Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1937-01-14 · 2 (14.1.1937) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
2 (14.1.1937)
Date
1937-01-14
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2277379-2277516-2277518--11522-2281066
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

zu dem zur Diskussion gestellten Problem. Der Wert verschiedene^ "neu gewonnener Erkenntnisse-wurde erhöht durch die prägnante .und plastische Formulierung. Dr. Werner Rosenstock. Samson Weisse 80 Jahre alt Einer der bekanntesten Rabbiner Deutschlands, Dr. Samson Weisse, schHesst am. 20. Januar sein, achtes Lebeosdezenniuni ab. ' Sein Leben ist wie kaum das eines anderen mit der Epoche des Aufblühens der Berliner .Jüdischen^ Gemeinde verknüpft, und wenn das moderne Wort vom ...aktiven Judentum" einen tieferen Sinn hat, so verkörpertes Dr. Weisse im besten Sinne.- Mit seltener Klugheit verstand er es, die Möglichkeiten jüdischen Tuns für die Gemeinde und ihren Fortschritt zu nutzen. In der Verbindung des. Geistigen mit dem Sozialen, des Religiösen mit dem Praktischen liegt seine eigentliche Stärke. Einer Gelehrtenfamilie entstammend, in der jüdisches, und allgemeines Wissen, religiöse Vertiefung und moderne Bildung Tradition war, wählte Samson Weisse schon früh den Rabbinerberuf, weil er darin den besten Weg geistigen und sozialen Wirkens sah. Nach einem gründlichen philosophischen und theologischen Studium an deutschen Universitäten und Seminaren wurde er, noch ganz jung, zum Landesrabbiuer in Dessau berufen. Als im Jahre 1893 das Denkmal für Moses Mendelssohn in Dessau enthüllt, wurde, und der junge Rabbiner mit seiner Weiherede grosses Aufsehen erregte, wurde man auch in Berlin auf ihn aufmerksam; im Jahre 1895 wählte man ihn zum Rabbiner der Reichshauptstadt. Hier fand er ein reiches Feld für die Entfaltung seines Könnens und Wollens. Ausgestattet mit einem idealen Streben, einer tiefen Menschenkenntnis, einer seltenen Klugheit und einer vornehmen Lebensäusseruhg. ■ wurde er bald zu einem der Führer der Gemeinde. Er gab der geschichtlichjüdischen' Synthese zwischen Religion und sozialer Gerechtigkeit neues Leben und wurde zum Freund und Berater der Armen '-und Bedrängten, namentlich auch der jüdischen Ernesl Blochs „Baalschem*-Suite, die in einer Berliner Veranstaltung bei Weil zu hören war, versucht das emotionale Singen der Chassidim auf. der Violine nachzubilden, wobei die Klavierbegleitung da«? Auf und Ab der Erregung unterstreicht. Wenn man doch hiebt überzeugt wird, soyor allem deswegen, weil das: Fehlen einer gebundenen Rhythmik nicht durch djej.Krajt der musikalischen Einfälle aufgewogen wird; man wird die Empfindung nicht.los. dass Blochs Tonsprache aus dem" Epigonentum nicht herauskommt. Der junge Geiger Hansjürgen Ronis verfügt über einen sehr "edlen Ton und ein technisches Können, das zu recht günstigen Erwartungen berechtigt. Den Abschlüss bildete Schuberts .Müllerin-Zykhis. Heinrich Korn bringt dafür ein schönes, biegsames Material mit; leider störten verschiedene Ungenauigkeiten und die Neigung zu überhasteten Tempi, die besondere bei den Einsätzen unangenehm auffiel. Das Verhören'konnte und gelöster Zunge wurde. Er erkannte 'den .'Sinti der Sprache, die sein- Ohr niemals vernommen hatte, und die Lippen, welche niemals .vordem sprachen, formten und sprachen, das Isie-Gesagte zu uie-gewussten Worten. '■. Sagte .die. Stimme-aus dem Licht: „Höre! Höre! Höre! Nicht schlummert und nicht schläft der Hüter Israels!" Sagte die Stille: „Hier bin ich! Nicht schlummert und nicht schläft der Hüter Israels!" — Als er die Augen von neuem auftat, war er allein. Geblieben war das Wunder des Hörens und Sagens und ein unbegreifliches Wissen um in Bälde drohende Gefähr. — Die Nacht in den Hafengassen ist düster wiid ohne Mond. Zwei Wachtieute machen gemessenen Schritts ihre Streife durch den Bezirk der Speicher, in dem das Haus des A'Jesandrös steht, ein hochmütiges und festgefügtes Bauwerk inmitten halbverfallener und schmieriger Lagerhütten. Die Männer gehen schweigend, und der Grund, den sie überschreiten^ ist locker und fast ohne Pflasterung. Sie kommen an einer Kneipe vorüber, die an der Gassenecke am . Kai liegt. Die Tür steht auf, die Theke und ein paar Tische sind sichtbar.. „Schau!", sagte der erste, „drinnen hackt der Mälaieund säuft. Er scheint dem Juden kein, guter Hausmann zu sein." Sie biegen in die Gasse ein, nirgends ist Licht, und die Speicher schläfern Plötzlich grellen, in der Nähe ein paar Fenster auf, es sieht ans, als sei hinter den Scheiben ein Feuer ausgebrochen. ,,Siebs! du es?'* fragt wiederum der erst«3. Nun Saufen sie die dunkle. Gasse .aufwärts /.um Hause des Gewürzjüden. Da lischt das Feuer hinter "den blanken Scheiben. Nichts ist mehr zu sehen, das wider die Ordnung - wäre. Ein - paar Atemzüge lang stehen die beiden ratlos" und warten. Aber nichts geschieht, und so zucken'-sie Geistesarbeiter. Mit vollem Eifer widmetesich Weisse namentlich dem. Werke der Erziehung. Er verstand es ausgezeichnet, die heranwachsende Jugend an sich heranzuziehen und sie mit Wärme und Begeisterung für die Ideale der jüdisch-ethischen Kultur zu erfüllen. Als bedeutsame Persönlichkeit steht Rabbiner Dr. Weisse heute trotz seines hohen Alters, frisch an Körper und Geist, vor uns. Noch ist er im Amte tätig und mit regem Sinn ist er überall'da, wo es gilt, geistige, künstlerische, soziale und ethische Interessen zu fördern. In diesem Geistesträger dreier' Generationen vorbindet sich Geschichtliches mit Modernem. Jüdisches mit Europäischem zu fruchtbarer Einheit. Das ist das Geheimnis der anziehenden. Kraft dieser Persönlichkeit. Rabbiner Dr. Weisse ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie man durch geraden Sinn, verbunden mit Weitklugheit und feinem Taktgefühl, segensreich wirken kann. . Innere Kultur, vereinigt mit tiefer Religiosität und echter Zivilisation, — das ist der Inhalt seines Lebens. F. S, spohnene, Tiefmuerlicbe des Werkes wurde anfangs durch eine mehr dramatische Darstellung überdeckt; im zweiten Teil hatte sich der Sänger besser in deneigenartigen Stimmungsgebalt hineingefunden und "erzielte mit dem Lied „In Grün will ich mich kleiden", dessen todwunde Verhaltenheit ergreifend getroffen wurde., eine wirklich . bannende Wirkung. ■' Dr.' W. A ro n s.Begleitung traf - sf eilen weise •" -zu sehr - hervor. ■ zeugte aber ' im ganzen von Einfühlung in den Geist der Werke. H. Fr. Den dritten Lichten Nachmittag der Jüdischen R ef or mg em ei nde eröffnete Hermann Schwarz mit einer Orgelchaconne von Buxtehude, deren variationsartigem Aufbau die allzu gleichförmige Registrierung nicht ganz entsprach. Max M a n s~f e 1 d lies? in einem Schubertlied alle Leuchtkraft seines schönen Tenors ausströmen; in der „Messias^-Arie dagegen fehlte die Ruhe der Linienführung und leider' 3uch der rhythmische lachend die Achseln. Der erste klaubt einen Papyros aus der Hosentasche, bricht ihn in der Mitte entzwei, steckt das kürzere Ende dem Kollegen zwischen die Zähne und gibt umständlich Zündung. Sie stehen, noch ein Weilchen, rauchen und sagen nichts. Da schlägt eine Tür, drüben im Haus. Die Manne/ fahren herum. Jemand stürzt aus dem Haus und läuft mit schweren Schritten über den stumpfen Erdgrund der Gasse auf sie zu. Der erste stösst einen kleinen Pfiff durch die Schneidezähne aus. „Es ist der. Stille!" sagt jetzt der Zweite ruhig. „Daran kannst dusehen, dass et/vvas nicht in Ordnung ist!*' Zwei glimmende Stummel fallen im Bogen zur Erde, zwei kleine Haridiampen glühen auf und werfen ihren Lichtkegel dem Riesen entgegen. Der hält im Laufen inne. Leichenblass. ist er, wie ein Irrer steht , er vor den. Männern. Die Hände zucken ihm empor, als wollte er, der Taube und Stumme, die gewohnten Zeichen machen. Daun klaffen seine breiten Lippen verzerrt und krampfhaft auseinander, die Zunge krümmt sich verzweifelt im Munde, die Männer können sehen, wie sie kämpft und kämpft, und plötzlich, zum grossen, grauenvollen Schrecken der Wachtieute, brechen Worte aus dem stummen Mund. Der Stille spricht. „Am Ostkai. Ein Motorboot am Ostkai/ ohne Lichter, unter türkischer Flagge. Weiter. In der Kneipe am Speiebereck. Rechts am kleinen Tisch bei der Theke. Der Malaie und zwei Männer, Türken, Magyaren, ich weiss nicht. Sie haben ihn besoffen gemacht. Weiter. Ein Plan vom Haus, die Tür, die Treppe, der Gang, die Jungenstube. Der Stille ist im Weg. Nieder. Da liegt er. Die Alte, zu das Maul und nieder.. Weiter. Da holen sie das Kind. Fort, ins Boot. — Der Herr soll zahlen. Helft und glaubt! Ich spreche die Wahrheit!'' Kontakt mit. der7 Begleitung. Marianne S c b o s - Land, die erfreulicherweise einen Schütz vortrug, weiss ihren beseelten, dunklen Alt mit Geschmack einzusetzen. Vorbildlich wieder' die lurchdacbte, vornehme Gestaltungsweise Wilhelm Guttmaaiis, die in Händeischen und Meudelssohoschen Arien alle Ausdrucksmomente er-?chliesst. * Die musikalischen Darbietungen gruppierten sich um einen Vortrag von Studienrafc Dr. Cr a 11 i n e r (Frankfurt a. MO : „Unsere Bibel in der bildenden Kunst." H< Fr. Eine Sonderveranstaltung. die der Kulturbund genieinsam mit der Zionistischen Vereinigung bot, brachte zum ersten-Male d*?u W i n a w e r - C b o r nach Frankfurt a. M. Die . spezifische Eigenart der Vereinigung — eine typisch östliche, zu hoher-klanglicher und rhythmischer Farbigkeit gesteigerte, virtuose und doch verinuerbebte Vortragsweise — fand auch hier die gebührende Bewunderung. Freilich setzen Winawers Programm undkünstlerische Absicht eine Hörerschaft voraus, die eine entsprechende Einstellung zu ostjüdischer;. Musik mitbringt und mit dem Hebräischen oder Jiddischen vertraut ist. Auf jeden Fall bleibt es erstaunlich, was der mit feinstem KJangsinn_ begabte, suggestiv wirkende Dirigent aus seinen' (namentlich in den Bässen hervorragend besetzten) Sängern herausholt. Synägogalgesänge von Lewandowski, 'Schon* und Birnbaum erhielten in der geradezu raffinierten, mit .instrumentalen Effekten durchsetzten Bearbeitung und Wiedergabe Winawers eine neue Beleuchtung. Von den zeitgenössischen Kompositionen wirkte das chaluzische Lied -Anu banu arez" des Palästinensers E W. Sternberg am stärksten, vielleicht gerade, weil es sich von koloristischen Reizen freihält und eine saubere, ' ehrliche lineare Führung der Stimmen bevorzugt. Bei den „Palästinensischen . Hirtenliedern"... von Brandmann löst sich "Winawers Bearbei-. tung weitgehend vom originalen .Notenbilde los zugunsten eines naturalistischen „orientalischen" Kolorits. Der wertvolle Abend, an dem solistisch die Herren. B e s t i m m t, W e 6 s n n e r und Rab i n.owi ts.c'b erfolgreich hervortraten, fand bedauerlicherweise nicht den erwünschten Zuspruch- N. Theater, Musik, Film Am Tbeatre Gyivmase in Paris, an dem seit Jahren die Stücke von Henry Bernstein — neben Sacha Guitry dein fruchtbarsten und bekanntesten Dramatiker des beutigen Frankreich — aufgeführt werden, bat soeben sein jüngstes Werk ..L e Voyage" die ununterbrochene Serie von „L'Espoir" und ,Xe Coeur" abgelöst. Die glänzende, durch vielfache Hervorrufe bestätigte Aufnahme verspricht auch dem neuen Stück Bernsteins, wie aus Paris berichtet wird, einen Dauererfolg- Es ist ein. intimes, virtuos gearbeitetes Kammerspiel, das einer ein-' fachen, unproblematischen Ehe- und Liebesgeschiebte starke Spannüngsreize und die. sublime Grazie eines zwischen Emst und Heiter-,, keit schwebenden Dialogs abgewinnt. * .. . ,,DeIila" ist der Titel-eines neuen Lustspiels ■• von Franz M o 1 h ä;r. das :am B u d a'p e s t er Lustspieltnea-ter sue - U pa iii-f ixk-r.iing- ■gelangt-;.. .<£-. ..'.. ... . .. Elisabeth Bergner wird in London die Hauptrolle in der Lustspieloperette: „Warum lügst Du. Cherie?" von Leugsfelder und Tisch spielen. " .* ' In der „Krönungsrevue" von-Gochran, die gegenwärtig in M'a n c h e s t e r gegeben wird und später zur Krönung in London gebracht werden' soll, ist die weibliche Gesangspartie Gitta A I p a r übertragen. WWMWJSBMI^^ Das sagt" er, der' Stille. Dann fällt die Kraft von ihm ab, die Lippen schliessen sich, die Augen werden starr, verdreht und-weiss- Er'fällt, streckt sich noch und . bleibt dann lautlos Hegen;' Am nächsten Morgen war der Hafen in Aufruhr. Die Bettler liefen am Kai entlang und sehrien, was sie wussten, zu den Dampfern empor. Am Ostkai stand eine Wache der Hafenpoiizer neben einem unscheinbaren Motorboot, an dessen Heck die türkische Flagge flatterte. „Es hat schon alles seine Richtigkeit", sagten die Polizisten wieder zu den vielen Fragern. „Wir haben die Banditen gefasst, und der Malaie hat bereits gestanden. Yes, Sir, Sie haben recht, das mit dem Stummen mag ein Wunder gewesen sein. Nicht lachen, Sir, nicht lachen! Nein, ich bin nicht Jude, never mind, cela ne fait rien! Scheint aber1 ein grosser Wächter zu sein, ein grosser, wundertätiger Herr, dieser unsichtbare Judengott! Man muss bedenken: Da weiss ganz plötzlich einer, was man nickt wissen" k a n n, und da spricht nun einer, der vordem niemals gesprochen hat. Attention, messieurs — der Umstand gibt zu denken!" Vor dem Haus" des Alexandras, hatte sich eine Menschenmenge versammelt — Scjjiffsletite, Trimmer, Fremde, Bettler und vor allem die Nichtstuer von Saloniki. Gegen mittag kam der Stille, mit dem Knaben an der Hand, aus der Haustür. Das Kind betrachtete verwundert die vielen Leute in der Gasse und Hess sich folgsam von dem Riesen durch den Auflauf führen. „Das ist er", schrien die Bettler. Aber es schien, als hätte niemand den Mut, den Stillen anzusprechen. Schliesslich schob sich eine Amerikanerin an ihn heran und sagte mit lauter Stimme zu ihm: „Scholen! aleichem!'* Der Stille blickte sie an. schüttelte den Kopf und zeigte, nach der Art der Tauben, mit der freien Hand auf Ohr und Lippen, Werfeis „Weg der Verheissung* Grosser Erfolg der New YorkerReinhardt Aufführung . Am: 7. Januar ist in Manhattan-Opera-House in Ne w~- Y ork' Franz * Werfeis bibliscnes Schauspiel „Der Weg der Verheissung*' uraufgeführt worden. Unser New-Yorker Sonderberichterstatter Dr. W7alter Strauss telegraphiert uns: „Die Aufführung des Werfel- Dramas unter der Regie von Reinhardt war ein; einzigartiger grosser Erfolg. -Das Stück wirkt, auch in der englischen üebersetzung als eine, echte Dichtung." Bedauerlich ist, dass die Länge des Stücks zur Streichungen zwang. Die Musik, ist zwiespältig. Bericht folgt.*' In einem Vorbericht unseres Berichterstatters, heisst. es: "Die Erstaufführung von Franz Werfeis Bibeldrama „Der Weg der Verbeissuug" in englischer Sprache („The eleraal road") wird -hfer als d as grosse künstlerische- Ereignis. New- Yorks bezeichnet. Der Weltp.remiere ist eine zweijährige intensive Probearbeit vorangegangen. Die Aufführung des Dramas, dem heT kanntlicb die Idee zugrunde liegt, die biblischm) Vorgänge vor einer bedrängten mittelalterlichen Judengemeinde in nächtlicher Stunde im Bilde aufleben zu lassen, -sollte ursprünglich schon vor einem Jahre stattfinden; eintretende technische und finanzielle Schwierigkeiten aber, bedingt durch-die ungeheuren Ausmasse des Werkes, mächten eine Verschiebung notwendig. Vor allem war auch ein weitgebender Umbau dea Manhattan-Theaters erforderlich. ■ 225 Personen werden im Stück mitwirken. Der Londoner. Rundfunk veranstaltet am 16. Januar. 20Vs'Ühr. eine Aufführung von Darius M i lh au d s' „Christoph Columbus". * Der Sender Radio-P a r i s bringt in seinem Programm vom 18. Januar. [2i% Uhr. u. a. Paul Dukas' Komposition „Der ' Zauberlehrling". ■ * Der jugendliche Geiger Ossy Renardy spielt am 19. Januar, 20 Uhr. vor dem Mikrophon des Senders der italienischen Schweiz. ■ *£ Hermann S ch e y singt am 23. Januar. 22 Übr 20 Min. vor dem Mikrophon des Wiener Senders. - Der Rundfunksender Lyon bringt am 1'5.Januar, 15% Uhr, die Operette „Ein Walzertraum'*. von Oscar St raus. * Der Sender P a-r i s brachte in dieser Woche 0 {f e □ b a c h s ..Tochter des Tambourrnajors"; der S c h w e i z e r Sender Monte Ceneri widmete Orlenbach ein Konzert. ■■■■:■.':; * ■....•-' :'• " ' Yehudi M:e a.u h i m, der 'sich zwei Jahre aus dem Könzer Heben 'zurückgezogen hatte, willim Februar 193S erstmalig wieder in London auf* treten. Eine Tournee" durch. Grossbritann i e n und Australien soll sich anschliessen; bis Oktober 1940 hegen bereits Engagements vor. Karl Grüne drehte in London teilweise als Färbtenfilra Leoncayallos „Bajazzo"' mit. Richard Tauber und seiner Frau Diana Napier in den Hauptrollen. Die Uraufführung fand so.t eben in W i e n statt. zum Zeichen, dass er nicht verstehen könnte. Dann ging er, den Knaben fest a.n der Hand, mit ruhigen, bedächtigen Schritten zum Hafen hinunter. Das Geheimnis der vergangenen Nacht ruht fest, für alle Zeiten eingeschlossen, in ihm selbst. Ans der wissenschaftlichen. Welt In seinem To. Lebensjahre verstarb in Prag Professor Dr. Moritz W i n t e r n i t z, einer der bedeutendsten Indologen und Ethnologen, der als Gelehrter Weltruf genoss. Sein eigentliches Gebiet war die Sanskrit-Forschung, er genoss als einer der besten Kenner des Sanskrit auch in Indien Verehrung. Zu dem indischen Dichter Rabindranath. Tagore unterhielt er bis zuletzt freundschaftliche Beziehungen. Als Gast Tagores, hielt Professor Winternitz im Jahre 1922 und' in deu -folgenden .Jahren Vorlesungen an der Visvabharati - Universität in Sanfiniketan, dort knüpfte er auch Beziehungen zu Mahatma Ghandi an, die sich im -Laufe* der Jahre vertieften. Professor Moritz Winteruitz Wirde 1863. in Horn (Niederösterreich) geboren, wurde 1891 Lehrer der deutschen Sprache in Oxford, 1895 Bibliothekar am Indian Institute daselbsf„babilitierte sich 1899 an der Deutschen Universität in Prag und wurde hier 1911 ordentlicher" Professor. 1934 wurde er emeritiert. Seine Bücher über Indologie, Ethnologie und 'Sanskrit gelten als grundlegend. Er war Ehrenmitglied der American. Oriental Society, wirkliches -Mitglied der Deutseben Gesellschaft für Wissenschaft"uud Künste und zahlreicher anderer staatlicher wissenschaftlicher Gesellschaften. * ' Von einer im Laufe von fünf Jahren hergestellten englischen Üebersetzung de« Talmud, au der dreissig Gelehrte aus London, Manchester. Birmingham, Edinburgh,' Bradford, Mi'ddlesbroügh, Southport und Belfast sowie aus Jen Vereinigten Staaten und Palästina unter der Gesanitredaktfon von Dr. T. Epstein mitgearbeitet haben, sind soeben die ersten acht Bände erschienen. Konzerte und Vorträge

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.