Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 24
- Date
- 1921-06-01
- Page
- Seite 370 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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au« Wien. Nächstens werde ich mir eine Landkarte von Deutschland an der Wand befestigen und mit Stecknadelfähnchen die (Orte bezeichnen, in denen e« Var Kochba-Leser gibt. Und dann.... Ja, dann werde ich sehen, daß in den meisten (Orten noch bei ne Var Kochba- Leser vorhanden sind und gleichzeitig wird mir einfallen, daß e§ allein in Deutschland viele tausend jüdische Kinder gibt, die wir noch zu Abonnenten gewinnen müssen, denen Var Kochba genau die gleiche Freude machen könnte, wie euch und mir. Dazu kann ich sehr wenig und könnt ihr sehr viel tun. Denn wenn ich in alle Welt Hinausrufer «Var Kochba macht Freude!" dann sagt man: „Der mutz so schreien, denn er will seinen Var Kochba ja verkaufen. Der Mann an der Karre sagt von seinen Kirschen ja auch: „Zuckersüß", und hinterher sind sie doch sauer!" Uber wenn ihr überall erzählt, was ihr vom Var Kochba haltet, so glauben es alle. Ich weiß, viele von Luch haben sich geärgert, daß so oft im Var Kochba stand: „Werbt Abonnenten!" Uber ihr müßt einsehen, es geht nicht anders, vergleicht einmal den Preis des Var. Kochba mit dem. andrer Blätter, er ist sehr gering. Und bei dieser Gelegenheit wollen wir uns alle beim Welt-Verlag bedanken, der unser Blatt herausgibt und der nicht , nur. nichts dran verdient, sondern bei jedem einzelnen Heft noch ganz gehörig draufzahlt. Gewiß nur deshalb weil es ihm Freude macht, euch Freude, zu machen. Uber er muß auch erwarten, daß ihr euer Möglichstes tut, um Var Kochba zu verbreiten. Venn je mehr Abonnenten da sind,, desto billiger wird, die Herstellung. Denkt nach, dann werdet Ihr es begreifen. Söll nun der Var Kochba im zweiten Jahr so bleiben, wie er im ersten Jahr gewesen, ist? Ich denke: im allgemeinen ja.—Uber einiges soll doch geändert werden, vor allem : ihr selbst müßt noch viel mehr selbst Mitarbeiten. Nicht, indem ihr Gedichte schreibt, die taugen meistens nichts und das ist keine Schande, denn die wirklichen Dichter sind sehr dünn gesät. Uber bis jetzt Hobe ich immer das in den Bar Kochba gesetzt, wovon ich glaubte, daß es Luch gefallen würde. Nun sollt ihr mir ganz bestimmte Wünsche mitteilen wie z. v.: ich möchte etwas über drahtlose Telegraphie lesen oder über die Juden in Lhina oder über ichweißvichtwas, Alle diese Wünsche werden nicht erfüllt werden können, aber wenn ich sehe, daß viele den gleichen Wunsch haben, so werde ich mich danach richten. . Darum bin ich denen von euch sehr dankbar, die mir geschrieben habender Var Kochba solle auch nichtjüdische Sachen bringen. Ls ist ja da eine Schwierigkeit: wir haben nicht viel Platz. Uber der Wunsch selbst ist sehr berechtigt, denn wir hären doch nicht auf, Menschen zu sein, weil wir Juden sind. Und alle die Dinge, , die uns mit allen Menschen der Welt verbinden, sollen wir kennen lernen und ihnen soll auch im Var Kochba Kaum gegönnt werden. Dazu gehören: die Natur, das Leben großer Menschen, die der ganzen Welt etwas geschenkt haben, gute. Bücher und wertvolle Erfindungen. Von diesen Dingen soll im zweiten Jahrgang des Bar Kochba immer wieder die Kede sein. Daß wir das Jüdische darüber nicht vergessen werden, brauche ich nicht erst zu sagen. Der Var Kochba bleibt trotz allem Neuen, was er ist: eine jüdische Jugendzeitschrift. „Moses Pipenbrinks Abenteuer" endigen in diesem Heft. Ich weiß,, daß die Geschichte euch gefallen hat. Ich weiß auch, daß viele von euch glauben, daß jetzt der „zweite Teil" kommt. Uber ihr irrt euch, der zweite Teil wird nie kommen. Warum? 370