Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 21
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 322 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2276426-2276427-2276447--344-2276885- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wir wollen eine Lot tun! In einer der letzten Nummern berichteten m ü Iler sprach, war auch der Herausgeber wir über das jüdische ltinderdorf bei Wien, des Var ltochba. Sic erzählte von der Dabei sprachen wir von einer Frau. die furchtbaren Not und zeigte uns Bilder Tausenden jüdischer ltinder schon Kettung von elenden jüdischen Kinbcm, — da gebracht hat: Anitta Müller. Diese waren wir alle still vor Schrecken! Ihr Frau ist in der letzten Zeit in Berlin seht in diesem Heft ein paar von diesen gewesen und hat eine Anzahl Leute Bildern, aber ich habe sie sorgfältig auseingeladen, um mit ihnen über das gesucht, es sind die, aus-denen —am jüdische llinderelend zu sprechen und w e n i g st e n Elend zu sehen ist. wenn ich sie zu bitten, daß nun auch in Deutsch- Tuch die pudern zeigen würde: ich glaube, land etwas für die viele Tausende jüdischer Ihr könntet keine Nacht mehr schlafen, ltinder geschehe, die hier, vor allem ohne von Euren Altersgenossen und -grober in Wien, langsam zugrundegehen, nossinnen zu träumen. Aber wissen sollt Unter den Leuten, zu denen Anitta Ihr, damit Ihr bereit seid, zu helfen: po gibt taulendr ooit jüdilchrn Kindern, die verhungern! Stellt Tuch vor: Kinder, die per Hunger n. die nach Brot schreien, un> denen die Eltern nichts geben können, weil sie nichts haben. In einem Aufruf, den Anitta Müller an die Menschen in der ganze» Welt gerichtet hat, heißt es: „Ihr Menschen Alle! Rinder sterben in großer Zahl an Hunger, unschuldige ltinder gehen rettungslos zu Grunde, weil die Nahrung fehlt, die jedes schädliche Tier in der Einöde findet, die ltinder der Menschen aber nicht." lind glaubt nicht, daß es nur in Wien jüdisches llinderelend gibt. Freilich: so furchtbar, so entsetzlich wie in Wien ist es in Deutschland nicht. Die ltinder sterben hier nicht gerade vor Hunger, wie in Desterreich, wo in jeder Woche Hunderte begraben werden. Ader untererrnährt sind viele, und tausende wohnen in Räumen, die ihr Euch gar nicht vorstellen könnt. Seht Euch die Bilder an. vergleicht diese schrecklichen wohnhöhlen mit Euren freundlichen Hellen Zimmern. Wenn ltinder so wie diese in Dunkelheit, FeuchtigkeihimSchmutzaufwachsen, dann ,müssen sie krank werden, ihre ltnochen werden weich, sie verlernen das Gehen, wenn sie es überhaupt gelernt haben, wenn ihnen nicht geholfen wird, so werden sie zu ltrüppeln! Als Anitta Müller dann wieder nach Wien gefahren ist. sind in Berlin jüdische Männer und Frauen zusammengekommen und haben sich beraten. Aber sie haben nicht viel Hoffnung gehabt, „wir haben schon so viel versucht," sagten sie „es wird ja nichts mehr gegeben!" Dann aber ist einer aufgestanden und hat gesagt, „wenn ein großes Hilfswerk geschaffen wird, dann will ich zweihundert ltinder Vier Wochen lang auf Mein Gut bringen. Aber ich muß sehen, daß etwas tüchtiges geschaffen wird. Und wie ich das gehört habe, - Mädels und Iungens, da habe ich an Euch gedacht. Da bin ich aufgesprungen und habe gerufen: „wenn die Alten nicht mehr helfen können, dann foilrit dir jüdischen kindrr drn jüdilchkn Kindrrn tjrlfrn!!