Mannheim
Compact Memory

Bar Kochba · 1921-06-01 · Heft 23-24 (Juni 1921) · p. Seite 361

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 23-24 (Juni 1921)
Date
1921-06-01
Page
Seite 361 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2276426-2276451-2276472--789-2277353
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

„Guten Tag!" sagte BCCu höflich. „Guten Tag? Wir sind jetzt mitten in der Nacht. Lassen Sic mich schlafen, ich bin totmüde, also verhalten Sie sich ruhig. Schlafen Sie doch auch, das ist das vernünftigste, was Sie tun können." Dann sagte er kein Wort mehr. BCCü verhielt sich mucksstill, so sehr hatte ihn dieser unfreundliche Empfang eingeschüchtert. Schlafen - nein, dar konnte er nicht. Und wenn er nun auch nicht mehr fragen durfte, so wollte er doch wenigstens sehen und hören, was auf seiner ersten Fahrt mit ihm vorging. Bald Kam ein Wann, der trüg drei große Laternen Zwei davon hatten eine rote und eine grüne Scheibe, die befestigte er oben an BCCü's Stirnwand, die dritte hängte er an den rechten Puffer. So leuchteten zwei grüne Lichter nach vorn und drei rote nach hinten. BCCü hätte gern gewußt, was das zu bedeuten habe, aber er wagte es nicht, seinen schläfrigen Nachbarn danach zu fragen. Erst später erfuhr er, daß man diese Laternen die „Schlußlichter" nennt. Man bringt sie an dem letzten Wagen eines jeden Zuges an, damit jeder Bahnwärter Und Weichensteller sofort sehen kann, ob sich nicht während der Fahrt ein Teil des Zuges losgelöst hat. Auch zeigen sie bei einem unvorhergesehenen fjalt weithin an, daß ein Zug auf dem Gleis steht. Aber wie gesagt, das alles erfuhr BCCü erst viel später. Eine Anzahl Männer Kam über die Schienen daher. Es mochten acht oder zehn sein, jeder trug die Uniform der Eisenbahnbeamten und hatte einen großen Holzkasten bei sich, den er an einen"breiten Lederriemen über der Schulter trug. Auf der Brust trugen sie eine kleine Laterne, manche hatten auch einen Hammer oder Schraubenschlüssel in der Hand. .Herrschaften", rief der Erste, als er BCCü erblickte, „das gibt eine feine Fahrt, da ist ein D-Wagen, und zwar ein gairz neuer." „hoffentlich einer Zweiter, rief ein anderer, „damit man weich pennen Kann, ich bin hundemüde!" „Ue, sagte ein dritter, gepennt habe ich heute genug, aber nen tüchtigen Männerskai werden wir machen, hoffentlich brennt das Gas schon." Damit stolperten sie in BCCü's Inneres hinein. Einer zog an dem Hebel, durch den das Gas aus dem großen Behälter in die Leitungsrohre

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.