Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 4 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2276426-2276451-2276455--470-2277017- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3 ti 6 i | ch e k) ö h l e n b e w oh ne r Die Zerstreuung der Juden in alle Länder der Welt hat Teile von ihnen in Gebiete verschlagen, die unr Kaum dem Namen nach bekannt sind., wir bringen hier den vericht der bekannten Reisenden Ernst von hesse-wartegg über jüdische Höhlenbewohner in der 8ahara Ruch dieser Vericht zeigt wieder, war wir überall erkennen: dah sich die Juden überall in ihrer äußeren vaseinsform den verhalt. Nissen der Länder anpassen> trotzdem aber ihr eigener jüdischer Leben führen. Ungefähr zwei Tagereisen von der sich auf dem ebenen Erdboden eigene Löcher tripolitanischen und tunisischen Mittelmeer, gegraben, in die sie durch unterirdische Zick- Küste ziehen in ostwestlicher Richtung viele zackgünge hinabsteigen. Hunderte Kilometer lange vergketten mitten Diese Wohnungen gehören zu den abdurch die Sandwüste der Sahara, kahl, sonderlichsten, eigenartigsten deS Erdballs, steinig und trostlos wie diese selbst. Rn Ich habe aus manchen Inseln in det fernen ihren Zlanken führen die einsamen liara- Südsee wohl Menschen gefunden, die sich wanenwege vorbei,.von der Kufte des Salzihre Hütten hoch oben in dem Geäst von wasfermeeres durch die unendlichen Einöden Kiesenbäumen bauen, und von ihrer Geburt der Sandmeeres nach dem fernen üppigen, bis zum Tode keine andere Wohnung kennen blühenden tropischen Sudan Kaum eine lernen, aber sie erschienen mir begreiflicher,- Stunde von der Meeresküste hört aller als die Wöhnungshöhlen unter dem wüstenvaumwuchs. alles Leben auf. und nur wy fand der Sahara. Die Menschen, die hier eine Sützwasserquelle den Weg an hie Erdseit undenklichen Zeiten ihre Wohnsitze oberstäche gefunden hat, ist eine spärliche haben, sind vornehmlich Derber, die Ur- Mase mit Palmen und Graswuchs enteinwohner des Landes, aber neben und standen, die ein paar Derbersamilien die zwischen ihnen auch tausende von Juden. Mittel zu notdürftigem Lebensunterhalt Glesch das erste unterirdische vors, unliefert., mittelbar an dem liarawanenwege von Die Dergketten versprechen noch weniger Tripolis nach dem Sudan, ist ein solches als das wüstenländ zu ihren Zützen, und jüdisches Troglodytendorf*). Deni Rbbas. doch bergen sie in ihren Zlanken, mitunter und nahebei liegt ein zweites, lfehud Rbbas, hoch oben rings um die kahlen, steilen, beide mit mehreren hundert jüdischen. Einscheinbär unzugänglichen Gipfel eine ganze wohnern und unterirdischen Synagogen. Menge menschlicher Wohnungen, zu Dörfern Nichts Kann merkwürdiger sein, als die und Slädienbis zu zweitausend Einwohnem Anordnung dieser künstlich aus dem Mergel vereinigt, von manchen dieser Ansiedlungen gegrabenen Troglodytenhöhlen. Nichts läßt unterscheidet man erst unmittelbar in ihrem guch in den mit spärlichen Glioen- und Dereich einzelne Mauern und hausdacher, Feigenbäumen, vielleicht vereinzelt auch mit au; dem irlben grauroten, verwitterten Stein, Palmen bestandenen breiten Tälern, umaus dem die Zeisen selbst aufgebaut find, schlossen von kahlen, himmelragenden vie^Mehrzahl sind jedoch dem Wanderer Bergen, das Vorhandensein menschlicher durch die wüste überhaupt nicht sichtbar, Wohnungen ahnen. Erst wenn man ausdenn die Nl^nfchen, die sie bewohnen, haben merksam gemacht wird, sieht man im Erd-, sich in die Erde vergrabe», wie Maulwurfe.. Hoden die runden oder viereckigen Gest» Manche wohnen in höhlen, rings um die nungen tiefer Löcher vor sich, deren Rand Steilgipfel der Derge, die sie von Natur das umliegende Land unbedeutend bereits vorgefunden haben: andere aber, und noch dazu die große Mehrzahl, haben ') Troglodyten.höhl«nd«wohn»r. 56