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Bar Kochba · 1920-08-01 · Heft 3 (August 1920) · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 3 (August 1920)
Date
1920-08-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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3 o ab Die um David wurden gehetzt wie die wilden Tiere der Berge. Gleich ihnen verkrochen sie sich in Klüften und Höhlen, wenn die Pässe von den Schritten der Bewaffneten dröhnten, mit denen Saul die verhaßten zu umstellen suchten, Um ihre von der Tonne gedörrten Körper hingen rostige Harnische, sterbenden Feinden entrissen; ihre Schwerter, bedeckt von Schrammen und Scharten, fanden leichter denn in die Scheide den weg in splitternde Schilde und klaffende Brüste. Jeder war ihr Feind, niemand ihr Freund; von ihrem Volke verstoßen waren sie mehr Räuber als Landsknechte, jedem dienstbar, der ihre Wildheit und Verzweiflung zu nutzen gedachte, und der ihnen Schütz vor den Kriegern des israelitischen Königs gewährte. Im wildesten Teil des Gebirges Juda, dort wo die Berge steil und zerklüftet zum stahlblauen Himmel emportrotzen, lag die Horde um ein schwaches Feuer, um das aufgehäufte Steine einen dürftigen Herd bildeten. Tin Widder, der Tribut eines Hirten, briet am Spieße, doch schon wurde die Nahrung spärlicher; denn es war Krieg im Lande, und das Volk rottete sich^u Haufen yeaek^plündernde Banden. Schlimm auch stand es um Wasser; die (Quellen waren verschüttet, übler Brodem stieg aus dampfenden Zisternen, in denen eine dünne Schicht schmutzigen Schlammes faulte. Um rissigen Stamm der sturmzersplitterten Tamariske lehnte Joab, der wilde Sohn der Zeruja, und blickte finster auf seinen Bruder Nsahel, der wie ein spielendes Kind den schlanken Schüft eines Pfeiles mit zierlichen Kerben schmückte. „Fluch dem Tag. an dem David uns hieß, diesem Philisterzug gegen Israel zu folgen!" a Und als der Nngeredete schweigend an seinem Pfeil weiterschnitzte, fügte er grimmig hinzu: „was beklagen wir uns, daß man uns, von Wachen umstellt, in diese Gebe bannt? Soll der Philister uns trauen, da wir dem eigenen Volk die Treue brachen? Besser vom Schwerte Sauls fallen, als nach Wasser japsen wie ein dürstendes Zicklein und aller Welt zum Ekel werden!" Mit einer raschen Bewegung der Wut riß er das Kopftuch seines Burnus von der braunen, narbenzerrissenen Stirn; der glutheiße wind, der aus den Tälern emporstieg, trieb ihm die tiefschwarzen Locken in das kühne Nntlitz. Ihm war r ein Gruß, den die wüste dem Sohne sandte; eine Mahnung zürnender Väter, deren Leiber nach ehrlichem Kampf der sengende Sand deckte. Das hitzige Nomadenblut, das Erbe der Nhnen, fieberte in ihm, seine Schläfen pochten vor Schmerz und Zorn. 34

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