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Central-Verein-Zeitung · 1937-04-22 · 16 (22.4.1937) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
16 (22.4.1937)
Date
1937-04-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 C.-V.-Zeitung Nr. 16—22.April1937 Anmerkungen zur Weltwirtschaft Die Weltwirtschaft befindet sieh augenblicklich allgemein im Abschnitt einer ausgesprochenen -Hochkonjunktur, der vorerst, wie .das Institut für Konjunkturforschung feststellt, nicht die Gefahr der Uebersteigerung des Aufschwungs in sich •trägt, da die Produktionskapazität noch ziemlich beträchtlich ist. Besondere Beachtung finden zwei internationale Konferenzen über wichtige Probleme der Weltwirtschaft, die Oslo- und die Zuckerkonferenz, lieber besondere Ergebnisse verlautete noch nichts. Der Preisanstieg an den W e 11 r o h - Stoffmärkten setzte sich in den letzten Wochen weiter fort. Der Index des Statistischen Reichsamts stieg von Januar bis Februar d. J. von 45,9 auf 46,3 und lag bereits Mitte März um etwa 30 Prozent über dem Vorjahresstand. Seit Mitte Februar sind die Preise für Kupfer, Blei und Zinn um Vs, für Zink sogar um mehr als die Hälfte gestiegen. Das ■Statistische Reich samt bemerkte hierzu, "dass die schnelle Aufwärtsbewegung der Preise an vielen Märkten nicht mehr in den Tatsachen begründet liege und eine spekulative Uebertreibung darsteile, der die Gefahr eines Rückschläge* innewohne. In der vergangenen Woche vernahm man aber auch zwei Warnungen von prominenter Seite: Präsident Roosevelt warnte vor einer Fortsetzung der Spekulationen an den Weltmärkten. Und Professor Cassel, der bedeutende schwedische Nationalökonom, hat im Vierteljahresbericht der „Skandinaviska Kreditaktiebolaget;i ebenfalls gegen die ausserordentlichen Preissteigerungen am Weltmarkt Stellung genommen und vor den Folgen gewarnt, die „bis zu einer Inflation führen können". In den letzten Tagen meldet die Wirtschaftspressc bereits Rückschläge an den, R oh * Stoffmärkten, die „scharfen Schwankungen und nervösen Zuckungen unterworfen sind". Preisrückgänge werden besonders für Kupfer, Zinn, Zink, Blei, Kautschuk, Baumwolle und Weizen gemeldet. Die an den Börsen gehandelten Werte für diese Rohstoffe zeigten demzufolge auch in den letzten Tagen eine nicht einheitliche, zum Teil sogar schwache Tendenz. Für die nächsten Monate rechnet man gemäss der augenblicklichen Weltwirtschaftslage mit einer uneinheitlichen Entwicklung auf den Weltmärkten. Nach brasilianischen und niederländisch-indischen Meldungen von den Kaffeemärkten soll die Vernichtung am 15. März d. J. eine Höhe von 43 353 000 Säcken erreicht haben. Wie „Wirtschaft und Statistik" (Nr. 6) mitteilt, ist die auf Spekulationen in Brasilien zurückzuführende Kaffeehausse von Anfang Februar d. J. inzwischen wieder zusammengebrochen. Zur Frage der Entwicklung der ausländischen Kapitalmärkte stellt das Statistische Reichsamt fest, dass in den alten Abwertungsländern, namentlich England, Schweden und USA., die Kapitalmarktbelebung, die sich in den Aktienkursen und dem Umfang der privaten Investitionen äussert, bereits einen Grad erreicht hat, der spekulative lieber Steigerungen befürchten lässt. Daher sei. man hier geneigt, den wirtschaftlichen Auftrieb zu zügeln und den Kapitalstrom planvoll zu lenken. Von den fast 54 Milliarden RM monetären Goldes, das Ende 1935 in der Weltwirtschaft (ohne Sowjetrussland) sichtbar war, waren 44 Milliarden RM (81,6 Prozent) in USA., England und den Goldblockländern konzentriert, während für die gesamte übrige Weltwirtschaft (ohne Sowjetrussland) nur ein Restbetrag von 10 Milliarden RM verblieb. Auf Grund dieser Tatsache spricht das Statistische Rcichsamt von einer Fehlverwendung der für die Weltwirtschaft verfügbaren monetären Goldbestände und meintdas Gold bleibe damit seiner eigentlichen Funktion, Reserve für den Spitzenausgleich der Zahlungsbilanz aller in der Weltwirtschaft verflochtenen Länder zu sein; auch jetzt noch entzogen. Dr. Erich Gottfeld. Wirtschaft in Uebersee Chile Die Preisentwicklung Chiles zeigte im letzten Halbjahr von 1936 eine starke Steigerungstendenz. Nachdem diese Tendenz im Dezember vorigen Jahres zum Stillstand gekommen war, zeigt die Statistik, dass sich die Lebenshaltungskosten im Januar 1937 wieder beträchtlich erhöhten. ■ Setzt man die Lebenshaltungskosten vom März .1928 100, so stellten sich im Januar die Lebenshaltungskosten auf 170,4 (im Dezember 1936: 164; im Jahresdurchschnitt 1935: 144). Auch die Grosshandelspreise stiegen um 3.8 Prozent. Diese Preissteigerung hielt im Februar weiter an. Als Ursache wird das im Februar erlassene Gesetz über obligatorische Erhöhung der Gehälter der Angestellten genannt. Dieses habe die Preise und damit die Lebenshaltungskosten in die Höhe gezwungen. Den Nachteil haben die Lohnempfänger, da nur die Gehälter der Angestellten erhöht wurden. — Ueberall in den Geschäften lasssen sich erneute Preissteigerungen feststellen. Es sei noch erwähnt, dass die Gebühren der Telephongesellschaften im letzten Monat um 12 Prozent und die Strompreise der Elektrizitätsgesellschaften um 4 Prozent erhöht wurden. Auch die grossen Tageszeitungen erhöhten ihre Preise. — Sehr beunruhigend ist die Steigerung der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse, deren Ursache die mittelmässige Ernte in-der Mittelzone des Landes, sowie die ungünstigen Ernteaussichten im Süden ist. Von Regierungsseite werden Massnahmen erwogen, um wenigstens ein weiteres Ansteigen der Preise der wichtigsten Artikel des täglichen Bedarfs zu verhindern. Südafrikanische Union Die Regierung veröffentlichte am 15. März das Budget für das laufende Jahr. Es ergibt sich einUeberschuss von 5 Mi 11. Pfund. Die Regierung will von dieser Summe 3 Mill. für die Tilgung von Anleiheschulden verwenden. Der Rest wird zurückgestellt zur Begleichung künftiger Anleiheschulden. Das berichterstattende Regierungsmitglied. Mr. Havenga, führte aus: ^Heute besteht die Gefahr, dass das südafrikanische Volk vergisst, dass der Prosperity meist unvermeidlich die Depression folgt." , Deshalb müsse der gegenwärtige Budgetüberschuss zur Sicherung der finanziellen Zukunft des Landes verwandt werden. Neben der Rückzahlung von Anleiheverpflichtungen beabsichtigt die Regierung, Personen, die weniger als 35 Pfund im Monat verdienen, durch Darlehnsgewährungzu helfen, sich ein Eigenheim zu bauen. Deutschbliitige weibliche Angestellte in jüdischen Gaststätten Einer rituell geführten, seit 1883 bestehenden und 1910 konzessionierten Gastwirtschaft war durch den Polizeipräsidenten die Auflage gemacht worden, das in ihrem Betrieb beschäftigte deutschblütige Personal zu entlassen. Die Verfügung war auf "den Runderlass des Reichsführers SS. und Chef der deutschen Polizei vom 11. Juli 1936 gestützt worden, in dem derartige Auflagen bei Neuerteiiung von Konzessionen an jüdische Gastwirtschaften empfohlen werden. Bei bereits erteilten Konzessionen sei, so heisst es in dem Erlass, die Auflage gemäss § 11 des Gaststättengesetzes alsbald nachzuholen. Das Bezirksverwaltunggericht änderte die Verfügung des Polizeipräsidenten durch rechtskräftiges Ürteil vom 11. Februar 1937 dahin ab, dass 1. nur deutschblütige Angestellte unter 45 Jahren zu entlassen sind, und 2. das Küchenpersonal von der Auflage nicht betroffen wird; In der Begründung wird ausgeführt, der Erlass vom 11. Juli 1936 schaffe kein materielles Recht, sondern stelle nur eine Verwaltungsanordnung für die Polizeibehörde dar. Daher sei es gleichgültig, oh er, wie dies die Betriebsinhaber behaupten, nur auf solche Betriehe anwendbar sei, die im Jahre 1936 mit Beschränkung auf jüdische Gäste die Konzession erhalten hätten oder aber auch auf altkonzessionierte Betriebe. Massgehend sei vielmehr lediglich, oh die Auflage gemäss § 11 des Gaststättengesetzes, d. h. zum sittlichen Schutz der Angestellten notwendig sei. Der Massstab für eine sittliche Gefährdung von Angestellten in Gastwirtschaftshetrieben müssten die Nürnberger Gesetze bilden. Daher sei es berechtigt, wenn man die Auflage bei der Grenze von 45 Jahren enden lasse. Da sich aus den Nürnberger Gesetzen ferner ergäbe, dass die Beschränkung sich nur auf solche Angestellten beziehen sollte, die nach der Natur ihrer Arbeitsleistung mit Juden in engere Berührung kämen, so müsse das Küchenpersonal aus der Auflage herausgenommen werden. Jüdischer Elternteil und Mischling In einem Beschluss, der im „Jahrbuch für Entscheidungen in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit . . .", Bei. 14, 2. Heft, veröffentlicht ist, nimmt das OLG München zu der Frage Stellung, ob bei einer geschiedenen Mischehe der jüdische Elternteil — auch im Hinblick auf die Nürnberger Gesetze — das ihm nach dem BGB zustehende Recht auf persönlichen Verkehr mit seinem Kinde, einem Mischling, habe. Das Gericht hat dieses Recht mit einschränkender Begründung bejaht. In den. Gründen des Beschlusses heisst es, die Absicht der Mutter, den Sohn so zu beeinflussen und zu erziehen, dass ihm die dereinstige Aufnahme in die deutsche Gemeinschaft als Ziel vor Augen schwebe, könne unmöglich dadurch vereitelt oder auch nur wesentlich gestört werden, dass der Sohn alle zwei Wochen einmal drei Stunden lang mit dem Vater beisammen sei. Aus der Sozialversicherung Eine Krankenkasse ist nicht berechtigt, nachträglich Beiträge zur Krankenversicherung zu erheben, wenn sie nach ordnungsgemässer Anmeldung des Versicherten die Krankenversicherungspflicht verneint hat und deshalb ohne Verschulden des Beitragsschuldners die Beitragsleistung unterblieben ist. (Reichsversicherungsamt, „Juristische Wochenschrift" 1937 S. 1030.) * Werden rückständige Pflichtbeiträge nachentrichtet, so ist die erhöhte Rente nicht erst vom Zeitpunkt der Nachbringung der Rückstände, sondern schon vom Zeitpunkt des ersten Rentenbeginns an zu gewähren. (Reichsversicherungsamt, ebenda.) —n. Einzelhandel im Reich ALLENSTE1N ESSEN KÖNIGSBERG i. Pr. MONSTER i. W. Kaufhaus L. Hirschfeld ^Das Haus der guten Qualitäten^ Mextuidiß Die oute Bezugsquelle järc^iwÄ fll, fadetulottf Kaufhaus für Betten und Bekleidung HEISSZ STERKRADE ALTENBURG MS t^^cfvuhhojus m^MB/a.»iismy&ffi it-jk &&Sfä. m^msm r Kaufliaos M. & S. 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