Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 17 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 264 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Geschichte eines Eisenbahnwagens von <L 3. Klötzel 5. Erste Fahrt. ,6. 5oris«tz«ng) vorläufig schien es, als sollte all seine Sehnsucht auch nur ein Traum bleiben. Stunde um Stunde verrann. Herr Prellbock war stockböse und sprach keinen Ton mehr, und auch die Telegraphenstange war einsilbig geworden. Ihre Drähte klangen im Winde, - das war fast der einzige Ton, der zu hören war. In der Ferne standen wohl einige Vagen, und hin und wieder fuhr auch eine Maschine vorbei. Über BCCü stand zu entfernt, als daß er mit ihnen in ein Gespräch hätte kommen können. Tr begann traurig zu werden, bekam wieder Sehnsucht nach Madame Dowidl und fast sogar nach der Fabrik, in der es doch immer etwas zu feheli und zu hören gab. Wie er so in trüben Gedanken daständ, begannen plötzlich die Schienen unter ihm leise zu dröhnen. „Achtung, es kommt was" sagte die rechte Schiene zur linken. „)a, ich merke es auch", antwortete die, „man kann ordentlich spüren, wie es über die weichen gerumpelt kommt." BCCü sah sich aufmerksam nach allen Seiten um. Richtig, von ziemlich weit her kam etwas herangerollt. Ls war ein großer, roter Wagen, der ganz allein und ziemlich schnell dahergerollt kam. BCCü mußte an den „Franzosen" des Herrn Prellbock denken und hatte etwas Angst, daß der stürmische Geselle da auch ihm einen Puffer verbiegen könne. Aber es kam anders. Als der rote Wagen ziemlich nahe herangekommen war, verlangsamte er plötzlich seine Fahrt - BCCü konnte deutlich hören, wie die Bremse gegen die Bäder knirschte. Ganz sachte und manierlich kam er heran und als er dennoch ein wenig gegen BCCü anstieß, sagte er höflich: „Pardon!" „® bitte sehr, es macht gar nichts", antwortete BCCü, der froh war, Gesellschaft zu bekommen. „Nun", meinte der rote Wagen, „Sie sind sehr höflich, mein Herr, und Sie wollen mich die Ungeschicklichkeit meines Bremsers nicht entgelten laßen. Schließlich kann ich ja auch nichts dafür, wenn die Menschen so 264