was eine Dollaraufwertung mit all ihren wirtschaftlichen Folgen bedeuten würde. Häufig glaubt man auch, dass eine solche Herabsetzung des Goldankaufspreises die Goldproduktion einschränken könnte, da in den grossen Goldländern dann viele Goldbergwerke nicht mehr rentieren würden und ausgeschaltet werden müssten. Ob dies aber unbedingt eintreten würde, wird von vielen Seiten stark bezweifelt. Deshalb haben auch erst vor kurzem der amerikanische Präsident und der englische Schatzkanzler erklärt, dass eine Herabsetzung des Goldankaufspreises und überhaupt eine Aenderung der Goldpolitik nicht in Frage kämen, was sehr beruhigend auf die verschiedenen Märkte wirkte. Die kürzlich erfolgte Erhöhung des englischen Währungsausgleichsfonds um 200 Millionen auf 575 Mill. Pfund Sterling lässt auch die Absicht vermuten, den Goldpreis auf seiner bisherigen Höhe zu halten. Man hält die Vorteile eines stabilen Goldpreises für die Wirtschaft für wichtiger als die Kosten der Goldsterilisierung. So bleibt bezüglich der Lösung des internationalen Goldproblems der Eindruck, dass man Wege sucht, die nach und nach zu einer Lösung führen, aber keine Schockwirkungen auf die Weltwirtschaftslage ausüben können. Die amerikanische Regierung erwägt beispielsweise, durch einschneidende Steuermassnahmen den ausländischen Goldbesitzern den Anreiz zu nehmen, weitere Goldvorräte nach USA zu exportieren. Vor allem sollen in Zukunft aucli Ausländer zur amerikanischen Kapitalgewinnsteuer herangezogen werden. Durch diese und ähnliche Massnahmen will man die Ausweitung des amerikanischen Kreditmarktes zu inflatorischen Ausmassen durch den ständigen Zufluss ausländischen Goldes verhindern. Ob derartige Massnahmen ausreichen werden, um das internationale GoMproblem zu lösen, wird erst die Zukunft lehren. Jedenfalls werden sie nicht zu unangenehmen Gesamtwirkungen auf die Weltwirtschaftslage führen können, was allgemein beruhigend auf die an den Weltmärkten interessierten Parteien wirken und auch die Auflösung der Goldhorte immer mehr eindämmen dürfte. Dr. Erich Gottfeld, Abschlüsse jüdischer Banken In Deutschland und Palästina Die Zeit der Abschlussveröffentlichungen, 'die Im allgemeinen um die Jahresmitte in allen Ländern ihren Höhepunkt erreicht, hat uns in der letzten Zeit auch die Jahresberichte und Generalversammlungen einer grösseren Zahl jüdischer Banken in Deutschland wie in Palästina gebracht. Sehr erwünscht wäre, dass in Zukunft die Geschäftsberichte der Oeffentiichkeit schon vor der Generalversammlung zugängig gemacht würden. Damit würde auch der jüdischen Oeffentiichkeit die Möglichkeit gegeben, vor der endgültigen Beschlussfassung in der Generalversammlung dazu Stellung zu nehmen. Das gemeinsame Kennzeichen der uns vorliegenden Berichte jüdischer Genossenschaftsbanken in Deutschland ist eine Zunahme des Geschäftsumfanges, wenn auch in verschieden starkem Umfang. So berichtet der Kreditverein für Handel und Gewerbe, Berlin, der seinem Firmennamen nunmehr noch die Bezeichnung „Bank des jüdischen Mittelstandes" vorsetzt, — dass der Umsatz von 32,4 Millionen Mark 1935 auf 53,06 Millionen Mark 1936, also um 63 Prozent gestiegen sei. Im Jahre der Gründung 192S betrug der Umsatz 4,36 Millionen Mark. Wir beschränken uns hier, wie bei den folgenden Banken, auf die-Hervorhebung der wichtigsten aus den Geschäftsberichten ersichtlichen Tatsachen, ohne aus Raumgründen im einzelnen zu ihnen Stellung zu nehmen. Der Mitgliederbestand des Kreditvereins erhöhte sich von 246 auf 316. Demzufolge haben sich auch die einzelnen Bilanzpositionen erhöht. Im Jahre 1936 sei die Bank von nennenswerten Verlusten verschont geblieben, dagegen mussten auf alte Engagements rund 4400 Mark zurückgestellt werden. Es wird eine Art Bereinigung der Bilanz durchgeführt, und zwar mit Hilfe eines von Verwaltungsseite zur Verfügung gestellten Betrages von 4000 Mark, des Betriebsüberschusses von 8200 Mark, der Auflösung des Reservefonds von rund 1400 und ausserordentlichen Erträgen von 400 Mark. Damit gelingt es — neben der Schaffung der erwähnten Rückstellungen — den Verlustvortrag von rund 23 000 Mark auf 13 800 Mark herabzudrücken. Aus dem Prüfungsbericht des Verbandsrevisors des Verbandes brandenburgischer gewerblicher Genossenschaften sei nach dem Geschäftsbericht des Kreditvereins u. a. die Feststellung hervorgehoben, dass die Liquidität ausreichend sei, und dass sich die Rentabilität entscheidend verbessert habe. Im ersten Halbjahr 1937 ist der Umsatz im Vergleich zu der entsprechenden Vorjahreszeit weiter von 26 auf 31 Millionen Mark gestiegen. Von 1935 auf 1936 haben die persönlichen und sachlichen Unkosten im Verhältnis zu der gesamten Geschäftsausweitung nur eine geringe Erhöhung von 26 700 Mark auf 29 300 Mark erfahren. Aus dem Kreis der Iwria-Banken, die alle selbständig bilanzieren und arbeiten, liegen Berichte von zwei Instituten im Reich vor. Demjenigen der hvria-- Genossenschaf tsbank in Chemnitz ist zu entnehmen, dass der Umsatz im Jahre 1936 48 Millionen Mark überschritten hat,- während er für 1935 noch mit 40,7 Millionen Mark angegeben worden war. Die Bilanzsumme beträgt rund 65S000 Mark, die Bank führte im Geschäftsjahr 1936 insgesamt 483 Konten. Die Unkosten erhöhten sich im selben Verhältnis wie die Umsätze. Die unverhältnismässig grosse Steigerung der Unkosten wird darauf zurückgeführt, dass die Zahl der kleineren Konten mehr wuchs als die der grossen. Nach einer Rückstellung von 3000 Mark und Abschreibungen von 1486 Mark verbleibt einschliesslich des Gewinnvortrages von knapp 600 Mark ein Reingewinn von rund 2450 Mark, aus dem 3 Prozent Dividende verteilt die Reservefonds mit mehreren hundert Mark dotiert und 475 Mark vorgetragen werden. Die ersten Monate des neuen Geschäftsjahres verliefen nach dem Verwaltungsbericht befriedigend. Die Bank hatte Anfang 1936 162 Mitglieder mit 201 Anteilen und Ende 1936 172 Mitglieder mit 218 Anteilen. — Bei der Handelsbank Iwria, e. G. m. b. H-, Leipzig, wirkte sich die Belebung der Rauchwarenbranche sowie die steigende Preistendenz für Rohware auf dem Weltmarkt auf den Umsatz der Bank günstig aus. Er stieg 1935 zu 1936 lt. Bericht von rund 59 Millionen Mark auf 87 Millionen Mark. Auch der gesamte Geschäftsverkehr der Bank habe zugenommen: 1934 betrugen die der Bank anvertrauten freien Gelder 0.65 Mill. Mark, 1935 1.21 Mill. Mark und 1936 1,55 Mill. Mark. Die Mitgliederzahl belief sich Ende 1936 auf 260. Der Reingewinn. 1936 einschliesslich Gewinnvortrag beträgt 20 77S.S6 Mark, woraus 6 Prozent Dividende gewährt werden, während der Rest dem gesetzlichen und dem freien Reversefonds überwiesen und vorgetragen wird. * Von den Palästina-Banken, deren Arbeitsgebiet und Geschäft natürlich weit über den Rahmen der in Deutschland arbeitenden jüdischen Genossenschaftsbanken hinausgeht und deshalb auch keinerlei Vergleiche mit diesen zulässt, sei insbesondere auf die Mitteilungen hingewiesen, die in der Generalversammlung .dar Anglo-Palestina-Bank, die in London stattfand, gemacht wurden. Die Bank vereinigt auf sich über 40 Prozent des Depositengeschäftes in Palästina. Sie hält trotz des auf 96 000 (130 000) Pfund gesunkenen Reingewinnes die Dividende von 8 Prozent auf die 611000 Pfund etwa verdoppelten Stammaktien aufrecht Im Vorjahr war allerdings ausserdem noch ein Aktienbonus von 33% Prozent verteilt worden. Verluste seien der Bank aus der politischen Entwicklung in Palästina nicht erwachsen. Gewisse Schwierigkeiten der Orangenpflahzer seien daraus'zu erklären, dass die Qualität der Ernte durch Regen beeinträchtigt war. Dies habe einen starken Preisrückgang bis unter den tiefsten Stand seit dem Kriege zur Folge gehabt. Es sei zu hoffen, dass die Anstrengungen der Regierung, der Pflanzer und der Banken, zwischen denen jetzt Ansätze zu einer besseren Zusammenarbeit erkennbar seien, von Erfolg begleitet sein würden. Schliesslich seien ,noch einige Daten aus dem Abschluss per ,31. Dezember 1936 einer palästinensischen Privatbank, der E 11 e r n' s Bank Ltd., Tel-Aviv wiedergegeben. Die Bank, deren Mutterhaus in Deutschland arbeitet, hat ein Aktienkapital von 30 000 Pfund und einen Reservefonds von 3000 Pfund, gleich zehn Prozent des Kapitals. Die Gewinn- und Verlustrechnung ergab einen Ueberschuss von 3506 Pfund, von "dem 1000 Pfund dem Reservefonds zugewiesen wurden. Die gesamte Bilanzsumme betrug rund 264 700 Pfund. Von ihr machten einerseits Kreditoren rund 226 000 Pfund aus, und auf der anderen Seite Bargelder S900 Pfund, Bankguthaben (bei palästinensischen und ausländischen Banken) 66 000 Pfund, Wertpapieranlagen (zum Marktpreis, aber den Einstandspreis nicht übersteigend) 28 000 Pfund, Wechsel 76 000 Pfund und Ausleihungen gegen Sicherheit rund 73 300 Pfund. hw. Offene Anskndsstelleii zur Besetzung genehmigt vom Landesarbeitsamt Brandenburg Gesucht werden: für Florenz ein jüdischer englischer Sprachlehrer (Anglist); für Bogota (Kolumbien): ein jüdischer Bauzeichner für Architekturbüro mit mindestens dreijähriger Büropraxis, möglichst mit spanischen Kenntnissen, Familienväter bevorzugt; ein jüdischer Gewerbelehrer für Spinnerei mit Unterrichtserfahrung an Textilschulen, spanische Kenntnisse erwünscht; ein jüdischer Gewerbelehrer für Weberei und Dessination, mit Unterrichtserfahrung, spanische Kenntnisse erwünscht; ein jüdischer Gewerbelehrer für Textil- Weberei mit Unterrichtserfahrung an Textilschulen, spanische Kenntnisse erwünscht; ein jüdischer Gewerbelehrer für Maschinenbauschule mit Unterrichtserfahrung; ein jüdischer Schweisser für autogene und elektrische Schweissung. (Keine Umschüler.) In Frage kommen nur Fachkräfte, die im Monteur- oder Mechanikerberuf gearbeitet haben. Ausführliche Bewerbungen auf Dünnpapier mit Zeugnisabschriften, Lebenslauf und Passbild werden Aveitergeleitet durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW19, Lindenstrasse 48—50. Auslandsstudium und Reiehsfluchtsteuer Die Frage der Reichsfluchtsteuerpflicht von hausangehörigen Kindern im Falle eines Auslandsstudiums derselben wird in einer Entscheidung des Reichsfinanzhofs vom 10. März 1937 behandelt. Der Reichsfinanzhof hatte nun in der Entscheidung vom 10. März 1037 einen Fall zu prüfen, wo ein 26jähriger Haussohn nach vollendetem medizinischen Studium und nach Ableistung des. praktischen Jahres, nach Amerika ging, um dort die amerikanische Approbation als Arzt zu erhalten, die ihm hier auf Grund der Arierbestimmungen nicht erteilt wurde. Es wurde angegeben, dass er zur Erlangung der amerikanischen Approbation ein Studium von 1% Jahren und eine Uebung von % Jahren benötige. Alsdann werde er nach Deutschland zurückkehren, um in der pharmazeutischen Fabrik seines Vaters zu arbeiten und nach dessen Tod den Betrieb zu übernehmen. Für diese Tätigkeit sei es vorteilhaft, als Arzt approbiert zu sein und die amerikanische pharmazeutische Industrie zu kennen. Nach dem Urteil ist für die Frage 'der Entstehung der Reichsfluchtsteuer entscheidend, ob der Pflichtige im Inland noch eine Wohnung innehat, die darauf schliessen lässt, dass er dia Wohnung beibehalten und benutzen wird. Bei einem ledigen Mann, der zunächst bei den Eltern wohnte, müssen nach der Auffassung des Reichsfinanzhofs diese Voraussetzungen regelmässig auch dann als gegeben angenommen werden, wenn er zu Hause keine eigenen, besonders ihm zugeteilten Wohnräume zur Verfügung hat und noch keine eigenen Möbel besitzt. Für einen hausangehörigen, w-enn auch volljährigen ledigen Sohn, bestehe eine derartige Verbindung mit dem Elternhaus, dass für ihn grundsätzlich keine weiteren Voraussetzungen an eine eigene Wohnung und Innehabung einer solchen gestellt werden dürfen. Wenn also auch in dem obigen Falle das Vorhandensein einer eigenen Wohnung zu bejahen war, so kam der Reichsfinanzhof doch im Anschluss an die tatsächliche Feststellung des Finanzgerichts zu der Auffassung, dass der Wille, diese Wohnung beizubehalten, bei dem nach Amerika gehenden Mediziner nich.t mehr in hinreichender Weise vorlag. Im Fall einer körperlichen Abwesenheit sei der Rückkehrwille nur dann geeignet, den Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt im Inland aufrechtzuerhalten, wenn die Umstände ergeben, dass der Steuerpflichtige die bestimmte Absicht hat, demnächst wieder "ins Inland zurückzukehren. Aus diesen Ausführungen 'des Reichsfinanzhofs kann man schliessen, dass jedenfalls für den gewöhnlichen Fall, in welchem das hausangehörige Kind, das sich nach noch nicht begonnener oder abgebrochener inländischer Ausbildung ins Ausland zu einem dortigen Studium begibt, und bei welchem die Umstände nicht gegen einen Rückkebrwillen, sondern für die Absicht der Beibehaltung des inländischen Wohnsitzes sprechenV die Reiehsfluchtsteuer nicht zur Entstehung gelangt. ' * Dr. jur. Heinz 'Cohn. In Kopenhagen starb Benny Dessau, einer der hervorragendsten Vertreter des dänischen Wirtschaftslebens. Dessau, der aus Meinen Verhältnissen der dänischen Provinz herauswuchs, wurde mit 26 Jahren Direktor der Brauerei Tuborg und bald darauf Direktor des weltumspann enden dänischen Brauereikonzerns. Er war treibende Kraft bei der Schaffung der dänischen Industriekammer, deren Vorsitzender er während einiger Jahre wrar. Er stand mit unerschütterlicher Arbeitskraft, schöpferischer Phantasie und hilfsbereitem Herzen an der Spitze vieler kultureller, sozialer und sportlicher Vereinigungen und hat sich besonders um das dänische Ausstellungswesen verdient gemacht. Seine schwere Erkrankung wurde in weiteren Kreisen bekannt, als es vor wenigen Wochen anlässlich der Eröffnung des dänischen Pavillons auf der Pariser Weltausstellung seinem Sehne zukam, die dänische Kronprinzessin zu Tische zu führen. Alle dänischen Zeitungen schildern in seitenlangen Berichten Leben und Wirken des populären Mannes. «tilillllllFIIIIEIIIIlIIIIIIIIIIIIIIISIIISlllIflfllllllllliinilllllllllllllllllllilillU dekkm Sie 4mm: Wer uns neue Abonnenten zuführt, hilft am Ausbau unserer C.-V.¬ Zeitung mit. Geben Sie diesen Bestellzettel weiter. Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zeifung 66 Pfennig für August und September zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die beiden letzten Julinummern gehen mir kostenlos zu. 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