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Bar Kochba · 1921-02-01 · Heft 15 (Februar 1921) · p. Seite 232

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 15 (Februar 1921)
Date
1921-02-01
Page
Seite 232 (sequence 8)
Language
German
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3 übenschick sal Ein Zischen unk» Tosen 5 Entsetzlich« Nacht! In der Jugend schon wurden wir fortgejagt, Welch' wütender Aufruhr der Elemente! Nun gut, er durste nicht sein. Ein Balken, ein Mast nach dem andern Kracht, So zogen wir eben unverzagt Und haurhohe wogen ohne Ende. Zn'r benachbarte Deutschland hinein. Mit unheimlicher Macht schleudern dar Schiff Vir hofften, dort geborgen zu sein, Bergauf, bergab die erzürnten Wellen. Dort durch unsrer Hände Fleiß Ihm droht bald hier, bald dort ein Ni ff, Unr ehrlich dar Brot zu verdienen, allein Und jede Sekunde droht'» zu zerschellen. Unsrer Mühe ward kein Preis. verzweifelten Muter versucht man trotz Toben Wie liehen selbst unsere Stammerbrüder Dar Schiff zu retten, doch ermatten sie kläglich. Unr .fühlen die Spötteleien hier kann nur helfen die Hilfe von oben! Dar eike betonte mein wieder und wieder: Man hofft und hofft, doch scheint er nicht möglich Daß wir nur polnische Juden seien. wie er rennt, wie dar schreit, wie dar hastet auf In Gest'reich erging'r unr nicht minder schlecht, Jedem ist die Ungst inr Gesicht geschrieben. [Deck? Uuch dort tat man unr zu sehr Haffen. Maßlose» Entsetzen: Var Schiff hat ein Lew! wir waren ihnen gerade recht, Und wilderund wilder wird » vom Strudel getrieben. Un unr ihre Wut aurzulaffen. In einem der Winkel sieht man ohn'Magen Nach Frankreich, nach Spanien, nach Portugal Zwei Männer, ergraute, inr Leere starren. hat unr unser weg dann geführt. Sie scheinen gefaßt, ohn' Fürchten und Sagen Umsonst haben wir überall . Uufr Ende, den Untergang zu harren Unser Glück, ach umsonst, probiert. Und während, zu retten dar nackte Leben, Vir uns — w»r waren schon müde und alt Die verzweifelnde Menge jammert und rennt. Nach dem Grt. wo uns're wiege stand Sitzen die Beiden voll Gleich" ut, ohn' Beben, Die Sehnsucht erfaßte mit mücht'iger Gewalt! Und keiner Furcht, vor dem Tode kennt. Und wir zogen in'r Vaterland. Und wie der Jammernden Blick auf sie fällt, wir wurden mißhandelt, gepeinigt, geschunden Verstummen sie unwillkürlich: Gefoltert, gemartert erbarmungrlor. Die Beiden dort, um Aller in der Welt, . Mit Füßen getreten gleich tückischen Hunden! Ist menschlich dar, ist'» natürlich? . wir hofften auf Gott, denn Gott ist groß, vergessen ist die schwebende Gefahr, So litten, wir lange, lange unschuldig,. Aller fragender Blick gilt den Ulten. wir hatten doch wenigstens ein eigenes Haus. Tin Beklemmen ersaßt die versammelte Schar. Wir trugen dar Unrecht geduldig — geduldig. Ist denn diese» für möglich zu Hallen? Doch war nützte er? Schließlich wier man unr aus. In dieser entsetzlichen, furchtbaren Not, Und jetzt wird auf ewig zerschnitten dar Band Ningrum lauernde» Verderben, Zwischen unr und dem Grte, wo wir geboren, vor fick ein qualvoller, schrecklicher Tod, Für unr gibt er kein Vaterland, keine Aursicht. alr die aus dar Sterben. Wir haben die Heimat auf ewig verloren. Ein wütender Meer im Ungesicht, Ghne halt, ohne Stützpunkt, verlassen wir stehn, Er ist einfach nicht zu verstehen *— Unr bleibt noch Amerika allein. Sie Klagen, sie verzagen nicht, wie wird er unr Armen dort ergehen? - Ja, er scheint sie nicht anzugehen. war wird unser Schicksal sein? Und lauter und lauter sich die Frage^ entrang von jedem gehaßt, gepeinigt, geschunden, An den Ulten. Dieser wischt sich verstohlen Kein Land, keine Heimat mehr, Eine Träne fort, und kohl ist der klang kein Fleckchen Erde, dar unr wohl will, gefunden. Setter Stimme; ,wir sind Juden aur Polen. Und wir sollen fürchten dar Meer? wir ziehen von uns'rer Heimat weg, hinter unr ein verpfuschter, mühseliger Leben, — Tr ist. nicht zum ersten Mal — vor unr ein ungewisser Schicksal allein? Von uns'rem so süßen Erdenfleck. Wir sollen vor dem drohenden Tode beben? Unr bleibt keine andere Wahl. Unr soll der Tod etwar Schrecklicher sein? Ein kuck! Var Schiff aus die Seite sich biegt. Atzm Gebete falten sich Tausend Hände. Er sinkt! hat die» der Himmel gefügt? hat»' nun ein Ende? hat'» nun ein Ende? Kuno Lehrmann, Bar k o chb a. Leser

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