Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 11 (Dezember 1920)
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 162 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Gaon von Wilna und der Dubnower Maggid Zu gleicher Zeit lebten in Polen zwei Männer, die in der jüdischen Welt jener Tage weithin berühmt waren: der Gaon von Wilna und der Dubnower Maggid. Der Gaon von Wilna war das geistige Oberhaupt der polnischen Juden, ein großer Gelehrter, ein Herrscherf-Gaon) in Israel. Der Dubnower Maggid aber war beinahe noch berühmter, denn er war ein 'Wanderprediger, der im ganzen Lande herumzyg und den Leuten „Moschelche" erzählte, das sind Gleichnisse, und diese „Moschelche" gingen von Mund zu Mund. Der Gaon war nie nach Dubnow gekommen und der Maggid noch nie in lvilna gewesen. Aber beide hätten sich gar zu gerne kennen gelernt. Eines Tages sitzt der Gaon von lvilna über seinen Büchern, da klopft er und herein kommt ein fremder Mann. Der Gaon hat ihn sein Lebtag noch nicht gesehen, aber er weiß sofort: das ist kein anderer als der Dubnower Maggid. „Erzähl mir ein Moschelche, Dubnower Maggid", sagt der Gaon. Und der Dubnower Maqqid - denn er ist es wirklich — beginnt, wie er geht und steht, zu erzählen: „Es waren einmal ein Jude und seine Frau, die hatten nichts zu biegen und nichts zu beißech nur die Frau besaß noch einen silbernen King. Gehen sie also zum Nebben und fragen den, was sie tun sollen. Der Nebbe sagt: „verkauft den Ning!" ,,Nun. und?" fragt der Jude. Kauft euch für das Geld eine Kuh," sagt der Nebbe „Nun, und?" fragt der Jude. „Die Kuh werdet ihr melken," sagt der Nebbe. „Nun, u d?" fragt der Jude. „Nus der Nlilch werdet ihr Butter machen", sagt der Rebbe. „Nun, und?" fragt der Jude. „Narr", ruft der Nebbe, „die Butter werdet ihr verkaufen, für das Geld werdet ihr Nahrung kaufen, so werdet ihr satt werden und zu leben haben." Der Jude geht also zum Markt, kauft eine Kuh, führt sie nach l)ause und die Frau des Juden fängt an, sie zu melken. Die Kuh gibt aber keine Nlilch. Da läuft der Jude zum Nebbe und klagt ihm sein Leid. Fragt ihn der Nebbe: „vast du der Kuh Zcholaum alechem gesagt?" 162