Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 22
- Date
- 1921-06-01
- Page
- Seite 341 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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wir über den Großneumarkt", sagte er zum Veispiel. „Woher weißt Du das?" fragte Moses. „Na, dalstinkt doch Hier nach Lisch", 'antwortete Jan und er hatte recht. Es dauerte gar nicht lange, so wüßte er auch ganz genau, wo es hingehen würde. „Die fahren uns nach dem Stadt- Haus, und denn kommen wir auch nicht ins Wichen." Wenige Minuten daraus fuhr der Wagen durch einen Torweg, in dem es nur so donnerte und dann hielt er. Der Lange schloß auf und richtig, sie waren im Hofe des Stadthauses angelangt. Nun ging es treppauf, treppab durch lange hallende Gänge, bis sie endlich in eine große leere Stube kamen, in der nichts war, als ein paar Bänke. An der Tür saß auf einem Stuhle ein Schutzmann, der ein furchtbar strenges Gesicht machte. Die Ankömmlinge sollten sich hierhin setzen und so lange warten, bis jemand käme, um sie zu verhören. Es dauerte eine ganze Weile. bis wieder ein Schutzmann kam, der sie treppauf, treppab, über Gänge und Hofe in einen großen Saal führte, hier stand ein langer, mit grünem Tuch bespannter Tisch Und hinter diesem , saß ein dicker Polizeihauptmann, der so schrecklich schwitzte, daß er sich den Uniformrock aufgeknöpft hatte. Er ließ Moses Pipenbrink und seine Genossen in einer Reihe vor sich antreten, sah mit rollenden Augen von einem zum andern, blähte die Racken auf. strich sich den Schnurrbart und sagte schließlich mit furchtbarer Stimme: „ Wer von euch ist Moses Pipenbrink?" Unserm Moses standen vor Schreck alle haare zu Berge Mit wankenden Rnieen trat er vor den Polizeihauptmann. „So. du bist also der Buttje. der uns hier den ganzen Tag schon zu schaffen macht. Wo hast du denn gesteckt?" Moses vermochte Kein Wort hervorzubringen. Aber Jan genierte sich gar nicht und rief laut: „he is man bloß n büschen mit mi op den Petroleumdampfer gewesen." „Das Maul halten," schrie der Schutzmann, „hier spricht keiner, der nicht gefragt ist!" In diesem Augenblick ging die Tür wieder auf und eine seltsame Prozession betrat den Raum, voran ging wieder ein Schutzmann, anders schien es in diesem Hause nicht möglich zu sein. Und dann folgten so ziemlich alle Personen, die wir in Moses Pipenbrinks Geschichte kennen gelernt haben, voran der lange Herr Silbermann, der diesmal nicht seinen Fez. sondern einen riesigen Schlapphut trug, dahinter Frau Trina, die aussah.