Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 20
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 312 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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K m e l r von V a v i s T r i 11 s ch i 1 Man reist heute in Palästina auf manchen. Strecken mit der Eisenbahn, und roo es nur Landstraßen gibt, in bequemen Landauern oder in sechs- bis achtsitzigen (sogenannten amerikanischen) wagen. Seltener benutzt der Europäer Reittiere, d. h. Esel, Pferde oder Maultiere, und an ein Reisen auf dem Ramel wird vielleicht Niemand denken. Trotzdem gibt es Reisen, die fast nicht anders zu machen iind, und von einer solchen will ich einiges erzählen. Es war eigentlich keine Reise in Palästina, obwohl schliehlich. der größere Teil des Weges doch durch palästinaging,aber die Veranlassung, Ramele zu nehmen, lag darin, daß es galt, in einen Teil des Sinaigebietes »vrzudringen. Oie kleine Eredition beitaiid abgesehen von dep Rameltreibern — aus sieben Mitgliedern, unter denen ein landeskundiger Führer war. Der Zug wurde erst zwischen Gaza und der ägyptischen Grenze zusammengestellt, von wo also die eigentliche Ramelreise ihren Rnfang nahm, wir bekamen zunächst nur die allergewöhnlichsten Lastkamele, auf deren primitiven Sätteln aus Decken und Mänteln ein halbwegs erträglicher Sitz hergerichtet wurde. Das Russteigen ist für den ungewohnten Reiter das Schwierigste. Venn während der Rrader mit Leichtigkeit auf das schreitende Ramel hinaufturnt, .muhten die Tiere vor uns niederhocken, und die Rameltreiber muhten, damit es den Tieren nicht einfiele, mitten während des RufsitzenSplötzlich aufzustehen, den Fuß auf die Rnie der Ramele setzen,' denn das Rufstehen ist immer mit „ganz gefährlichen", stoßweisen Bewegungen verbunden. Sitzt man aber erst oben, so ist das Schlimmste überwunden. Vas Ramel geht außerordentlich sicher und die schaukelnden Bewegungen, die der Reiter mitzumachen hat, bemerkt er selbst viel weniger als der teilnahmsvolle Beobachter, der meist denkt,^dah das ..Schiff der wüste" aucheineRrt Ein fröhlicher Ritt durch Erez Israels.Seekrankheit heroorbrmgen müsse. vor dem «riege unternahmen jüdische Jenseits der ägypti- (turner und Studenten aus Deutschland ' scheu Grenze wurden und Melterreich ein« palästinafahrt dann einige andere Ramele besorgt. Wir hatten im weichen vünensande bei dem Rraberdorf Schech-Suweyid übernachtet und inzwischen durch einen Boten den Scheich*) eines benachbarten Dorfes Herbeirusen lassen. Der alte Herr Kam früh am Morgen angeritten, und als er hörte, was man von *) Der Scheich ist dar Gberhaup» einer arabischen Niederlassung. m