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Bar Kochba · 1921-05-01 · Heft 20 · p. Seite 314

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 20
Date
1921-05-01
Page
Seite 314 (sequence 10)
Language
German
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sammeln. Je zwei faßten eine Rbaje ^arabischer Mantel) und singend suchten sie die Kaktushecke nach vertrockneten Blättern ab, mit denen sie die Rbaje füllten, während im Westen, jenseits der weißen Düne, ein wundervoll färben-' prächtiger Sonnenuntergang sich vollzog. Rls wir am nächsten Morgen erwachten, tropften unsere Decken und Mäntel von Tau, und auch aus den Zweigen des Zeigenbaunies tropfte es auf uns Herab. Beim schleunigen Rufstehen sahen wir, daß der ganze reiche Blätterschirm unseres Baumes während der Nacht verschwunden war: unsere Kamele halten ihn' weggenascht. Weiter ging es in der Richtung nach Berseba. Flaches Land — stundenlang kein Dorf, keine Hütte, kein Mensch, kein Baum, kein Strauch. Über der Boden war doch gut angebaut und die Gerste stand wundervoll. Berseba, der Grt der sieben Brunnen Rbrahams, ist eine funkelnagelneue Stadt. Noch der letzte Baedeker kannte nur die Brunnen, und heute finden wir dort eine Stadt mit geraden Straßen und neuen Häusern, mit einem Negierungspalast, einer Moschee und einer Kaserne, die sich sehen lassen können. Wir hatten im Regierungsgebäude unser Nachtquartier zugewresen bekommen und brachen früh am nächste» Morgen wieder auf, um in einer anstrengenden Tagesreise Hebron zu erreichen. Berseba liegt noch ziemlich in der Ebene, Hebron aber hoch oben im Gebirge, und die Reise ist in ihrem größeren Teil eine recht bedenkliche Kletterpartie. Einige unserer Kameltreiber waren nur bis Berseba mit uns gegangen, weil sie ihren Tieren die Gebirgstour nicht zumuten wollteNj aber einer von ihnen war zu stolz, uns zu verlassen, bevor wir fahrbaren weg erreicht haben würden. So führte er uns denn noch bei halber Nacht aus dem schlafenden Berseba hinaus dem Gebirge zu. Ein weg war nicht zu sehen, und auch keine sonstige Landstraße erkennbar. Rber gradlinig, wie es auf gepflasterten wegen nicht besser möglich gewesen wäre, führte er uns durch die Gede zuerst zu einem uralten, versteckten Brunnen, wo wir Rast hielten, und von da aus zu dem Gebirgspfad, auf dem wir nach Hebron kommen sollten. Es ist wundervoll, wie die Beduinen sich im Lande zurechtfinden - sogar auf wegen, die sie wohl noch niemals gegangen sind. hier war der weg stellenweise so schlecht, so steil und so voller Steingeröll, daß die sicher schreitenden Kamele oft ins Rutschen kamen, aber gefallen ist keins auf dieser ganzen Reise, gleichviel, ob der Reiter obengeblieben oder vorsichtshalber abgestiegen war. (Es war kurz vor Sonnenuntergang, als wir in die Nähe Hebrons kamen, der alten Königsstadt Davids, heute wie einstmals eingebettet in Zruchtgärten. Im Than*) verabschiedeten wir uns von unseren braunen Begleitern, und schliefen diese Rocht zum ersten Male seit vierzehn Togen wieder in richtigen Betten — em wenig orientalisch zwar -, die im Hause eines aschkenasischen Juden für uns hergerichtet worden waren. Rm nächsten Tage dann fuhren wir in rumpelnden passagierwagen von Hebron nach Jerusalem, vorbei an den Salomonischen Teichen, an Bethlehem und an Rahels Grabmal, und am nächsten Morgen ging es von Jerusalem mit der Eisenbahn nach Jaffa zurück, von wo wir gekommen waren. So europäisch endete unsere Zahrt. *) Arabische Herberge Bat Uochba-teser. werbt neue Abonnenten! 314

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