Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 19-20 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 295 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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dem Arme zu schaffen hatte, trug er rasch entschlossen durch das seichte Wasser, und den Lastwagen, dem ein Rad gebrochen, ließ er beim Licht der Fackeln behend zur Zeile schaffen und befahl kräftigen Fröhnern, die nur ein Vündelchen trugen, sich mit den Zacken und Rallen, ja auch mit den Trümmern des Fuhrwerkes zu beladen. Die Rauchpfannenträger, die sonst den Wandernden voranzogen, mußten diesmal ihre Reihen beschließen, denn der aus Nordosten daherbrausende Sturm hätte den Vualm dem Volke entgegengetrieben. Sie standen am ägyptischen Ufer und schon war der ganze Zug an ihnen vorübergekommen, nur nicht die Aussätzigen, die als allerletzte den Fremden folgten. Sie waren eine bunte Zchar und bestanden aus Asiaten, semitischen Blutes, die dem Frohndienste, oder harten Strafen entwichen, die das ägyptische Gesetz über sie verhängt, aus Rrämern, die unter den tausenden der Auswanderer Räufer für ihre Waren fanden, oder auch aus Schafhirten, denen die Grenzbeamten die Heimkehr verwehrt. Ihnen gegenüber hatte Ephraim einen schweren Stand, denn sie weigerten sich, das feste Land zu verlassen, bevor man die Aussätzigen nicht veranlasse, sich ferner von ihnen zu halten; doch auch sie brachte der Jüngling mit Hilfe der Aeltesten des Stammes Benjamin, der ihnen voranzog, zum Gehorsam, indem er sie mit der Verheißung der Phönizier und Fischer bedrohte,, daß der Mond, wenn er sich dem Unter« gange neige, die See in das alte Bett zurückziehen werde. Endlich veronlaßte er den verständigen Führer der Aussätzigen, einen früheren ägyptischen Priester, wenigstens die Hälfte des gebotenen Abstandes innezuhallen. Der Sturm hatte indessen mit gesteigerter Macht zu wehen fortgefahren und sein Gebraus und langgezogenes pfeifen, bas sich mit dem Geheul der gepeitschten Wogen. und dem dröhnenden Lärm der Brandung vermischte, übertönte die Rommandorufe der Aeltesten, das Angstgeheul der Weiber, das Geschrei der Rinder, das Gebrüll und Blöken der zitternden Werden und das Winseln der Hunde. Nur den nächsten war Ephraims Stimme noch verständlich und dazu erloschen viele Fackeln, während andere nur schwer in Brand zu erhalten waren. Wie er aber tief aufatmend und langsamen Schrittes hinter den letzten Aussätzigen eine Weile über den feuchten Grund hingeschritten war, um sich einige Ruhe zu gönnen, hörte er hinter sich seinen Namen rufen und wie er sich umwandte, gewahrte er einen seiner früheren Spielgefährten, der von einem Rundschaftsgange zurückkehrte und mit triefender Stirn und fliegendem Gden dem Jüngling, in dessen Hand er den Führerstab sah, ins Dhr rief, die wagen des Pharao zögen der *•) phönizinischer Gott. 295