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Bar Kochba · 1921-02-01 · Heft 15 · p. Seite 235

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 15
Date
1921-02-01
Page
Seite 235 (sequence 11)
Language
German
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anderer kleiner Junge, der schon älter war als er. aber lange nicht so kräftig. Da die großen Jungens vorn sehr lange Beine hatten, so mußten die Kleineren bald Trab laufen, um mitkommen zu können, und der ganze Zug dehnte sich aus wie eine Gummiwurst. Dann Kamen die „Aufpasser" nach vorn gelaufen und riefen: „Kurz treten!" Moses meinte, sie sollten irgendjemand treten, aber es war nur gemeint, daß sie kleinere Schritte Machen sollten. Wenn sie über einen Fahrdamm gingen, und die Elektrische oder ein Wagen kam, dann geschah es oft, daß die eine Hälfte schon überm Damm war, während die andere warten mußte, bis sie hinüber konnte. Und dann begann eine richtige wilde Jagd, denn die da vorn wollten nicht warten Und die dahinten mußten sie wieder einholen. Selbstverständlich waren die Waisenjungen nicht die einzigen, die um diese Zeit zur Schule gingen. Je länger sie unterwegs waren, desto größer wurde die Schar der Kinder, die denselben Schulweg hatten. Unter ihnen waren viele Kameraden der Jungen, und diese schlossen sich nun rechts und links dem Zuge an. Dadurch wurde der immer breiter und vorwärts kam er nun erst recht nicht. . Der Schulweg dauerte eine gute halbe Stunde. Moses war sehr erstaunt, als sie schließlich in eine Gegend kamen, die gar nicht so weit entfernt lag von der Straße, in der Mutter Trina wohnte. Sie gingen nämlich quer über den schönen großen holstenplatz und dann in eine enge, von hohen Häusern umgebene Straße, die den drolligen Namen „Kohlhöfen" führte, vor einem der großen düsteren Häuser machten sie halt und man brauchte dem kleinen Moses nicht erst zu erzählen, daß dies die Schule sei, denn von allen Seiten strömten große Und kleine Jungen durch das offene Tor 5luch die Vaisenjungens gingen hinein und zerstreuten sich sofort in dem großen Gebäude. Einer von den Großen hatte den kleinen Moses bei der Hand genommen und führte ihn durch einen langen dunklen Korridor. Nm Ende desselben stand eine Tür offen und vor dieser Tür standen eine Menge Frauen. Das Zimmer, in das die offene Tür führte, sah fast genau so aus wie das Schulzimmer im Waisenhaus. Darin ober saßen auf den Bänken schon viele kleine Jungens, hielten die Hände gefaltet auf der Tischplatte und sahen aus, als müßten sie allen ihren Mut zusammennehmen, damit ihnen 235

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