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Central-Verein-Zeitung · 1937-03-18 · 11 (18.3.1937) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
11 (18.3.1937)
Date
1937-03-18
Page
– (sequence 26)
Language
German
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i Mensa Äcademica Judaica Wer als fremder Besucher um die Mittagszeit die Mensa Äcademica Judaica betritt, wird einen Äugenblick lang staunen: er hat sich wahrscheinlich als Publikum eine Menge junger Leute vorgestellt, die in eifrigem wissenschaftlichen Fachsimpeln hier bei ihrer Mahlzeit sitzen; da kommt er nun herein und sieht neben Frauen jeden Alters und Kindern junge Männer und solche mit langen weissen Barten. Ausser jungen Menschen nämlich, die die jüdische Studentenhilfe und die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums herschicken, sitzt eine Menge alter und ältester Akademiker, die allein die Atmosphäre und ursprüngliche Bestimmung des Raumes be-, glückt, und ausser ihnen wieder Unterstützungsempfänger, vom Wohlfahrtsamt überwiesen, und Kinder aus den naheliegenden jüdischen Schulen. An der der Tür gegenüberliegenden Wand steht in grossen Buchstaben „Akademikerheim Meier Hildesheimer", und darunter hängt eine Photographie dieses Mannes mit dem gütigen Gesicht. Früher leitete ein junger Mann die Küche; heute ist die Hand einer Frau, die diese Räume durch Blumen- und Bilderschmuck freundlich und anheimelnd zu gestalten bemüht ist, deutlich sichtbar. Es ist die Hand von Frau Löwenstein, die am Eingang an einer kleinen Kasse sitzt. Man gibt dort seine Karte ab, zahlt für das Essen den vollen, einen ermässigten oder gar keinen Beitrag, und damit ist wieder für einen Mittag gesorgt Ordentlich wie das Essen, ist die ganze Wirtschaftsführung. Es gibt da eine Art „Menü- Tagebuch", in dem von jedem Tag aufgezeichnet ist, was es gegeben hat, wie viele^Portionen ausgeteilt wurden, was alle Zutaten kosteten, was an Geld dafür einging, wie viele zahlende und Freigäste da waren. Eine einzige Zahl soll hier sprechen: es wurden im vergangenen Jahr 52 673 Essen ausgegeben. Der Verein zählt 30 Mitglieder und dazu soundsoviele ehrenamtliche Helfer. Es ist eine schwere und undankbare Aufgabe, für Zuwendungen irgendwelcher Art zu werben; aber diese Küche muss, wie' jede andere Einrichtung der Wohlfahrt, so gut es nur geht, gehalten werden. 25 Pfennig Unkosten sind sowieso bei jeder Portion zu berechnen, auch wenn sie voll bezahlt wird; Miete, Honorare, Licht, Heizung und manches kommt da zusammen. Aber es hilft alles nichts. Zu essen müssen Menschen eben haben; und hier ist eine Stätte, wo unsere Bedürftigen in netter Umgebung gutes Essen bekommen können. _ Hilde Marx. Theodor-Herzl-Schule Hebräisches Theater Da standen zunächst die kleinsten und spielten mit einer so grosesn Begeisterung und mit einer Freude am Spiel, dass auch die Eltern, die sprachlich nicht recht folgen konnten und sich vorher nur über den Inhalt der Stücke orientiert hatten, doch dem Gang der Ereignisse folgen konnten: Wie da die Chelmer den Mond fangen wollen, der doch allein Schuld daran ist, dass es alle sieben Tage Schabbos gibt, immer am Sonnabend, und dass nicht auch einmal am Donnerstag Schabboss sein kann; und wie nun der Schammess und der Polizist ausziehen, den Mond zu fangen, der aber leider — in seiner grossen Angst! — so schnell aufgeht, dass er längst entflohen ist, bevor der Polizist nur ausgeniest hat. Und die staunenden Eltern wissen nicht, worüber sie sich mehr freuen sollen: über die braven Chelmer, die stolz sind, wie ängstlich selbst der Mond vor ihnen ist oder über den Mond, der von einem Tisch, d. h. natürlich vom Himmel aus auf die Chelmer hinunterlächelt. Die Jüngeren spielten noch ein Stück von den Feiertagskleidern, das der Erzählung von den Chelmern nichts nachgab. Die grösste Leistung aber war zweifellos die Darstellung eines Aktes aus dem Schabbattai Zwi. Dieses auch sprachlich die grössten Hindernisse bietende Stück wurde mit soviel Hingabe und oft auch wirklichem Können gespieli, dass die ehrlich begeisterten Zuschauer ihrer Freude an dieser Leistung laut Ausdruck gaben. G. F. Schülerarbeiten Arbeiten aus den verschiedensten Fächern, Deutsch und Geschichte, Rechnen und Raumlehre, Palästinakunde, Erdkunde und Hebräisch, Zeichnen und Werkarbeit vermitteln einen sehr nachhaltigen Eindruck über das lebendige Schaffen in dieser Schule. In engster Verbindung steben die einzelnen Wissensgebiete zueinander, um irgendein aktuelles Thema gruppiert. Nicht nur, dass jeder einzelne zum Ausdruck seiner Eigenart gebracht wird, auch die Gemeinschaftsarbeit bildet einen wichtigen Anteil am Gelingen mancher erstaunlichen Leistung. Ueberall wird jedoch die gestaltende Hand herzugezogen, die sich mit Pinsel und Feder, aber auch mit jedem bildsamem Material auseinandersetzt. Die Kinder, die allmählich von dem Märchenschloss, das sich die Kleinen zeichnen durften, in die Verantwortung vieler Lebensaufgaben geführt werden, wachsen selbst in erschwerende Umstände hinein, gestützt auf ihre Fähigkeiten, bekannt mit ihren Grenzen. Es scheint, dass sie es schaffen, einfach dadurch, dass man sie hundertprozentig bejaht! M.S. Postschlüsse nach Uebersee Vorbemerkung: Diese Uebersicht erscheint wöchentlich. Sie ist ohne Gewähr. Postschlnss für Luftpostsendungen ist in Berlin beim Postamt C 2, in Frankfurt/Main beim Bahnpostamt 19 oder Flughafen. Einwurf bei anderen Postämtern oder in anderen Orten bis zu 1 Tag früher als hier vermerkt. Nordamerika a) Seeweg 22. 3. ab Berlin; 22.3. ab Hamburg 19 Uhr („Ile de France" 24.3. ab Le Havre); 30.3. an New-York 24.3. „ „; 24.3. „ „ 19 Uhr („Bremen" 25.3. „ Bremen); 31.3. „ 29.3. „ „; 29.3. „ „ 19 Ühr („Queen Mary" 31.3. „ Cherbonrg); 5.4 „ b) Luftweg (Luftschiffverkebr und Nachbringeflüge finden während der Wintermonate nicht statt) Südamerika a) Seeweg München 9 Uhr Schiff 25.3. ab Genua): 6.4. an Rio; 10,4. an Buenos Aires Frkt/M. S ühr (Schiff 27. 3. „ Boulogne); 12.4. „ „; 16.4. „ b) Luftweg ab Berlin 9 Uhr; 20. 3. ab Frankfurt/M. 13 Uhr (Französische Luftpost); Laufzeit bis Rio 5 Tage „ 21 Uhr; 24.3. „ „ 24 Uhr (Deutsche Luftpost); ' „ „ „ 3 „ (Zuschlag auf Auslandsporto nach Brasilien 1,25 RM für je 5 g; nach Argentinien 1,50 RM für je 5g) Südafrika a) Seeweg 24. 3. ab Berlin 13 Uhr; 24. 3. ab Frankfurt/M. 19 Uhr; 26. 3. ab Marseille (Schiff); 10.4. an Kapstadt (Von Kapstadt in 30 Stunden nach Johannesburg und Pretoria) b) Luftweg 19. 3. ab München (Bahnp. Amt 1) IS ühr; Laufzeit 8—9 Tage 23.3. „ (Bahnp. Amt 1) 18 ühr: „ 8—9 „ (Zuschlag auf Auslandsporto 35 Pf. für je 5 g) a) Seeweg ab Hamburg 15 Uhr (Schiff 21.3. ab Neapel); 25.3. an Haifa „ München 9 Uhr (Schiff 23.8. „ Piräus); 25.3. „ Alexandrien 9 Uhr (Schiff 25.3. „ Brindisi); 29.3. „ Jaffa b) Landweg 19. 3. ab Berlin 16 Uhr: 20. 3. ab München 9 Uhr (über Belgrad—Istanbul); 24. 3. an Haifa 21.3. „ .. 16 Uhr; 22.3. „ „ 9 Uhr ( „ „ „ )'; 26.3. „ „ 24.3. „ „ 16 ühr; 25.3. „ „ 9 Uhr ( „ „ „ ); 30.3. „ „ (Leitvermerk „Ueber Belgrad—Istanbul) c) Luftweg 20. 3. ab Berlin 6 Uhr; 20.3. ah München 10 ühr; 21. 3. ab Rom 6 ühr; Laufzeit ca. 3 Tage I 20.3. „ München IS Uhr; 22.3. „ Brindisi 6 Uhr; „ „ 3 „ 124.3. „ Berlin 6 Uhr: 24.3. „ „ 10 Uhr; 25.3. „ Rom 6 ühr; „ „ 3 „ I 24.3. „ München 18 Uhr; 26.3. „ Brindisi 6 Ühr; „ 3 „ | (Zuschlag auf Auslandsporto 10 Pf. für je 5 gy mindestens 15 Pf.) 23. 3. ab Berlin 19 Uhr: 24. 3.; 25.3. „ „ 19 Uhr; 26.3. 24. 3. 19. 3. ab Berlin 12 Uhr: 23.3. „ „ 12 Uhr; Palästina IS. 3. ab Berlin 21 ühr: 19. 3. 20.3. „ „ 16 Uhr; 21.3. 23. 3. „ „ 16 ühr; 24. 3. 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