Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 19
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 294 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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und geschlossen werden konnten. Durch eines dieser Tore fuhr die Mikkepukke. Moses war sehr erstaunt, eine Tür im Wasser hatte er noch nie gesehen. Jan erklärte ihm, daß sie jetzt im Petroleumhafen seien. Nlle Schiffe, die Petroleum öder sonst einen Stoff geladen hatten, der leicht in Brand geraten kann, z. v Gel, dürfen nur in diesem Teil des Hafens ihre Ladung loschen. Dazu standen an Land riesige eiserne Behälter, und das Gel wurde durch große Pumpen direkt aus dem Dampfer in die Behälter gepumpt. Zu einem solchen Dampfer fuhr die Mikkepukke und machte an einer Strickleiter fest, die von dem großen Schiff herabhing. Der große Kerl nahm Moses auf den Nrm und kletterte, mit ihm an der Strickleiter hoch. Jan kletterte hinterher, und als sich Moses von seinem Schreck erholt hatte, war er schon längst oben. Und jetzt war das erste, was er tat. daß er sich die Nase zuhielt. Venn auf dem Petroleumdampfer stank es fürchterlich. Nicht nur dieser Dampfer allein, sondern alle Schiffe ringsum hatten irgendein übelriechendes Zeug an Bord. Der wilde Kerl und Jan lachten sich die hucke voll, als sie sahen, was für ein entsetztes Gesicht Moses machte. ,,Nomm man mit in die Kombüse (Küche)", sagte Jan, „da gibts heut Petroleumsuppe. Die schmeckt großartig". Uber Moses war so entsetzt, daß er vorsichtig über Bord guckte, ob er es wohl wagen könne, allein die Strickleiter wieder herunter zu klettern. Uber die Mikkepukke da unten sah auf einmal ganz Klein aus, wie eine Nußschale und tanzte so wild auf dem Wasser, daß die Reife herunter ganz unmöglich war. plötzlich fiel ihm ein, daß er doch eigentlich einen furchtbar dummen Streich gemacht hatte. Venn wenn der Stinkdampfer jetzt plötzlich abfuhr, dann war er drauf gefangen: und mußte mitfahren bis zu dem Land^ wo die Flüsse aus Petroleum sind. 3n diesem Nugenblick legte sich von hinten eine Hand auf seine Schulter. Ms er sich umdrehte, da stand vor ihm ein seltsamer Mann. Tr war so groß, daß Moses gleich an die Kiesen denken mußte, von denen man ihm erzählt hatte. Nur daß die Niesen alle lange Bärte trugen, währendieser Mann ein glattrasiertes Gesicht hatte, und man Hätte ihn trotz der zahllosen Nunzeln und Narben seines Gesichtes für jung halten können, wenn nicht unter seiner Matrosenmütze hervor lange weiße Haare ihm in den Nacken 294