Kinderblatt
- Journal
- Kinderblatt
- Volume
- 1937
- Issue
- 3 (13.5.1937)
- Date
- 1937-05-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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von oben eilosok, vnd e« Hbvittl WUIÖ6. Ott kübds er, wie tdv Mu« gsclattksnsvbnell «U8 seiner Rand dusebtv und davonglitt. Sielrer war sie dinübergesedlüpkt in itlr näodtlledtzs Versieek, dis W»-»«HWiKKW „Daniel! Daniel! Rat dein OoU divii von den Döwen errettet?" Ort aber riek Daniel mit lauter und freudiger Stimme binauk: „da, mein König! Oott bat mir seinen Kngel gesandt, dass mir kein Deid geselioile!" AUllte starken Hunger. Daniel sein itt von dannen, ein^ Däelieln auk den Kippen und det/.t in Rite — — Keste /ugeliau'n iin beben,- ^iilseti.-beinabo ging'« daneben. Doi li mein Stolz M Ist ^a^ Hol/.. s, . , t Unter mir nur lliegen. Drei, vier mit tüebt'gem Sebvvung In einem Sprung. ^Vird gleivb das Ilol/. vom Korb gonoimneir Kartollelil sebälen, 'liseli noed deeken, Dann lasse leb mir das Mittag sebmeeken. Kurt Oolm, Svbönlank«, 13 dadrv. ^xlxlx^ Rudis nenesles 8plel deisst „Dmseliiedten". >Vas 6ns elgentlied kür ein Regrikk ist, davon Kann er sied Keine ree.dte Vorstellung maeden. Rudi weiss nur, dass der vieldewnnderte Rruder Kolk, der disder stolzer 8eKundaner war, seit einiger Leit niedt medr wie disder um X8 Ddr in die Sedul'e läukt, sondern sied um!K7 Ddr auk sein Rad sedwlngt und tisedlern gebt. Und die grosse Ledwester ^.nni, die disder studierte, gellt nun in die — ein verklixt sedweres >Vort — Hans.. .daltungs .. sedule. Rudi muss üderdaupt neuerdings üder so viele sedwere ^Vorte stolpern. Lines ist in seinem Odr dängeugedlieden. Dmsediedten! Rudi zerdrledt sied seinen Kleinen dungen- Kopk. 8edon wieder gestern dieses ^Vort. OnKel Lredi dat sied sogar sederzdakt an Rudi gewandt. „Ra, Rudi, wann sediedten wir denn um?" Rudi starrt in den grauen Himmel. „Nun, Rudolf", aued darum liedt Rubi den Niedet, den Hausmeister, weil er idn als einzigen rielltig Mit seinem dungennamen Rudolf nennt. „^Villste nielit im Karten delken?' ^der Rudi dort niedt. Der Himmel müsste sedon vor lauter KueKen ein grosses Doed daden. ,.Du, Nledel" . . . bin . . . „weisst du, was das deisst, umseliiedteii?" „Ru Klar, Ruclolk", meint IVliedel naed einigem Raeddenken. „8io!ier so ein neumodiseder ^usdrueK kür unlgraden." Das ist kür Rudi etwas einleuedtender. ,,/Vder wieso graben denn ^nni und Rolk um, Niedel? Der Rolk inaelit doed 'lisede, und die Hmni dat neulied dem Kleinen Rruder einen sedönen seldstgemaedten ZelmKoladenkiseli gedraodt. Dmgradeil!" Rlldi ist niedt so reedt befriedigt, aber innnerllin, jetzt Kann er sied wenigstens etwas dinter diesein "Wort denKen. Die >Voede vergebt. Idente ist sedon Donnerstag. Rudi sedwit/d bei den Ledulardeiten. Dieses Reellilen! 80X5 das gebt noed, aber dann immer döder und dölmr. Dnd wenn der dünge eine kleide gereednet dat, dann streiedt die?»Kilti immer wieder aus. Dnd dann beim 8ed reiben, die kuredtdar sedweren XVorte, wie Rdotograpd. Nulti sedimpkt immerkort. „Rudi, willst du nielit aukpassen? Rudolf", aued die Mitter sagt Rudolf, aber nur, wenn sie döse ist, „wenn du jet/.t weiter so sedleedt aukpasst, darfst du deute niedt in den Karten." Das ist die sedliMmste 8trake kür Rudi. Kr sedlueKt und sedlueKt, aber jet/.t maedt die dumme Leder noed einen Klex, und da weiss er sedon, dass er deute niedt unter den Kindern sein wird, die im Karten spielen werden. Dnd jet/.t dat er's satt. „Ied gelle üderdaupt niedt medr in die 8edule und maede üderdaupt Keine 8edulardviten melir und — und — ied grade um." „Vas maellst du, Rudi?" Die dellen ^ugen der ^lütter gueKen den Rüden so eigentümlied an. ^der der wiederllolt: ,,.Ia, ieli grade um, oder wie idr immer sagt, ied maed llmseineirten." Rlötzlied dämnnnt dem Rudi, was mit diesein räiseldakten >Vort „umsediedten" gemeint sein Konnte. Dass der Rolk nun tisedlert und die XDini Koedt und der Onkel Kried, der krüder imn>er so ne Nenge Deute beraten dat, nun plöt/.lied aekern lernt. Das ist eben wabrsedeinlied alles umsedieliten. Die lVlutti sagte gar niedts medr. 8ie gnokt den .Ringen nur gross an und erwidert dann sedliesslied: „Kut, Rudolf, dann dör' nur auk /.u arbeiten und maed, was du willst." Xder imn sedmeekt die Lautenzerel gar nielit melir, weil es die Mitter erlaubt, .ledoeli Rudi ist ein zukünftiger Kleiner Nanu und wird niedt etwa jet/.t einen Lurüek/.ieder maeden. Kr gebt ans Lenster und spielt Lliegenkangen, aued ein 8piel, das eigentlied verboten ist, aber deute dark er ja alles tun. Dm K-8 Ddr Kommt der Vater naed Raus. Heule springt idm Kein Rudi entgegen. „Lrau, wo ist.denn der dünge?" „Ked nur dinein", meint die lVlutter, „unser Rudi sodiedtet um." Rudi ist inzwiseden sedr Kleinlaut geworden. Kr drummelt nur so von Leit zu. Leit leise vor sied din: „Dnü fed lern' nielit medr, bestimmt niedt . . „Rudi, was gidt's denn?" Vater dat das Diedt angeknipst, und siebt seinen düngen, der verbeult am Lenster stedt und nun loslegt. „lrlr lern' üderdaupt nielit medr, und 8edularbeiten maede ied aued niedt, und die Nutti dat mir verboten, in den Karten zu geben, und, und.. Rudi sedlueKt. Vater maedt so ernste ^ugen, >vie disder nur zweimal in Rudis Kleinem Deden. Kinmal, als die Nutter so Krank war und alles auk denLedenspit/.en geben musste, und dann damals, als der Rolk sitzengedlieden ist und Vater eine 8tunde mit idm in seinem Limmer gesproeden dat. „Hör mal, Rudolf, du bist doed mein ganz verständiger grosser dünge. 8ied mal, umsediedten, das deisst doed niedt, dass Kleins dungens plöt/.lied aukdören zu lernen und Keine 8edulardeiten medr zu maeden draueden. Dmsediedten, das deisst, dass wir niedt medr so beliebig wie disder Onkel Doktor und Reedtsanwalt werden, dass niedt medr so viele studieren Können, sondern eben andere Reruke ergreifen müssen, ^der desdald müssen wir doed alle riedtig sedreiden, reednen und lesen, müssen jüdisods Kesediedte wissen und unsere Kedete lesen und übersetzen Können. Oder will mein dünge so dumm bleiben wie der arme Hermann?" Der doke ldermann, wie idn die Kinder nennen, ist der 8odn der Kemüsekrau um die Keks, der als Kind einmal die Kellertreppe deruutergekallen und seitdem etwas zui ückgedlieden ist. „Du und idr Kinder alle sollt doed einmal tüedtige jüdisede Minner und Krauen werden, die alles zu lernen versnoben, was es nur eben zu lernen gibt. Oder meinst du, bloss, >yeil der Rolk nun tisedlert, drauedt er niedts zu Können? Im Oegente.il! Hast du niedt gesellen, wie der l'isedlermeister Reumann damals, als du. dein 8edreidpult bekommen solltest, ganz genau gereednet dat? Klaubst du, Rudi, dass umsediedten niedts medr zu. lernen draueden deisst? Im Oegenteil, neu lernen, mein 8odn." Der dünge muss plötzlied an Rolk denken, was der zuerst kür ein unglüeKliedes Kesiedt gemaedt dat und was der kür sedlimme ldände batte, dis sie sedliesslied dart geworden sind, ^ueli an Onkel Kried muss er denken, als dieser auk Lesueli war, und wie müde er aussad und sagte: „8o leiedt ist das eben nielit." „8iedst du, Rudi, sei doed krod, dass du vorläufig noed so viel lernen Kannst und sollst. ^Venn du etwas älter geworden bist, dann Können wir uns ja weiter unterdalten, was aus dir einmal werden soll, /ider mein dünge soll doed vor allem ein tüelitiger Mmn werden, der alles gelernt dat, was es eben zu lernen gab." Kauz stark ist Vatis Stimme geworden, und wenn der dünge aued niedt alles so ganz verstanden dat, so weiss er doed, dass man eben als Kleiner dünge lernen muss, weil man noed zu wenig weiss, und, dass „umsediedten" nur „neu lernen" deisst. Rudi guekt den Vati nur noed einmal an und gebt dann von selbst an sein Luit, rüekt sied die Rampe deran, was sonst immer die Mittl getan dat, und kängt mit deissen Raeken an zu sedreiden: „Ldo . . to . , grapd — Kri . . seur . ." 'Icxt, vo» UuUl 'Dvliauor, ZvivlinuuLort billi Slroinv«