Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 13
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2276426-2276427-2276439--211-2276762- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Bewohner der Arche hatten sich in ihrem schwimmenden krause sehr wohnlich ei,gerichtet. Die Söhne Noahs waren j, schon grotze Männer, die selbst schon Frauen i„ d Kinder hatten, und sie arbeiteten iillerM Dinge, die man nötig hatte, schnitzten Stühle und Bänke, zimmerten Hausgeräte, und ihre jungen Frauen und Noahs andere Töchter spannen und webten und strickten; Frau Noah kochte und backte für alle, und die kleinen Enkelkinder spielten sehr vergnügt mit den vielen Tieren in der Arche. Der Hahn weckte sie morgens mit lautem Kikeriki, die Kätzchen spielten mit ihnen Katz und Maus, der Papagei rief alle bei Namen und die Aeffchen machten so Noah hatte ein kleines Guckloch in der Decke oben, das öffnete er jetzt und wirklich, kein Wasser kam herein, sondern ein lauwarmer Luflstrom, ein windslotz voller Freude rief Noah ins Wohnzimmer hinein: „Kinder, kommt rasch! Der Kegen hat aufgehört!" Auf diese Freudenbotschaft kamen alle herangestürzt und Netzen den frischen Luftzug über sich hinziehen. Und Mutter Noah sagte mit Tränen in den Augen: „Ach, ob ich es doch noch erlebe, i» einem Garten spazieren zu gehen und ihn selbst umzugraben?" vorerst war dazu freilich noch keine possierliche Grimassen und Sprünge, datz Aussicht vorhanden. Denn wohl hatte sie niemals Langeweile Hatten. Sie waren alle sehr verträgliche brave Leute, die nun wutzten, datz sie von allen Menschen auf darum doch auch ernster und nachdenklicher wären als früher. Sie waren schon einige Monate in der Arche, und noch war kein Ende des Schrecknisses abzusehen. Nicht nur, datz es ohne Aufhören regnete - die Flüsse und Meere waren durch das viele himmelswasser so gestiegen, datz alles aus seinen Ufern trat, und die ganze Erdoberfläche bildete ein einziges riesiges Meer-, sauf dem ganz hoch, über den Gipfeln der höchsten Berge, die Arche Noahs schwamm. So waren fünf oder sechs Monate hingegangen, und Noah war vor Sorgen ganz schneeweitz geworden. Am meisten ängstigte ihm, datz er noch nicht wutzte, wie lange das alles dauern würde Nicht einmal das Fenster konnte man öffnen, weil ununterbrochen der Kegen hereinströmte. Aber eines Tages in der Früh schien es ihm, als ob draußen ein anderer Ton zu hören wäre als sonst.- kein eintöniger Kegen mehr, sondern wie ein pseifender wind. der Zustrom des Negenwassers aufgehört, aber es mutzte doch Monate dauern, bis die Wassermassen auf der Erde sich wieder n getrocknet worden waren. Noch mehrere Wochen schwammen die- Arche auf den Wellenbergen, ohne datz man etwas ander, s vom Fenster aus sah als Wasser und Wasser. Aber plötzlich man saß gerade bei Tische — spürte man einen kräftigen Stotz: alle fuhren erschreckt in die höhe, nur Väter Noah sagte mit Üi 197