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Bar Kochba · 1921-05-01 · Heft 20 · p. Seite 310

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 20
Date
1921-05-01
Page
Seite 310 (sequence 6)
Language
German
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nicht allzuviel Gedanken. Er beschloß, lieber erst einmal im Verborgenen abzuwarten» was geschehen würde und sann nach einem »versteck, viel Zeit war nicht zu verlieren, und so sprang er plötzlich an den Mast und kletterte behende wie ein Affe an ihm empor. Der tttajt war hoch und die Nacht war dunkel, als er oben saß, vermochte kein kluge, auch das eines Schutzmannes nicht, ihn in seiner höhe zu entdecken. Moses Pipenbrinck aber hockte da wie ein Kleines Häufchen Unglück und schwitzte vor Angst. Allerlei absonderliche Gedanken schössen ihm durch den Kopf. Vas Wort „Hafenpolizei" machte auf ihn einen großen Eindruck, vor dem gewöhnlichen Landschuhmann, der auf den Hamburger Plätzen steht, und den die Jungens „Uhl" oder „Konstabler" nennen, hatte er keine Angst. Aber die „Hafenpolizei!" Und was mußte das Hier für ein unheimliches Schiff fein, das mit der Hafenpolizei zu tun hatte. Moses erinnerte sich an Geschichten von Zreibeuterschisfen und Schmugglern und er fürchtete sehr, man könnte ihn auch für eine Art Seeräuber Hallen. Jetzt kamen zwei Polizisten an Deck, ein sehr langer, dürrer, Mit einem riesigen Schnauzbart, und ein kleiner, dicker, der gar keinen Bart hatte, dafür ein sehr vergnügtes, rotes Gesicht. Der Lange zog ein riesiges Notizbuch aus der Brusttafche, blätterte darin eine Zeitlang und fragte dann streng: „Befindet sich auf diesem Dampfer der Schiffsjunge Jan Pipenbrinck?" „Voll, woll!" dienerte der wilde Kerl, und „Jan, Jan!" schrie er „kum mol her, de pollezei will di holen!" Aber kein Jan kam. Denn Jan faß oben im Mast und meinte, es sei besser, die Polizei nähme ihn nicht mit. wenn sie ihn nun aber sähen? Der kleine Dicke sah nicht so aus, als ob er ihm nachklettern würde. Aber der Lange mit dem Schnauzbart, der war gefährlich. Nun, schlimmstenfalls konnte er von da oben direkt in die Elbe springen, denn schwimmen und tauchen konnte er wie nur einer: vorläufig blieb, er ganz ruhig und sah sich die ganze Geschichte aus der höhe an. Als kein Jan kam, sagte der Lange ärgerlich: „Es ist eine Anzeige eingelaufen, daß besagter Jan Piepenbrink seinen siebenjährigen Stiefbruder Moses Piepenbrink irgendwohin verschleppt hat. Wissen sie etwas davon?" 310

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